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Im Forum findest Du diese Medikamente-Empfehlung.

Die Wirkstoffkombination ermöglicht ein recht normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung deutlich verbessern kann und auch Positivsymptome reduziert.

Dauer der Negativsymptome

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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich würde gerne wissen, wie lange eure Negativsymptome gedauert haben nach der Psychose. Bei mir dauert es schon 1,5 Jahre, aber es wird langsam endlich besser.

Liebe Grüße

Sanny
 
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Meine dauern mittlerweile seit 8 Jahren. Ich habe das volle Programm Negativsymptomatik. Ich gelte als austherapiert. Hast Du viele Negativsymptome oder nur einzelne?
 
TS
Sanny1990
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@Niggo Ich weiß gar nicht, ob ich alle Negativsymptome habe. Kann man das nachgucken? Ich bin halt ziemlich antriebslos und depressiv gestimmt. Ich habe sogar Suizidgedanken. Also ich denke meine Negativsymptome sind auch noch ziemlich stark. Ich habe auch Panikattacken. Es wird noch ein langer Weg werden bis ich gesund bin. Ich hoffe jedenfalls, dass ich das wieder werde. Aber all zu viele Hoffnungen mache ich mir auch nicht, damit ich nicht enttäuscht bin.
 
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Also meine Negativsymptome sind echt heftig. Ich bekomme gar nichts mehr hin im Leben. Mir ist alles zu viel und bin schon mit Kleinigkeiten überfordert. Ich habe die Symptome schon seit über 2 Jahren. Ich habe keine Ahnung, ob es überhaupt noch besser wird. Ich werde mich jetzt anmelden für eine TWG.
 
TS
Sanny1990
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@Oliver nimmst du denn ein Antidepressivum oder Antiepileptikum dagegen? Was nimmst du für Medikamente?
 
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Ich nehme Abilify Maintena 400mg als Depotspritze jeden Monat einmal. Als Antidepressivum habe ich Seroquel von 200 mg bekommen jeden Tag. Es hat mir aber nicht geholfen. Ich habe nur gelesen, dass bei der Hebephrenie die Medikamente sehr selten anschlagen. Mir hilft eher Psychotherapie und Soziotherapie. So, ich habe bei der TWG angerufen. Ich muss jetzt einen formlosen Antrag stellen bei denen. Ab Oktober könnte ich dort einziehen. Mir wurde noch empfohlen, einen Betreuer zu bestellen, da die behördlichen Dokumente und Beantragungen sehr komplex seien und da kann ein Betreuer sehr gut helfen.
 
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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich würde gerne wissen, wie lange eure Negativsymptome gedauert haben nach der Psychose. Bei mir dauert es schon 1,5 Jahre, aber es wird langsam endlich besser.

Liebe Grüße

Sanny
Die Negativsymptome sind im Grunde dauerhaft. Mit manchen Dingen lernt man einfach mit der Zeit besser umzugehen.

Wenn du etwas gegen die Negativsymptome machen möchtest, dann solltest du die Medikamente-Empfehlung im Forum ausprobieren. Ansonsten kann ich dir da keine Hoffnungen machen, weil Standardtherapien, die hauptsächlich auf Neuroleptika setzen, diese Negativsymptome eher noch begünstigen.
Die Empfehlung von mir setzt auf niedrig dosiertes Aripiprazol(modernes gut verträgliches Neuroleptikum), was später in Intervallform eingenommen werden kann.
Gegen die Negativsymptome hilft das Bupropion, was ein spezielles SNDRI Antidepressivum ist, welches auf Dopamin und Noradrenalin wirkt. Im Grunde wirkt das eher andersherum als die Neuroleptika, was aber kein Nachteil ist.
Citalopram wird zum Bupropion später ergänzt, um bestimmte Nebenwirkungen des Bupropions zu vermeiden und das Emotionale etwas zu dämpfen.
Im Grunde wird das Aripiprazol so später nur noch in Intervallen eingenommen, sodass diese Antidepressiva besser wirken können und die Negativsymptome werden dann deutlich besser.
Also dann werden diese Antriebsprobleme gelöst und du wirst eine viel bessere Einstellung zum Leben bekommen, weil die Erkrankung auch insgesamt so viel besser werden kann.

EKT und solche Dinge würde ich erst später in Betracht ziehen, wenn medikamentös alles ausgeschöpft ist.
 
TS
Sanny1990
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Aber manchmal bilden sich die Negativsymptome auch nach einer Zeit wieder zurück.
 
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Ok und du meinst man soll die Medikamente wieder absetzen?

Nein, wie hier beschrieben:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/beitraege/medikamente-empfehlung-fuer-psychose.569/
Darauf umstellen lassen und das Neuroleptikum(Aripiprazol) später nur noch in Intervallen einnehmen, was aufgrund der beiden Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) möglich ist. Die Antidepressiva, insbesondere das Bupropion wirken dabei effektiv gegen die Negativsymptome.

Im Grunde müsstest du dazu eben dich komplett umstellen lassen. Das geht also, nur wenn dein Psychiater bereit ist dich medikamentös darauf umzustellen.
 
