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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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➝ Die Dopamin-Regulationshypothese
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Beleidigende Gedanken nach schwerem Schub

xxnils96xx

New member
Hallo und guten Tag allerseits,
Mich quälen im Moment beleidigende Gedanken nach einem schweren Schub.

Also alles ist iwie mit Schimpfwörtern „verbunden“. Die Gedanken beleidigen eher andere als mich und ab und zu sind es auch nur Schimpfwörter. Kennt das noch jemand? Oder bin ich alleine damit? Das bringt mich noch zum verzweifeln! Normalerweise bin ich kein Mensch der Schimpfwörter gebraucht.
Und wenn das jemand kennt kann man da was gegen machen?

Liebe Grüße
Nils Werner
 
Hallo! Das ist schon beeinträchtigend. Ich hatte das schon mit 16, bis 19, dann ging es weg, Stimmen kamen wieder bei Belastung 2006, wurde erst mit Haldol ®, dann mit Benperidol / Glianimon ®, stationär gegen meinen Willen, behandelt. Habe heute Hanfsamen geschält, zusätzlich zu 3 mg Reagila Hartkapsel an jedem modulo 0 durch drei teilbaren Tag des Monats (≈ 1 mg/Tag entsprechend 4,5 mg alle vier Tage) eingenommen und Melperon 25 mg viertelbar als Beruhigungsmittel zur Nacht auf Vorrat (ferner hilft Baldrian bei der Schlafförderung). Die Ärzte gaben mir auch Tavor ® / Lorazepam, das hat aber keine so gute Wirkung bei psychotischen Symptomen (beruhigt nur) und macht schnell abhängig, dann muss es regelrecht entgiftet/"ausgeschlichen" werden.

Vielleicht schaust du dich einfach um, was Maggi für sich gefunden hat und was die anderen zur Tabletteneinnahme so geschrieben haben. Direkte Hilfe von Fremden im Internet kann gutgehen, ist aber doch etwas riskant. Vielleicht verschlüsselst du auch deinen Namen per edit, welchen Maggi auch nachträglich freischalten kann. Du weißt ja, das Internet ist wie ein Schwamm, und nachher bedauerst du dass dein damaliges Problem/Anfrage dort zu finden ist. Man kann ja E-Mails schreiben, wobei auch hier eine googlesuchbare Veröffentlichung zu überdenken ist.
 
Hi und herzlich willkommen im Forum!

Ich habe auch oft sehr negative Gedanken über andere auch verbunden mit Schimpfwörtern.
Ich denke dann wieder bewusst positiiv / neutral über denjenigen, schreibe Tagebuch...

Aber früher, als ich noch Diazepam genommen habe, war es viel schlimmer...
Da hatte ich im stillen Kämmerlein regelrechte Ausraster....🙈

Sei einfach gut zu dir, denke an Dinge, die dir gefallen, lenke dich ab...

Ein Patentrezept habe ich sonst auch nicht wirklich.
Alles Gute!
 
Okay das beruhigt mich dass ich damit nicht alleine bin, bei mir ist es so wie Zwangsgedanken aber absolute welche die man nicht haben möchte.

Ich hoffe das geht halt noch ganz weg obwohl es schon besser geworden ist.
 
Ich habe seit Jahren Zwangsgedanken und Beschimpfungen sind auch dabei. Mir ist bewusst das diese Gedanken nicht so richtig meine sind , aber mann hat trotzdem ein schlechtes Gewissen. Früher würde mir so etwas nicht einmal im Traum einfallen. Einige sind so schlimm, dann fange ich an zu Betten.
 
Ich hatte das auch, mir tat es so weh um meinen Dad und um meine mom. Weil die Stimmen vorallem gegen die 2 Abgingen. (Letzter halt am leben) nach der zeit ist es verschwunden.
 
@xxnils96xx
Wenn du häufiger die Antipsychotika absetzt, wäre die Intervalltherapie mit stabilisierendem Bupropion (NDRI-Antidepressivum) eine vielversprechende Möglichkeit. Das ersetzt zwar kein Antipsychotikum ganz, kann aber über Monate ohne funktionieren.

