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Erwachsenes Kind mit Schizophrenie / Hassattacken, Kontaktabruch

Micha

Member
Hallo. Ich suche andere Eltern(teile) von erwachsenen Kindern mit Schizophrenie die auch immer wieder mit Hass überschüttet werden - wie geht ihr damit um? Wie lebt ihr mit dem Schmerz? Wie gestaltet ihr Euer Leben nach einem hasserfüllten Kontaktabbruch durch das erwachsene Kind?
 
Auch ich hab einen 20 jährigen Sohn mit Schizophrenie und null Einsicht krank zu sein. Es ist furchtbar für meinen Mann u mich. Liebe Grüße
 
Hallo Tina und Sonnchen, schön von Euch zu lesen! Ich bin auch eine Mutter (Alleinerz.) und meine Tochter, paranoide Schizophrenie, ist 38. Es ist die Hölle. Sie ist mir so fremd geworden und es tut so furchtbar weh, einerseits sie selbst leiden zu sehen aber nicht helfen zu können, andererseits wie gemein und herzlos sie immer wieder zu mir ist. Vielleicht können wir uns hier austauschen und gegenseitig etwas aufbauen ?! Nichtbetroffene Menschen können oft nicht wirklich verstehen was das alles bedeutet und wie schlimm das ist, daher fände ich den Austausch mit anderen Eltern schön. Liebe Grüße zurück!
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
Manchmal ziehen sich solche Mauern hoch, da die Psychose extremer psychischer Stress ist. Betroffene tun sich selbst schwer, ihre Diagnose anzunehmen, und wenn das dann noch auf Unverständnis seitens der Eltern stößt, dann kann es schwierig werden.

Solche Schwankungen kenne ich von mir, als ich damals viele Absetzversuche der Antipsychotika gemacht habe. Da traten solche Symptome auch in psychotischen Schüben auf, wie du es beschreibst.
Angehörige stehen dazwischen, da wir Betroffene mit Medikamenten teils sehr eingeschränkt sind und diese tendenziell absetzen wollen.
Medikamentöse Therapien sind zwar notwendig, aber wichtig sind Verträglichkeit und Lebensqualität, damit sie die Medikamente und Therapien für sich annimmt, denn da mangelt es schon in der psychiatrischen Grundlage häufig.

Viele Betroffene haben immer wieder Rückfälle oder setzen immer wieder ab. Genau dort kannst du deiner Tochter helfen, indem du dich für sie über die insbesondere hier aufgezeigten Behandlungsmöglichkeiten informierst. Du solltest für deine Tochter verständnisvoll für die Schwierigkeit der Einnahme dieser teils extrem einschränkenden oder nebenwirkungsbehafteten Wirkstoffe sein.
Hier findest du von den gängigen Wirkstoffen eine Übersicht, wobei die Verträglichkeitsunterschiede teils extrem sind:
Nebenwirkungen Antipsychotika 1/26

Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten? Weißt du, ob und wie häufig sie diese einnimmt, oder nimmt sie nur das allernötigste?
Seit wann ist deine Tochter erkrankt, wie häufig war sie in der Klinik bisher?

Du solltest ihr keinen zusätzlichen Druck machen, denn für Eltern und Erkrankte kann es schwer sein, diese Diagnose und die Konsequenzen für Beruf und alles anzunehmen. Viele Betroffene landen in der vollen Erwerbsminderung und sind auch auf Hilfen ihrer Angehörigen angewiesen. Arbeitet deine Tochter voll, teilzeit oder unter 3 Stunden? Denn Erwerbsminderungsrente würde immer noch einen bis drei Stunden Arbeit erlauben und finanzielle Sicherheit schaffen, dass man auch ohne Arbeit durchkommt und derartiger psychischer Druck wegfällt, irgendjemandem oder auch dir als Elternteil etwas beweisen zu müssen.
Antragsverfahren und diese Dinge sind ja für Betroffene häufig schon ein Hindernis.

Wichtig ist, dass Eltern die Komplexität der Erkrankung annehmen und verstehen, ohne Betroffenen ihre ganze Wahrnehmung abzusprechen.
Nach dem Motto:
Mit Medikamenten fehlt dir nichts, du musst nur auf deinen Psychiater hören und deine Medikamente einnehmen
oder im Gegenteil zu glauben, dass es deine Tochter irgendwie ganz ohne Medikamente schaffen muss und es keine Schizophrenie gibt.

Meist ist es für Betroffene sehr schwierig, wenn Angehörige sich auf eine Seite schlagen, denn es zählt, dass ihr eure Tochter mit Diagnose annehmt. Die Diagnose ist Ausdruck extremer innerer Zerwürfnisse. Erkrankte tragen teils in sich die Zerwürfnisse im Außen aus und brauchen selbst Jahre, um ihre eigene Diagnose anzunehmen und zu verstehen, ohne in eines dieser Extreme abzurutschen.

Teils werden Betroffene mit sündhaft teuren Depotspritzen, die man immer wieder neu verpackt, abgespeist, statt dass man die verfügbaren verträglichen Medikamente und Möglichkeiten nutzt.

Ziel sollte es sein, dass deine Tochter zufrieden mit ihren Medikamenten ist, diese wirken und es ihr damit besser geht. Dann ist es für Betroffene viel einfacher, die eigene Diagnose anzunehmen.
Im Gegensatz dazu: Wenn es einem unter Medikamenten aufgrund gravierender Einschränkungen subjektiv schlechter geht als vor der Behandlung, dann setzt man eben immer wieder ab.


