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Aripiprazol absetzen

Stefanos

Active member
Guten Abend,

Ich habe da ein Frage an euch.

In der Tagesklinik habe ich 2 Wochen täglich 5mg Aripiprazol eingenommen.

Da es mir damit nicht gut ging, habe ich es mit Rücksprache mit meinem Psychater dann aber sofort wieder abgesetzt.

Muss man nach zwei Wochen Einnahme auch auschleichen oder eher nicht.

Habe mich gewundert das ich es sofort absetzen durfte.

Ich wünsche euch einen ruhigen und schönen Abend

Liebe Grüße
 
Meiner Meinung nach ist 5 mg eine niedrige Dosis. Ich glaube, groß ausschleichen wirst du das nicht können. Ich kann mich aber auch täuschen.
 
Unter 5mg ist Aripiprazol meist unwirksam, da fällt die Wirkkurve des Wirkstoffs schlagartig ab. Ob man dann langsam absetzt oder schnell, die Wahrscheinlichkeit das eine Psychose zurückkommt ist so und so sehr hoch. Beim schnellen Absetzen hast du vermutlich weniger Nebenwirkungen, wobei es Meinungen gibt, dass man selbst kleinste Tablettendosierungen sehr langsam ausschleichen soll, was bei mir unpraktikabel war, also beim Abilify bei mir waren 2,5 (5mg gebröselt) zu wenig.
Problem ist etwa, dass bei 2,5mg es Wochen oder Monate unter der kleinen Dosis dauern kann, bis die Psychose sich zurückbildet, also ähnlich wie beim abrupten absetzen, hat man einen zeitlichen Puffer von Wochen oder Monaten.

Musst du eben schauen ob es ohne funktioniert. Bei mir haben zig Absetzversuche zu leichten Rückfällen geführt, also ich musste immer wieder Aripiprazol zumindest kurzzeitig nehmen und war da auch ohne entsprechend instabil unterwegs.
Da hat etwa die Medikamenteempfehlung von mir auch die Komponente das Aripiprazol 5mg abrupt abzusetzen, wobei das Bupropion als stabilisierendes SNDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel in der Absetzphase des Aripiprazols stabilisiert.

Da du so absetzt, fehlt eben diese Stabilisierung. Kognitive und Negativsymptome können sich durchs Bupropion in diesen Absetzphasen deutlich verbessern. Kannst dir ja den Link mal ansehen, wie das funktioniert.
Ich nehme aktuell auch gezielt Nahrungsergänzung was mir zusätzlich hilft länger ohne Aripiprazol bleiben zu können.
 
Unter 5mg ist Aripiprazol meist unwirksam, da fällt die Wirkkurve des Wirkstoffs schlagartig ab. Ob man dann langsam absetzt oder schnell, die Wahrscheinlichkeit das eine Psychose zurückkommt ist so und so sehr hoch. Beim schnellen Absetzen hast du vermutlich weniger Nebenwirkungen, wobei es Meinungen gibt, dass man selbst kleinste Tablettendosierungen sehr langsam ausschleichen soll, was bei mir unpraktikabel war, also beim Abilify bei mir waren 2,5 (5mg gebröselt) zu wenig.
Problem ist etwa, dass bei 2,5mg es Wochen oder Monate unter der kleinen Dosis dauern kann, bis die Psychose sich zurückbildet, also ähnlich wie beim abrupten absetzen, hat man einen zeitlichen Puffer von Wochen oder Monaten.

Musst du eben schauen ob es ohne funktioniert. Bei mir haben zig Absetzversuche zu leichten Rückfällen geführt, also ich musste immer wieder Aripiprazol zumindest kurzzeitig nehmen und war da auch ohne entsprechend instabil unterwegs.
Da hat etwa die Medikamenteempfehlung von mir auch die Komponente das Aripiprazol 5mg abrupt abzusetzen, wobei das Bupropion als stabilisierendes SNDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel in der Absetzphase des Aripiprazols stabilisiert.