Müsstest du eben schauen, ob sich in diesem Rahmen deine Stimmen verbessern.

Hattest du vor dem Schub oder danach ein Antipsychotikum? Es kann sein, dass du zu wenig einnimmst oder eine Resistenz entwickelt hast.
Welche Wirkstoffe nimmst du in welchen Dosierungen ein?
 
Hallo!

Das tut mir sehr leid, dass du auch unter Zwangsgedanken zu leiden hast! :cry:

Als 1996 meine schwere Depression anfing, bekam ich Hassgedanken, die sich im Laufe der Zeit immer mehr ausbreiteten. Ich habe mich selbst immer kleiner gemacht, hatte sehr schnell Minderwertigkeitsgefühle. Zwar bekam ich 1999 wegen Aufenthalten in einer geschlossenen Psychiatrie (in Frankreich) gewisse Psychopharmaka, die aber nichts dauerhaft brachten. Erst ab Ende November 2001 nahm ich (in Deutschland) zuerst 0,5 mg, dann 1 mg täglich Risperdal ein, was ich lange Zeit einnahm. Es änderte nichts an dem Hass, aber die Wahnzustände waren immerhin weg. Was mir dann half, allen Hass abzulegen, war eine intensive Beschäftigung mit der Bibel und ein besseres, positiveres Umfeld. Ich habe dazu auch weitgehend und gründlich mystisch-okkulte Unterhaltung weggeworfen (z.B. Hardcore-CDs, gewisse PC-Spiele).

Ab dem 16.9.23 musste ich leider abrupt das Clozapin absetzen. Leider finde ich einfach keine adäquate Medikation, die mich ausreichend schützt, und so leide ich unter Selbstbeschimpfung und wieder Hassgedanken, darunter auch manchmal Gewaltgedanken (2 Psychiater bescheinigten mir aber, dass ich niemanden etwas antun würde). Und gewisse Personen beschimpfe ich in Gedanken auch. Was da hilft, ist bei mir an sich ein PC-Spiel zu spielen, möglichst interessante Serienfolgen anzusehen oder Filme etc. oder auch einen langen strammen Spaziergang zu unternehmen (möglichst über 5000 Schritte). Deine Musik anzuhören könnte auch helfen.
 
Oh das klingt aber auch heftig, das schlimme ist ja bei mir richtet sich das gegen meine liebsten bzw liebe Menschen. Das tut mir dann immer so leid, weil ich bin kein Mensch der andere einfach beleidigt aber das ist schon so ein automatismus geworfen aber ich muss auch sagen es wird schon besser :)
 
@Maggi
Also es ist schon wesentlich besser geworden unter aripiprazol aber es ist noch nicht weg :(
Welche Dosierung? Am besten du versuchst es mit zusätzlich Bupropion (NDRI‑Antidepressivum). Dieses wirkt positiv aktivierend und moduliert das Dopamin über Noradrenalin und Dopaminwiederaufnahmehemmung. Damit werden dopaminschwache Regionen besser mit Dopamin versorgt, ohne aufgrund der Psychose bestehende Überschüsse zu steigern.
Einzig bei höheren Dosierungen Aripiprazol wie 15mg reduziert Bupropion den Abbau im Blut (CYP2D6-Hemmung), sodass sich der Spiegel um das 1,5- bis 2‑Fache anhebt. Das bedeutet, dass 15 mg wie 25mg wirken würden. Deshalb müsstest du während der Umstellung Aripiprazol zumindest um einen Dosisschritt das Aripiprazol reduzieren. Etwa statt 15 nur 10 oder 7,5mg.

Bupropion verbessert Negativsymptome und ermöglicht auch so, die Antipsychotika leichter zu reduzieren. Ob und wie sehr es bei den Stimmen hilft, müsstest du beobachten. Bei mir ohne Stimmen hat sich mit der Umstellung auf Bupropion alles verbessert, auch weil ich anschließend das Aripiprazol (bei mir 5mg) phasenweise über Monate absetzen konnte. Da stabilisiert Bupropion in Absetzphasen, indem es innere Unruhe und Reizbarkeit reduziert.