Als Mutter könnte es für deine Tochter ein Segen sein, wenn du dir die Therapieangebote im Forum anschaust:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
Broschüre-Kurzfassung: Schizophrenie_Intervalltherapie
Bupropion bei Schizophrenie: Transporter, Rezeptoren und Kombinationsstrategien

Oben die Fragen zu den Medikamenten:
  • Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
  • Welche Wirkstoffe nimmt sie aktuell und in welchen Dosierungen?
  • Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten?
  • Geht sie regelmäßig zum Psychiater?
  • Nimmt sie ihre Medikamente wie verordnet ein? Oder setzt sie diese ständig ab, bzw. nimmt diese nur gering dosiert oder kurzzeitig ein?
  • Wie viele Jahre ist deine Tochter erkrankt und wie häufig war sie schon in der Klinik?
 
Hallo Micha,
ich habe auch einen erwachsenen Sohn, der vor 3 Jahren komplett den Kontakt zu mir abgebrochen hat. Er fing dann an mir unglaublich hasserfüllte E-Mails zu schreiben, manchmal viele an einem Tag. Er lebt im selben Mehrfamilienhaus wie mein Partner und ich aber ich habe ihn praktisch seit ca. 3 Jahren nicht mehr gesehen. Mein Sohn ist Asperger-Autist und bekam vor Jahren zusätzlich die Diagnose "Schizophrenie". Ein paar Jahre lang bekam er Risperidon, zum Schluss in sehr geringer Dosis, das ging gut, bis er es dann mit Zustimmung seiner Psychiaterin ganz ausgeschlichen hat. 2 bis 3 Monate später wurden die autistischen Symptome wieder viel stärker und er geriet wieder in eine Psychose. Seither verlässt er seine Wohnung nicht mehr, bis auf 2 mal kurz. Er ist nicht mehr bereit, irgendetwas einzunehmen und empfindet sich nicht als krank oder behandlungsbedürftig. Mein Partner versorgt ihn so gut es geht. Mit mir will er bisher nach wie vor keinen Kontakt. Vor etwa einem halben Jahr hat er die E-Mails eingestellt.

Anfangs war der Zustand für mich kaum zu ertragen, ich wusste nicht wie ich diesen Schmerz aushalten soll. Nun geht das schon 3 Jahre so und es geht mir besser als am Anfang. Aber es ist immer noch sehr schwer. Ich versuche, mir nicht mehr vorzustellen, wie das alles weitergehen oder enden wird, sondern jeden Tag einzeln zu leben. Nur dieser Tag und was ich daraus machen kann. Ich war zeitweise nervlich völlig am Ende. Das hat natürlich auch körperlich seine Spuren bei mir hinterlassen, ich bin ziemlich krank geworden, Man muss auch auf sich selbst aufpassen. Ich empfehle das Buch "Aufopfern ist keine Lösung", von Janine Berg-Peer, die selbst eine erwachsene Tochter mit Schizophrenie hat.
Ich denke, wir müssen verstehen, dass unsere Kinder ihr eigenes Schicksal und ihren eigenen Lebensweg haben und wir ihnen nicht immer helfen können, auch wenn das sehr schmerzhaft ist.

Liebe Grüße, Nina
 
Hallo Tina,Sonnchen,Maggi und Nina, (und alle MitleserInnen) Sorry dass ich mich nach dem letzten Beitrag doch nicht nochmal gemeldet hatte, just an dem Tag hatte ich mal wieder mehrere hasserfüllte Mails meiner Tochter (38) erhalten, und teilweise hauen diese Mails mich dann für mehrere Tage komplett um (ich habe leider selbst inzwischen mit attestierter Depression zu kämpfen). Was so an die Nieren geht ist dass sie, abgesehen von der Verzerrung der Sache auf die sie sich ursprünglich beruft und die für mich jedesmal "aus heiterem Himmel" kommt ist es dieses dann übergehen in das komplette Entwerten meiner Person und unterstellung von absolut nicht zutreffenden, böswilligen Beweggründen meinerseits, das abwerten von Handlungen meinerseits die NULL mit ihr zu tuen haben (mich generell schlechtmachen in allem was ich sage und tue) und zuziehen von angeblichen Drittmeinungen von Leuten über mich die schlecht von mir denken um zu "belegen" WIE scheisse ich sei. Ich meine das ist mein Kind dass mich da SO beschimpft, mobbt etc.. Auch wenn sie natürlich längst eine erwachsene Frau ist, als Mütter (Väter) wisst ihr WAS ich meine. Das schlimme ist, ich denke meine Mutterliebe liegt im sterben. Man kann niemanden lieben der so schlecht über einen denkt, "bei aller Liebe nicht". Das ist furchtbar. Ich muss um meiner selbst willen den Kontakt WIRKLICH abbrechen, sonst gehe ich daran kaputt.
 
