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Was macht man noch mit Schizophrenie?

zwangsneurotiker

Active member
Schizophrenie scheint eine sehr heftige Erkrankung zu sein. Ich bin froh, wenn ich mir überhaupt was zu essen kochen kann. Ich kann mich jetzt weder aufs Lernen konzentrieren noch kann ich überhaupt eine Tätigkeit während des Tages machen.

Wie sieht es bei euch aus?
 
Ich habe mir im Laufe der Jahre eine Tagesstruktur entwickelt, die ich strikt einhalte. Da ich nicht mehr arbeiten gehen kann (EM-Rente) beschäftige ich mich viel mit dem Haushalt.
Im Laufe der Jahre ist ein Putzzwang entstanden (kann kein Staub mehr sehen, wische ich regelmäßig weg).

Mein Freund und ich kochen sehr gerne zusammen oder gehen auch mal essen. Er hat übrigens Borderline und ich höre Stimmen. Das ergänzt sich gut.

Wir sind schon 8 1/2 Jahre zusammen. So eine lange Beziehung hatte ich noch nie. War durch die Erkrankung auch nie verheiratet.

Nachmittags gehen wir eine Runde spazieren.
Dann haben wir noch unsere Spiele auf dem PC.
Meinen Freund lernte ich in einem Psycho-Cafe kennen, wo ich regelmäßig hingegangen bin.
Er fährt auch noch bei schönem Wetter Fahrrad und geht für mich einkaufen Ein wahrer Schatz. Ich kann die Einkaufstaschen nicht mehr schleppen.

Auch mit Schizophrenie kann man sein Leben noch genießen, auch wenn es mal schlechte Tage gibt. Wir sind beide 65 Jahre alt.

Mein Tipp: Niemals aufgeben! Und sich so gut wie möglich mit seinen Hobbies beschäftigen.
 
Wir sind beide 65 Jahre alt.
Wenn ich so alt bin und bis dahin bei der WfbM geblieben (oder näher an der Realität: dort bleiben konnte), erhalte ich eine 240-Monate-Frührente entsprechend dem vorherigen 80%-Verdienst WfbM, sonst nur etwa die Hälfte davon und erst in der Altersrente mit 67 (welche sich, wenn ich vorher Frührentner war, auch erhöht). Eine Alternative dazu wäre natürlich drei Jahre Erster Arbeitsmarkt vollmachen (habe früher bereits einen prinzipiellen Rentenanspruch bei Bedarf erworben) und dann die Frührente, dann hätte ich auch (bei normalem Verdienst aber nur!) nicht die "hälftige" kleine Altersrente später.

Die Frage ist natürlich, warum ich mir da überhaupt Gedanken darüber mache, wenn ich bereits Zweifel habe, dass ich mit 65 noch fit genug für irgendeine Arbeit bin. Daran sieht man wieder, "der Mensch denkt, Gott lenkt", mein Denken ist nicht strikt unbeeinflusst von irrationalen Komponenten (hat ausgerechnet die WfbM falschen Appetit auf "ihre" Rente gemacht?) oder schlichtweg noch gar nicht anstehenden Befürchtungen (Altersrente genießen, aber die Grundsicherung bietet auch nicht weniger Geld und wird zusätzlich benötigt)...
 
Ich bin schon seit 20 Jahren in EM-Rente und die hat sich jedes Jahr im Juli erhöht sowie die normale Rente auch. Was sollte ich da in einer Reha-Werkstätte.
Finanziell kommt da nicht viel mehr bei raus.
Es sei denn man sucht eine Beschäftigung. Dafür finde ich so eine Werkstätte gut. Man hat eine geregelte Tagesstruktur.

Du kannst ja neben der EM-Rente noch 3 Stunden pro Tag arbeiten. Ich glaube zur Zeit 520,-- pro Monat.
 
