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Erwachsenes Kind mit Schizophrenie / Hassattacken, Kontaktabruch

Micha

Member
Hallo. Ich suche andere Eltern(teile) von erwachsenen Kindern mit Schizophrenie die auch immer wieder mit Hass überschüttet werden - wie geht ihr damit um? Wie lebt ihr mit dem Schmerz? Wie gestaltet ihr Euer Leben nach einem hasserfüllten Kontaktabbruch durch das erwachsene Kind?
 
Auch ich hab einen 20 jährigen Sohn mit Schizophrenie und null Einsicht krank zu sein. Es ist furchtbar für meinen Mann u mich. Liebe Grüße
 
Hallo Tina und Sonnchen, schön von Euch zu lesen! Ich bin auch eine Mutter (Alleinerz.) und meine Tochter, paranoide Schizophrenie, ist 38. Es ist die Hölle. Sie ist mir so fremd geworden und es tut so furchtbar weh, einerseits sie selbst leiden zu sehen aber nicht helfen zu können, andererseits wie gemein und herzlos sie immer wieder zu mir ist. Vielleicht können wir uns hier austauschen und gegenseitig etwas aufbauen ?! Nichtbetroffene Menschen können oft nicht wirklich verstehen was das alles bedeutet und wie schlimm das ist, daher fände ich den Austausch mit anderen Eltern schön. Liebe Grüße zurück!
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
 
P.S. Bei uns ist es so dass sie immer wieder den Kontakt mit bösen hasserfüllten Worten komplett für Wochen/Monate abbricht, sich dann wieder meldet "als wenn nichts gewesen wäre", dann ist alles für ein paar Tage oder Wochen "gut", ZU gut eigentlich, bis ich wieder "was falsches sage" oder "was falsches mache" und von Null auf 100 wieder die böseste mieseste Mutter der Welt bin, beschimpft werde und der Kontakt wieder von ihr abgebrochen wird. Ich bin inzwischen selbst seelisch total am Ende dadurch. Wie ist es bei Euch?
Manchmal ziehen sich solche Mauern hoch, da die Psychose extremer psychischer Stress ist. Betroffene tun sich selbst schwer, ihre Diagnose anzunehmen, und wenn das dann noch auf Unverständnis seitens der Eltern stößt, dann kann es schwierig werden.

Solche Schwankungen kenne ich von mir, als ich damals viele Absetzversuche der Antipsychotika gemacht habe. Da traten solche Symptome auch in psychotischen Schüben auf, wie du es beschreibst.
Angehörige stehen dazwischen, da wir Betroffene mit Medikamenten teils sehr eingeschränkt sind und diese tendenziell absetzen wollen.
Medikamentöse Therapien sind zwar notwendig, aber wichtig sind Verträglichkeit und Lebensqualität, damit sie die Medikamente und Therapien für sich annimmt, denn da mangelt es schon in der psychiatrischen Grundlage häufig.

Viele Betroffene haben immer wieder Rückfälle oder setzen immer wieder ab. Genau dort kannst du deiner Tochter helfen, indem du dich für sie über die insbesondere hier aufgezeigten Behandlungsmöglichkeiten informierst. Du solltest für deine Tochter verständnisvoll für die Schwierigkeit der Einnahme dieser teils extrem einschränkenden oder nebenwirkungsbehafteten Wirkstoffe sein.
Hier findest du von den gängigen Wirkstoffen eine Übersicht, wobei die Verträglichkeitsunterschiede teils extrem sind:
Nebenwirkungen Antipsychotika 1/26

Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten? Weißt du, ob und wie häufig sie diese einnimmt, oder nimmt sie nur das allernötigste?
Seit wann ist deine Tochter erkrankt, wie häufig war sie in der Klinik bisher?

Du solltest ihr keinen zusätzlichen Druck machen, denn für Eltern und Erkrankte kann es schwer sein, diese Diagnose und die Konsequenzen für Beruf und alles anzunehmen. Viele Betroffene landen in der vollen Erwerbsminderung und sind auch auf Hilfen ihrer Angehörigen angewiesen. Arbeitet deine Tochter voll, teilzeit oder unter 3 Stunden? Denn Erwerbsminderungsrente würde immer noch einen bis drei Stunden Arbeit erlauben und finanzielle Sicherheit schaffen, dass man auch ohne Arbeit durchkommt und derartiger psychischer Druck wegfällt, irgendjemandem oder auch dir als Elternteil etwas beweisen zu müssen.
Antragsverfahren und diese Dinge sind ja für Betroffene häufig schon ein Hindernis.

