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Mein Psychose-Erlebnis

HiesCheeky

New member
Ich habe schon länger das Bedürfnis nieder zu schreiben was ich erlebt habe als ich die Psychose hatte. Dazu muss ich sagen ich war nie besonders gläubig aber das hat sich etwas geändert seitdem ich diese Krankheit hatte. Angefangen hat alles als ich spazieren gegangen bin und plötzlich das Gefühl hatte zu schweben. Alles fühlte sich so leicht an. Der ganze Stress und die Sorgen waren auf einmal nicht mehr da. Ich ging den Weg den ich so oft schon mit meiner Mutter gegangen war. Doch noch nie wurde mir dabei die Schönheit der Natur so bewusst wie dieses mal. Die Blätter der Bäume erstrahlten in so bunten, klaren Farben. Ich blieb an einem Feld stehen und in dem Moment fühlte ich mich so lebendig wie nie zuvor. Ich sah zum strahlend blauen Himmel hoch und spürte die Anwesenheit einer so großen, reinen und liebenden Macht, wodurch mir bewusst wurde, dass es weitaus viel mehr gibt als Ruhm und Geld und Macht auf dieser Welt. Das war ein bisschen was das ich in der Psychose erlebt habe.
 
Das erinnert mich an ein vonseiten Albert Hofmann überliefertes Erlebnis aus Kindestagen.

"Als Albert Hofmann die Erfahrung einer anderen, vielleicht höheren Wirklichkeit machte, war er noch sehr jung, fast noch ein Kind. Auf einem seiner Waldspaziergänge erstrahlte die ihm so vertraute Umgebung plötzlich in einer ungewohnten Klarheit, einer von ihm bis dahin nie wahrgenommenen Schönheit, die sich nun direkt an sein Herz zu richten schien. Gefühle endlosen Glücks, absoluter Zugehörigkeit und seliger Geborgenheit durchzogen ihn in einer solchen Vehemenz, dass ihm von da an klar war: Diese Welt bietet mehr, als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können."

Wer war Albert Hofmann? - Lilly Gebert
 
Zuletzt bearbeitet:
Das klingt schön. Ich habe mich sehr produktiv gefühlt in meiner Psychose, so als ob ich die Kraft von 3 Menschen hätte. Das Thema war allerdings nicht so schön, Kindesmissbrauch. Ich bin dann Sprayen gegangen. Habe die Dosen sogar günstiger bekommen weil ich politisch aktiv war. Ich habe mich allerdings schlecht von der Psychose erholt und hatte mir Unarten beibehalten. Ich finde den Zustand der Psychose nicht verkehrt, musste aber mit dem Gesetz aufpassen. Ich hatte auch viele Wahngedanken wo ich froh bin diese lieber nicht zu haben. Ich habe Blätter gegessen und muss sagen dass sie unterschiedlich schmecken.
 
Ich hatte mal eine Stimme die politisch sehr engagiert war. In dieser Zeit habe ich mich sehr für Politik interessiert. Die Stimme hatte mir auch Zusammenhänge erklärt die äußerst interessant waren.
Als die Stimme dann nach einiger Zeit wieder weg war, habe ich politisch wieder das Interesse verloren.
 
Der ganze Stress und die Sorgen waren auf einmal nicht mehr da. Ich ging den Weg den ich so oft schon mit meiner Mutter gegangen war. Doch noch nie wurde mir dabei die Schönheit der Natur so bewusst wie dieses mal. Die Blätter der Bäume erstrahlten in so bunten, klaren Farben. Ich blieb an einem Feld stehen und in dem Moment fühlte ich mich so lebendig wie nie zuvor.
Das kenne ich auch vor allem als die Psychose bei mir angefangen hat. Alles war viel Farbenfrohler und intensiver. Es war ein richtiges Erlebniss einen Sonnenuntergang sich anzusehen, oder auch Musik oder ein Gottesdienstbesuch konnte wie ein Erlebnis sein.

Das ist dann aber bei mir ins ängstliche und bedrohliche gerutscht, geistig wurde die Konzentration in der Zeit immer schlechter, wobei die Kreativität zugenommen hat.
An sich war die Wahrnehmung das sehen und alles viel schräfer, aber wurde auch immer verrückter. Wie wenn man in einem Traumzustand lebt.
 
Zu meinem Psychose Erlebnis zählten auch die fast unaufhörlich singenden Stimmen. Und wenn sie nicht sangen, haben sie ununterbrochen irgendwelchen Unsinn erzählt. Wenn ich mich recht entsinne, haben sie versucht mich zu beleidigen - das funktioniert nur bei mir nicht, weil ich psychisch nicht empfindlich bin. Übrigens gab es da auch körperliche Beschwerden wie völlige Lähmung für ein paar Stunden und schlaganfallsähnliche körperliche Halluzinationen oder ein völliges Steifheitsgefühl.
Es gab "Sitzungen" mit dem Teufel, bei denen ich hin- und hergedreht wurde oder mit Schuldgefühlen, weil ich die Bundeswehr nicht abgeschafft habe. Das Ganze war oft so blödsinnig, dass mir der Bezug zu mir irgendwie fehlte, als hätte sich das jemand ausgedacht. Ich bin z.B. nicht in der Friedensbewegung und mache mir keine Sorgen, weil das sowieso nichts nützt.
 
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