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Meine dauern mittlerweile über 2 Jahre. Habe ein schizophrenes Residuum 😞
 
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Ich habe auch ganz schön damit zu kämpfen. es gibt Phasen in denen klappt es besser und dann plötzlich wie aus heiterem Himmel fühle ich mich wieder total schlapp, unkonzentriert und habe Probleme mit alltäglichen Dingen wie Einkaufen oder Essen kochen und liege die meiste Zeit im Bett. Außerdem habe ich keinen Appetit.
Nehme 10mg Aripiprazol. Meine Diagnose lautet schizotype Störung, hatte allerdings 2020 eine Cannabisinduzierte Psychose und bin gleichzeitig familiär vorbelastet mit paranoider Schizophrenie. Ich habe aber meine Zweifel und weiß nicht ob ich nicht Schizophren bin und schon in einem Residuum drinstecke, da es insgesamt in den negativen Phasen immer schlimmer wird.
Meine Leistungsfähigkeit hat so abgenommen, ich würde gerne eine Ausbildung machen aber ich kann mich so schlecht konzentrieren dass ich glaube dass ich das nicht schaffen werde.
 
TS
Sanny1990
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@jane danke für deinen Post! Ich habe auch ganz schön zu kämpfen. Ich liege gerne wie du im Bett und bin einfach bedrückt in meiner Stimmung. So depressiv wie ich bin schaffe ich es auch nicht mein Studium fertig zu kriegen oder zu arbeiten. Das ging vor der Erkrankung ohne Probleme. Ich war echt belastbar und leistungsstark.
Diese negativen Symptome dauern bei mir auch schon 1,5 Jahre an, aber es ist etwas besser geworden. Nur habe ich manchmal Panikattacken und daher traue ich mich kaum aus dem Haus. Es ist schon echt schlimm muss ich sagen. Ich bin wie ein anderer Mensch geworden.
 
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@Sanny1990 das klingt echt schlimm. ich musste mein studium auch aufgeben. aber wenn es schon besser geworden ist wird es vielleicht noch besser werden...das wünsche ich dir
 
TS
Sanny1990
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@jane ja es ist wirklich schlimm. Aber ich bin schon dankbar, dass es etwas besser geworden ist. Vielleicht wird es mit der Zeit wieder gut, aber ich will mir mal nicht so viele Hoffnungen machen, sonst bin ich nur enttäuscht.
 
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@Sanny1990
Bei mir waren die Negativsymptome auch dauerhaft, also die Besserung war wirklich gering. Antiebsarmut und Konzentrationstörungen, Denkstörungen haben mich sehr zu schaffen gemacht und ich hatte auch Restymptome, da die Negativsymptome nur unter kleiner NL-Dosis für mich ertragbar gewesen sind.
Wenn du etwas verändern möchtest zum Besseren, dann solltest du deine Medikamenteeinstellung komplett umstellen lassen, wie ich es hier im Forum empfehle: Medikamente-Empfehlung
Davon müsstest du praktisch auch erstmal deinen Psychiater überzeugen, aber die Gerüchte, dass man keine Antidepressiva oder kein Bupropion anwenden darf(was man hier manchmal aufschnappt), sind gelogen oder falsch. Selbst Psychiater können auf so subtile Art beeinflusst werden, wenn behauptet wird, dass etwas die Psychose verschlimmern kann.
Hier findest du die offiziellen Leitlinien, die belegen das man Bupropion(SNDRI Antidepressivum) sehr wohl bei Psychosen einsetzen darf und das bei Nikotinabhängigkeit sogar empfohlen wird:
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/038-009l_S3_Schizophrenie_2019-03.pdf
Dort findest du auf S.172 bei der Empfehlung 109 diese Leitlinie und Studien, die das untermauern.

