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Schizophrenie‑ & Psychose‑Forum

Gemeinsam Wege zur Heilung finden – evidenzbasiert, erfahrungsbasiert und zukunftsorientiert.

Dieses Forum richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte, die bei Psychose und Schizophrenie verlässliche Orientierung jenseits von Ideologie und vereinfachenden Erklärungen suchen.

Medikamentöse Orientierung bei Psychose & Schizophrenie

Eine strukturierte Übersicht zu Antipsychotika, Begleitmedikationen und Reduktionsansätzen – mit Fokus auf therapeutische Fenster, funktionelle Stabilität und langfristige Verträglichkeit.
Die Inhalte orientieren sich an modernen neurobiologischen Modellen und an Arbeiten von Prof. Dr. Stephen M. Stahl.

Zur Langfassung der medikamentösen Orientierung

Didaktisch klar und leicht verständlich aufbereitete Einordnung zu Wirkstoffen, Wirkmechanismen und Behandlungsstrategien bei Psychose und Schizophrenie – mit neurobiologischer Perspektive und klarer Struktur.

[PDF] Kurzfassung – praxisorientierte Broschüre

2‑seitige druckfertige Übersicht zu Medikation, Intervalltherapie und Nebenwirkungsprofilen – geeignet für Praxis, Beratung, Ausdruck und Weitergabe.

Strukturelle Fehlanreize in der Psychiatrie und ihre Folgen

Warum moderne, patientenzentrierte Therapieansätze trotz klinischer Plausibilität kaum erforscht werden, während bestehende Strukturen und Marktlogiken Innovation systematisch ausbremsen. Der Beitrag analysiert ökonomische, regulatorische und therapeutische Fehlanreize und zeigt, wie diese Strukturen Therapiequalität, Innovation und langfristige Stabilität beeinflussen.

Fachbeitrag: Strukturelle Fehlanreize in der Psychiatrie – warum Innovation oft ausgebremst wird

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Abruptes Absetzen der Medikamente: Bis wann kann man was negatives erwarten?

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 2006
  • Erstellt am Erstellt am
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Gelöschtes Mitglied 2006

Ich nehme seit 2 Tagen nur ne halbe Tablette Olanzapin, das sind 5mg. Ab heute möchte ich keine mehr einnehmen. Bis wie viel Tagen kann man was negatives erwarten und ab wann sind die möglichen Effekte des Absetzens erloschen?
 
Entzug kann bis zu 2 Wochen dauern. Und eine Absetzpsychose kann man auch nach Monaten bekommen.
Ich würde dir raten langsam runter zu dosieren und immer 2 Wochen abwarten bis du dich an die neue Dosis gewöhnt hast.
Ich war 3 Jahre Medikamentenfrei und es hat mich trotzdem nochmal erwischt.
Viel Glück
 
Ich hatte auch insgesamt drei Psychosen, zwei mal hatte ich die Medikamente abrupt abgesetzt. Ging ein paar Monate gut, dann fing ich wieder an alles auf mich zu beziehen und wurde rückfällig. Ich, für mich, habe eingesehen, dass ich die Medikamente mein Leben lang brauche.
 
Ich nehme seit 2 Tagen nur ne halbe Tablette Olanzapin, das sind 5mg. Ab heute möchte ich keine mehr einnehmen. Bis wie viel Tagen kann man was negatives erwarten und ab wann sind die möglichen Effekte des Absetzens erloschen?
Meist tritt erst eine Besserung auf, also kein Entzug in dem Sinne. Diese Besserung kann etwa je nachdem wieviel du vorher eingenommen hast 0,5 Monate bis sagen wir 6 Monate anhalten. Dann kommt es in der Regel zur Gegenbewegung, wo Negativsymptome, Wahn und andere Symptomatik wieder deutlich zunehmen was sich auch über Monate erstrecken kann bis es zu einer richtig akuten Absetzpsychose kommt.

Mein Ratschlag wäre, der Behandlungs-Orientierung hier im Forum zu folgen. Dabei müsstest du zuerst statt Olanzapin auf Aripiprazol umstellen. Dann um diese Absetzproblematik zu vermeiden Bupropion als SNDRI-Antidepressivum zusätzlich einnehmen, wobei Citalopram und Doxepin(kleine Dosis zum Schlafen) ergänzend helfen können.

Damit verhinderst du zwar auch keine Absetzpsychose, aber die Negativsymptome werden dabei die ersten Monate indem du dann das Antipsychotikum weglässt enorm besser und die Zeit bis es zu einem Rückfall kommt, lässt sich mit dem Bupropion verlängern, da es gegen Stimmungsschwankungen wie Reizbarkeit sehr gut hilft, also einen gewissen Schutz bietet, der aber auch nachlässt und dann das Antipsychotikum in dem Fall Aripiprazol statt Olanzapin für ca. 2 Wochen eingenommen werden muss, damit sich eine Absetzpsychose vermieden wird und die Antidepressiva wieder in einem nützlichen Rahmen wirken können. Einfach dem Link folgen.

Gewöhnliche Absetzversuche scheitern in der Regel und können böse ausgehen, da komplettes Absetzen der Antipsychotika mit enormer Reizbarkeit und Instabilität verbunden sein kann. Besser also sich etwas Zeit für eine Umstellung nehmen, damit du die Medikamente bekommst und es mit der Empfehlung von mir versuchen, wo du dich viele Probleme ersparen kannst und das im Gegensatz zu üblichen Absetzversuchen die Negativsymptome deutlich verbessert, so das Lebensqualität und alles deutlich besser werden und der Verlauf der Erkrankung auch.
 
Würde auch nie komplett absetzen, ist auch nicht gut fürs Gehirn das zu verarbeiten. Nur in 10% Schritten von der Ausgangsdosis. Je länger du es eingenommen hast umso länger die Absetzschritte. Ich nehm schon so lange den kram und würde sogar nur in 5% Schritten versuchen. Das sind 0,25mg weniger also 4,75mg, wenn die Dosis 5 mg war.

LG
 
Hallo,

ganz absetzen ist immer fatal. Die Psychose ist dann vorprogrammiert. Man denkt dann, alles wäre gut und nach höchstens 1 Jahr kommt alles wieder und zwar diesmal noch 1000x stärker.
 
Dann kommt es in der Regel zur Gegenbewegung, wo Negativsymptome, Wahn und andere Symptomatik wieder deutlich zunehmen was sich auch über Monate erstrecken kann bis es zu einer richtig akuten Absetzpsychose kommt.
Weil das Thema wieder hervor geholt wurde: ich habe vor einem Monat abgesetzt und hatte glaube ich schon jedes meiner für mich typischen Symptome. Wäre ich nicht erfahren wäre ich wieder mit im Club, muss wegen eines Kinderwunsches aber leider mit dem Feuer spielen.

Ich würde immer und ausschließlich zu Tabletten raten, verstehe aber jeden der den Wunsch hat abzusetzen. Ohne Rückfälle begreift man nicht was die Medikamente für einen tun.
 
Wir sind alle Individuen - von daher kann keiner sagen, wie lange ein abruptes Absetzen gut geht. Reduzieren ist oftmals nicht so problematisch. Nach meiner ersten Episode (die ich mit 16,5 Jahren hatte) war ich ohne jegliche Weiterbehandlung - weder beim Arzt noch bei 'nem Psychologen fast 3 Jahre stabil -wohlgemerkt auch ohne Medikamente. Kurz vorm 20. Geburtstag dann der Rückfall - ausgelöst durch einen "Verliebtheits-Flash".
 
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