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Risperidon absetzen + Abilify nun

Saba94

New member
Hallo liebes Forum,

mir ist bewusst, dass das Thema "Risperidon absetzen" bereits besteht, jedoch habe ich zu meinem Thema keinen passenden Thread gefunden - deshalb hier meine Bitte um Hilfe/Meinungen.
Die Mutter meines Partners ist paranoid schizophren, wodurch mein Partner die Sorge hatte, dass er auch daran erkranken könnte. Er ist 20 Jahre alt, hat während seiner Jugend Drogen konsumiert - ist aber bereits seit über 3 Jahren "clean". Drogen konsumiert bedeutet hauptsächlich marihuana, jedoch auch den Versuch von Pillen. Hier jedoch nur wenige Male. Er hatte keine bleibenden Schäden vor der Therapie.

Zur Therapie: Er ist zu einer Ärztin in Berlin gegangen, um sich beraten zu lassen. Führte auf: "Ich habe die Sorge, dass ich auch an Schizophrenie erkranken könnte und bin hier zur Vorsorge." - Führte auch auf, dass er durch die Uni und seine Mutter sehr gestresst ist und 2x im Monat seinen Namen rufen hört. Hier sagte ich ihm: Das ist normal.. manchmal höre ich auch meinen Namen rufen und dann war doch nur wer anders gemeint oder ein Namendreher der so klang wie mein Vorname.
Die Ärztin entschied sich dazu ihm nach einem 15 Minuten-Gespräch "Risperidon" zu verschreiben, zunächst mit 0,5 mg. Er nahm die Tabletten, spürte die ersten Tage nur Müdigkeit, dann ein "ich hab den Kopf nun frei und kann mich besser auf die Uni konzentrieren" und dann das Gefühl von Leere. Einige Tage später folgten dann Suizidgedanken, bishin zu einem einmaligen Erlebnis, dass er eine Stimme hörte die ihm sagte: "Schluck die Pillen und trinke Alkohol. Das Leben ist nicht mehr Lebenswert." (oder so ähnlich).
Wie gesagt: einmalig.

Er entschied sich die Ärztin nochmal aufzusuchen, die ihm dann dazu riet auf 1 mg umzusteigen, damit die Suizidgedanken nachlassen. Da er jedoch vor der ersten Einnahme komplett gesund war, wollte er das nicht und setzte das Medikament sofort ab. Daraufhin folgten jedoch (aus meiner Sicht) Entzugserscheinungen. Eigentlich "nur" Suizidgedanken, keine Stimmen, nichts. Lediglich sehr bildhafte und drängende Suizidgedanken. Er besuchte eine Tagesklinik, wurde dort jedoch aufgrund der Einstellung und Beratung der ehemaligen Ärztin in eine Gruppe mit Schizophrenen Menschen zusammengeführt. Was aus meiner Sicht der falsche Weg ist, da er vor dem Medikament keinerlei Anzeichen hatte und gerade verzweifelt versucht von dem Medikament loszukommen.

In der Gruppentherapie sollte er das Medikament wieder nehmen. Die ersten 1,5 Wochen - 1 mg Risperidon, danach 0,75 mg Risperidon - und es begannen die Suizidgedanken erneut. Der Psychiater der Tagesklinik hat ihn nun in stationäre Therapie überwiesen, dort ist er nun seit einigen Tagen und fühlt sich unfassbar unwohl. Er kommt nicht raus, kann sich mit den Menschen dort nicht identifizieren und "muss" zusätzlich zu Risperidon 1 mg nun auch noch Abilify nehmen - obwohl er das gar nicht möchte. Er möchte von den Tabletten weg! Er fühlt sich ausgelaugt, realitätsfern und verzweifelt.