Das tut mir leid! Viel Kraft! Man ist so hilflos u kann nur zusehen. Wir sind nun am Überlegen wg einer eigenen Wohnung, räumliche Trennung. Das ist leider finanziell sehr belastend. Außerdem geht es um Klärung der Arbeitsfähigkeit an sich, was sehr schwierig ist, wenn der Betroffene nicht kooperiert u alles nur macht, was angenehm ist u null Empathie aufbringt. Liebe Grüße aus Österreich
 
Hallo Micha,
Seit wann geht das so, mit deiner Tochter? Und wie war es früher zwischen euch? Wie lebt sie und nimmt sie Medikamente?
Ja, vielleicht solltest du den Kontakt tatsächlich für eine Weile abbrechen um dich zu schützen aber es ihr dann per E-Mail mittteilen und auch den Grund dafür. Damit du etwas zur Ruhe kommen kannst. Die Mails meines Sohnes haben mich auch immer für Tage aus den Schuhen gehauen und deshalb bin ich tatsächlich froh, dass er seit einem halben Jahr nicht mehr schreibt. Wie es ihm geht bekomme ich über meinen Partner mit.
Aber wir dürfen nicht vergessen: Dieser extreme Hass ist Teil der Erkrankung, es ist ihr kranker Anteil und hat kaum etwas mit dir zu tun.

"Hass, Misstrauen oder aggressive Ablehnung gegenüber nahen Angehörigen ist ein häufiges und sehr belastendes Symptom im Rahmen einer Schizophrenie, insbesondere in akuten Phasen. Dieses Verhalten ist ein Symptom der Erkrankung und richtet sich oft paradoxerweise gegen die Menschen, die dem Betroffenen am nächsten stehen.
Warum entsteht Hass auf Angehörige?
Wahnhafte Verkennung: In einer Psychose lebt der Erkrankte in einer wahnhaften Welt. Es kommt häufig vor, dass Angehörige in den Wahn einbezogen werden und dann als Bedrohung oder Feinde erlebt werden." (Zitat aus psychologie-coaching.com)

Es ist wichtig, dieses Verhalten auch wenn es schwerfällt, nicht persönlich zu nehmen aber auch Grenzen zu setzen. Notfalls auf Distanz gehen und dem Betroffenen klar machen, warum man das tut.

Deine Tochter lebt nicht bei dir? Wie war euer Verhältnis vor der Erkrankung?

Liebe Grüße, Nina
 
Hallo,
mein jüngerer Sohn ist 18 Jahre alt und hat eine Schizophrenie und Suchterkrankung. Er hat den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen und uns sehr beschimpft und sich mir gegenüber auch übergriffig verhalten. Er hat schwere Realitätsbezugsstörungen diagnostiziert bekommen und momentan ist er nicht in Behandlung. Er projiziert seine Erkrankung auf mich. Es ist sehr schwer auszuhalten, dass er nun totalen Kontaktabbruch gemacht hat und wir durch seine Volljährigkeit nichts mehr mitbekommen. Liebe Grüße
 
Hallo, ich hab lange nicht geschrieben weil ich selbst komplett zusammengebrochen bin nachdem ich mal wieder auf übelste Weise mit den bösesten Schimpfwörtern und Beleidigungen beschimpft wurde, von ihr im Internet defamiert wurde (inkl. veröffentlichen meines Namen/Handynummer) und Dinge von ihr völlig verdreht wurden - wobei mir klar ist dass sie das wirklich glaubt was sie total verdreht in ihrem Kopf. Ich habe eine Therapie begonnen und die macht mir schmerzlich klar das es schon viel früher in ihrer Kindheit viele rote Flaggen gab die ich aber nicht gesehen habe oder nicht wahrhaben wollte. Es tut mir sehr leid das zu sagen aber meine Mutterliebe ist gestorben. Sie ist zu einem bösen Menschen voller Hass und Groll geworden, völlig unfähig sich selbst zu reflektieren (nochmal dazu gesagt sie ist 38!, sie ist nicht mehr mein "KIND", sie ist eine erwachsene Frau!) und da die jetzt schon 8 Jahre dauernde psychiatrische Behandlung (inkl. mehrerer mehrmonatiger Klinikaufenthalte) offensichtlich Null komma Garnichts bringt (wobei ich das der Klinik (LVR Klinik) vorwerfe, die meiner Meinung nach Grottenschlechte "Arbeit" leistet und die von mir immer wieder angeregten begleiteten Angehörigengespräche von meiner Tochter jedesmal abgesagt wurden) sehe ich keinen anderen Weg als diesesmal den Kontakt von meiner Seite abzubrechen und mich mit dem Gedanken abzufinden, dass ich sie bis zu meinem Tod nie wiedersehen werde und sie mit Sicherheit selbst an meinem Grab noch üble Beleidigungen aussprechen wird. Eine psychische Erkrankung ist keine Ausrede dafür selbst grausam und brutal zu agieren. Das klingt alles hart aber so ist es nun mal. Mutterliebe IST endlich und NICHT unendlich und vor allem können erwachsene Kinder die Liebe ihrer Mutter eigenhändig zerstören. Das hat sie getan, ob krank oder nicht, es war ihre Entscheidung ihrer Mutter so oft wehzuten dass diese am Ende nichtmalmehr Liebe für sie empfinden kann.
 
Das klingt alles hart aber so ist es nun mal. Mutterliebe IST endlich und NICHT unendlich und vor allem können erwachsene Kinder die Liebe ihrer Mutter eigenhändig zerstören. Das hat sie getan, ob krank oder nicht, es war ihre Entscheidung ihrer Mutter so oft wehzuten dass diese am Ende nichtmalmehr Liebe für sie empfinden kann.
Sie hat dir aber nur seelischen Schaden zugefügt, also du hast keine körperlichen bleibenden Schäden oder so?
Ich sehe du bist selbst Überemotional und das spricht dafür, dass du vielleicht auch diese Veranlagung für Schizophrenie in dir trägst und diese emotionale Kälte auch dadurch und falls du Antidepressiva oder bestimmte Psychopharmaka nimmst dadurch begünstigt werden kann.