Wäre die Frage, ob du schon mal das Aripiprazol(Abilify) als Neuroleptikum ausprobiert hast oder bereits einnimmst?
Dieses ist relativ gut verträglich und kann Negativsymptome auch so etwas abmildern, es eignet sich dazu es zusammen mit dem Bupropion einzunehmen, wobei man im nächsten Schritt dann auch das Citalopram(SSRI Antidepressivum) ergänzen sollte, weil die Serotoninwirkung dabei bestimmte unangenehme Nebenwirkungen, die Aripiprazol und Bupropion haben können aufhebt.
Bei den Nebenwirkungen geht es vor allem um Miktionsstörungen(Blasenschwäche) oder Verstopfung(bzw. fester Stuhlgang), was Bupropion wegen seiner Noradrenalin-Wirkung machen kann.
Die Noradrenalinwirkung des Bupropions hilft gegen innerer Unruhe, welche Aripiprazol und Citalopram normal eher begünstigen können, von daher ist es auch wichtig erst das Aripiprazol einzunehmen, dann das Bupropion zu ergänzen und erst dann das Citalopram einzunehmen, dass man in dieser Reihenfolge vorgeht.
Vor allem das Bupropion wirkt dabei sehr gut gegen die Negativsymptome und sollte entsprechend auf eine möglichst hohe Dosis mit der Zeit gesteigert werden, ca. 300-450mg wird da normal empfohlen. In der Schweiz sind 450mg zugelassen in Europa 300mg wobei die 300mg auch so die empfohlene Wirkdosierung ist. Anfangs fängt man da normal mit 150mg an und es handelt sich in ein Retardmedikament was sich zeitverzögert freisetzt, da es eine kurze Halbwertszeit im Blut hat. Ab 450 oder 600mg steigt das Risiko für Krampfanfälle weshalb man bei höheren Dosierungen etwas vorsichtig sein sollte, auch wenn dieses Risiko vergleichsweise gering ist aufgrund des Retardmedikaments.
Das Citalopram kann man auf ca. 40mg eventuell auch mehr steigern, was meiner Erfahrung nach in der Kombi mit Bupropion kein Problem ist. Wenn man diese Wirkstoffe einzeln oder anders kombiniert einnimmt, dann können die Dosierungen auch anders ausfallen, das sind also nur grobe Orientierungen, wo du letztendlich selbst sehen musst was dir gut tut.
Wenn du diese beiden Antidepressiva zusammen mit dem Aripiprazol(Abilify) als Neuroleptikum einnimmst, kann es sein, dass die Wirkung bezüglich der Negativsymptome immer noch relativ mild ausfällt. Im späteren Verlauf, wenn du die Kombi gut verträgst, bietet es sich dann an, das Aripiprazol gering dosiert in Intervallen einzunehmen, was aufgrund dieser Antidepressiva deutlich einfacher funktioniert als ohne. Das bedeutet Aripiprazol für 3-6 Wochen oder nach Eigenempfinden komplett abzusetzen, aber die Antidepressiva weiterhin durchgehend einzunehmen. Sobald Frühwarnsymptome oder stärkere Schlafstörungen auftreten müsste dann das Aripiprazol für 1-2 Wochen am Stück eingenommen werden, bis die Symptome wieder möglichst komplett abgeklungen sind.
In dieser Intervallphase wo das Aripiprazol abgesetzt wird, können auch depressive Verstimmungen auftreten, nach einer gewissen Zeit, auch das wäre ein Frühwarnsymptom, wo man dann zum Aripiprazol greifen sollte, was in dem Fall auch effektiv antidepressiv wirkt. Also die Antidepressiva sind da normal vergleichsweise schwach, was depressive Verstimmungen bei einer Psychose angeht.
Zuerst wenn das Aripiprazol abgesetzt wird, wird die Negativsymptome und Stimmung deutlich besser, der Antrieb und Konzentration sollte wirklich sich sehr stark bessern, trotzdem kommt eben nach Wochen oder Monaten dann ein Kipppunkt, wo Negativsymptome wieder stärker werden und auch Depressionen, Schlafstörungen und andere Frühwarnsymptome auftreten, da ist es dann an der Zeit mit dem Aripiprazol gegenzusteuern, was normal auch sehr schnell wirksam ist, von daher eignet es sich auch besonders gut dafür.

Die Erfahrungslage mit solchen Medikamente-Kombis ist im Allgemeinen sehr gering, von daher kannst du, falls du es probierst und dein Psychiater dich da unterstützt, gerne hier im Forum Rücksprache halten, falls Nebenwirkungen oder sonst etwas auftritt könnte wir dann schauen, woran es liegt, ohne dass du zwingend komplett den Versuch abbrechen musst.
Bei mir etwa gab es anfangs eine Unverträglichkeit (leichte Allergie) auf den Wirkstoff Bupropion oder das Medikament, diese Allergie war zwar beim Bluttest nur minimal, aber ich hatte am ganzen Körper wie eine Nesselsucht, was schon relativ schlimm ausgesehen hat. Damals hab ich das Bupropion dann für einen Monat etwa abgesetzt und nochmal ausprobiert, da der Allergiewert nur gering war. Diese Nebenwirkung kommt beim Bupropion relativ häufig vor, also manche Dinge, die normal zum Therapieabbruch führen würden, kann man eventuell auch so in den Griff bekommen. Seitdem habe ich keine Probleme mehr und hätte ich damals das aufgegeben, würde ich heute noch mit starken Negativsymtomen kämpfen.
Bin wieder sehr aktiv im Leben, mache auch öfters etwas mit Freunden und die Psychose ist nur noch sehr unterschwellig da, also ich fühle mich gesund und wirke auf Andere normal, habe mehr Lebensfreude und kann wieder so gut wie alles machen, was mir Spaß macht, auch Arbeiten, Putzen und solche Dinge fallen mir wieder leicht, wo vorher die Negativsymptome diese ganzen Dinge zur Qual gemacht haben. Mit arbeiten meine ich so im Privat- Hausbereich, weil ich Erwerbsminderungsrente bekomme was für mich auch eine deutliche Entlastung ist.
Man muss bei dieser Erkrankung insgesamt sehen, wo man bleibt und Ärzte/Psychiater sind da auch häufig mit ihrem Latein am Ende, insofern ist auch etwas Eigenverantwortung wichtig, ohne sich blind auf die Erfahrung der Psychiater verlassen zu müssen.
LG
 
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