Ansonsten wären Vitamin B6 (100 mg) und Lithium-Orotat als Nahrungsergänzungsmittel nützlich.
Sulforaphan (Brokkoli-Extrakt) ist wegen der Entzündungshemmung und des Zellschutzes relevant, Magnesium ist auch.
Das sind die Ergänzungen, die du begleitend probieren kannst und jeweils auf Effekte achten solltest.

Hast du manchmal Hautentzündungen?
Bei mir war die Hornhaut an den Füßen beispielsweise bereits vor der Schizophrenie dauernd entzündet, mit viel Hornhautbildung und Fußschwitzen. Später hatte ich sogar im Gesicht (Bartbereich) Entzündungen und vermehrt Schuppenbildung.

Bei Schizophrenie geht man im Gehirn im Striatum von erhöhten Entzündungswerten aus, was man durch Liquoruntersuchungen bei Betroffenen festgestellt hat. Das erklärt auch, warum Antioxidantien leichte Effekte hatten und Omega 3 etwa. Sulforaphan (Brokkoli-Extrakt) reguliert die Entzündungen über die Gene und hat bei mir also auch bei den äußerlichen Entzündungen geholfen.
Bestimmte Dopaminrezeptoren hemmen Entzündungen (D1, D2 sind anti-inflammatorisch), andere fördern Entzündungen (D3, D5 sind pro-inflammatorisch). Deswegen, weil Antipsychotika selbst die Entzündungsreaktion beeinflussen, ist es gut, es etwas im Blick zu haben.
 
Ab dem 16.9.23 musste ich leider abrupt das Clozapin absetzen. Leider finde ich einfach keine adäquate Medikation, die mich ausreichend schützt, und so leide ich unter Selbstbeschimpfung und wieder Hassgedanken, darunter auch manchmal Gewaltgedanken (2 Psychiater bescheinigten mir aber, dass ich niemanden etwas antun würde). Und gewisse Personen beschimpfe ich in Gedanken auch.
Bupropion kann sehr bei so schizoaffektiven helfen. Es reduziert in Phasen ohne Antipsychotika die innere Unruhe und Reizbarkeit deutlich. Das ist ein NDRI‑Antidepressivum. Das hängt mit der NET‑Wirkung zusammen.
Atomoxetin und Reboxetin wären NET-spezifischer, was vorwiegend innere Unruhe und Reizbarkeit reduziert. Bupropion wirkt zusätzlich zum NET auf DAT, was antipsychotisch unterstützend wirksam ist.
Wenn du kaum oder kein dämpfendes Antipsychotikum nimmst, dann würde ich dir zusätzlich Lithium-Orotat als Nahrungsergänzung empfehlen, was deutlich kleinere Dosierungen als beim in der Medizin eingesetzten Lithium erfordert, welches auf die Nieren geht.

Welche Medikamente nimmst du aktuell?
Als Antipsychotikum würde sich gering dosiertes Aripiprazol in 5mg oder darunter anbieten.

Hier ein Betroffener mit schizoaffektiver Störung, welcher auch Bupropion ergänzt zum Aripiprazol(Abilify) hat und durch die Reduktion von Aripiprazol dann deutliche Besserung erfahren hat:
Erfahrung mit Bupropion seit Anfang 2020
 
@Maggi Oh das ist aufmerksam und lieb, dass du mir helfen möchtest! :)

Tja, laut Google/Gemini gibt es Bupropion in Frankreich (wo ich auch lebe) ausschließlich zur Raucherentwöhnung vom Arzt verschrieben, also komme ich da nicht ran! Außer ich gehe über die nicht so weit entfernte Grenze nach Deutschland, gehe zum Psychiater, lasse es mir verschreiben und kaufe es in der Apotheke, was aber wahrscheinlich happig werden könnte, denn von der französischen Hauptkrankenkasse wird es nicht erstattet. :(

Leider sind die Franzosen in Sachen Medizin schrecklich rückständig, vor allem bei Psychiatrie! Zeldox, Cariprazin und noch andere Medikamente sind offenbar aus administrativen Gründen nicht zugelassen.