Du gibst deiner Tochter Schuld für deine emotionale Instabilität die womöglich von deiner eigenen Erkrankung kommt und sie gibt dir die Schuld vielleicht auch daran das sie krank wurde, da Schizophrenie häufig auch vererbt wird. Gibt Betroffene wo mehrere Familienmitglieder erkrankt sind.
Hallo, ich hab lange nicht geschrieben weil ich selbst komplett zusammengebrochen bin nachdem ich mal wieder auf übelste Weise mit den bösesten Schimpfwörtern und Beleidigungen beschimpft wurde, von ihr im Internet defamiert wurde (inkl. veröffentlichen meines Namen/Handynummer) und Dinge von ihr völlig verdreht wurden - wobei mir klar ist dass sie das wirklich glaubt was sie total verdreht in ihrem Kopf.
Die Frage ist ob bei euch beiden so etwas wie Aktion = Reaktion vorliegt. Problem könnte sein das deine Tochter sich in Behandlung begeben hat und du diese Art von Behandlung für dich und vielleicht auch für deine Tochter verweigerst, also es um gegensätzliche Überzeugungen geht, die aber beide ihre Berechtigung haben. Medikamentöse Therapie ist in der Regel schwierig und ohne Medikamente kommst du etwa auch an grenzen, weil das was du beschreibst wie Überemotionalität ist. In der Psychose kann das einen als Wärme oder Kälte völlig übernehmen und du gibst in meinen Augen deiner Tochter eine Schuld an deine eigene Problematik obwohl sie diejenige ist die sich freiwillig in Behandlung begeben hat und eher dein Verständnis braucht, das du ihr gewisse Dummheiten die in der Psychose aus Halluzinationen und Missverständnissen entstehen vergibst.
Ähnlich kann es sein das du dich vielleicht einen Teil dessen was du deiner Tochter vorwirfst übertreibst, was im Grunde Kleinigkeiten sind aber du diese wegen deiner übertriebenen Wahrnehmung als bedrohlich auch für dich selbst siehst.
Du solltest auch keinen Groll auf ihr haben und du kannst das völlig unbehandelt womöglich auch kaum abstellen, weil man zumindest wenn es Psychose ist da in einen sich selbst verstärkenden Problem drin ist, wo man ganz ohne Behandlung und Medikamente kaum davon wegkommt.
Sie ist zu einem bösen Menschen voller Hass und Groll geworden, völlig unfähig sich selbst zu reflektieren (nochmal dazu gesagt sie ist 38!, sie ist nicht mehr mein "KIND", sie ist eine erwachsene Frau!) und da die jetzt schon 8 Jahre dauernde psychiatrische Behandlung (inkl. mehrerer mehrmonatiger Klinikaufenthalte) offensichtlich Null komma Garnichts bringt (wobei ich das der Klinik (LVR Klinik) vorwerfe, die meiner Meinung nach Grottenschlechte "Arbeit" leistet und die von mir immer wieder angeregten begleiteten Angehörigengespräche von meiner Tochter jedesmal abgesagt wurden)
Lebt sie dann bei ihrem Vater oder alleine?
Wenn du sie besuchen wollest zu Angehörigengesprächen, was genau wolltest du ihr da mitgeben oder von was überzeugen? Du hast ja einen schlechten Eindruck von der Klinik, aber andersherum wäre Therapieabbruch und gar keine Medikamente für deine Tochter auch ein Risiko.
Genau weil ihr vermutlich zwischen diesen Extremen festhängt und man manchmal nur zwischen "vollpumpen und vergessen" und den akuteren Zustand den du selbst beschreibst "sich angegriffen fühlen und quasi mit der Erkrankung leben" von psychiatrischer Seite her unterscheidet, kann es Familien wie euch meiner Meinung nach erschwert werden.
Ihr werdet quasi ein Stückweit als Familie zerrissen, weil du für dich selbst nie die Lösung in Medikamenten sehen konntest und vielleicht sie eher zu sehr davon überzeugen möchtest ihre Therapie aufzugeben ohne ein echtes alternatives fundiertes Therapieangebot?

8 Jahre Psychose ist hart und da solltest du wirklich deine Tochter verzeihen, da sie nix zu ihrer Erkrankung kann und du das du dich so emotional angegriffen fühlst, das schiebst du womöglich zu sehr auf deine Tochter statt die eigene Anfälligkeit zu sehen die sie von dir geerbt haben könnte.

Meiner Meinung nach bräuchtest du selbst zumindest einen Psychiater, da diese überemotionale Auffassung die du von deiner Tochter hast womöglich dieses sich selbst verstärkende vielleicht schon psychotische Problem ist. Zumindest solltest du das abklären, da Psychose von solchen emotionalen Extremzuständen geprägt ist und Emotionen kann man kaum steuern, Emotionen steuern einen selbst die sind einfach da. Antipsychotika reduzieren diese Emotionalität und ja vielleicht hilft dir das sogar eher dich in die Situation deiner Tochter reinzuversetzen, als wenn du anderweitig eher mit Unverständnis auf ihre Therapie und alles schaust und ihr damit vielleicht keine Unterstützung sein kannst.