Wichtig ist, dass Eltern die Komplexität der Erkrankung annehmen und verstehen, ohne Betroffenen ihre ganze Wahrnehmung abzusprechen.
Nach dem Motto:
Mit Medikamenten fehlt dir nichts, du musst nur auf deinen Psychiater hören und deine Medikamente einnehmen
oder im Gegenteil zu glauben, dass es deine Tochter irgendwie ganz ohne Medikamente schaffen muss und es keine Schizophrenie gibt.

Meist ist es für Betroffene sehr schwierig, wenn Angehörige sich auf eine Seite schlagen, denn es zählt, dass ihr eure Tochter mit Diagnose annehmt. Die Diagnose ist Ausdruck extremer innerer Zerwürfnisse. Erkrankte tragen teils in sich die Zerwürfnisse im Außen aus und brauchen selbst Jahre, um ihre eigene Diagnose anzunehmen und zu verstehen, ohne in eines dieser Extreme abzurutschen.

Teils werden Betroffene mit sündhaft teuren Depotspritzen, die man immer wieder neu verpackt, abgespeist, statt dass man die verfügbaren verträglichen Medikamente und Möglichkeiten nutzt.

Ziel sollte es sein, dass deine Tochter zufrieden mit ihren Medikamenten ist, diese wirken und es ihr damit besser geht. Dann ist es für Betroffene viel einfacher, die eigene Diagnose anzunehmen.
Im Gegensatz dazu: Wenn es einem unter Medikamenten aufgrund gravierender Einschränkungen subjektiv schlechter geht als vor der Behandlung, dann setzt man eben immer wieder ab.


Als Mutter könnte es für deine Tochter ein Segen sein, wenn du dir die Therapieangebote im Forum anschaust:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
Broschüre-Kurzfassung: Schizophrenie_Intervalltherapie
Bupropion bei Schizophrenie: Transporter, Rezeptoren und Kombinationsstrategien

Oben die Fragen zu den Medikamenten:
  • Weißt du, welche Medikamente deine Tochter bisher hatte und wie sie diese jeweils vertragen hat?
  • Welche Wirkstoffe nimmt sie aktuell und in welchen Dosierungen?
  • Wie steht deine Tochter zu ihrer Diagnose und zu den Medikamenten?
  • Geht sie regelmäßig zum Psychiater?
  • Nimmt sie ihre Medikamente wie verordnet ein? Oder setzt sie diese ständig ab, bzw. nimmt diese nur gering dosiert oder kurzzeitig ein?
  • Wie viele Jahre ist deine Tochter erkrankt und wie häufig war sie schon in der Klinik?
 
Hallo Micha,
ich habe auch einen erwachsenen Sohn, der vor 3 Jahren komplett den Kontakt zu mir abgebrochen hat. Er fing dann an mir unglaublich hasserfüllte E-Mails zu schreiben, manchmal viele an einem Tag. Er lebt im selben Mehrfamilienhaus wie mein Partner und ich aber ich habe ihn praktisch seit ca. 3 Jahren nicht mehr gesehen. Mein Sohn ist Asperger-Autist und bekam vor Jahren zusätzlich die Diagnose "Schizophrenie". Ein paar Jahre lang bekam er Risperidon, zum Schluss in sehr geringer Dosis, das ging gut, bis er es dann mit Zustimmung seiner Psychiaterin ganz ausgeschlichen hat. 2 bis 3 Monate später wurden die autistischen Symptome wieder viel stärker und er geriet wieder in eine Psychose. Seither verlässt er seine Wohnung nicht mehr, bis auf 2 mal kurz. Er ist nicht mehr bereit, irgendetwas einzunehmen und empfindet sich nicht als krank oder behandlungsbedürftig. Mein Partner versorgt ihn so gut es geht. Mit mir will er bisher nach wie vor keinen Kontakt. Vor etwa einem halben Jahr hat er die E-Mails eingestellt.

