Aktuelles

Willkommen im Psychose‑Forum

Dieses Forum ist ein moderierter, vertrauensvoller Raum für Menschen mit psychotischen Erfahrungen, Angehörige und Fachinteressierte. Wir verbinden persönliche Erfahrungsberichte mit evidenzbasierten Informationen, Praxisübersichten und niedrigschwelligen Hilfsangeboten, damit belastende Phasen besser eingeordnet und bewältigt werden können.

Tausche dich aus, stelle Fragen und finde Unterstützung — respektvoll, anonym möglich und auf Augenhöhe. Unsere Moderation sorgt für Sicherheit und Qualität; wir legen Wert auf Transparenz, Patientenrechte und fundierte Informationen, damit du informierte Entscheidungen treffen kannst.

✅ Positiv‑ und Negativsymptome behandeln
Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie, zusätzlicher Wirkstoffe und Nebenwirkungsspektren. Die PDF bietet eine strukturierte Orientierung, die auf klinischer Erfahrung und aktueller Evidenz basiert.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl
↗ Medikamentöse Orientierung
Eine didaktisch und neutral verfasste Therapieorientierung, die die Funktionsweisen von Wirkstoffkombinationen und Intervalltherapie erläutert.

📝 Evidenzbasierte Analyse
↗ Bupropion bei Schizophrenie – Wirkmechanismen & Therapieansätze
Forschungsarbeit zu Wirkmechanismen, Kombinationsstrategien und ergänzenden, niedrigschwelligen Therapieoptionen.
✅ Vorteile des Forums
  • Sicherer, moderierter Austausch — geschützte Räume, Moderation gegen Fehlinformation und respektvolle Diskussion.
  • Erfahrungs‑ und Peer‑Support — Alltagstipps und Bewältigungsstrategien von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.
  • Evidenzbasierte Informationen — verständliche Zusammenfassungen von Studien und Praxisübersichten zur Unterstützung informierter Entscheidungen.
  • Medikamente‑Check & Nebenwirkungsmanagement — Erfahrungsberichte, Dokumentationshilfen und Hinweise zum Umgang mit Nebenwirkungen.
  • Praktische Ressourcen — PDF‑Guides, Links zu Anlaufstellen und lokale Hilfsangebote in Deutschland.
  • Angehörigen‑Support — Raum für Fragen, Austausch über Betreuung, Kommunikation und Rechte.
  • Niedrigschwellige Kontaktwege — Chat, private Nachrichten und moderierte Gesprächsrunden für akute Fragen.
  • Stärkung der Mitbestimmung — Informationen zu Patientenrechten, Einwilligung und Transparenz bei Therapieentscheidungen.

⚠️ Depotantipsychotika – kritische Aufklärung

Kurz: Depotpräparate können in bestimmten Situationen sinnvoll sein; zugleich bestehen erhebliche Probleme bei Indikation, Transparenz und ökonomischen Anreizen. Studien zeigen, dass LAIs Rückfälle reduzieren können, die Praxis braucht aber kritische Kontrolle.

Wesentliche Kritikpunkte

  • Vertrauensverlust: Langfristige Depotverordnungen können das Vertrauensverhältnis zwischen Behandelnden und Betroffenen untergraben.
  • Indikationsverschiebung: Depots werden teils dauerhaft eingesetzt, obwohl sie vor allem bei fehlender Einsicht oder Adhärenz anfangs sinnvoll sind.
  • Ökonomische Anreize: Hohe Kosten, unklare Preisbildung und Erstattungsmechanismen schaffen Interessenkonflikte und reduzieren Anreize für verträglichere Innovationen.
  • Innovationshemmnis: Marktlogik kann dazu führen, dass neue, besser verträgliche orale Wirkstoffe schlechter zugänglich sind.

Praktische Hinweise

  1. Zu Beginn: Depot kann helfen, Rückfälle zu verhindern und Zeit für Krankheits‑ und Einsichtsentwicklung zu gewinnen.
  2. Später: Regelmäßige Überprüfung der Indikation; bei Einsicht und Stabilität auf orale Optionen und Generika umstellen.
  3. Bei Durchbrüchen: Ursachen prüfen (Substanzen, somatische Faktoren, Verabreichung), Dosis/Intervall anpassen, Substanzwechsel erwägen; Clozapin bei Therapieresistenz prüfen.