Soll kaum heißen das du ein Antipsychotikum oder Psychopharmaka brauchst, aber in der Sache wäre ein Psychiater gut, damit du in der Sache eine 3. mit der Erkrankung deiner Tochter und deiner Situation vertrauten Menschen hast, der dich Medikamentös auch Einstellen und unterstützen kannst, denn von selbst kommst du vom Hass und Groll den deine Tochter vielleicht ebenso wie du gespiegelt empfindet kaum weg und das ist schade für alle.

Problem ist eben Psychiatrie hat in der Regel Dauerbehandlung mit Antipsychotika was mir auch mehr geschadet als geholfen hat, andersherum ist Absetzen der Antipsychotika für manche wie mich auch unmöglich gewesen.

Diese Intervalltherapie habe ich dir vorher bereits für diene Tochter vorgeschlagen welche ein Mittelweg sein kann:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Im Falle des Falles das du diesen Groll selbst kaum loswirst und dich da nur reinsteigerst ohne loszukommen, dann wäre das eventuell auch für dich eine sehr milde Therapieform falls du da wirklich selbst stetig an der Schwelle zur Psychose stehst kann dir das helfen auch diese emotionale Kälte die du für deine Tochter als unsteuerbares "Gefühl" empfindest zu überwinden.
Ich bin selbst kein Freund von Antipsychotika, Aripiprazol wird auch bei Depression eingesetzt und kann mit einer Exit-Strategie wie der Intervalltherapie leichter eingesetzt werden, als in der Angst von den Antipsychotika wie "abhängig" zu werden.

Für deine Tochter wäre dieser Mittelweg sicher gut, nur falls ihr beide zwischen Extreme schwankt, also du nimmst keine Antipsychotika oder Psychopharmaka trotz bedenklicher Symptome und deine Tochter nimmt welche und du wünschtest vielleicht es müsste wie bei dir ohne funktionieren, dann ist diese Kluft unüberwindbar. Quasi der eine lebt mit der Erkrankung und distanziert sich von allem Therapeutischen und Medikamenten und der andere ist in Therapie und hat schon gescheiterte Absetzversuche hinter sich, will das seine Erkrankung akzeptiert wird und das du Ihr etwa keine Schuld gibst für unwesentliche Dinge die deine Tochter dir im Wahn vielleicht an den Kopf geworfen hast. Das mag wehgetan haben aber Betroffene meinen das selten so und manchmal sind diese Art Übertreibungen auch ein weg ungesagtes auszusprechen und auch gehört zu werden, weil leise hinweise kaum Wirkung zeigten.
Sie wirft dir vielleicht Dinge vor die sie Teils Halluziniert hat und man ist bei Psychose eben auch sehr feinfühlig, Medikamente reduzieren dieses überempfindliche.

Will sagen keiner kann etwas zu so einer Erkrankung kann aber welche Wahl hat deine Tochter bezüglich ihrer Therapie schon?
 
@Micha
ich will dir damit nur sagen, dass es viele Vorurteile über Betroffene gibt und Schizophrenie auch kein Erziehungsfehler und so darstellt.
Es ist für einen Betroffenen überhaupt sehr schwer sich selbst das einzugestehen, das man zu wenig fähig ist und auch bei der Arbeit nur teilweise zu gebrauchen ist, wenn man sich für alles doppelt und dreifach so sehr Motivieren muss.
Mir ist unklar ob deine Tochter vor ihrer Psychose gearbeitet hat, denn wenn sie jetzt Arbeitslos ist, dann bräuchte sie jemanden der sich um die Beantragung der Erwerbsminderungsrente kümmert. Damit kann sie immer noch bis zu 3 Stunden am Tag arbeiten, was für Betroffene unter den üblichen Medikamenten häufig schon sehr viel ist.

Ich bin jetzt 39 Männlich bereits mit ca. 23 erkrankt. Meine Mutter hat mir sogar beim aufräumen von meinem Zimmer bzw. Wohnung geholfen, da ich mich selbst mit solchen Dingen von der Motivation schwergetan habe. Sie hat mir jeden Tag Druck gemacht mich zu bewerben und wir sind fast täglich bezüglich solchen Sachen aneinandergeraten. Ich hab zuhause viel herumgeschrien und wurde wie du es beschreibst auch auf dieser Art in einem Betroffenenforum von scheinbar anderen Betroffenen gemobbt.
Das war eine schwierige Zeit, aber ich hab es überstanden und für mich auch vieles daraus gelernt.

Wenn deine Tochter mehr Verständnis für ihre Erkrankung möchte und das sie kein normales Leben hinbekommt, dann solltest du sie darin so gut es geht unterstützen. Manchmal wenn man sich Gegenseitig ein Hindernis ist, dann kann ein trennender Streit auch dir und ihr die nötige Distanz geben um zu reflektieren. Ein Wahn kann auch Jahre dauern, trotz Medikamente und vielleicht ist sie da auf etwas fixiert was sie dir vielleicht als Schutzbehauptung vorwirft und du wiederum baust vielleicht Druck auf ohne vorher mit ihr gesprochen zu haben.