Da du so absetzt, fehlt eben diese Stabilisierung. Kognitive und Negativsymptome können sich durchs Bupropion in diesen Absetzphasen deutlich verbessern. Kannst dir ja den Link mal ansehen, wie das funktioniert.
Ich nehme aktuell auch gezielt Nahrungsergänzung was mir zusätzlich hilft länger ohne Aripiprazol bleiben zu können.
Ich denke dass bei jedem anders die Medikamente wirken.
Was bei dir zu wenig war @Maggi , heißt noch lange nicht dass 5mg nicht genügen.

Du kannst dich nicht mit anderen vergleichen. Überhaupt, warum musst du hier mit Medikamenten um dich her schmeißen. Das ist die Angelegenheit eines Arztes. Was weißt du schon von der Biochemie eines anderen? Was bei dir hilft, muss nicht gleich genauso bei anderen helfen.

Sowas mag ich überhaupt nicht.
Als Admin sollte man das doch wissen.
 
Guten Abend,

Ich habe da ein Frage an euch.

In der Tagesklinik habe ich 2 Wochen täglich 5mg Aripiprazol eingenommen.

Da es mir damit nicht gut ging, habe ich es mit Rücksprache mit meinem Psychater dann aber sofort wieder abgesetzt.

Muss man nach zwei Wochen Einnahme auch auschleichen oder eher nicht.

Habe mich gewundert das ich es sofort absetzen durfte.

Ich wünsche euch einen ruhigen und schönen Abend

Liebe Grüße
Du durftest sofort absetzen, da es bei dir keine Langzeit Einnahme war. So wie ich es hier rausgelesen habe.

Das sofortige absetzen war ok. Dürfte nichts passieren.
 
Danke für eure Antworten 🙂

Ich habe 3 Woche nach dem Absetzen starke Unruhe und danach starke Müdigkeit verspürt, sind aber beide wieder abgeklungen.

Liebe Grüße
 
Hallo,

ich wollte mal ein Update da lassen.

Bin langsam am verzweifeln...

Diese ca. zwei Wochen starke innere Unruhe ist vergangen. War da auch teilweise wieder kurz durch im Kopf, was sich aber am gleichen Tag noch gelegt hat.
Danach war ich für ca. zwei Wochen extrem Platt und müde, kam garnicht mehr hoch.

Die Müdigkeit habe ich jetzt noch teilweise und komm morgens manchmal nicht aus dem Bett.

Leider habe ich jetzt stärk mit innerer Leere im Kopf und Antriebslosigkeit zu tun. Dazu kommt das ich total teilnahmslos bin.

Diese Antriebslosigkeit und Teilnahmslosigkeit hatte ich vor den Medis nicht so so stark. Eher minimal.

Kann auch Gesprächen nicht mehr folgen und nicht mehr richtig denken.
Auch die Emotionen sind wieder weniger.

Mein Zustand war, bevor ich die 2 Wochen 5mg Aripiprazol genommen habe um einiges besser.
Da waren meine Symptome weit weniger stark vorhanden.

Gefühlt nur negativsymptome, Klinik hat Diagnose schwerer Depression gestellt.

Mir geht's am Abend auch etwas besser als Morgens, das ist neu nach dem Absetzen aufgetreten.

Meine Symptome sind seit ich vor ca. 3,5 Jahren meine Psychose hatte, besser geworden.
Habe in dieser Zeit keine Medis genommen.

Dann habe ich wie gesagt halt zwei Wochen Aripiprazol genommen.
Das Absetzen ist jetzt 8 Wochen her.


Kann es sein das ich vom Absetzen schon wieder ne Psychose bekommen habe? Waren doch nur 2 Wochen Einnahme von 5 mg.

Ich weiß echt nicht weiter?

Dauert das jetzt wieder so lange bis ich mich erhole?!?


Danke für eure Erfahrungen und Mühen 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
@Stefanos dieses Problem scheint es generell mit Antipsychotika zu geben. Man kommt schwer davon weg und beim Absetzen können die Symptome nochmal anders oder teils intensiver auftreten.