Also zurzeit nehme ich Aripiprazol 30 mg abends, Clomipramin 25 mg morgens + 25 mg mittags + 25 mg abends, Lithium 800 mg morgens, Tegretal 100 mg abends, sowie noch Passidon (Passionsblumenkrautextrakt). Letzteres ist natürlich nicht verschrieben, mir hilft es aber hervorragend gegen quälende Nervosität.

Vielen Dank für das Hervorkramen der Erfahrung!
 
Tja, laut Google/Gemini gibt es Bupropion in Frankreich (wo ich auch lebe) ausschließlich zur Raucherentwöhnung vom Arzt verschrieben, also komme ich da nicht ran! Außer ich gehe über die nicht so weit entfernte Grenze nach Deutschland, gehe zum Psychiater, lasse es mir verschreiben und kaufe es in der Apotheke, was aber wahrscheinlich happig werden könnte, denn von der französischen Hauptkrankenkasse wird es nicht erstattet. :(
Bupropion könnte selbst auf Eigenkosten relativ günstig sein, gibt es ja als Generikum. (Vielleicht hast du ja trotzdem Glück oder es liegt im Preisrahmen). Ansonsten einfach mal beim Psychiater nachfragen, da auch KI manchmal irrt. In Deutschland bekommt man es theoretisch auch primär zur Nikotinentwöhnung bei Schizophrenie, aber normal bekommt man Antidepressiva auch so verordnet zum Antipsychotikum.
Vermutlich kostet Bupropion weniger als 30€ im Monat, wenn man es selbst zahlen muss.

Also zurzeit nehme ich Aripiprazol 30 mg abends, Clomipramin 25 mg morgens + 25 mg mittags + 25 mg abends, Lithium 800 mg morgens, Tegretal 100 mg abends, sowie noch Passidon (Passionsblumenkrautextrakt). Letzteres ist natürlich nicht verschrieben, mir hilft es aber hervorragend gegen quälende Nervosität.
30mg Aripiprazol sind wirklich eine Hammerdosis und Maximaldosis. Bei mir wirken 5mg. Bupropion bedeutet das der Aripiprazolspiegel um das 1,5 bis 2‑Fache ansteigt, da CYP2D6 gehemmt wird, was Aripiprazol für den Abbau benötigt.
Bedeutet: Wenn du Bupropion ergänzt, solltest du direkt auf 15mg Aripiprazol reduzieren, was auch so immer noch sehr viel ist. Ansonsten könnten 30mg wie 60mg wirken.

Am besten 150mg Bupropion (NDRI‑Antidepressivum) + 15mg Aripiprazol (eher morgens). Das als Grundmedikation.

Clomipramin ist trizyklisch, wäre tendenziell eher abends, weil es von der Sedierung her schlafanstoßend wirkt. Alternativ: Ein SSRI wie Citalopram, Escitalopram oder Sertralin morgens eingenommen, da keine Sedierung.
Abend für die Sedierung sind Trimipramin-Tropfen auch trizyklisch und kann man dann immer noch zum SSRI ergänzen.

Stimmungsstabilisatoren:
Lithium 800mg (könnte man langfristig mit Lithium-Orotat ca. 60mg als freiverkäufiliches Nahrungsergänzungsmittel ersetzen. Die Orotate-Form soll in kleineren Dosierungen eher im Gehirn wirken, da normales medizinisches Lithium auf Dauer die Nieren deutlich belastet.
Bupropion nimmt einen Teil der stimmungsstabilisierenden Wirkung über die NET‑Komponente. Angesichts dessen sollte sich Lithium leichter reduzieren lassen, was an sich auch nützlich ist.
Mit Carbamazepin (Tegretal) habe ich wenig Erfahrung. Du hast aber keine Epilepsie bzw. Krampfanfälle in der Vergangenheit gehabt? Vermutlich ist das auch zur Stimmungsstabilisierung.