Was gefordert werden sollte

  • Transparenz: Klare Preis‑ und Erstattungsregeln für Depots und Generika.
  • Patientenrechte: Einwilligungsorientierte Entscheidungen und regelmäßige Indikationsprüfungen.
  • Förderung von Innovation: Forschung für verträglichere Wirkstoffe und fairer Wettbewerb.

Diese Kurzfassung benennt Probleme und Handlungsfelder, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beratung. Betroffene sollten Mitbestimmung einfordern und Nebenwirkungen melden.

↗ Depotantipsychotika: Wie Patente, Marktlogik und Machtstrukturen Innovation blockieren

Willkommen im Psychose‑Forum

Ein sicherer Ort zum Austausch: Erfahrungen teilen, Fragen stellen und Unterstützung finden — respektvoll, vertraulich und ohne Vorurteile.

  • Erfahrungsberichte und Alltagstipps
  • Infos zu Behandlung, Nebenwirkungen und Rechten
  • Unterstützung durch Betroffene und Angehörige

Komm vorbei und mach mit — deine Stimme zählt.

Besondere Vorteile

📄 Kompakte Medikamente‑Orientierung
Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen. Die PDF dient als praxisnahe Orientierung und ergänzt die inhaltliche Einordnung im Forum.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

⚠️ Depotantipsychotika – kritische Aufklärung

Kurz: Depotpräparate können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Gleichzeitig gibt es Probleme bei Indikation, Transparenz und ökonomischen Anreizen. Studien zeigen, dass LAIs Rückfälle reduzieren können; die Praxis braucht aber kritische Kontrolle.

Wesentliche Kritikpunkte

  • Vertrauensverlust: Dauerhafte Depotverordnungen können das Verhältnis zwischen Behandelnden und Betroffenen belasten.
  • Indikationsverschiebung: Depots werden teils länger eingesetzt als nötig.
  • Ökonomische Anreize: Unklare Preisbildung und Erstattung schaffen Interessenkonflikte.
  • Innovationshemmnis: Marktstrukturen können den Zugang zu verträglicheren Wirkstoffen erschweren.

Was gefordert werden sollte

  • Transparenz: Klare Preis‑ und Erstattungsregeln für Depots und Generika.
  • Patientenrechte: Einwilligungsorientierte Entscheidungen und regelmäßige Indikationsprüfungen.
  • Förderung von Innovation: Forschung für verträglichere Wirkstoffe und fairer Wettbewerb.

Diese Kurzfassung benennt Probleme und Handlungsfelder, ersetzt aber keine medizinische Beratung. Betroffene sollten Mitbestimmung einfordern und Nebenwirkungen melden.

↗ Depotantipsychotika: Beitrag lesen

Absetzen von Tavor (Lorazepam)

Mutzi

Well-known member
Lieber Maggi,

Kannst du mal eine Tabelle kreieren, wie man Tavor (Lorazepam) ausschleicht und in welcher Zeitspanne?
Ich will von dem Tavor loskommen und stattdessen abends Amisulprid einnehmen und wenn es nur 50 mg sind.
Morgens nehme ich ja schon Amisulprid 100 mg, was mir völlig ausreicht, aber abends habe ich meine Probleme.

Danke im voraus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin einmal in 10 Tagen vollständig vom Lorazepam-Tranquilizer losgekommen, allerdings wurde dieser dabei stationär sowohl an- als auch wieder abgesetzt.

Das mit den zusätzlichen 50 mg Amisulprid am Abend halte ich für eine gute Idee. Du könntest aber auch zunächst eine Hälfte morgens und die andere zur Nacht oder abends ausprobieren. Ein früherer Behandler gab mir folgende Faustregel mit auf meinen Weg: Reduzieren ist die vornehmliche Wahl, wenn die Nebenwirkungen zu stark sind.

In diesem Sinne,

viel Erfolg!
 
