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Zukunftsängste

Ja, wie gesagt es sich schön ausmalen und alles was planbar ist konkret planen. Im Vorfeld alles noch mal durchspielen. Etwas Angst vor neuen Situationen kann auch normal sein, das muss man dann erleben wie es wird. Mit Ruhe dahin fühlen und sich bewusst machen was konkret Angst auslöst.
 
Hallo,
wie bekommt man leichte Zukunftsängste aufgrund Traumatas und einer Schizophrenie in den Griff?
Hallo,

Das frage ich mich auch..
Wird wahrscheinlich teilweise bei manchen Leute Therapie hilfreich sein.
Kommt wahrscheinlich immer auf das Traumata an und auf die jetzige Lebenssituation, die "Stärke" der Erkrankung...
 
Hab auch Zukunftsängste möchte mit Arthrose in den Knien und hüften in das betreute wohnen ziehen
 
Hallo @DerMacher. Ich habe mir um dieses Thema eine Menge Gedanken gemacht die ich gerne mit dir und dem Forum teilen will.

Wie die meisten ja wissen ist Angst eigentlich ein gesunder Mechanismus des Körpers/Gehirns um uns vor Gefahren zu schützen. So mussten unsere Vorfahren die dem berühmten Säbelzahntiger begegneten Angst haben, so dass der Körper blitzschnell Cortisol und Adrenalin ausschüttete um besser fliehen oder kämpfen zu können. Das ist allgemein bekannt. Leider ist bei einer psychischen Erkrankung wie einer Schizophrenie dieser Mechanismus überaktiv, er scannt Außen und Innenwelt nach Gefahren ab, wo objektiv keine sind. Der Übeltäter ist die Amygdala, ein kleiner Teil des Gehirns, welches diese scans ausführt und Alarm schlägt.

Mach dir klar, dein Gehirn meint es eigentlich gut mit dir und will dich schützen! Mach dir weiter klar, Gedanken sind nicht real und du bist nicht in Gefahr! Es sind Zufallsprodukte deines Geistes, die nicht hilfreich sind. Zukunftsängste sind wie eine schwerer Rucksack den wir durch unser Leben schleppen. Was hindert uns daran ihn einfach abzustreifen und frei davon zu sein? Niemand!

Ich empfehle dir bei Zukunftsängsten folgende Strategie:

1) Positive Denkbahnen im Gehirn bauen: Dein Gehirn möchte ständig etwas beackern. Biete ihm positives "Denkfutter" an. Das geht sehr gut mit einem Tagebuch. Was läuft gut? Worauf freust du dich? Wofür bist du dankbar? Was sind deine Träume und Ziele? Wie würde es sich anfühlen diese zu erreichen? Was hast du diese Woche geschafft? Male dir (schriftlich oder in Gedanken) schöne Erlebnisse in der Zukunft aus. Beispielsweise ein Restaurantbesuch, bei dem du dir mit allen Sinnen ausmalst wie gut das Essen schmeckt, die Textur, den Geschmack, wie das Lokal eingerichtet ist. die Leute mit denen du dort bist und über was ihr redet. Nutze alle Sinneskanäle Dein Gehirn denke dass die Fantasie bereits Realität ist und kann nicht zwischen Einbildung und Realität unterscheiden! Diese wirksame Technik beschreibt Klaus Bernhardt in seinem Buch "Panikattacken und andere Angststörungen loswerden: Wie die Hirnforschung hilft, Angst und Panik für immer zu besiegen".

2) Akzeptanz: negative Gedanken und Ängste kommen und gehen. Wenn wir dagegen ankämpfen werden sie nur stärker. Dieser Kampf ist nicht zu gewinnen, das heißt nicht dass wir resigniert aufgeben, im Gegenteil! Es ist wie bei einem Tauziehen, je stärker man zerrt desto schwieriger wird es. Versuche deine Zukunftsängste gelassen zu beobachten. Versuche nicht mit ihnen "fusioniert" (verschmolzen) zu sein (Accteptance Commitment Therapy) sondern auf Distanz zu gehen. Mach dir bewusst: Du kannst bereit sein alles zu denken und zu fühlen was du willst. Ängste und blöde Gedanken sind erlaubt und gehören dazu. Lass alles geschehen wie es kommt und wende dich einfach wieder deiner Aktivität oder deinem Atem zu. Buchtipp: "Das Leben annehmen: So hilft die Akzeptanz– und Commitment–Therapie (ACT)"

3) Auf eine höhere Macht vertrauen: Es gibt für nichts eine Garantie im Leben. Es kommt wie es kommt. Wir können nicht alles kontrollieren. Die Kontrolle haben zu wollen ist eine Triebfeder vieler psychischer Krankheitssymptome, so auch Angst und Zwänge. Hier kann es helfen in Gott, das Universum, das Leben zu vertrauen dass es einen versorgt und das alles gut wird. Vertrauen und loslassen, so gut es geht. Die Kontrolle abgeben und Durchatmen. Was ist JETZT? Was ist jetzt die Realität? Was kann ich sehen, hören und anfassen? Vielleicht hilft auch der Satz "Kein Stress. Keine Gefahr", oder "das ist sehr unwahrscheinlich", oder "da mache ich mir Gedanken wenn es soweit ist".

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Beim Thema Trauma muss man als schizophrener Mensch vorsichtig sein. Das Graben in der Vergangenheit kann die Psychose schlimmer machen. Wenn man seine tiefsitzenden Themen angeht sollte man einigermaßen stabil und in der Lage sein auf dem Boden zu bleiben und Strategien zur Erdung entwickelt haben. Am Besten bearbeitet man Traumata mit einem erfahrenen Therapeuten der einen auffängt wenn es zu intensiv wird. Auch interessant in diesem Zusammenhang ist die TRE (Trauma Releaasing Exercises). Einfach mal googlen.

Viel Erfolg bei der Bewältigung deiner Zukunftsängste. Wenn du noch mehr Unterstützung brauchst schreibe mir eine Direktnachricht.

Niko
 
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