Am Beispiel mit der Klinik wäre, wenn du mit deiner Tochter reden würdest wie sie ihre Therapie und Behandlung findet, also stärker nach ihrer Sichtweise und Meinung fragen ohne Vorurteile. Manchmal sucht man einen Schuldigen, aber der Schuldige kann die Erkrankung ob therapiert oder unbehandelt sein der solche Ambivalenten Zustände erzeugt. Damals hab ich irgendwann Duloxetin als Antidepressivum getestet und die Situation mit meiner Mutter löste sich wie von Geisteshand auf.
Manchmal sind die Erwartungen einfach zu hoch und bei einer schweren Schizophrenie kann man zufrieden sein wenn man mit Bürgergeld seine vier Wände und sonstige Verpflichtungen irgendwie hinbekommt. Auch Arbeit kann gut sein, solange diese keinen Stress macht. Da ist es manchmal schon gut wenn Betroffene sich zuhause oder in einen Ehrenamt einbringen.

Nur wenn du Emotional so sehr darunter leidest, dann könnte das im schlimmeren Fall sein, dass du ähnliche Symptome hast, nur dein Leben ohne Medikamente irgendwie hinbekommen hast. Nimmst du selbst Psychopharmaka oder Antidepressiva oder gab es eine Zeit wo du auch solche Symptome hattest und vielleicht irgendwie darüber weggekommen bist?
Will nur sagen, dass jemand der es ganz ohne Antipsychotika von Anfang an schafft womöglich etwas bessere Heilungschancen hat.
Mit Antipsychotika die auch sehr helfen entsteht eine dopaminerge Supersensitivität mit der es später nochmal schwerer oder eher sogar unmöglich sein kann, die Antipsychotika abzusetzen.
Wenn du also deine Tochter zum Absetzen bewegen willst oder Psychiatrie ganz ablehnst, dann würde da eine unüberwindbare Kluft entstehen. Deswegen denke ich auch das du ihr mit der Broschüre vom Forum noch am ehesten eine Hilfe wärst, wenn du sie unterstützen möchtest. Diese Therapien werden nur selten einfach so bereitgestellt, deswegen ist da nun auf S. 2-4 eine Zustimmungsmöglichkeit, damit das auch von der Rahmung und Einsatzmöglichkeit von ärzttlicher Seite abgesichert ist.

Ich kann dich verstehen mit den Kliniken, nur ist es schwer mit dieser Erkrankung eine gute Therapie zu finden, dazu kommt eine Pharmaindustrie die häufig nur ihre eigenen patentierte Medikamente vermarkten will und an Dingen die Wirkung helfen kaum forschungsinteresse haben. Solche Dinge muss man häufig mit sich selbst ausmachen, weil drüber aufregen oder andere mit Vorwürfe Konfrontieren wenig bringt. Mit der Broschüre wäre das ein konstruktiver Weg, wo dir deine Tochter andersherum auch den Rest ihres Lebens dankbar ist. Die Chancen sind gut das sie zu einen halbwegs normalen glücklichen Leben dann zurückfindet. Bei mir hat es auch funktioniert, nur war ich auf mir allein gestellt. Sie braucht sicher keinen Streit und gegenseitige Vorwürfe.
Micha ich bin mir unklar ob du Christ bist und manchmal in den Gottesdienst gehst. Dort wird ja auch stärker das vergeben und den Umgang mit solchen Problemen gelehrt. Das kann auch seelisch dir Entlastung und Kraft geben.
Lebt deine Tochter dann bei ihrem Vater oder was macht sie wenn sie von der Klinik entlassen ist? Ist eben auch eine Frage wie man da über die Runden kommt und ob sie da stabile Verhältnisse hat. Wenn sie früher gearbeitet hat ist wichtig das man die Erwerbsminderungsrente auch rechtzeitig beantragt, weil das nach Jahren Arbeitslosigkeit auch irgendwann vom Rentenanspruch her weg sein kann. Selbst wenn man vielleicht Rückwirkend das dann noch hinbekommt. Um diese Themen müsstest du oder eine Betreuung sich kümmern und ich kann das gut verstehen wenn du vielleicht selbst kaum in der Lage warst und dann andere gekümmert haben.

Kein Vorwurf, da ich keine Ahnung haben wie eure tatsächliche Situation ist, aber wenn man als Betroffene mit dieser Erkrankung überfordert ist dann ist das normal und wenn Angehörige da auch schwer zu beißen haben und dazwischen stehen, da weder Medikament noch keine Medikamente die Lösung sind, dann ist das auch unklar was für Hilfen und Angebote es überhaupt gibt.
Will nur sagen, das selbst die Psychiater überfordert sind, weil diese letztendlich auch keine echte Heilung anbieten können und man ein Stückweit mit der Erkrankung leben muss und auch trotz der Erkrankung geschätzt werden möchte, da es für betroffene phasenweise so sein kann, das nur noch die Erkrankung einen ein bestätigendes Gefühl gibt.
Diese ist auch eher sagen wir wie Gabe und Fluch zugleich. Flexibel und gut medikamentös eingestellt überwiegt das Positive nur muss man da erstmal hinkommen.
 
Wir können alle nichts für die Krankheit.
Gesunde haben viele Wünsche, kranke nur einen: Gesund zu werden. Faul und dumm: das stimmt nicht – wir haben uns das nicht ausgesucht. Ich habe mir sehr oft die Schuld für alles gegeben, und Jahre mit Suizidgedanken verbracht. Wir sind alle sehr viel wert, und werden gebraucht. Wir wissen es nur nicht.

