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Ich komme nicht mehr damit zurecht

Ainee

Well-known member
Hallo ihr Lieben,

nachdem meine beste Freundin nun nach 8 Wochen aus der Klinik mit der Diagnose „schwere Depression mit psychotischen Symptomen“ wieder entlassen wurde, hatte sie nun Montag ihren ersten Arbeitstag. Bevor sie in die Klinik ging, besuchte sie in ihrer Arbeit den Betriebsrat auf und behauptete dort, dass ihre Ex Teamleiterin sie in der Arbeit abhört und ausspioniert und dass auch andere Kolleginnen darin verstrickt sind, die sie im Namen der Ex Teamleiterin mit haben abhören lassen. Natürlich wollte die Arbeit das nicht so stehen lassen und heute hatte sie deshalb ein Gespräch mit der Personalabteilung, sowie ein Gespräch mit zwei Kolleginnen, die sie angeblich haben abhören lassen. Meine Freundin war sehr aufgelöst und erzählte mir heute davon - dass die Kolleginnen natürlich alles abstritten und ihr sagten, warum sie so was überhaupt hätten machen sollen. Dann sagte meine Freundin zu mir, dass sie nicht verrückt ist und die Stimmen gehört hat und sie es nur nicht zugeben wollen. An dieser Stelle und vielleicht war es ein Fehler, sagte ich zu ihr: „Naja Du beschuldigst ja auch immer noch mich und zwei weitere gemeinsame Freundinnen, dass wir heimlich Kontakt zu deiner Ex Teamleiterin haben und dich haben abhören lassen und das ist ja auch nicht so passiert!“ Sie wurde darauf sehr wütend und sagte zu mir, dass sie mir nicht glaubt und ich aufhören soll es weiter abzustreiten. Sie weiß was sie gehört hat!

Es zermürbt mich so sehr dieses Thema. Ich dachte es wird nach der Klinik besser, aber es hört einfach nicht auf! Ich kann damit einfach nicht mehr umgehen. Es macht mich so traurig. Soll ich den Kontakt besser abbrechen? Sie scheint mir ja eh nicht mehr zu glauben und mir zu vertrauen. Ich habe sie als beste Freundin einfach verloren.

Ich zweifle auch langsam an der Diagnose, die ihr in der Klinik gestellt wurde.

Vielen Dank für euer offenes Ohr und eure Ratschläge!
 
Hm, das kannst nur du entscheiden. Vielleicht merkt deine Freundin ja dass etwas mit ihr nicht stimmt wenn du den Kontakt abbrichst. Traurig ist es auf jeden Fall.
Es müsste eigentlich bald herauskommen dass sie es sich ausgedacht hat. Wenn sie jetzt in ihrer Firma es so erzählt. Noch lebt sie in ihrer Wahnwelt, es dürfte aber nicht mehr lange gut gehen.
Ich kann verstehen dass dir die Kraft dazu fehlt das alles noch länger mitzumachen. Die Entscheidung kann dir glaube ich keiner abnehmen. Erst wenn ihr selber ihr Wahn vor Augen geführt wird kann es wieder gut werden. Ich verstehe dass du nicht mehr magst.
 
Hallo ainee,

Erstmal deine Freundin sollte so noch nicht arbeiten. Sie wird nur ihren job verlieren. ☹️
Willst du wirklich deine beste Freundin verlieren? Das vertrauen kann wiederkommen, wenn sie ihre psychose überwindet und dann tut ihr das alles sicher sehr leid. Ich weiß nicht wie deine Freundin ist. Ich habe eine sehr gute Freundin verloren wegen meiner psychose(es war meine schuld) das tut mir jetzt sehr leid. Jetzt weiß ich nicht ob sie noch kontakt zu mir haben will und ich traue mich nicht über umwegen kontakt zu ihr aufzunehmen.
Also mein Rat wäre folgender wenn du es nicht mehr aushältst sag ihr dass sie sich wieder bei dir melden soll wenn sie dir wieder vertraut. Mach ihr klar dass du für sie da bist wenn sie es will. Aber dass du die Anschuldigungen nicht aushältst.