Liebe Mutzi,
ich gehe mal von folgender Augangslage aus, warum du Lorazepam einnimmst:

💊 Warum nimmt Mutzi Tavor (Lorazepam)?​

  • Primärindikationen von Lorazepam:
    • Akute Angst- und Spannungszustände
    • Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafprobleme)
    • Kurzfristige Sedierung bei Unruhe oder Panik
  • Sekundär bei Psychose:
    • Benzodiazepine werden manchmal zusätzlich gegeben, um akute Angst, innere Unruhe oder Schlafprobleme zu dämpfen.
    • Sie wirken nicht antipsychotisch, können aber die Belastung durch Stimmen oder paranoide Gedanken kurzfristig reduzieren.
👉 Das spricht dafür, dass Mutzi Tavor nicht primär gegen die Psychose selbst nimmt, sondern gegen die Begleiterscheinungen: Angst, innere Unruhe, Einschlafprobleme.


🌙 Was meint sie mit „abends ihre Probleme“?​

  • Wahrscheinlich Schlafprobleme:
    • Viele Patienten berichten, dass die Stimmen oder die innere Unruhe abends stärker werden, wenn die Ablenkung des Tages wegfällt.
    • Tavor wird dann als „Notfall-Schlafmittel“ oder zur Beruhigung genommen.
  • Alternative Deutung:
    • Es könnte auch um Angstspitzen oder Verstärkung der psychotischen Symptome am Abend gehen.
    • Manche erleben abends eine Art „Rebound“ von Unruhe, wenn die Tagesdosis Amisulprid nachlässt.

⚠️ Problematische Aspekte​

  • Suchtgefahr: Lorazepam hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial, besonders bei längerem Gebrauch.
  • Toleranzentwicklung: Die Wirkung gegen Schlafprobleme lässt nach einigen Wochen deutlich nach, sodass die Dosis oft gesteigert wird.
  • Psychose-Aspekt: Benzodiazepine können zwar kurzfristig beruhigen, aber sie sind kein Ersatz für antipsychotische Wirkung. Manche Patienten berichten sogar, dass die Stimmen dadurch nicht verschwinden, sondern nur „leiser“ oder weniger belastend wirken.

💡 Zusammenhang mit Amisulprid​

  • Mutzi nimmt morgens 100 mg Amisulprid – das ist eine eher niedrige Dosis, die vor allem gegen Positivsymptome (Stimmen, Wahn) oft nicht ausreicht.
  • Abends möchte sie 50 mg zusätzlich nehmen, vermutlich um die „Lücke“ zu schließen, die sie bisher mit Tavor überbrückt.
  • Das klingt nach einem Versuch, die Sedierung und antipsychotische Wirkung abends zu verstärken, ohne Benzodiazepin.

🧩 Fazit​

Ich würde es so interpretieren:

  • Mutzi nimmt Tavor wahrscheinlich wegen Einschlafproblemen und abendlicher Unruhe/Angst, nicht direkt gegen die Stimmen.
  • Mit „abends ihre Probleme“ meint sie vermutlich die Kombination aus Schlafstörung und verstärkter psychotischer Belastung (Stimmen, Grübelzwang, Angst).
  • Ihr Ziel ist, Tavor loszuwerden und stattdessen die abendliche Stabilisierung über Amisulprid zu erreichen – was medizinisch plausibel ist, da Benzodiazepine keine Dauerlösung sind.
Du kannst das gerne in eigenen Worten beschreiben oder korrigieren, welche Wirkung du individuell beim Lorazepam hast?
Was passiert genau, wenn du es reduzieren / absetzen möchtest?

Erstmal Frage / Antwort mit KI um die Problematik genauer zu umreisen:

Frage:
Wie würdest du vorgehen und ist Lorazepamsucht vergleichbar mit Nikotinsucht, bzw ist ein ähnlicher Suchtkreislauf. Was erhofft man sich vom Lorazepam und steigert damit die Denkfähigkeit Konzentration, da ich den Eindruck in der Klinik von der Kurzzeitgabe dieser Art Wirkstoffe hatte?