Im Grunde ist Bupropion bei Epilepsie kontraindiziert, falls du deswegen Carbamazepin bekommst.
Carbamazepin und Lithium sollten damit reduziert oder Carbamazepin vielleicht auch sachte abgesetzt werden können.

Grundmedikation Dosisanpassungen über Monate / Jahre:

Bupropion 150mg (langsam Monate später Dosis steigern). Aripiprazol 15mg (Dosis langsam reduzieren auf 10, dann 7,5 dann 5mg um kleinst nötige Wirkdosis zu finden).

30mg Aripiprazol ist heftig viel. Bei Schizophrenie sind 5mg bei vielen Betroffenen ausreichend.
 
Passionsblumenkrautextrakt
Habe mir mal etwas bestellt, um es auszuprobieren. Schaffe es zwar wegen Bupropion und den Ergänzungen seit über einen Jahr ohne Antipsychotikum, aber die innere Unruhe und der Schlaf könnten manchmal besser sein.

Ich bin gespannt, ob es einen spürbaren Effekt hat.

Also zurzeit nehme ich Aripiprazol 30 mg abends, Clomipramin 25 mg morgens + 25 mg mittags + 25 mg abends, Lithium 800 mg morgens, Tegretal 100 mg abends
Das ist heftig viel, dafür dass du "nur" schizoaffektive Störung hast, erstrecht. Aripiprazol wirkt bei vielen schon ab 5mg auch in Akutsituationen.
30mg ist Maximaldosis und normal sind nur bis 20mg sinnvoll. Ist aber an sich ein sehr gut verträglicher Wirkstoff.

Wurde schon mal reduziert und wo liegt das Problem bei weniger Aripiprazol?

Schizoaffektiv ist von der Prognose her eher besser als Schizophrenie, nur finde ich die Menge deiner Tabletten etwas übertrieben.
Lithium geht mit 800mg auf die Nieren zumindest bei Dauereinnahme, ich hab Lithium-Orotat ca. 40-80mg am Tag
Würde man hier günstig bekommen:
https://de.iherb.com/pr/vitamatic-lithium-orotate-20-mg-90-vegetable-capsules/147587
(könnte auch nach Frankreich liefern)
Vielleicht wäre das ausreichend und schonender. Es soll zumindest eher da im Gehirn wirken, wo es wirken soll statt den ganzen Körper und NIeren durch hohe Dosierungen zu belasten (gibt unterschiedliche Sichtweisen). Mir hat es geholfen.

Clomipramin ist ein TZA, trizyklisches Antidepressivum, wobei mich der Nutzen interessiert, den du davon hast?
Meiner Meinung nach sind TZA häufig stark sedierend mit Antipsychotika, von daher würde ich eher selektive Antidepressiva für SERT/NET- und DAT-Hemmng wählen. Für die Sedierung abends zum Schlafen (falls benötigt) bietet sich ein atypisches trizyklisches Antidepressivum ohne SERT/NET/DAT Wirkung an. Trimipramin in Tropfenform, also minimal dosiert von 5-25mg nur Abends für den Schlaf, falls nötig, ansonsten macht das eher starken Schlafüberhang.
Statt Clomipramin (unselektiv) wäre Duloxetin(selektiver Wirkstoff) ein SSNRI bei Schizoaffektivität zweckmäßig, um SERT und NET abzudecken. NET reduziert innere Unruhe / Wut / Reizbarkeit. SERT ist eher für die affektive Valenz wichtig, also wenn man übermäßig emotional ist, helfen etwa SSRIs was auch die klassische antidepressive Wirkung ausmacht, auf Serotonin. Serotonin SERT(Transporter für Serotonin) also eher gegen Zwang, Ängste und starke emotionele zuweiseungen. Noradrenalin NET für Impulsivität zuständig, um innere Unruhe, Reizbarkeit zu reduzieren.