Anfangs war der Zustand für mich kaum zu ertragen, ich wusste nicht wie ich diesen Schmerz aushalten soll. Nun geht das schon 3 Jahre so und es geht mir besser als am Anfang. Aber es ist immer noch sehr schwer. Ich versuche, mir nicht mehr vorzustellen, wie das alles weitergehen oder enden wird, sondern jeden Tag einzeln zu leben. Nur dieser Tag und was ich daraus machen kann. Ich war zeitweise nervlich völlig am Ende. Das hat natürlich auch körperlich seine Spuren bei mir hinterlassen, ich bin ziemlich krank geworden, Man muss auch auf sich selbst aufpassen. Ich empfehle das Buch "Aufopfern ist keine Lösung", von Janine Berg-Peer, die selbst eine erwachsene Tochter mit Schizophrenie hat.
Ich denke, wir müssen verstehen, dass unsere Kinder ihr eigenes Schicksal und ihren eigenen Lebensweg haben und wir ihnen nicht immer helfen können, auch wenn das sehr schmerzhaft ist.

Liebe Grüße, Nina
 
Hallo Tina,Sonnchen,Maggi und Nina, (und alle MitleserInnen) Sorry dass ich mich nach dem letzten Beitrag doch nicht nochmal gemeldet hatte, just an dem Tag hatte ich mal wieder mehrere hasserfüllte Mails meiner Tochter (38) erhalten, und teilweise hauen diese Mails mich dann für mehrere Tage komplett um (ich habe leider selbst inzwischen mit attestierter Depression zu kämpfen). Was so an die Nieren geht ist dass sie, abgesehen von der Verzerrung der Sache auf die sie sich ursprünglich beruft und die für mich jedesmal "aus heiterem Himmel" kommt ist es dieses dann übergehen in das komplette Entwerten meiner Person und unterstellung von absolut nicht zutreffenden, böswilligen Beweggründen meinerseits, das abwerten von Handlungen meinerseits die NULL mit ihr zu tuen haben (mich generell schlechtmachen in allem was ich sage und tue) und zuziehen von angeblichen Drittmeinungen von Leuten über mich die schlecht von mir denken um zu "belegen" WIE scheisse ich sei. Ich meine das ist mein Kind dass mich da SO beschimpft, mobbt etc.. Auch wenn sie natürlich längst eine erwachsene Frau ist, als Mütter (Väter) wisst ihr WAS ich meine. Das schlimme ist, ich denke meine Mutterliebe liegt im sterben. Man kann niemanden lieben der so schlecht über einen denkt, "bei aller Liebe nicht". Das ist furchtbar. Ich muss um meiner selbst willen den Kontakt WIRKLICH abbrechen, sonst gehe ich daran kaputt.
 
Das tut mir leid! Viel Kraft! Man ist so hilflos u kann nur zusehen. Wir sind nun am Überlegen wg einer eigenen Wohnung, räumliche Trennung. Das ist leider finanziell sehr belastend. Außerdem geht es um Klärung der Arbeitsfähigkeit an sich, was sehr schwierig ist, wenn der Betroffene nicht kooperiert u alles nur macht, was angenehm ist u null Empathie aufbringt. Liebe Grüße aus Österreich
 
Hallo Micha,
Seit wann geht das so, mit deiner Tochter? Und wie war es früher zwischen euch? Wie lebt sie und nimmt sie Medikamente?
Ja, vielleicht solltest du den Kontakt tatsächlich für eine Weile abbrechen um dich zu schützen aber es ihr dann per E-Mail mittteilen und auch den Grund dafür. Damit du etwas zur Ruhe kommen kannst. Die Mails meines Sohnes haben mich auch immer für Tage aus den Schuhen gehauen und deshalb bin ich tatsächlich froh, dass er seit einem halben Jahr nicht mehr schreibt. Wie es ihm geht bekomme ich über meinen Partner mit.
Aber wir dürfen nicht vergessen: Dieser extreme Hass ist Teil der Erkrankung, es ist ihr kranker Anteil und hat kaum etwas mit dir zu tun.