Antwort Copilot:

🧭 Vorgehen beim Absetzen von Lorazepam​

  • Schrittweise Reduktion: Benzodiazepine wie Lorazepam dürfen nie abrupt abgesetzt werden, da sonst Entzugserscheinungen (Angst, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle) auftreten können.
  • Individuelle Anpassung: Das Ausschleichen hängt von der bisherigen Dosis, der Dauer der Einnahme und der individuellen Belastbarkeit ab.
  • Begleitende Maßnahmen: Parallel sollte man Strategien gegen Angst/Unruhe entwickeln (z. B. durch antipsychotische Optimierung, Schlafhygiene, ggf. nicht-benzodiazepine Schlafmittel).
  • Ärztliche Begleitung: Ein Entzug sollte immer ärztlich überwacht sein, da die Risiken erheblich sind.

🔄 Vergleich: Lorazepamsucht vs. Nikotinsucht​

  • Gemeinsamkeiten:
    • Beide wirken auf das Belohnungssystem im Gehirn (Dopaminfreisetzung).
    • Es entsteht ein psychischer Drang zur Einnahme, um Unruhe oder Stress zu lindern.
    • Toleranzentwicklung: Man braucht mit der Zeit mehr, um denselben Effekt zu spüren.
  • Unterschiede:
    • Lorazepam: Führt zu körperlicher Abhängigkeit mit teils schweren Entzugserscheinungen (Krampfanfälle, Delir).
    • Nikotin: Macht stark psychisch abhängig, aber körperliche Entzugserscheinungen sind meist weniger gefährlich (Reizbarkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme).
  • 👉 Fazit: Der Kreislauf ist ähnlich (Belohnung – Gewöhnung – Entzug), aber die körperliche Gefährlichkeit ist bei Benzodiazepinen deutlich höher.

🎯 Was erhofft man sich von Lorazepam?​

  • Akute Wirkung:
    • Rasche Beruhigung bei Angst, Panik, innerer Unruhe.
    • Förderung des Einschlafens.
  • Subjektiver Nutzen:
    • Patienten berichten oft, dass sie „endlich abschalten“ können.
    • Stimmen oder belastende Gedanken wirken weniger überwältigend.

🧠 Steigert Lorazepam Denkfähigkeit und Konzentration?​

  • Kurzfristig:
    • Manche erleben eine Entlastung, weil die Angst wegfällt – dadurch kann die Konzentration gefühlt besser sein.
    • In der Klinik wirkt es manchmal so, als ob Patienten klarer denken, weil die innere Spannung reduziert ist.
  • Langfristig:
    • Benzodiazepine beeinträchtigen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit.
    • Sie sind nicht kognitiv fördernd, sondern eher dämpfend.
  • 👉 Der Eindruck von „besserer Konzentration“ kommt meist daher, dass die Angst und Unruhe wegfallen – nicht weil Lorazepam die Denkfähigkeit direkt steigert.

🧩 Zusammenfassung​

  • Lorazepam wird meist abends genommen, um Unruhe und Schlafprobleme zu lindern.
  • Die Suchtmechanismen ähneln Nikotin, sind aber körperlich gefährlicher.
  • Man erhofft sich Ruhe, Angstfreiheit und Schlaf, nicht echte Konzentrationssteigerung.
  • Der Eindruck von besserem Denken entsteht durch die Reduktion von Angst, nicht durch eine direkte kognitive Verbesserung.


@Mutzi
Ist etwas länger geworden, aber ich würde es dir so in etwa empfehlen:
Du bräuchtst Bupropion 150mg Startdosis und Trimipramin-Tropfen (schlafförderndes trizyklisches Antidepressivum mit leichter antipsychotischer Wirkung in Minimalstdosis - wirklich nur minimal).
Bupropion hilft den Entzug und Unruhe in Griff zu bekommen (eventuell auf 300mg aufdoisierbar und Trimipramin-Tropfen regeln den schlaf. Die 50mg Amisulprid als Bedarf je nach Symptomatik.