Besser als Duloxetin wäre statt nur SERT und NET abzudecken SERT / NET und DAT abzudecken. Dann bräuchtest du Escitalopram (SSRI) + Bupropion (NDRI) statt Clomipramin. Da Bupropon CYP2D6 stark hemmt worüber Aripiprazol abgeabaut wird, müsste das mindestens auf 15mg reduziert werden bei einer Umstellung, da sich sonst der Wirkspiegel im Blut vom Aripiprazol verdoppeln kann.
Die 15mg Aripiprazol könntest du dann später auf 10 und dann 7,5mg reduzieren, da Bupropion einen Teil der antipsychotischen Wirkung übernimmt.

@NorisEddy vielleicht eine Überlegung für dich und deinen Psychiater. Den Beitrag kannst du oben über das Drucksymbol in Druckformat bringen und übersetzen, wenn du das auf Französisch benötigst.

An sich orientiert sich das an dieser Intervalltherapie mit Bupropion, die ich über die letzten 10–15 Jahre entwickelt habe.
Bei mir ist es paranoide Schizophrenie F20.0 und später ist noch F25.2 gemischte schizoaffektive Störung dazugekommen. Also eher Mischdiagnose, aber bei mir lag das Affektive mehr an den stetigen Absetzversuchen.
 
@Maggi Vielen vielen Dank für all das Gedanken machen! Das freut mich sehr, zumal es vielleicht ja der Game Changer in meiner festgefahrenen Situation sein könnte. Natürlich muss ich das meinem Psychiater noch gut "verkaufen", allerdings ist er grundsätzlich schon aufgeschlossen. Mein Psychiater ist Rumäne, kann Französisch perfekt und versteht Englisch, da er immer wieder englische Bücher auf seinem Schreibtisch liegen hat. Meine Schwierigkeit ist also, die Herleitungen und die Vorgehensweise auf Französisch oder wenn nicht anders möglich ins Englische zu übersetzen. Allerdings sind manche Begriffe und Vorgänge mir zu unbekannt, das wird schwierig. Aber es könnte schon gehen. Vielleicht benutze ich hierbei eine KI (und prüfe dann genau).

Bupropion könnte selbst auf Eigenkosten relativ günstig sein, gibt es ja als Generikum. (Vielleicht hast du ja trotzdem Glück oder es liegt im Preisrahmen). Ansonsten einfach mal beim Psychiater nachfragen, da auch KI manchmal irrt. In Deutschland bekommt man es theoretisch auch primär zur Nikotinentwöhnung bei Schizophrenie, aber normal bekommt man Antidepressiva auch so verordnet zum Antipsychotikum.
Vermutlich kostet Bupropion weniger als 30€ im Monat, wenn man es selbst zahlen muss.
Stimmt, KI ist nicht unfehlbar! :D

Vorweg möchte ich sagen, dass ich von 1999 an unglaublich viele Medikamente durch habe, ab 2006 nahm ich schließlich Clozapin ein (zuerst einzeln, dann ab 2011 Clomipramin wegen der Depressionen, ab 2014 wegen meinem hohen Gewicht (104 kg)). Das Clozapin stabilisierte mich sehr gut. Bis zum 16.9.2023, wo meine Leukozyten- und Neutrophilen-Zahl stark abgesackt sind (ich hatte einmal heftigen blutigen Stuhlgang zu der Zeit als Beweis, neben der Blutwerte). Ein paar Monate zuvor schrieb mir meine deutsche "Clozapin-Beschaffer-Psychiaterin", ich solle unbedingt das Clozapin sofort absetzen, sollten die Zahlen unter einer gewissen Schwelle sinken. Also setzte ich das Clozapin sofort am besagten Tag ab. Damit begann bei mir die absolute Hölle. Klar, ich bekam ein "Clozapin-Ersatz" / Stabilisator-Medikament nach dem anderen, sodass ich beim Lithium hängengeblieben bin. Alle möglichen Senkungen und Anhebungen meiner Medikamente wurde schon versucht. Ich habe übrigens jede Menge selbst angefertigte Daten-Info-Seiten erstellt, darunter auch Grafiken, um die Abfolge und Dauer der Psychopharmaka darzustellen, vom Clozapin-Absetzen bis jetzt habe ich alle Dosierungs-Veränderungen in Textform.

