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📘 C.5 Antidepressiva im Psychose‑Kontext

Maggi

Administrator


📘 Antidepressiva im Psychose‑Kontext

PhasenabhÀngige Modulation von Emotion, Kontrolle und Verarbeitung

đŸ”č KurzĂŒberblick​

Antidepressiva werden im Kontext von Psychose und Schizophrenie hÀufig entweder pauschal abgelehnt oder unkritisch eingesetzt.
Beide Sichtweisen greifen zu kurz.

Antidepressiva wirken nicht antipsychotisch, können aber – abhĂ€ngig von Wirkmechanismus und Krankheitsphase – stabilisierend oder destabilisierend wirken.

Dieser Artikel beschreibt:
  • warum Antidepressiva im Psychose‑Kontext phasenabhĂ€ngig wirken,
  • wie sich SERT‑, NET‑ und DAT‑Modulation funktionell unterscheiden,
  • warum emotionale DĂ€mpfung nicht gleich Reizbarkeitskontrolle ist,
  • und weshalb Antidepressiva vor allem Übergangs‑ und Intervallphasen beeinflussen.


1ïžâƒŁ Antidepressiva sind keine Antipsychotika​

Ein grundlegender Punkt:
  • Antidepressiva blockieren keine psychotischen Prozesse
  • sie verhindern keine akute Psychose
  • sie ersetzen keine antipsychotische Akutbehandlung
Ihre Wirkung liegt auf einer anderen Ebene:
  • Stressverarbeitung
  • emotionale Gewichtung
  • prĂ€frontale Kontrolle
  • Netzwerk‑Stabilisierung
âžĄïž Antidepressiva verĂ€ndern die Bedingungen, unter denen psychotische Prozesse entstehen – nicht die Prozesse selbst.


2ïžâƒŁ PhasenabhĂ€ngigkeit als SchlĂŒssel​

Die Wirkung antidepressiver Mechanismen hÀngt stark davon ab, in welcher Phase sie eingesetzt werden:
  • akute Psychose
  • instabile Übergangsphase
  • stabilisierte Phase
  • Absetz‑ oder Intervallphase
âžĄïž Derselbe Wirkmechanismus kann in unterschiedlichen Phasen entgegengesetzte Effekte haben.


3ïžâƒŁ SERT‑Modulation – emotionale DĂ€mpfung mit Grenzen​

Serotonerge Modulation beeinflusst vor allem:
  • emotionale IntensitĂ€t
  • AffektreaktivitĂ€t
  • Angstverarbeitung
  • Libido

Potenzielle Effekte:​

  • Reduktion emotionaler Überladung
  • AbschwĂ€chung affektiver Eskalation
  • subjektive Entlastung

Mögliche Grenzen:​

  • Nivellierung von Bedeutungsunterschieden
  • erschwerte Gewichtung von Information
  • reduzierte emotionale Differenzierung
âžĄïž SERT‑Modulation kann emotionale Übererregung dĂ€mpfen, aber auch die kognitive Rekonstruktion psychotischer Inhalte erschweren, wenn Salienzunterschiede verloren gehen.


4ïžâƒŁ NET‑Modulation – Kontrolle von Reizbarkeit und Unruhe​

Noradrenerge Modulation wirkt primÀr auf:
  • prĂ€frontale Kontrolle
  • Reizfilterung
  • Stress‑ und Impulsregulation
NET‑Modulation kann:
  • innere Unruhe reduzieren
  • Reizbarkeit und Agitiertheit dĂ€mpfen
  • Eskalationsbereitschaft senken
âžĄïž Diese Wirkung ist nicht emotional dĂ€mpfend, sondern kontrollstabilisierend.

Gerade im Psychose‑Kontext ist diese Unterscheidung zentral:
  • Reizbarkeit ist kein emotionales Problem
  • sondern ein Kontroll‑ und Stressproblem


5ïžâƒŁ DAT‑Modulation – Integration und zeitliche Verzögerung​

Dopaminerge Modulation ĂŒber Transporter beeinflusst:
  • Motivation
  • Antrieb
  • kognitive Integration
DAT‑Modulation kann:
  • prĂ€frontale DopaminmangelzustĂ€nde abfedern
  • kompensatorische Übererregung reduzieren
  • psychotische Eskalationsprozesse zeitlich verzögern
âžĄïž Diese Effekte sind stabilisierend, nicht akut antipsychotisch.

Sie gewinnen Zeit:
  • fĂŒr Verarbeitung
  • fĂŒr Einsicht
  • fĂŒr Gegensteuerung


6ïžâƒŁ Antidepressiva in Absetz‑ und Intervallphasen​

In Absetz‑ und Intervallphasen können antidepressiv wirkende Mechanismen:
  • Stressreaktionen abmildern
  • Reizbarkeit kontrollieren
  • emotionale Eskalation dĂ€mpfen
  • kognitive Funktionen unterstĂŒtzen
Gleichzeitig gilt:
  • ihre Wirkung ist begrenzt
  • sie kann im Verlauf nachlassen
  • sie ersetzt keine antipsychotische Stabilisierung
âžĄïž Antidepressiva wirken hier unterstĂŒtzend, nicht tragend.


7ïžâƒŁ Warum Antidepressiva in akuten Phasen problematisch sein können​

In instabilen oder akuten Phasen können antidepressiv wirkende Mechanismen:
  • Gedankenbeschleunigung verstĂ€rken
  • Reizoffenheit erhöhen
  • emotionale Fehlgewichtung begĂŒnstigen
âžĄïž Das erklĂ€rt, warum Antidepressiva in akuten Phasen hĂ€ufig als „aktivierend“ oder „destabilisierend“ erlebt werden – ohne dass dies ihre grundsĂ€tzliche Funktion beschreibt.


đŸ”č Fazit​

  • Antidepressiva sind keine Antipsychotika.
  • Ihre Wirkung ist phasen‑ und zustandsabhĂ€ngig.
  • SERT moduliert emotionale Gewichtung.
  • NET stabilisiert Kontrolle und Reizfilterung.
  • DAT unterstĂŒtzt Integration und verzögert Eskalation.
  • Antidepressiva können ÜbergĂ€nge stabilisieren, aber keine Akutpsychose verhindern.
âžĄïž Nicht die Substanz entscheidet – sondern der Zustand, in dem sie wirkt.


🔗 Einordnung im Block C​

 
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