Da du schreibst, dass die Diagnose "schwere Depression" gestellt wurde, bietet sich umso mehr die Empfehlung von mir an. Dabei wird das Aripiprazol immer nur in kurzzeitigen Intervallen von ca. 1-3 Wochen eingenommen und hinterher mit speziellen Antidepressiva, insbesondere Bupropion stabilisiert, was zu deutlichen Verbesserung der Symptome führt und solche Absetzsymptome zumindest weit hinauszögert.

Gegen die innere Unruhe oder auch Reizbarkeit/Aggressivität kann auch hochdosieres Vitamin B6 + Magnesium helfen, also diese können diese Symptome ähnlich wie Burpopion (SDNRI Antidepressivum) hinauszögern, aber irgendwann kommen dann trotzdem solche Symptome wieder durch, wenn man gar kein Antipsychotikum einnimmt.
Das kann also Jahre und viele Einnahmeintervalle (des Antipsychotikums) dauern bis man womöglich ganz auf das Antipsychotikum (Aripiprazol) verzichten kann.
Hier noch ein guter Artikel zu Vitamin B6: Vitamin B6 (Pyridoxin): Schlüsselrolle bei Schizophrenie, Akathisie und der Einfluss von Alkohol

Hier noch ein aktueller Artikel zu Sulforaphan (Brokkoli Extrakt), dieses kann auch zu B6 und Magnesium eine gute Ergänzung sein: Antioxidative und Epigenetische Ansätze: Sulforaphan als Add-On in der Schizophrenietherapie

In der Tabelle sind auch weitere Supplemente aufgelistet die relevant sein können:
Antioxidantischer Therapiensatz - Psychose


Nur so als ein paar Ergänzungen, da das Lexikon noch relativ unaufgeräumt und ich daran noch etwas arbeiten muss.

Die Medikamente-Empfehlung ist meine First-Line Empfehlung, die auch sehr Effektstark gerade bei Negativ- und Kognitiven Symptomen ist, bei den Supplementen könntest du dich nach und nach einlesen und das ausprobieren bzw. ergänzen, das hätte im Grunde länger Zeit, da habe ich dir die aus meiner aktuellen Sicht relevantesten aufgezählt. Auch wenn Supplemente eher geringe Effektstärken haben, so sind Vitamin B6 und Magnesium etwa essenziell für das Neurotransmittersystem. Ohne Vitamin B6 würde man auch Psychosen bekommen, dieses wird durch Alkohol stärker im Körper abgebaut, die vergleichsweise hohen therapeutischen Dosierungen von B6 wirken effektiv bei der inneren Unruhe und wird auch offiziell bei Akathisie eingesetzt, B6 kann in den Absetzphasen da ähnlich wie Bupropion die Reizbarkeit und innere Unruhe weit hinauszögern und reduzieren. Sulforaphan kann ergänzend wichtig und ist insbesondere bei Schizophrenie ein Hoffnungsträger. Mit diesen 3 Supplementen zusammen kann übermäßiger Appetit und Übergewicht womöglich effektiv behandelt werden, was mit der synergetischen Wirkung zusammenhängen kann. Sulforaphan etwa hat in Tierstudien auch gezeigt, dass es positiven Einfluss auf die Blutfettwerte, bzw. metabolischen Parameter hat.

Bisschen viel und zusammengeschustert von mir, aber das wäre meiner Meinung nach das wesentliche, was du nach und nach probieren solltest.

Die PDF-Datei kann man einfach ausdrucken, etwa um das deinem Psychiater so vorzulegen, damit dieser dann erstmal Zeit hat, sich das etwa bis zum Folgetermin anzuschauen, da dies eine komplexe Umstellung ist und normal auch keine Intervalltherapie eines Antipsychotikums so Standard ist. Bei dir wäre das mit Cariprazin (Reagila) statt dem Aripiprazol (Abilify), was normal gut funktionieren sollte:
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
dieses Problem scheint es generell mit Antipsychotika zu geben. Man kommt schwer davon weg und beim Absetzen können die Symptome nochmal anders oder teils intensiver auftreten.
Hallo Maggi,

Danke für deine Antwort 🙂

Ich habe bei euch gelesen, zum Thema chemische Lobotomie, das die
Wirkung von Neuroleptika reversibel ist.
Ich habe nämlich große Sorge das dem nicht so ist.
So fühlt es sich zumindest an.