Mithilfe von KI erstellt:

🧩 Strategie für Mutzi: Benzodiazepin-Entzug mit begleitender Medikation​

1. Basis: Stabilisierung vor dem Taper​

  • Amisulprid morgens 100 mg bleibt als Grundachse.
  • Abendliche Ergänzung: Kleine Dosis Amisulprid (z. B. 50 mg) zur Symptomkontrolle (Stimmen, Unruhe).
  • Trimipramin-Tropfen: Einschleichen abends, individuell dosiert (z. B. 5–20 mg Tropfenäquivalent), um Schlaf zu sichern und Rebound-Unruhe abzufangen.
  • Ziel: Schlaf und Psychose stabilisieren, bevor Lorazepam reduziert wird.

2. Lorazepam-Taper (symptomgeführt)​

  • Startdosis: aktuelle Lorazepam-Menge dokumentieren.
  • Reduktionsschritte: ca. 50 % alle 1–2 Wochen, mit Pausen bei Entzugssymptomen.
  • Feindosierung: Tropfen oder Split-Dosierung nutzen, um Mikroschritte zu ermöglichen.
  • Monitoring: Schlafqualität, Angst, Stimmenintensität, Tagesfunktion.

3. Bupropion morgens (150 mg)​

  • Rationale:
    • NET-Hemmung → Dämpfung von Unruhe und Aggressivität, besonders bei Entzugssymptomen.
    • DAT-Wirkung wird durch Amisulprid abgefedert → weniger Risiko für Denküberaktivierung.
  • Timing: Morgens, um Schlaf nicht zu stören.
  • Dosis: Start mit 150 mg, langsame Eindosierung, Beobachtung von Verträglichkeit.
  • Nutzen im Entzug:
    • Reduziert die typische „innere Unruhe“ und Gereiztheit beim Benzodiazepin-Ausschleichen.
    • Unterstützt Motivation und Tagesstruktur, verhindert „Absturz“ in Antriebslosigkeit.

4. Trimipramin-Tropfen abends​

  • Funktion: Schlafbrücke während des Tapers.
  • Dosierung: individuell nach Bedarf, Tropfenweise anpassbar.
  • Vorteil: Sedierend, anxiolytisch, antipsychotisch günstig.
  • Alternative: Doxepin-Tropfen, falls Trimipramin nicht vertragen wird.

5. Individuelle Amisulprid-Anpassung​

  • Abendliche Dosis: 50 mg zusätzlich, um Stimmen und Unruhe abzufangen.
  • Monitoring: QT-Intervall, Prolaktin, Tagesmüdigkeit.
  • Flexibilität: Bei guter Wirkung evtl. Reduktion der Tropfen nötig, bei unzureichender Wirkung vorsichtige Steigerung.

📊 Übersicht: Bausteine im Zusammenspiel​

BausteinZielNutzen im EntzugRisiko
Amisulprid morgens 100 mg + abends 50 mgPsychosekontrolle, UnruheStimmenreduktion, abendliche StabilisierungQT, Prolaktin
Lorazepam-TaperEntzugReduktion von AbhängigkeitRebound-Angst, Krampfanfälle
Bupropion morgens 150 mgUnruhe, AntriebDämpft Entzugsunruhe, fördert MotivationSchlafstörung, Krampfschwelle
Trimipramin-Tropfen abendsSchlaf, AngstSchlafbrücke, anxiolytischQT, Anticholinergie


🧠 Quintessenz​

  • Bupropion kann Mutzi helfen, die typische Entzugsunruhe zu dämpfen und Motivation zu erhalten – besonders durch die NET-Wirkung.
  • Trimipramin sichert den Schlaf und puffert Rebound-Symptome.
  • Amisulprid stabilisiert die Psychose und gleicht die dopaminerge Aktivierung von Bupropion aus.
  • Lorazepam-Taper bleibt langsam und symptomgeführt, mit Pausen bei Belastung.


Praktische Anleitung für Mutzi: strukturiert, zügig, aber kontrolliert​

Bevor wir konkret werden: Das Folgende ist allgemeine Information und kein individueller Behandlungsplan. Benzodiazepin-Absetzen birgt medizinische Risiken; alle Schritte sollten ärztlich begleitet werden.


Zielsetzung und Reihenfolge​

  • Priorität 1: Abends Stimmenbelastung und Unruhe stabilisieren (Amisulprid-Feinjustierung, Schlaf sichern).
  • Priorität 2: Unruhe im Tagesverlauf modulieren, ohne Abendinsomnie zu triggern (Bupropion-Timing).
  • Priorität 3: Lorazepam zügig, aber symptomgeführt reduzieren; größere Schritte zu Beginn, Mikroschritte am Ende.