Nun meine Frage: Wie können wir das am besten schaffen? Gibt es nicht irgendeine Kombination die man zusätzlich zum absetzen nehmen könnte, im Sinne von eines Beruhigung/Angstlösenden Medikaments wie zum Beispiel Melperon? Denn so, fällt er immer wieder in diese Situation zurück, dass er sich Hilfe sucht und auf stärkere Medikamente gesetzt wird. Ich habe in einem anderen Thread gelesen, dass diese "Absetzpsychosen" bei Risperidon nicht unüblich sind..
Wir wohnen in Berlin, ich hatte ihm aber vorgeschlagen, dass wir während des Absetzens die Stadt verlassen und eher an einen Ort gehen an dem es ruhig, entspannt und schön ist. Um Spazieren zu gehen, Sport zu machen, sich abzulenken und solche Dinge.
Oder könnt ihr vielleicht einen Arzt innerhalb Deutschlands empfehlen der wirklich Ahnung von seinem Fachgebiet hat? Hier habe ich den Eindruck, dass es die meisten nicht wissen und einfach ein Medikament verschreiben dass ruhig stellt.

Danke euch vielmals..

Viele Grüße
 
Nun meine Frage: Wie können wir das am besten schaffen? Gibt es nicht irgendeine Kombination die man zusätzlich zum absetzen nehmen könnte, im Sinne von eines Beruhigung/Angstlösenden Medikaments wie zum Beispiel Melperon? Denn so, fällt er immer wieder in diese Situation zurück, dass er sich Hilfe sucht und auf stärkere Medikamente gesetzt wird. Ich habe in einem anderen Thread gelesen, dass diese "Absetzpsychosen" bei Risperidon nicht unüblich sind..
Wir wohnen in Berlin, ich hatte ihm aber vorgeschlagen, dass wir während des Absetzens die Stadt verlassen und eher an einen Ort gehen an dem es ruhig, entspannt und schön ist. Um Spazieren zu gehen, Sport zu machen, sich abzulenken und solche Dinge.
Oder könnt ihr vielleicht einen Arzt innerhalb Deutschlands empfehlen der wirklich Ahnung von seinem Fachgebiet hat? Hier habe ich den Eindruck, dass es die meisten nicht wissen und einfach ein Medikament verschreiben dass ruhig stellt.
Hier im Forum könnt ihr euch durch mich gut beraten lassen. Ich bin zwar kein Arzt, habe aber einerseits viele Eigenerfahrungen mit den Medikamenten und das medikamentöse zur Schizophrenie und anderen psychischen Erkrankungen nahezu umfänglich mir beigebracht, wo eben die Standardmedizin bei Schizophrenie versagt und die Ärzte häufig selbst nur mäßig informiert sind.

Risperidon macht eher auch kognitive Probleme, also ist im Rahmen eines Studiums oder Weiterbildung eher schwere Kost. Es wird zwar häufig eingesetzt, aber hat viele Nebenwirkungen, weshalb man das zumindest im späteren Verlauf wechseln sollte, auch wenn anfänglich so eine Dämpfung und Sedierung auch positive Aspekte hat.
Aripiprazol (Abilify) könnte dein Partner einzeln einnehmen, was häufig ab 5mg gut wirkt und gleichzeitig antidepressiv ist. Aripiprazol erhält die Kognitionen, also die geistige Leistungsfähigkeit besser aufrecht als die üblichen Atypischen Neuroleptika die meist Antagnoisten sind. Aripiprazol ist Partialagonist und aktiviert quasi das Dopamin und blockiert es gleichzeitig, was deutlich weniger Nebenwirkungen machen kann. Dazu braucht er kein Risperidon mehr, weil solche doppeltantipsychotika auch so riskant sind und die Nebenwirkungen da dann eher additiv auftreten.
Aripiprazol ist trotz allem sehr Wirkungsstark und somit ist das zusätzliche Risperidon unnötig, also durch das Aripiprazol sollte er leicht aufs Risperidon verzichten können, da Aripiprazol die Wirkung ersetzt.