Da frage ich mich, in dem Zusammenhang wie lange es dauert bis das Gehirn die Wirkung des Neuroleptika wieder rückgängig gemacht hat.
An meinem Beispiel waren es ja nur 2 Wochen 5mg Aripiprazol.
Wundert mich das das so reingehauen hat.

Was mich auch sehr interessiert ist, das ich hier des öfteren gelesen habe, das Neuroleptika bei negativsymptomen und kognitiven Symptomen, nicht viel helfen, es sogar schlimmer machen können.
Das müsste doch das Gehirn durch Neuroplastizität wieder hinbekommen, ist ja schonmal besser geworden.

Ich habe keine positiven Symptome.

Da frage ich mich wieso Neuroleptika nehmen?

Da du schreibst, dass die Diagnose "schwere Depression" gestellt wurde, bietet sich umso mehr die Empfehlung von mir an.

Ich habe vergessen dazu zu schreiben das die Diagnose genau „rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen“ lautet.

Ich habe in der Klinik etwas übertrieben und war sehr aufgewühlt, aufgedreht und verzweifelt, weil ich über meine Probleme und Symptome berichtet habe. Wahr sehr verzweifelt, habe Hilfe gesucht.

Habe von meinen Schuldgefühlen und Zwangsgedanken berichtet.
Habe auch berichtet wieviel mir mein Glaube bedeutet. Und das ich immerzu über meine Krankheit nachdenken muss.

Warum ich das erzähle ist das ich sehr ruhig bin, Jahre schon vor und nach der Klinik.

Nur noch dem Absetzen war ich etwas durch und hatte diese innere Unruhe und ganz kurz wahr da auch wieder etwas Wahn.
Das ist aber auch alles nach zwei Wochen wieder verschwunden.

Ich habe nur in der Klinik einen aufgedrehten Eindruck hinterlassen, das passiert nur wenn ich über meine Krankheit und Sorgen berichte.

Man hat mir gesagt das ich Wahn habe.
Das letzte mal war das aber vor 3,5 Jahren.

Ich leide aber nur stark an negativen Symptomen, innere Leere, kaum Emotionen, kaum Körperwahrnehmung, ich spüre keine Müdigkeit, kann auch keine Entspannung im körper wahrnehmen. Hab keine Gedanken mehr habe. Bin Gleichgültig.
Kann mir nix mehr merken und in Gesprächen kaum folgen.
Gedächtnis Probleme.
Fühle mich geistlos und dumm...
Ich kann das Leben irgendwie nicht mehr fühlen.
Wie als ob die Seele weg ist...

Ich habe extrem Sorgen, ob ich je wieder gesund werden kann?

Keine positive Symptome, daher wunder ich mich das ich das Aripiprazol nehmen sollte.

Was denkt ihr?

Liebe Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier noch ein aktueller Artikel zu Sulforaphan (Brokkoli Extrakt), dieses kann auch zu B6 und Magnesium eine gute Ergänzung sein: Antioxidative und Epigenetische Ansätze: Sulforaphan als Add-On in der Schizophrenietherapie

In der Tabelle sind auch weitere Supplemente aufgelistet die relevant sein können:
Antioxidantischer Therapiensatz - Psychose

Hallo Maggi,

Das finde ich hochinteressant, werde ich mir noch genauer anschauen.

Danke dafür

Wie sieht es mit Vitamin B3 und Dopamin Booster / Ergänzungen aus?

Helfen die nicht bei der negativ Symptomatik?

Liebe Grüße
 
Wie sieht es mit Vitamin B3 und Dopamin Booster / Ergänzungen aus?