Mit Carbamazepin (Tegretal) habe ich wenig Erfahrung. Du hast aber keine Epilepsie bzw. Krampfanfälle in der Vergangenheit gehabt? Vermutlich ist das auch zur Stimmungsstabilisierung.
Nee, hatte ich nicht. ... Joah, gegen die sehr belastenden Hassgedanken ist das.

Habe mir mal etwas bestellt, um es auszuprobieren. Schaffe es zwar wegen Bupropion und den Ergänzungen seit über einen Jahr ohne Antipsychotikum, aber die innere Unruhe und der Schlaf könnten manchmal besser sein.

Ich bin gespannt, ob es einen spürbaren Effekt hat.
Ah ja, cool! Ich nehme Passidon von Ardeypharm ein. War ein Game Changer so 2015 - ich brauchte nicht mehr jeden Tag ganz schön viel Schokolade essen und nahm nebenbei auch ab! :sneaky:

Wurde schon mal reduziert und wo liegt das Problem bei weniger Aripiprazol?
Ich hatte Depressions-Krisen und mehr Angstzustände als ich meinte, dass jemand bei mir noch zuhause ist.

vielleicht eine Überlegung für dich und deinen Psychiater. Den Beitrag kannst du oben über das Drucksymbol in Druckformat bringen und übersetzen, wenn du das auf Französisch benötigst.
Wie geschrieben möchte ich das sehr gerne vorbringen. Ich werde das mit dem Druckformat mal probieren, um zu sehen, wie mir das nützen könnte. Wie weiter oben ja erwähnt, brauche ich es ja in der Tat auf Französisch oder Englisch.

An sich orientiert sich das an dieser Intervalltherapie mit Bupropion, die ich über die letzten 10–15 Jahre entwickelt habe.
Bei mir ist es paranoide Schizophrenie F20.0 und später ist noch F25.2 gemischte schizoaffektive Störung dazugekommen. Also eher Mischdiagnose, aber bei mir lag das Affektive mehr an den stetigen Absetzversuchen.
Uii, ich sehe es mir mal an. Ah ok, danke für den Einblick!

Vielen Dank für all die Arbeit um mich! (y)
 
Bupropion hilft laut meiner aktuellen Forschungslage auch bei TRS (Therapieresistenz). Wenn du es zusätzlich einnimmst, würde ich dir direkt empfehlen die Aripiprazoldosis zu halbieren und parallel TDM (Therapeutisches Drug Monitoring) zu machen, um die Wirkspiegel von Aripirpazol vor und nach der Umstellung auf Bupropion genau zu überprüfen. Es kann da zu erheblichen Anstiegen kommen, deswegen würde ich die halbe Dosis Aripiprazol direkt nach der Umstellung auf Bupropion vorschlagen. Das ist auch so noch im vergleichsweise hohen Akutbereich mit 15mg. Bis 5mg kann es noch wirksam sein, wobei das ja individuell unterschiedlich ist.
An sich ist Aripiprazol sehr nebenwirkungsarm, aber auch eher ungewöhnlich, 30 mg einzusetzen. Vielleicht hast du auch eine Mischdiagnose wie ich mit F25.2 und F20.0 nur dass du eine F20.X hast. Stimmen haben ja auch nur manche Betroffene und ansonsten gibt es auch noch Schizophrenie Simplex F20.6 wenn eher Negativsymptome auftreten und keine Positivsymptome da sind wie Wahn oder Stimmen. Ich habe etwa keine Stimmen.

Klar, Schizophrenie stößt von der Diagnose vielleicht teils auf Ablehnung, aber ich betrachte das heute, wo es mir um Welten besser geht eher für eine Besonderheit wo man bei idealer Therapie dran wachsen kann.

Ansonsten wegen dem Übersetzen kannst du das auch in Dokument kopieren was du brauchst und mit den Goolge Übersetzer dann das ganze Dokument übersetzen oder du nutzt ganz normale KI fürs Übersetzen, was bei medizinischen Themen besser sein sollte.
 
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