Damit dein Partner langfristig das Aripiprazol reduzieren kann, wäre hier im Forum die Intervalltherapie mit dem unterstützenden Bupropion notwendig. Das ist zwar keine offizielle Therapie, die in den Leitlinien steht, da entsprechende Studien fehlen und Intervalltherapie ohne dem Bupropion früher keine positiven Ergebnisse brauchten, aber es ermöglicht mit sehr wenig Antipsychotika auszukommen.
Dabei braucht es stabilisierende Antidepressiva, vor allem das Bupropion NDRI Antidepressivum und zusätzliche ergänzende Antidepressiva, die aber viel unproblematischer als ein Antipsychotikum ist. Damit kann dann das Aripiprazol auf 2-3 Wochen im viertel oder halbjahr reduziert werden.

Aripiprazol wirkt auch ohne Antidepressiva antidepressiv, also sollte Suizidgedanken reduzieren, nur treten bei Psychose und den Medikamenten häufig Negativsymptome wie Motivations- und Antriebslosigkeit auf, die Antipsychotika allgemein eher begünstigen können. Da ist auch diese Intervalltherapie sehr nützlich, da Bupropion dann diese Negativsymptome und kognitive Symptome in den Absetzphasen des Antipsychotikums deutlich reduziert.
Ziel sollte als sein das Antipsychotikum nur vorübergehend durch das täglich stabilisierende Bupropion (und optionale Antidepressiva) abzusetzen. Trotzdem würde über ein viertel bis dreiviertel Jahr ohne dem Aripirpazol es zu Absetzsymptomen kommen und die Antidepressiva würden ihre Wirkung langsam verlieren, deswegen braucht es dann alle 3-8 Monate zumindest für 2-3 Wochen das Aripiprazol, damit hinterher die Antidepressiva wieder voll wirken und positivsymptome im Griff bleiben.

An sich hört sich die Symptomatik schon nach einer Psychose an, was ja auch völlig unabhängig zu den Drogen sein kann, da Drogen den Ausbruch einer richtigen Psychose etwa beschleunigen können. Reine Drogenpsychosen haben bessere Prognosen, so hört sich das aber schon nach einer vererbten chronischen Schizophrenie an, die mit und ohne Drogenkonsum auftreten würde.
Da er mit 20 auch relativ früh dran ist und Psychose bei Männern meist zwischen 20 und 25 Jahren auftritt, wird er die Erkrankung in der Prodromalphase erwischt haben, also früher oder später wäre er dann auch in Therapie gekommen. Probleme in der Schule bei der Konzentration, sich krank fühlen oder leichte Symptome sind in der Vorphase normal, die eben Jahre vor dem richtigen Ausbruch schon leicht durchscheinen. Auch Depressivität kann da vorher da sein, wo man an sich eher zu realistisch oder pessimistisch auf das eigene Leben blickt. Psychose kann in einem guten Behandlungsrahmen auch helfen, Depressionen zu überwinden und das Leben wieder bunter zu machen, wobei ich da auch eher vom Risperidon abraten würde, da diese Leere und auch kognitive Störungen nur teilweise antidepressiv sind. Aripiprazol macht in den kleinen Wirkdosierungen bei 5mg keine solche Leere und ist auch so einzeln schonmal viel verträglicher. Die Intervalltherapie wäre dann im nächsten schritt etwas. Hier findest du die Kurzversion, was ihr euch dann später auch für den Psychiater/in ausdrucken könnt. Hier ist eine Druckversion der Kurzfassung, hier für die Langfassung. Da das Konzept neu und relaiv unbekannt ist, sollte man das direkt mit in die Praxis nehmen, damit der Psychiater sich bis zum nächsten Termin überhaupt ein Bild machen kann, damit er hinterher das notwendige Bupropion und ergänzende Wirkstoffe bekommt, welche diese minimale Intervalleinahme des Antipsychoikum ermöglichen.
 
Mir scheint hier keine Psychose vorzuliegen und falls doch wurde definitiv zu früh etwas unternommen ?

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