Das ist ja sehr interessant. Aber wie überzeuge ich meinen Arzt auf diese Dosis umzusteigen?
Lass dich doch einfach auf Tabletten umstellen, die sind auch so preislich günstiger und du kannst in Absprache mit dem Arzt das dann auf die für dich passende Dosis reduzieren. Die 10 und 15 mg Aripiprazol-Tabletten müssten teilbar sein, also würde ich dir vorschlagen auf eines der beiden umzustellen und dann schrittweise zu reduzieren. Am Einfachsten wäre 15mg da du diese auch als 3/4 Teil einnehmen könntest und bei Halbierung dann erstmal bei 7,5mg wärst.
Das 400mg Depot müsste 15mg entsprechen. Dann kommst du auf 7,5mg bei einer halben Tablette runter, was von der Wirkung häufig ausreicht.
Beim nächsten oder übernächsten Termin kannst du dann zusätzlich dir 10mg oder 5mg aufschreiben lassen. Bei mir sind etwa die Termine meist so vierteljährlich. So könntest du es dann Timen erst 3/4 Tablette von 15mg
Du kannst normal das Depot verweigern, also dann muss dir dein Arzt normal ein Tablettenmedikament auf Wunsch aufschreiben.
Die Dosisreduktion liegt normal, selbst wenn dein Psychiater Nein sagt, erstmal in deinem Ermessen, ist schließlich deine Gesundheit und dauerhaft zu hohe Dosierungen sollte man kritisch sehen und entspricht auch den Leitlinien für Schizophrenie da entsprechend reduzieren zu können.
3/4 von 15mg wären 11,25mg, dann könntest du ein viertel Jahr später auf 1/2 also 7,5mg reduzieren und dir da die 10mg Tabletten oder 5mg Aripiprazol aufschreiben lassen. Besprechen solltest du deine Absetzschritte und Veränderungen.
Auf 5mg kann die Rezeptorbelegung noch sehr gut sein, was selbst im Akutfall wirksam sein kann.
Von weiteren Dosisreduktionen würde ich dir abraten, da 2,5 mg häufig zu schwach ist, also man da über Monate hinweg schleichend eine Psychose entwickeln kann. Auch 5 mg kann zu wenig sein und sich nach Monaten eine Instabilität einstellen, von daher würde ich das Minimum ein halbes Jahr beibehalten.
Das wäre dann ungefähr 1 Jahr nach erster Dosisreduktion auf 11,5 mg.
Ergänzend:
Wenn du stabil bist, dann wäre später auch die Intervalltherapie von Aripiprazol mit ergänzendem Bupropion eine Überlegung wert. Bevor du also glaubst, 5 mg Aripiprazol weiter absetzen zu müssen, würde ich dir dringend raten, nach dieser
Medikamente-Empfehlung dich zu richten und vor der ersten Einnahme von Bupropion TDM (Therapeutisches Drug Monitoring) machen zu lassen, um die Blutspiegelveränderung vom Aripiprazol sichtbar zu machen. Bupropion hemmt CYP2D6, welches ein Enzym ist, was Aripiprazol neben CYP3A4 für die Verstoffwechslung braucht. Damit kann sich der Blutspiegel um ca. 20–40 % steigern, nur haben wir da keine Goldstandard-Studie, also keine eindeutige Datenlage. 40 % Dosisanstieg wäre bei 5 mg Aripiprazol kein Problem, bei 15 mg aber schon. Von daher sollte vorher TDM durch dazugehörige Blutentnahme gemacht werden, damit die jeweiligen Medikamentespiegel bei dir vor Bupropioneinnahme gemessen werden, um anschließend nach der Bupropioneinnahme das etwa zum nächsten vierteljährlichen Termin auf Veränderungen des Aripiprazol-Spiegels oder anderen CYP2D6-Metabolisierer(Wirkstoffe die darüber abgebaut werden).
Bis dahin wäre ja noch Zeit und dann kann/sollte ich dir das genau erklären, da es im Grunde meine Erfahrung ist und bei mir sehr gut funktioniert hat, aber man weitere Eckdaten dabei beachten sollte.
Vor Intervalleinnahme vom Aripiprazol sollte Bupropion auf 300 mg gesteigert werden und im Idealfall auch in diesem Schritt ein SSRI Antidepressivum, idealerweise Citalopram ergänzt werden, wobei sich Escitalopram und Sertralin ebenso eignen sollten. Sertralin wäre etwa bei Herzpatienten etwas besser, da die QT-Verlängerungen milder sind.
Das Citalopram hilft etwa, um einerseits Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen (Blasenschwäche) oder mögliche Verstopfungssymptome zu prophylaktisch vermeiden oder dagegenzuwirken, falls diese auftreten.
Dazu kommt, wenn Aripiprazol für etwa ein viertel Jahr abgesetzt wird (durch die konstante tägliche Einnahme von Bupropion erst möglich), dann steigen in dieser ersten Absetzphase Libido und Emotionalität an, was sich durchs SSRI auf eine gewünschte Stärke dämpfen lässt, je nach Dosierung. Emotionalität würde ansonsten eher wahnhaftes begünstigen, wenn man sich immer mehr auf die Gefühle verlässt und das könnte auch ins melancholisch Depressive kippen. Mit Citalopram Dosierungen um 10–40 mg kann man das individuell auf die eigenen Bedürfnisse einstellen, damit weder Libido überschwappt noch Emotionalität, was in diesen ersten Absetzphasen durchs Weglassen vom Aripiprazol ansonsten stark ansteigen kann.
Gleichzeitig rundet ein SSRI Antidepressivum (Citalopram) welches selektiv auf Serotonin wirkt, die Wirkung vom Bupropion NDRI ab, welches auf Noradrenalin und Dopamin im Verhältnis 2:1 wirkt. Beide gleichzeitig genommen können also Nebenwirkungsvorteile haben, aber vieles richtet sich letztendlich nach dem individuellen Bedarf, wobei man später Citalopram reduzieren kann und etwa ganz absetzen oder mit Trazodon SARI ersetzen kann.
Würde jetzt aber den Rahmen sprengen. So wenn du es schaffst erstmal nur das Aripiprazol zu reduzieren, ist das schonmal ein großer Verträglichkeitsgewinn, wobei das eben individuell unterschiedlich ist, also du dann bei 5–10 mg Tagesdosis Aripiprazol liegen kannst. Das als Monotherapie würde erstmal ausreichen.