"Hass, Misstrauen oder aggressive Ablehnung gegenüber nahen Angehörigen ist ein häufiges und sehr belastendes Symptom im Rahmen einer Schizophrenie, insbesondere in akuten Phasen. Dieses Verhalten ist ein Symptom der Erkrankung und richtet sich oft paradoxerweise gegen die Menschen, die dem Betroffenen am nächsten stehen.
Warum entsteht Hass auf Angehörige?
Wahnhafte Verkennung: In einer Psychose lebt der Erkrankte in einer wahnhaften Welt. Es kommt häufig vor, dass Angehörige in den Wahn einbezogen werden und dann als Bedrohung oder Feinde erlebt werden." (Zitat aus psychologie-coaching.com)

Es ist wichtig, dieses Verhalten auch wenn es schwerfällt, nicht persönlich zu nehmen aber auch Grenzen zu setzen. Notfalls auf Distanz gehen und dem Betroffenen klar machen, warum man das tut.

Deine Tochter lebt nicht bei dir? Wie war euer Verhältnis vor der Erkrankung?

Liebe Grüße, Nina
 
Hallo,
mein jüngerer Sohn ist 18 Jahre alt und hat eine Schizophrenie und Suchterkrankung. Er hat den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen und uns sehr beschimpft und sich mir gegenüber auch übergriffig verhalten. Er hat schwere Realitätsbezugsstörungen diagnostiziert bekommen und momentan ist er nicht in Behandlung. Er projiziert seine Erkrankung auf mich. Es ist sehr schwer auszuhalten, dass er nun totalen Kontaktabbruch gemacht hat und wir durch seine Volljährigkeit nichts mehr mitbekommen. Liebe Grüße
 
Hallo, ich hab lange nicht geschrieben weil ich selbst komplett zusammengebrochen bin nachdem ich mal wieder auf übelste Weise mit den bösesten Schimpfwörtern und Beleidigungen beschimpft wurde, von ihr im Internet defamiert wurde (inkl. veröffentlichen meines Namen/Handynummer) und Dinge von ihr völlig verdreht wurden - wobei mir klar ist dass sie das wirklich glaubt was sie total verdreht in ihrem Kopf. Ich habe eine Therapie begonnen und die macht mir schmerzlich klar das es schon viel früher in ihrer Kindheit viele rote Flaggen gab die ich aber nicht gesehen habe oder nicht wahrhaben wollte. Es tut mir sehr leid das zu sagen aber meine Mutterliebe ist gestorben. Sie ist zu einem bösen Menschen voller Hass und Groll geworden, völlig unfähig sich selbst zu reflektieren (nochmal dazu gesagt sie ist 38!, sie ist nicht mehr mein "KIND", sie ist eine erwachsene Frau!) und da die jetzt schon 8 Jahre dauernde psychiatrische Behandlung (inkl. mehrerer mehrmonatiger Klinikaufenthalte) offensichtlich Null komma Garnichts bringt (wobei ich das der Klinik (LVR Klinik) vorwerfe, die meiner Meinung nach Grottenschlechte "Arbeit" leistet und die von mir immer wieder angeregten begleiteten Angehörigengespräche von meiner Tochter jedesmal abgesagt wurden) sehe ich keinen anderen Weg als diesesmal den Kontakt von meiner Seite abzubrechen und mich mit dem Gedanken abzufinden, dass ich sie bis zu meinem Tod nie wiedersehen werde und sie mit Sicherheit selbst an meinem Grab noch üble Beleidigungen aussprechen wird. Eine psychische Erkrankung ist keine Ausrede dafür selbst grausam und brutal zu agieren. Das klingt alles hart aber so ist es nun mal. Mutterliebe IST endlich und NICHT unendlich und vor allem können erwachsene Kinder die Liebe ihrer Mutter eigenhändig zerstören. Das hat sie getan, ob krank oder nicht, es war ihre Entscheidung ihrer Mutter so oft wehzuten dass diese am Ende nichtmalmehr Liebe für sie empfinden kann.
 
Das klingt alles hart aber so ist es nun mal. Mutterliebe IST endlich und NICHT unendlich und vor allem können erwachsene Kinder die Liebe ihrer Mutter eigenhändig zerstören. Das hat sie getan, ob krank oder nicht, es war ihre Entscheidung ihrer Mutter so oft wehzuten dass diese am Ende nichtmalmehr Liebe für sie empfinden kann.
Sie hat dir aber nur seelischen Schaden zugefügt, also du hast keine körperlichen bleibenden Schäden oder so?
Ich sehe du bist selbst Überemotional und das spricht dafür, dass du vielleicht auch diese Veranlagung für Schizophrenie in dir trägst und diese emotionale Kälte auch dadurch und falls du Antidepressiva oder bestimmte Psychopharmaka nimmst dadurch begünstigt werden kann.