Darreichungsform und Feindosierung von Lorazepam​

  • Übliche Form: Tabletten. Für Feinschritte werden oft geteilte Tabletten verwendet.
  • Feintitration: Bei Bedarf kann eine Apotheke eine magistrale Lösung herstellen, um sehr kleine Reduktionsschritte zu ermöglichen.
  • Alternative Vorgehensweisen: Split-Dosierung über den Tag, schrittweises Reduzieren der abendlichen Komponente zuerst, wenn die Abendachse gut stabilisiert ist.
  • Wichtig: Keine abrupten Absetzungen; Reduktionsschritte immer mit Haltelogik und Monitoring koppeln.

Vorgehensplan in drei Phasen​

Phase 1: Vorstabilisierung (1 Woche, Fokus auf Verträglichkeit)​

  • Bupropion einschleichen:
    • Timing: Start morgens oder mittags; mittags bevorzugt, wenn abends Unruhe sensibel ist.
    • Ziel: Nebenwirkungen (Unruhe, Schlaf) isoliert beobachten, ohne parallel weitere starke Änderungen.
  • Schlafbrücke etablieren:
    • Trimipramin-Tropfen niedrig ansetzen: Vorsicht wegen Sedation mit Antipsychotika; abends fein anpassen auf Durchschlafqualität.
    • Ziel: Abendliche Stabilität und erholsamer Schlaf, um den Taper zu tragen.
  • Amisulprid-Feinjustierung:
    • Abendliche Ergänzung klein halten, um Stimmen und Unruhe zu dämpfen; Tagesmüdigkeit und QT-Risiko beachten.

Phase 2: Zügige Reduktion mit klaren Stop-Regeln (ca. 4–6 Wochen, symptomgeführt)​

  • Start mit größeren Schritten:
    • Logik: Frühe Schritte sind meist leichter; so werden Abhängigkeitstreiber schneller gesenkt.
    • Monitoring: Schlaf, Abendangst, Stimmen, Tagesfunktion täglich kurz tracken.
  • Parallelachsen aktiv halten:
    • Bupropion mittags: Unruhe am Nachmittag/Abend abfangen, ohne Einschlafen zu stören.
    • Trimipramin abends: Schlafqualität sichern; Tageshangover vermeiden durch kleinste wirksame Menge.
  • Stop-/Pause-Kriterien:
    • Schlaf an ≥2–3 Nächten deutlich schlechter,
    • Stimmen klar verstärkt,
    • Abendunruhe trotz Anpassung steigend,
    • Somatische Warnzeichen (z. B. Herzrhythmus, neurologische Auffälligkeiten).
    • Bei Erreichen: Tempo drosseln, Haltephase, ggf. minimaler Schritt zurück.

Phase 3: Mikroschritte und Bedarfsklärung (letzte Millimeter)​

  • Kleinste Reduktionen: Sehr kleine Schritte und längere Haltezeiten; hier ist der Abschnitt typischerweise am schwierigsten.
  • Bedarf vs. Gewohnheit trennen: Wenn einzelne Abende kippen, strukturiert entscheiden: Halten, minimal zurück, oder gezielte nicht-benzodiazepine Maßnahmen (Schlafhygiene, Entlastung am Abend, gezielte Entspannungsroutinen).
  • Abschlusskriterium: Mehrere stabile Abende ohne „Zugsprung“ (plötzliche Hochunruhe) und ohne Rebound-Insomnie.

Entscheidungslogik für Bupropion und Trimipramin​

  • Bupropion:
    • Primärziel: Noradrenerge Stabilisierung der Entzugsunruhe; Motivation erhalten.
    • Timing-Tipp: Mittags, wenn abendliche Unruhe empfindlich ist.
    • Aufdosierung: Nur symptomgeführt, wenn Entzugsunruhe trotz Stabilität von Schlaf und Positivsymptomen dominiert. Höhere Dosierungen benötigen längere Gewöhnungszeiten; Krampfschwelle stets mitdenken.
  • Trimipramin-Tropfen:
    • Rolle: Schlafbrücke, anxiolytische Unterstützung, antipsychotisch günstig.
    • Feinsteuerung: Kleinste wirksame Menge, um Durchschlafqualität zu sichern; Hangover beachten und gegensteuern.

