Maggi
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Inhalt
Antidepressiva im PsychoseâKontext
KurzĂŒberblick
Antidepressiva sind keine Antipsychotika
PhasenabhĂ€ngigkeit als SchlĂŒssel
SERTâModulation â emotionale DĂ€mpfung mit Grenzen- Potenzielle Effekte:
- Mögliche Grenzen:
NETâModulation â Kontrolle von Reizbarkeit und Unruhe
DATâModulation â Integration und zeitliche Verzögerung
Antidepressiva in Absetzâ und Intervallphasen
Warum Antidepressiva in akuten Phasen problematisch sein können
Fazit
Einordnung im Block C
Antidepressiva im PsychoseâKontext
PhasenabhÀngige Modulation von Emotion, Kontrolle und Verarbeitung
KurzĂŒberblick
Antidepressiva werden im Kontext von Psychose und Schizophrenie hÀufig entweder pauschal abgelehnt oder unkritisch eingesetzt.Beide Sichtweisen greifen zu kurz.
Antidepressiva wirken nicht antipsychotisch, können aber â abhĂ€ngig von Wirkmechanismus und Krankheitsphase â stabilisierend oder destabilisierend wirken.
Dieser Artikel beschreibt:
- warum Antidepressiva im PsychoseâKontext phasenabhĂ€ngig wirken,
- wie sich SERTâ, NETâ und DATâModulation funktionell unterscheiden,
- warum emotionale DĂ€mpfung nicht gleich Reizbarkeitskontrolle ist,
- und weshalb Antidepressiva vor allem Ăbergangsâ und Intervallphasen beeinflussen.
Antidepressiva sind keine Antipsychotika
Ein grundlegender Punkt:- Antidepressiva blockieren keine psychotischen Prozesse
- sie verhindern keine akute Psychose
- sie ersetzen keine antipsychotische Akutbehandlung
- Stressverarbeitung
- emotionale Gewichtung
- prÀfrontale Kontrolle
- NetzwerkâStabilisierung
PhasenabhĂ€ngigkeit als SchlĂŒssel
Die Wirkung antidepressiver Mechanismen hÀngt stark davon ab, in welcher Phase sie eingesetzt werden:- akute Psychose
- instabile Ăbergangsphase
- stabilisierte Phase
- Absetzâ oder Intervallphase
SERTâModulation â emotionale DĂ€mpfung mit Grenzen
Serotonerge Modulation beeinflusst vor allem:- emotionale IntensitÀt
- AffektreaktivitÀt
- Angstverarbeitung
- Libido
Potenzielle Effekte:
- Reduktion emotionaler Ăberladung
- AbschwÀchung affektiver Eskalation
- subjektive Entlastung
Mögliche Grenzen:
- Nivellierung von Bedeutungsunterschieden
- erschwerte Gewichtung von Information
- reduzierte emotionale Differenzierung
NETâModulation â Kontrolle von Reizbarkeit und Unruhe
Noradrenerge Modulation wirkt primÀr auf:- prÀfrontale Kontrolle
- Reizfilterung
- Stressâ und Impulsregulation
- innere Unruhe reduzieren
- Reizbarkeit und Agitiertheit dÀmpfen
- Eskalationsbereitschaft senken
Gerade im PsychoseâKontext ist diese Unterscheidung zentral:
- Reizbarkeit ist kein emotionales Problem
- sondern ein Kontrollâ und Stressproblem
DATâModulation â Integration und zeitliche Verzögerung
Dopaminerge Modulation ĂŒber Transporter beeinflusst:- Motivation
- Antrieb
- kognitive Integration
- prÀfrontale DopaminmangelzustÀnde abfedern
- kompensatorische Ăbererregung reduzieren
- psychotische Eskalationsprozesse zeitlich verzögern
Sie gewinnen Zeit:
- fĂŒr Verarbeitung
- fĂŒr Einsicht
- fĂŒr Gegensteuerung
Antidepressiva in Absetzâ und Intervallphasen
In Absetzâ und Intervallphasen können antidepressiv wirkende Mechanismen:- Stressreaktionen abmildern
- Reizbarkeit kontrollieren
- emotionale Eskalation dÀmpfen
- kognitive Funktionen unterstĂŒtzen
- ihre Wirkung ist begrenzt
- sie kann im Verlauf nachlassen
- sie ersetzt keine antipsychotische Stabilisierung
Warum Antidepressiva in akuten Phasen problematisch sein können
In instabilen oder akuten Phasen können antidepressiv wirkende Mechanismen:- Gedankenbeschleunigung verstÀrken
- Reizoffenheit erhöhen
- emotionale Fehlgewichtung begĂŒnstigen
Fazit
- Antidepressiva sind keine Antipsychotika.
- Ihre Wirkung ist phasenâ und zustandsabhĂ€ngig.
- SERT moduliert emotionale Gewichtung.
- NET stabilisiert Kontrolle und Reizfilterung.
- DAT unterstĂŒtzt Integration und verzögert Eskalation.
- Antidepressiva können ĂbergĂ€nge stabilisieren, aber keine Akutpsychose verhindern.
Einordnung im Block C
- schlieĂt C.1âC.4 logisch ab
- erklĂ€rt die Rolle von Antidepressiva ohne Pro/ContraâNarrativ
- trennt emotionale DĂ€mpfung von Reizbarkeitskontrolle
- ordnet subjektive Erfahrungen modellhaft ein
- abschlieĂend C.6 â Erfahrungsbasierte Beobachtungen im Kontext der Studienlage