Sicherer wäre es natürlich wenn du auch in ihrer schweren Zeit für sie da wärst. Und vielleicht etwas losen kontakt hältst. Sie ist sicher völlig verstört wenn sie sich verfolgt fühlt. Ich war damals in meiner psychose völlig aufgebracht was menschen machen.
 
Ist sie denn aktuell noch immer in einer Psychose wenn sie der Meinung ist, dass das alles so gewesen ist? Und was ist wenn sie nie erkennt, dass das alles nicht wahr war?
 
Was in der Zeit Hilft, ist jemand der einen eine Zeit lang begleitet. Und der, so komisch es klingt, einem nicht das Gefühl gibt, den Verstand verloren zu haben, selbst wenn man objektiv gesehen gerade ein bisschen verrückt ist. Jemand der ab und zu da ist, möglichst ohne viel zu werten und ohne sich aufzudrängen. Es hilft Betroffenen, wenn die Person mit der man im Gespräch ist, die Wahninhalte nicht komplett abstreitet, aber auch nicht darauf miteinsteigt, sondern möglichst Neutralität wahrt diesbezüglich. Jemanden zu versuchen zu „überzeugen“ dass der Wahn nicht der Realität entspricht funktioniert nicht. Wahn ist auch ein Gefühl und damit für Betroffene sehr real. Man würde der Person ihre Gefühle/Wahrnehmung absprechen, wenn man das versucht, was verständlicherweise wütend macht und vermutlich mehr Widerstand erzeugt. Es ist also eine ziemliche Gratwanderung, da ist viel Fingerspitzengefühl nötig. Ob so eine Begleitung als enge Freundin möglich ist weiß ich nicht. Die Hilfsperson muss selbst sehr „stabil“ sein emotional. Mir haben Menschen außerhalb meines Familien und Freundeskreis sehr geholfen (besonders eine ehemalige Kollegin), da war einfach ein gesunder Abstand da. Sie hat es geschafft mir das Gefühl zu geben mich als Mensch zu schätzen, auch wenn ich gerade etwas verwirrt bin, das hilft.
Deine Freundin ist immernoch die alte, bloẞ hat sie ZUSÄTZLICH gerade ein Paar schwierige Wahrnehmungen.
Du musst für dich entscheiden, ob du dich selbst schützen musst, weil der Umgang zu schwierig ist, oder ob z.B. ab und zu Kontakt möglich ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie lange hat es denn bei euch gedauert bis ihr gemerkt habt, dass eure Wahngedabken nicht real sind?
 
Ist sie denn aktuell noch immer in einer Psychose wenn sie der Meinung ist, dass das alles so gewesen ist? Und was ist wenn sie nie erkennt, dass das alles nicht wahr war?
Ich hab trotz medikamente auch noch meine wahngedanken gehabt. Wenn sie noch vollständig davon überzeugt ist ist sie vermutlich noch psychotisch. Medikamente helfen nicht immer und es ist auch noch die Frage ob sie die medikamente überhaupt nimmt. Das sie das nie erkennt ist unwahrscheinlich. Ich glaube den meisten gehts irgendwann so schlecht dass sie hilfe suchen. Aber mit sicherheit kann ich das auch nicht sagen.
 
3 Jahre🫣 Aber mit den richtigen medikamenten hatte ich zweifel. Das waren allerdings viele unterschiedliche die ich vorher ausprobiert habe
 
Bei mir hat es zuletzt 2 Jahre gedauert. Das ist aber eine lange Zeit. Ich war überzeugt dass Kinder missbraucht werden und damit hing ich lange im Sog von angeblichen Kinderschändern fest. Bei meiner ersten Psychose hat es nur ein halbes Jahr gedauert.
 
Ich habe in meiner ersten Psychose meine Arbeitsstelle verloren und meine beste Freundin und auch noch meinen damaligen Freund.
Wenn deine Freundin so weitermacht, wird sie nicht nur dich verlieren sondern auch ihren Job.
Ich würde an deiner Stelle Abstand von ihr halten, sonst macht sie immer so weiter bis ihr Wahn abklingt und das kann dauern.
Sie wird später einmal einsehen, dass sie Mist gebaut hat. Momentan kannst du ihr nicht helfen. Erst wenn sie alles verloren hat, kommt sie zur Einsicht. Harte Worte, aber so ist es meistens.
 