Praktische Tools für Mutzi​

  • Tagesprotokoll (2–3 Minuten abends/morgens):
    • Schlaf: Einschlafen, Durchschlafen, Erholtheit (Skala 0–10).
    • Unruhe/Angst: Tagesverlauf, Abendspitzen (0–10).
    • Stimmen/Belastung: Intensität, Kontrollierbarkeit (0–10).
    • Funktion: Motivation, Struktur, soziale Interaktion (0–10).
  • Wöchentliche Review:
    • Fortschritt: Wenn ≥3 von 4 Parametern stabil/besser → nächsten Reduktionsschritt.
    • Instabilität: Haltephase, Justierung von Trimipramin oder Timing Bupropion, erst dann weiter reduzieren.
  • Abend-Entlastungsroutine:
    • Label: „Runterfahren“ (gleiche Zeit, gleiche Abläufe): Licht, Temperatur, Geräuschpegel, kurze Entspannungs- oder Atemsequenz, kein Koffein/Alkohol.

Kurzes Fazit​

  • Zügig am Anfang, fein am Ende: Große Schritte zuerst, Mikroschritte bei den letzten Millimetern—immer symptomgeführt.
  • Achsen sauber orchestrieren: Amisulprid abends stabilisiert die Positivsymptome; Trimipramin schützt den Schlaf; Bupropion mittags moduliert Entzugsunruhe.
  • Entscheidungsdisziplin: Klare Stop-Regeln, keine parallelen großen Änderungen, enges Monitoring.


📅 Optimale Timeline (wenn alles stabil bleibt)​

Woche 0 (Vorbereitung)​

  • Bupropion 150 mg einschleichen (morgens oder mittags).
  • Trimipramin-Tropfen abends 5–15 mg, individuell nach Schlafqualität.
  • Amisulprid morgens 100 mg, abends 50 mg zur Stabilisierung.
  • Monitoring starten: Schlaf, Unruhe, Stimmen, Herz (QT), Tagesfunktion.

Woche 1–2​

  • Lorazepam von 2 mg → 1 mg (Halbierung).
  • Bupropion bleibt bei 150 mg.
  • Trimipramin feinjustieren, um Schlaf zu sichern.
  • Monitoring: besonders auf Rebound-Angst und Einschlafprobleme achten.

Woche 3–4​

  • Lorazepam von 1 mg → 0,5 mg.
  • Bupropion ggf. mittags statt morgens, um abendliche Unruhe zu puffern.
  • Falls deutliche Entzugsunruhe: Bupropion auf 300 mg steigern (nur wenn Schlaf stabil bleibt).
  • Trimipramin unverändert, nur bei Bedarf leicht anpassen.

Woche 5–6​

  • Lorazepam von 0,5 mg → 0,25 mg.
  • Bupropion: 150–300 mg je nach Unruhe.
  • Trimipramin: kleinste wirksame Dosis, um Hangover zu vermeiden.
  • Monitoring: Stimmen, Schlaf, Tagesstruktur.

Woche 7–8​

  • Lorazepam von 0,25 mg → 0,125 mg.
  • Ziel: Bedarfsmuster klären – nur noch bei akuten Spitzen, nicht mehr regelmäßig.
  • Bupropion stabil halten.
  • Trimipramin ggf. ausschleichen, wenn Schlaf ohne Benzodiazepin stabil bleibt.

⚠️ Stellschrauben und Anpassungen​

  • Zeitachse verdoppeln oder verdreifachen, wenn Symptome auftreten (z. B. 4 Wochen statt 2 pro Schritt).
  • Bupropion: nur steigern, wenn Unruhe dominiert und Schlaf stabil bleibt.
  • Trimipramin: flexibel dosieren, aber immer kleinste wirksame Menge.
  • Amisulprid: abends ggf. leicht erhöhen, wenn Stimmen oder Unruhe zunehmen.