Du gibst deiner Tochter Schuld für deine emotionale Instabilität die womöglich von deiner eigenen Erkrankung kommt und sie gibt dir die Schuld vielleicht auch daran das sie krank wurde, da Schizophrenie häufig auch vererbt wird. Gibt Betroffene wo mehrere Familienmitglieder erkrankt sind.
Hallo, ich hab lange nicht geschrieben weil ich selbst komplett zusammengebrochen bin nachdem ich mal wieder auf übelste Weise mit den bösesten Schimpfwörtern und Beleidigungen beschimpft wurde, von ihr im Internet defamiert wurde (inkl. veröffentlichen meines Namen/Handynummer) und Dinge von ihr völlig verdreht wurden - wobei mir klar ist dass sie das wirklich glaubt was sie total verdreht in ihrem Kopf.
Die Frage ist ob bei euch beiden so etwas wie Aktion = Reaktion vorliegt. Problem könnte sein das deine Tochter sich in Behandlung begeben hat und du diese Art von Behandlung für dich und vielleicht auch für deine Tochter verweigerst, also es um gegensätzliche Überzeugungen geht, die aber beide ihre Berechtigung haben. Medikamentöse Therapie ist in der Regel schwierig und ohne Medikamente kommst du etwa auch an grenzen, weil das was du beschreibst wie Überemotionalität ist. In der Psychose kann das einen als Wärme oder Kälte völlig übernehmen und du gibst in meinen Augen deiner Tochter eine Schuld an deine eigene Problematik obwohl sie diejenige ist die sich freiwillig in Behandlung begeben hat und eher dein Verständnis braucht, das du ihr gewisse Dummheiten die in der Psychose aus Halluzinationen und Missverständnissen entstehen vergibst.
Ähnlich kann es sein das du dich vielleicht einen Teil dessen was du deiner Tochter vorwirfst übertreibst, was im Grunde Kleinigkeiten sind aber du diese wegen deiner übertriebenen Wahrnehmung als bedrohlich auch für dich selbst siehst.
Du solltest auch keinen Groll auf ihr haben und du kannst das völlig unbehandelt womöglich auch kaum abstellen, weil man zumindest wenn es Psychose ist da in einen sich selbst verstärkenden Problem drin ist, wo man ganz ohne Behandlung und Medikamente kaum davon wegkommt.
Sie ist zu einem bösen Menschen voller Hass und Groll geworden, völlig unfähig sich selbst zu reflektieren (nochmal dazu gesagt sie ist 38!, sie ist nicht mehr mein "KIND", sie ist eine erwachsene Frau!) und da die jetzt schon 8 Jahre dauernde psychiatrische Behandlung (inkl. mehrerer mehrmonatiger Klinikaufenthalte) offensichtlich Null komma Garnichts bringt (wobei ich das der Klinik (LVR Klinik) vorwerfe, die meiner Meinung nach Grottenschlechte "Arbeit" leistet und die von mir immer wieder angeregten begleiteten Angehörigengespräche von meiner Tochter jedesmal abgesagt wurden)
Lebt sie dann bei ihrem Vater oder alleine?
Wenn du sie besuchen wollest zu Angehörigengesprächen, was genau wolltest du ihr da mitgeben oder von was überzeugen? Du hast ja einen schlechten Eindruck von der Klinik, aber andersherum wäre Therapieabbruch und gar keine Medikamente für deine Tochter auch ein Risiko.
Genau weil ihr vermutlich zwischen diesen Extremen festhängt und man manchmal nur zwischen "vollpumpen und vergessen" und den akuteren Zustand den du selbst beschreibst "sich angegriffen fühlen und quasi mit der Erkrankung leben" von psychiatrischer Seite her unterscheidet, kann es Familien wie euch meiner Meinung nach erschwert werden.
Ihr werdet quasi ein Stückweit als Familie zerrissen, weil du für dich selbst nie die Lösung in Medikamenten sehen konntest und vielleicht sie eher zu sehr davon überzeugen möchtest ihre Therapie aufzugeben ohne ein echtes alternatives fundiertes Therapieangebot?