Helfen die nicht bei der negativ Symptomatik?
B3 habe ich auch probiert, kann die Durchblutung und so fördern und hat womöglich auch einen Nutzen. Ich würde da alle anderen B-Vitamine mit einem B-Komplex Präparat ergänzen und B3 kann man auch Einzeln probieren.
Dopamin Booster sagt mir bisher noch nichts.

Es gibt 8 bzw 13 B-Vitamien. B3 hat man auch bezüglich Schizophrenie untersucht, wobei das in höherer Dosis auch helfen kann
Welche B-Vitamine gibt es eigentlich und welche sind in einem B-Komplex enthalten?.
Ich leide aber nur stark an negativen Symptomen, innere Leere, kaum Emotionen, kaum Körperwahrnehmung, ich spüre keine Müdigkeit, kann auch keine Entspannung im körper wahrnehmen. Hab keine Gedanken mehr habe. Bin Gleichgültig.
Kann mir nix mehr merken und in Gesprächen kaum folgen.
Gedächtnis Probleme.
Fühle mich geistlos und dumm...
Ich kann das Leben irgendwie nicht mehr fühlen.
Wie als ob die Seele weg ist...

Womöglich hast du Schizophrenia Simplex:

Schizophrenia simplex​

Diese eher seltene Unterform wurde 1903 zuerst von Otto Diem beschrieben.<a href="Schizophrenie – Wikipedia"><span>[</span>58<span>]</span></a> Hier setzt die Krankheit im Erwachsenenalter langsam und schleichend ein, wobei die auffallenden halluzinatorischen und paranoiden Symptome fehlen. Daher wird sie auch als eher harmlose (blande) Psychose bezeichnet. Die Betroffenen werden von ihrer Umwelt leicht als „seltsam“ oder „verschroben“ empfunden und ziehen sich mehr und mehr zurück.<a href="Schizophrenie – Wikipedia"><span>[</span>59<span>]</span></a>

Eugen Bleuler schrieb zur Schizophrenia simplex: „...ist eine schleichende Form der Schizophrenie, die sich über lange Jahre vor allem durch ein zunehmendes, unbegreifliches soziales Versagen bei Menschen kennzeichnet, die vorher gesund waren (…). Kommen die Kranken Jahre nach Beginn dieses Versagens zur ärztlichen Untersuchung, findet man keine in die Augen springenden, dramatischen psychotischen Zeichen. Bald fällt aber ihre unklare, verschrobene Sprache auf; sie zeigt bei genauer Untersuchung die Kennzeichen der schizophrenen Zerfahrenheit. Noch auffälliger ist aber gewöhnlich der Autismus solcher Kranken: Sie leben dahin, ohne sich groß um gesunde Lebensziele, um ihr berufliches Fortkommen, ihre Angehörigen und ihre Zukunft zu kümmern.“<a href="Schizophrenie – Wikipedia"><span>[</span>60<span>]</span></a>

Im Allgemeinen gilt dieses Störungsbild als schwer diagnostizierbar, unter anderem wegen starker definitorischer Überschneidungen mit der schizotypen Störung. Im DSM-IV ist die Schizophrenia simplex als klinische Diagnose gar nicht definiert, aber im Anhang B als Forschungskategorie enthalten.<a href="Schizophrenie – Wikipedia"><span>[</span>61<span>]</span></a>
Schizophrenie – Wikipedia

Schizophrenia simplex - eine seltene Form der Schizophrenie

Negativsymptome bei Schizophrenia simplex​

Bereits bestehende Verhaltens- und Denkmuster gehen bei einer Schizophrenia simplex allmählich verloren. Folgende Symptome entwickeln sich schleichend:

  • Bizarres und seltsames Verhalten, das sich schleichend entwickelt
  • Verschlechterung der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Alltag
  • Zunehmende Verschlechterung von Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Unfähigkeit, sozialen Anforderungen nachzukommen; sozialer Rückzug
  • Depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit
  • Mangel an Interesse und Initiative bis zu Verwahrlosung
  • Apathie; geringe Ausdruckskraft und Gestik

@Stefanos ,
am besten wäre es, wenn du die Empfehlung von mir probierst, da diese bei Negativsymptomen und kognitiven Symptomen extrem hilft. Auch da wird Aripiprazol eingesetzt, aber nur in längeren zeitlichen Abständen, das Aripiprazol ist wichtig, damit auch die Antidepressiva, insbesondere Bupropion wieder richtig anschlagen können.