@Maggi erklärt das sehr gut und verständnisvoll.

@Micha Die Situation mit deiner Tochter erinnert mich ein wenig an die Situation mit meiner Mutter. Selbst psychisch erkrankt, aber überemotional, und wenig Verständnis.
Deine Tochter will NICHT so sein. Ein Angehörigengespräch unter psychologischer Leitung wäre sicher das Beste.
 
Es muss für eine Mutter sehr schlimm sein so etwas zu erleben. Sie hat ja 8 Jahre ausgehalten und wegen dieser Erkrankung neigen wir oft dazu unser Umfeld auch psychisch zu belasten. Mann kann ja dabei an seine Grenzen stoßen. Es braucht kein applaus das mann nichts mehr für sein kind empfindet, aber es ist tatsächlich auch keine ausrede ( die Krankheit ) seinen Frust an anderen auszulassen.
 
Es gibt ja bekanntlich auch zwei Ehescheidungen, wobei der Grund entweder in unüberbrückbaren Unterschieden oder aber in der Durchsetzung des Alltags mit allgemeiner "Ehemüdigkeit" respektive Gleichgültigkeit besteht. Dreimal darf man raten, welcher Grund der deutlich überwiegend häufigere vor den Gerichten ist.

Meistens erleben es die Betroffenen andersherum, so werden sie dann von der Familie verstoßen. Oder die Familie psychiatrisiert ein Kind (meistens nicht mehr "Kind"), nachdem von außen (z. B. Cannabispsychose behandelnder Arzt; APK-Verein(e)) entsprechende Wege "empfohlen" werden, Rehabilitation so gut wie unmöglich.

Oft wollen nur die Betroffenen einfach wieder ein normales Leben haben, scheitern dabei aber am Themenkreis Arbeit (dann sind sie von den Behörden abhängig, die ebenfalls alle psychiatrischen Wege öffnen, eventuelle Rehawege aber in keinem Fall öffnen). Ein Internetforum kann das nicht leisten.

Wollte ich nur mal gesagt haben.
 
Sie hat ja 8 Jahre ausgehalten und wegen dieser Erkrankung neigen wir oft dazu unser Umfeld auch psychisch zu belasten. Mann kann ja dabei an seine Grenzen stoßen. Es braucht kein applaus das mann nichts mehr für sein kind empfindet, aber es ist tatsächlich auch keine ausrede ( die Krankheit ) seinen Frust an anderen auszulassen.
Du beurteilst da finde ich etwas, ohne das wir den Hintergrund kennen. Es scheint mir so, als ob Micha vielleicht sogar selbst vorerkrankt, aber unbehandelt ist und wenn es blöd läuft, ihr Kind von einer psychiatrischen Therapie ganz abbringen möchte.
Wir sehen hier nur Michas Sichtweise, die sicher berechtigt sein mag, aber wegen einer veröffentlichten Handynummer oder einen halböffentlich ausgetragenen verbalen Streit wäre mein Kind immer noch mein Kind.
Mir klingt es mehr nach persönlicher Ehre eine gute Mutter nach außen sein zu müssen, um innerlich stabil zu sein und von daher glaube ich das Michas Kind, was es im Erwachsenenalter auch noch ist, erstmal alles recht hat sich in ihrer Erkrankung auch mal verbal zu vergreifen. Betroffene auch wenn falsch dran sind sollten ihre Probleme, Sorgen und so auch kritisch ansprechen dürfen und Micha und ihr äußeres Umfeld wissen trotzdem das sie am stärkeren Hebel sind, da die Betroffene öffentlichkeitswirksam mit ihrer Diagnose als erkrankt gilt. Also Micha kann immer noch sagen meine Tochter ist erkrankt und hat mich da verletzt.
Schätze mal es geht um den Vorwurf keine gute Mutter gewesen zu sein, wo Betroffene eben wahnhaft fixiert sind und genauso nach traumatischen Ursachen für ihre Erkrankung suchen wie Eltern oder Außenstehende mit Vorurteilen gegen Kranke sich vielleicht fragen "was hab ich in der Beziehung falsch gemacht das sie krank wurde".
Nur ist Schizophrenie aus meiner Sicht kein familiäres Ungleichgewicht, sondern häufig ein Gesamtgesellschaftliches Defizit. Wenn unser System an Grenzen und Überforderung anschlägt, dann werden menschen psychisch krank. Da geht es eher darum wer zuerst krank wird.
Etwa mit Micha und ihrem Kind. Die Tochter ist in Behandlung und die Mutter fühlt sich durch die vermeidlich schlechte Behandlung ihres Kindes (was ich sehr gut nachvollziehen kann, wenn ich mich die Standardbehandlungen ansehe) selbst angegriffen und hat ein gutes Recht sich eine bessere Behandlung von ihrem Kind zu wünschen.

Dazu brauchen wir als Forum und sie als Mutter einen Bezug zu ihrem Kind, was ihr vielleicht von psychiatrischer Seite weggenommen wurde und ihre Tochter eben nur noch das Lied singt was ihr die aktuell "heile psychiatrische Welt" eingibt. Das kann dann auch die böse Mutter sein, die den Ruf der Klinik schädigen möchte.
Ich finde sie als Mutter hat alles Recht ihre Tochter in der Klinik oder Wohnheim zu besuchen, weil die Psychiatrie anderweitig auch Zwang verordnet und ihr Kind unter Druck setzen kann.
Ich frage mich, ob ihr Vater Besuchsrecht hat, dann könnte Micha mit ihm auch über die Behandlung und wie es der Tochter geht sprechen, selbst wenn es eine getrennte Beziehung ist.