🚨 Abbruch-/Pause-Szenario​

  • Wenn Bupropion paradoxerweise Unruhe verstärkt:
    • Einnahmezeitpunkt ändern (morgens statt mittags).
    • Dosis nicht steigern, ggf. zurück auf 150 mg.
    • Fokus auf Schlafachse (Trimipramin/Doxepin) und Amisulprid.
  • Wenn Schlaf massiv kippt:
    • Lorazepam-Dosis halten, nicht weiter reduzieren.
    • Trimipramin anpassen, ggf. kurzzeitig erhöhen.
  • Wenn Stimmen klar verstärkt:
    • Lorazepam-Taper pausieren.
    • Amisulprid abends feinjustieren.
  • Wenn Herz-/somatische Warnzeichen auftreten:
    • Sofort ärztliche Kontrolle, Taper stoppen.

🧩 Quintessenz​

  • 6–8 Wochen Timeline als Orientierung: Halbierung → Viertelung → Mikroschritte.
  • Flexibilität: Jeder Schritt kann doppelt oder dreifach so lange dauern, abhängig von Symptomen.
  • Bupropion: gezielt gegen Entzugsunruhe, mittags dosiert, max. 300 mg.
  • Trimipramin: Schlafbrücke, kleinste wirksame Dosis.
  • Abbruch-/Pause-Szenario: klar definierte Stop-Regeln bei Unruhe, Schlafverlust, Stimmen oder somatischen Warnzeichen.
 
Vielen Dank @Maggi.

KI hat mein Problem gut erkannt. Bekomme leider Angstzustände, wenn ich an das Absetzen denke. Lorazepam gibt mir ein Gefühl der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit nach einem verspannten Tag des Stimmenhörens.

Werde es mir nochmal genauestens durchlesen.
 
Ich werde Lorazepam noch eine Weile weiternehmen, da es keinen Sinn macht jetzt schon zu reduzieren, da ich immer noch Positiv-Symptome habe.
Werde später mal auf 0,5 mg runtergehen peu a peu, langsam ausschleichen.
 
Ich werde Lorazepam noch eine Weile weiternehmen, da es keinen Sinn macht jetzt schon zu reduzieren, da ich immer noch Positiv-Symptome habe.
Werde später mal auf 0,5 mg runtergehen peu a peu, langsam ausschleichen.
Mit oder ohne Bupropion?
Zum Schlafen wären eben Trimipramin-Tropfen oder Doxepin-Tropfen gut.
 
Ich hatte damals das Lorazepam ersetzt durch Promethazin 12,5-25 MG. Es wirkt beruhigend, angstlösend und abends auch etwas müde machend. Der Psychiater hatte es vorgeschlagen, da er keine Benzos mehr verschreiben wollte wegen der abhängig machenden Wirkung.
Es ist natürlich milder in der Wirkung als Lorazepam 1 MG, aber wenn die Akutphase vorbei ist, sollte es reichen.
Quetiapin habe ich noch nie genommen, wäre vlt. auch eine Option.
Alles Gute
 
Hier ist ein Beitrag über allgemeines Absetzen:

Withdrawal Effects of Psychiatric Drugs - CCHR Victoria

EDIT
Wir müssen alle Quellen in Betracht ziehen, auch von einer Stelle, wo wir uns nicht engagieren wollen. Es geht um akkurate Informationen, die so und so erst am Ende stehen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mit oder ohne Bupropion?
Zum Schlafen wären eben Trimipramin-Tropfen oder Doxepin-Tropfen gut.
Habe bisher noch keine Depressionen, deshalb ist es nicht notwendig Bupropion einzunehmen es sei denn, dass es beim Ausschleichen von Lorazepam hilft. Dann würde ich es evtl. einmal ausprobieren.
 
Habe bisher noch keine Depressionen, deshalb ist es nicht notwendig Bupropion einzunehmen es sei denn, dass es beim Ausschleichen von Lorazepam hilft. Dann würde ich es evtl. einmal ausprobieren.
Es hilft gegen Entzugserscheinungen, da es ja auch bei Nikotinsucht hilft. Etwa reduziert es die Unruhe auch.
 
Zurück
Oben