Wäre dann auch so das du jeweils über 1-2 Wochen Aripiprazol nimmst bis es anschlägt und anschließend wirken dann die durchgängig eingenommen Antidepressiva stark gegen Negativsymptome.
Während der kurzzeitigen Einnahme des Aripiprazol's nehmen die Negativsymptome teilweise zu, wobei anschließend das Bupropion (SNDRI Antidepressivum, ganz wichtig) + andere Antidepressiva wieder volle Wirkung entfallen, dass du über mehrere Monate hinweg stabil bist und die Negativsymptome deutlich besser werden.
Auch da wird die Wirkung der Antidepressiva nach Monaten nachlassen, also irgendwann auch Negativsymptome und vorherige Beschwerden wieder durchkommen, dann brauchst du zumindest für ein paar Wochen wieder Aripiprazol, damit hinterher die Antidepressiva wieder voll wirken.

Die Nahrungsergänzung kannst du währenddessen oder auch etwas verzögert probieren, da kann auch B3 interessant sein. Diese vorgestellten Medikamente in der Empfehlung etwa sind gut verträglich, auch Aripiprazol ist verglichen mit anderen Antipsychotika sehr gut verträglich.
Wie viele Wochen oder Monate bist du jetzt schon ohne Aripiprazol?
Wenn du später nochmal Aripiprazol probierst und dich dann mit Bupropion stabilisiert, dann kannst du den Zeitraum indem du kein Aripiprazol brauchst um viele Wochen/Monate verbessern und es kommt zu echten Verbesserung der Negativsymptome bzw. kognitiven Symptome.
 
Unter 5mg ist Aripiprazol meist unwirksam, da fällt die Wirkkurve des Wirkstoffs schlagartig ab. Ob man dann langsam absetzt oder schnell, die Wahrscheinlichkeit das eine Psychose zurückkommt ist so und so sehr hoch. Beim schnellen Absetzen hast du vermutlich weniger Nebenwirkungen, wobei es Meinungen gibt, dass man selbst kleinste Tablettendosierungen sehr langsam ausschleichen soll, was bei mir unpraktikabel war, also beim Abilify bei mir waren 2,5 (5mg gebröselt) zu wenig.
Problem ist etwa, dass bei 2,5mg es Wochen oder Monate unter der kleinen Dosis dauern kann, bis die Psychose sich zurückbildet, also ähnlich wie beim abrupten absetzen, hat man einen zeitlichen Puffer von Wochen oder Monaten.

Musst du eben schauen ob es ohne funktioniert. Bei mir haben zig Absetzversuche zu leichten Rückfällen geführt, also ich musste immer wieder Aripiprazol zumindest kurzzeitig nehmen und war da auch ohne entsprechend instabil unterwegs.
Da hat etwa die Medikamenteempfehlung von mir auch die Komponente das Aripiprazol 5mg abrupt abzusetzen, wobei das Bupropion als stabilisierendes SNDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel in der Absetzphase des Aripiprazols stabilisiert.

Da du so absetzt, fehlt eben diese Stabilisierung. Kognitive und Negativsymptome können sich durchs Bupropion in diesen Absetzphasen deutlich verbessern. Kannst dir ja den Link mal ansehen, wie das funktioniert.
Ich nehme aktuell auch gezielt Nahrungsergänzung was mir zusätzlich hilft länger ohne Aripiprazol bleiben zu können.
Willst Du damit sagen dass man Aripiprazol grundsätzlich nicht ausschleichen kann?
 
Willst Du damit sagen dass man Aripiprazol grundsätzlich nicht ausschleichen kann?
Nein, man kann Aripiprazol schon ausschleichen und das Problem, dass diese sich nur sehr schwer absetzen lassen, gilt für alle Antipsychotika und generell ist das bei Schizophrenie nur sehr schwer möglich.