Hallo Ainee.
Ich lese das so, dass Deine Freundin aktuell nach 8 Wochen entlassen wurde und sie immer noch mit psychotischen Wahrnehmungen zu tun hat. Nach 8 Wochen ist dies, denke ich, nicht ungewöhnlich. Medikamente helfen ja auch nicht sofort und man muss sie regelmässig einnehmen. Hilfreich wäre auch eine begleitende professionelle Therapie. Dazu muss sie allerdings einsichtig sein und es "glauben", dass ihre Wahrnehmung nicht der Realtität entspricht. Sie muss es selbst wollen, sich helfen zu lassen. Dies zu erkennen, dauert häufig sehr lange und eigentlich hilft es enorm, wenn man Bezugspersonen hat, die einem wertvoll sind. Auch wenn sie das im Moment nicht so zulassen kann... Versuche doch, ihr zu erklären, dass Du weiterhin für sie da bist und sie sich jederzeit melden kann. Vielleicht vertraut sie Dir und erkennt mit der Zeit, dass Du nichts Böses von ihr willst. Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Man muss sehr stark sein, um so eine Begleitung auszuhalten. Nun weiss ich ja nicht, wie innig und wie lange Eure Freundschaft ist und welche Erlebnisse ihr Beide bereits teilen könnt. Etwas Abstand kann hilfreich sein, damit sie selbst wieder auf Dich zukommen kann. Vielleicht kannst Du dies in einem ganz offenen Gespräch mit ihr darstellen und ihr ohne Vorwürfe erklären, wie es Dir damit geht und dass Du ihr gerne zuhörst , auch wenn Du Ihre Wahrnehmung nicht teilst... (es ist eine Krankheit) Gut wäre, Sie lässt sich noch länger krankschreiben und findet schnellstmöglich professionelle Unterstützung. Vielleicht mag sie ja auch für´s Erste für einige Wochen in eine Tagesklinik gehen (statt Arbeit, um Ihre Tagesstruktur aufrecht zu erhalten). Bieten die meissten Psychiatrien als Begleitung an. Wichtig wäre eben, die regelmässige Einnahme von Medikamenten u. regelmässiger Schlaf... Und eben doch "Mitmenschen", denen sie vertraut (Familie? - oder wohnt sie alleine?)...
Du merkst, es gibt nur Tipps - man muss es ausprobieren, wenn man sich selbst in der Lage fühlt. Geduld und ohne Vorwürfe aggieren und dennoch die "Wahrheit" aussprechen, dass Ihre jetzigen Erlebnisse Ihre Wahrnehmung ist, dies aber eine Fehlsteuerung des Gehirns ist. So wie Mutzi das ausdrückt. Ihr Wahn muss erst abklingen, um die Realität wieder zu erkennen und im besten Fall dann den Mut zu haben sich dem zu stellen und zu wissen... "Du bist da"...
Alles Gute Dir und Deiner Freundin
 
Ich würde mir definitiv eine Auszeit nehmen, wenn es sich nach "Zuviel" anfühlt.
Wie alle schon schrieben- es wäre gut, wenn du an sie nicht die Maßstäbe wie an eine gesunde Person anlegst- sie misstraut dir? Ja, aber aufgrund ihrer gestörten Wahrnehmung.
Du hast nicht deine beste Freundin verloren- du hast eine schwer erkrankte beste Freundin.
Nimm dir den Abstand, den du brauchst, zu deinem (aber auch ihrem) besten.
Wenn du die Beziehung nicht aufgeben möchtest, sag es ihr. Wenn dich ihr Zustand zu sehr mitnimmt und du mehr Abstand brauchst- sag es ihr. Wenn du sie lieb hast- sag es ihr.
Ich hab es wahrscheinlich schonmal geschrieben: sie wird wahrscheinlich VIEL Zeit brauchen, um zu genesen.
Langstrecke, kein sprint.
Auch du solltest dir deine Kräfte einteilen❤️
 
etwa 2-4 monate nach anschlagen der medis, kahm ich immer wieder zur realisation das ich wahnhafte gestört war (psychose)
 
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