Mich persönlich würde interessieren, ob ihre Tochter Medikamente einnimmt und welche, also wie objektiv die Behandlung ihres Kindes ist und ob diese nach der Klinik dann das stabil weiterführt oder immer wieder absetzt wie es viele Betroffene machen.

Micha, vielleicht kannst du mal genaueres schreiben, auch zur Diagnose, da hier eingebracht wurde das deine Tochter eine Drogenpsychose hätte. Schizophrenie unterscheidet sich da häufig etwas von echten Drogenpsychose, also der letzte Beitrag von @Benutzer_Trichtersieb wirkt auf mich erstmal fantasiert. Manchmal können Drogen der Auslöser sein und es trotzdem eine richtige Schizophrenie sein. Die Tochter ist mit 30ig erkrankt, was für Schizophrenie durchaus realistisch ist.
Dazu kommt, dass Schizophrenie meist ihr Leben kaum selbst finanzieren können, also ich mir das zumindest vorstellen kann, dass da einige in der Prostitution landen, wenn das bessere Aussicht auf ein stabiles und glückliches Leben bietet.
Von daher können selbst solche unsäglichen Dinge dann ein Problem sein, was fürs Umfeld vielleicht wie Schande aussieht, aber Betroffene sich in einer Zwangslage befinden, um ihr Leben nach Jobverlust und anderen finanzieren zu können.

Eltern die täglich ihr Kind mit der Erkrankung erleben, wissen zu wenig Betroffene fähig sind und selbst da kann es Jahre dauern bis Eltern und Betroffene sich das Eingestehen und nach Erwerbsmindung und anderen Hilfen sich umschauen. Deswegen glaube ich sollte man da Objektiv rangehen und Vorurteile hat jeder, die auch Betroffene im Selbstleid über die Jahre erkennen und abbauen.

Gibt sicher gute Möglichkeiten @Micha aber dazu müssten wir den IST-Zustand kennen, um uns gemeinsam ein Bild zu machen. Dann wärst du zumindest handlungsfähig auch im Sinne, wenn es um dein Recht als Mutter geht dein Kind zu sehen, denn als psychisch Erkrankter ist man für die Psychiatrie selbst auch unmündig. Die Sache ist aber auch wie stabil du selbst bist und wie und welche Therapie und Arztwechsel Sinn macht, hängt vom IST-Zustand ab und wo du überhaupt hinmöchtest. Wenn deine Tochter behauptet, dass du sie zwingst oder überredest die Medikamente abzusetzen oder die Diagnose als etwas siehst das man ohne Medikamente aushalten muss und deiner Tocher nur druck und Stress vermittelst eine Erfolgreiche Frau sein zu müssen, dann hast du meiner Meinung nach keine Chancen.
Es müsste also erstmal hier darum gehen deinen Blick zu schärfen, damit wir den IST-Zustand beurteilen. Im Falle eines Falles würde ich mich dann auch bereit erklären in schriftlicher Form die Klinik anzuschreiben, damit diese erklärt warum du als Mutter kein Besuchsrecht hast. Das ist für einen 3. einfacher da zu vermitteln, da es ja sein kann das auch die Klinik in ihrer Sicht objektive Gründe hat. Dann wird das eben mal so ausgetragen.

@Benutzer_Trichtersieb
du bringst viele Dinge ins Spiel wie Scheidung oder Drogenpsychose. Das sind vor allem deine Vorurteile mit den du an vielen Dingen herangehst, aber selbst glaube ich bist du der Letzte der Vorurteile über dich und Schizophrene möchte. Klar gibt es Diagnosen mit Ressentiments aber ich wäre da allgemein zurückhaltender und würde eher mal nachfragen statt vorher zu urteilen.
Das du vorher urteilst oder so schnelle Urteile fällst, liegt wohl daran das du schon die ganze Zeit sehr wenig Antipsychotika einnimmst und dich da vielleicht zu sehr zwingst. Aktuell sehe ich aber auch bei dir echte Chancen, da das mit dem Mysimba wirklich eine gute Idee war und das durchaus in diesen kleinen antipsychotischen Dosierungen am besten wirkt. Du hast das ja praktisch erst seit gestern?
Wegen der Trennung @Benutzer_Trichtersieb kann auch der Vater gestorben sein, also es gibt viele Gründe und das wäre eine Variante, wenn sie als Mutter für sich spricht. Das mit Drogen wäre ich auch sehr vorsichtig! Für manche Kulturen ist etwas Alkohol schon eine harte Droge und wenn du einer Religiösen dann einredest das ihr Kind deswegen krank ist dann bist du in meinen Augen als Mensch etwas falsch, da von der Evidenz häufig Cannabis ein Auslöser von Drogenpsychosen ist. Von daher vielleicht erstmal fragen und dann schießen! :D
Nur damit Micha da sich weniger eingeengt fühlt. @Micha auch von meinen Beiträgen die kritisch verfasst wurden wollte ich dich mit keinen Vorurteilen überziehen, sondern ähnlich wie Trichtersieb das Thema zur Diskussion stellen, damit du wirklich frei dich ausreden kannst und wir da nix übersehen.
 
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