8 Jahre Psychose ist hart und da solltest du wirklich deine Tochter verzeihen, da sie nix zu ihrer Erkrankung kann und du das du dich so emotional angegriffen fühlst, das schiebst du womöglich zu sehr auf deine Tochter statt die eigene Anfälligkeit zu sehen die sie von dir geerbt haben könnte.

Meiner Meinung nach bräuchtest du selbst zumindest einen Psychiater, da diese überemotionale Auffassung die du von deiner Tochter hast womöglich dieses sich selbst verstärkende vielleicht schon psychotische Problem ist. Zumindest solltest du das abklären, da Psychose von solchen emotionalen Extremzuständen geprägt ist und Emotionen kann man kaum steuern, Emotionen steuern einen selbst die sind einfach da. Antipsychotika reduzieren diese Emotionalität und ja vielleicht hilft dir das sogar eher dich in die Situation deiner Tochter reinzuversetzen, als wenn du anderweitig eher mit Unverständnis auf ihre Therapie und alles schaust und ihr damit vielleicht keine Unterstützung sein kannst.

Soll kaum heißen das du ein Antipsychotikum oder Psychopharmaka brauchst, aber in der Sache wäre ein Psychiater gut, damit du in der Sache eine 3. mit der Erkrankung deiner Tochter und deiner Situation vertrauten Menschen hast, der dich Medikamentös auch Einstellen und unterstützen kannst, denn von selbst kommst du vom Hass und Groll den deine Tochter vielleicht ebenso wie du gespiegelt empfindet kaum weg und das ist schade für alle.

Problem ist eben Psychiatrie hat in der Regel Dauerbehandlung mit Antipsychotika was mir auch mehr geschadet als geholfen hat, andersherum ist Absetzen der Antipsychotika für manche wie mich auch unmöglich gewesen.

Diese Intervalltherapie habe ich dir vorher bereits für diene Tochter vorgeschlagen welche ein Mittelweg sein kann:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Im Falle des Falles das du diesen Groll selbst kaum loswirst und dich da nur reinsteigerst ohne loszukommen, dann wäre das eventuell auch für dich eine sehr milde Therapieform falls du da wirklich selbst stetig an der Schwelle zur Psychose stehst kann dir das helfen auch diese emotionale Kälte die du für deine Tochter als unsteuerbares "Gefühl" empfindest zu überwinden.
Ich bin selbst kein Freund von Antipsychotika, Aripiprazol wird auch bei Depression eingesetzt und kann mit einer Exit-Strategie wie der Intervalltherapie leichter eingesetzt werden, als in der Angst von den Antipsychotika wie "abhängig" zu werden.

Für deine Tochter wäre dieser Mittelweg sicher gut, nur falls ihr beide zwischen Extreme schwankt, also du nimmst keine Antipsychotika oder Psychopharmaka trotz bedenklicher Symptome und deine Tochter nimmt welche und du wünschtest vielleicht es müsste wie bei dir ohne funktionieren, dann ist diese Kluft unüberwindbar. Quasi der eine lebt mit der Erkrankung und distanziert sich von allem Therapeutischen und Medikamenten und der andere ist in Therapie und hat schon gescheiterte Absetzversuche hinter sich, will das seine Erkrankung akzeptiert wird und das du Ihr etwa keine Schuld gibst für unwesentliche Dinge die deine Tochter dir im Wahn vielleicht an den Kopf geworfen hast. Das mag wehgetan haben aber Betroffene meinen das selten so und manchmal sind diese Art Übertreibungen auch ein weg ungesagtes auszusprechen und auch gehört zu werden, weil leise hinweise kaum Wirkung zeigten.
Sie wirft dir vielleicht Dinge vor die sie Teils Halluziniert hat und man ist bei Psychose eben auch sehr feinfühlig, Medikamente reduzieren dieses überempfindliche.

Will sagen keiner kann etwas zu so einer Erkrankung kann aber welche Wahl hat deine Tochter bezüglich ihrer Therapie schon?
 
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