Bei einer richtigen Schizophrenie sind die Antipsychotika eher lebenslang vorgesehen, auch wenn man am Anfang vielleicht 2 Jahre gesagt bekommt. Bei drogeninduzierte Psychosen kann das Absetzen der Antipsychotika leichter gelingen, wenn da die Droge der Auslöser für die Erkrankung ist.

Hängt also sehr von der Diagnose ab, ob man absetzen kann.

Zum Reduzieren oder längerfristigen Ausschleichen kann ich zu Medikamente-Empfehlung von mir raten, da diese die Absetzproblematik mit speziellen Antidepressiva löst, damit man länger ohne Antipsychotika stabil sein kann. Dabei braucht man immer noch gelegentlich Antipsychotika, aber die Chance das sich der Verlauf der Erkrankung bessert und man langfristig ganz ohne Antipsychotika klarkommt ist höher.

Im Grunde ist die Vorstellung, dass man Antipsychotika langsam ausschleichen oder einfach so absetzen kann, eher unrealistisch. Man behandelt mit Antipsychotika auch mehr die Symptome der Erkrankung, also die Ursachen bleiben bestehen, was dann dazu führt, dass sich die Psychose nach Absetzen der Antipsychotika schnell zurückbildet und teils sich auch anders oder intensiver anfühlen kann.
Wenn man absetzt sollte man also da sehr planvoll rangehen, ansonsten ist das meist zum Scheitern verurteilt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@kTh
Meiner Meinung nach ist also das Antipsychotikum, egal ob Aripiprazol oder andere schwer bis unmöglich abzusetzen, da man eher Symptome als die Ursache behandelt.
Es braucht also andere Behandlungsstrategien und vermutlich auch gezielte Nahrungsergänzung (wie oben beschrieben), um aus diesem Teufelskreis zu kommen.
Spielt dabei also keine Rolle, ob das Antipsychotikum Aripiprazol oder anders heißt, dieses Absetzproblem gibt es generell.
Wenn man vorher stark gedämpft war und höhere Dosierungen hatte, dann kann es etwas länger ohne funktionieren. Wenn man nur das Nötigste eingenommen hat, dann kann der Rückfall schon nach wenigen Wochen oder Monaten da sein.
 
Wie viele Wochen oder Monate bist du jetzt schon ohne Aripiprazol?
moin,

Ich habe nach einer Einnahme von 2 Wochen, täglich 5mg Aripiprazol eingenommen.

Das habe ich dann mit Rücksprache von ein auf den anderen Tag abgesetzt, fühlte mich nicht gut, habe gemerkt das ich Gleichgültig werde.

Das Absetzen ist jetzt ca. 10 Wochen her.
3 Wochen nach absetzen habe ich noch nichts gemerkt.

Dann aber konnte ich morgens teilweise wegen innerer Unruhe nicht mehr liegen bleiben. Ich war etwas durch in der Zeit.
Zur der Zeit hatte ich etwas Wahn, hatte Angst vor Zwangsmedaktion.
Ging aber alles nur ein paar Tage.
Ich denke etwas über ne Woche.

Dann war ich total Platt und energielos, kam garnicht mehr aus dem Bett und musste auch tagsüber viel schlafen.
Das waren dann auch nochmal ca. zwei
Wochen so.

Fühl mich depressiv, wahr vorher auch nicht so.
Heute fühl ich mich nur noch Stumpf und Antriebslos. Meine Emotionen sind wieder runter gegangen. Mich interessiert irgendwie nichts mehr...

Außer die Angst das das Aripiprazol mich abgestumpft hat.
Vorher war auch nicht so toll aber besser, da hatte ich noch Antrieb und interesse an etwas.
Leere ist wieder mehr geworden, keine Gedanken und so. Bin wieder leichter zu Stressen.
Bin jetzt wieder nur still und sitze rum.

Vielleicht kam das vom absetzen?

Keine Ahnung was jetzt wieder passiert ist.

Was denkt ihr?

Lg
 
Lieber Stefanos,

ich kann nur von mir berichten. Habe immer wieder Medikamente abgesetzt. Bin mittlerweile soweit meine 15mg Abilify ein Leben lang zu nehmen. Ich setze es nicht mehr ab. Habe mich damit abgefunden.

Das ist der richtige Weg für mich. Habe so wie sicher viele hier, schwere Zeiten aufgrund der Erkrankung hinter mir und lieber ein paar Nebenwirkungen, als wieder totales Chaos.

Wenn es dir nicht gut geht, hilft vielleicht überbrückend ein Benzo?
das hilft mir zB kurzfristig bei Unruhe und Ängsten.

Ich will hier keine Werbung für NL oder Medis machen, nur ich verfluche sie nicht mehr.
 
Dann aber konnte ich morgens teilweise wegen innerer Unruhe nicht mehr liegen bleiben. Ich war etwas durch in der Zeit.
Zur der Zeit hatte ich etwas Wahn, hatte Angst vor Zwangsmedaktion.
Ging aber alles nur ein paar Tage.
Ich denke etwas über ne Woche.

Dann war ich total Platt und energielos, kam garnicht mehr aus dem Bett und musste auch tagsüber viel schlafen.
Das waren dann auch nochmal ca. zwei
Wochen so.

Fühl mich depressiv, wahr vorher auch nicht so.
Heute fühl ich mich nur noch Stumpf und Antriebslos. Meine Emotionen sind wieder runter gegangen. Mich interessiert irgendwie nichts mehr...


Bin jetzt wieder nur still und sitze rum.

Klingt schon sehr unterschiedlich, oder hast du noch Symptome wie innere Unruhe oder Schläfrigkeit?

Ich würde dir hoch dosiertes Vitamin B6 empfehlen, da das ein essenzielles Vitamin ist und bei dieser inneren Unruhe und Schläfrigkeit sehr helfen kann. Hier findest du einen Artikel dazu mit den entsprechenden Dosierungen.
Magnesium in üblichen Dosierungen wäre auch gut. Hier ein Artikel.
Sulforaphan (Brokkoli-Extrakt) kann auch sehr helfen. Hier ein Artikel.

Vitamin B-Komplex könnte die anderen B-Vitamine noch abdecken, wobei das B6 einzeln zusätzlich nötig wäre.

Vitamin B6 kann man anfangs kurzzeitig bis zu 1000mg nehmen, später sollte man unter 200mg am Tag bleiben, wegen der partiellen Neuropathie, die bei dauerhaft hohen Dosierungen möglich ist.

Falls du doch zwischenzeitlich nochmal Aripiprazol nehmen musst, solltest du dir da keinen Kopf machen, da gesundheitlicher Stillstand auch keine Lösung ist. Im Grunde können Antipsychotika schon helfen, auch wenn diese vorübergehend dämpfen. Die Emotionale vorübergehende Dämpfung ist normal und gut, also Überemotionalität ist auch ein Problem bei Psychose.
 
Wenn es dir nicht gut geht, hilft vielleicht überbrückend ein Benzo?
das hilft mir zB kurzfristig bei Unruhe und Ängsten.
Bin mir sehr unsicher, ob und wann Benzos sinnvoll sind, da man sehr abhängig werden kann und Wesensveränderungen auch möglich sind und häufiger Suizide vorkommen.
Habe da auf dem DGPPN-Kongress einen Vortrag gesehen, wo davon abgeraten wurde, da eine Patientin sich da vor dem Zug gelegt hatte und das dann zwar überlebte, aber es auf die Benzoumstellung zurückzuführen war, da sie ansonsten das nicht gemacht hätte.

An sich bin ich auch für Medikamente, nur bei Benzos bin ich etwas achtsamer. Die machen eben ganz schnell abhängig und ich hatte selbst auch wie Wesensveränderungen von diesen Wirkstoffen. Also bei Psychosen vielleicht nur manchmal gut.
 
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