Ich kann im Moment auch nicht viel machen. Bei mir liegt das aber am Medikament. Ansonsten bin ich recht fit und Räume die Wohnung auf und besuche Freunde. Arbeiten will ich auch wieder gehen.
 
Ist es bei mir im Grund nicht. Ich habe heute ein Job-Angebot bekommen, aber für innerhalb der Werkstatt, nicht im Außenarbeitsplatzbereich. Ich werde es wahrnehmen und mich erproben, aber mit REHA hat das eigentlich nichts zu tun. Trotzdem öffnet sich für mich eine Türe, denn ich mache nicht immer dasselbe, sondern komme rum in der Firma, was man auf dem Ersten Arbeitsmarkt ja auch oft muss. Die Stundenreduzierung auf 27,5 Wochenstunden bleibt erst einmal, ich bekomme meine Schlafstörungen nicht in den Griff und will auch mit dem Kaffee aufhören, desweiteren weiß ich gar nicht mehr, ob ich die 35h-Woche tatsächlich wieder packen würde (ich arbeite gerne intensiv und im "Voll-da-Modus", bemerke daher eine objektive Überforderung tendenziell erst zu spät, habe auch einen relativ langen Anfahrtsweg jeden Morgen und volle Verkehrsmittel).
 
hallo, darf ich?

Ich werde in bald mal ein schnuppern machen, bin psychisch nicht sehr belastbar, habe auch eine 100% Rente.
ich werd mal schauen was diese arbeit bringt.

bin kreativ unterwegs, das füllt mich eigentlich gut aus,
will jetzt versuchen, mich irgendwie respektiert zu machen (falls das so klappt, was ich jetzt noch nicht beurteilen kann.)

ich interessiere mich auch dafür was ihr so macht und ob ihr zufrieden damit seid.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich arbeite in einer Behindertenwerkstatt, Industrie-Buchbinderei. Wir fertigen Flyer, Broschüren, Visitenkarten etc. Macht zum Teil echt Spaß, bin fit an den Maschinen. Nur die Handarbeit nervt ein wenig. Bekomme dort auch eine warme Mahlzeit am Tag, die bis zum Ende des Tages ausreicht.

Verdiene dort um die 220 Euro im Monat, dazu bekomme ich noch 1045 Grundsicherung und die Fahrkarte gezahlt (mit dieser kann ich in halb Baden-Württemberg rumfahren).

Rentenanspruch hab ich leider nicht.

Dazu hab ich noch ein Hobby: ich programmiere gern.

Bin generell froh, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, regelmäßig essen kann, einer Arbeit nachgehen kann und mich zu Hause beschäftigen kann.

Trotz hoher Dosis an Medikamenten kann ich gut leben, habe keine Negativ-Symptomatik.

Mit dem Geld komme ich auch gut zurecht, ich kaufe halt nur Dinge, die im Angebot sind und die dann halt auf Vorrat.

Man kann mit Schizophrenie schon ein lebenswertes Leben führen, wenn man Glück hat.

Ich kenne aber auch die andere Seite der Schizophrenie, mit viel Negativ-Symptomatik. In dieser Zeit ging es mir wie @zwangsneurotiker . In dieser Zeit bin ich auch in die Behindertenwerkstatt gegangen, habe nur funktioniert. Zu Hause habe ich dann die Zeit mit Zigaretten rauchen verbracht. Struktur schaffen war überhaupt nicht möglich (ich meine Ordnung schaffen etc). Ich habe dann die Medikamente abgesetzt und bin schwerst psychotisch geworden und hatte auch einen Suizidversuch hinter mir. Nach 10 Monaten Psychiatrie bin ich aber fit wie ein Turnschuh entlassen worden. Wie gesagt, ich nehme viele Medikamente, aber kann gut leben.

Ich kann mir selbst nicht erklären, warum es mir so gut geht. Hoffe aber nur, dass es so bleibt und die Medikamente weiter wirken. Irgendjemand schrieb in diesem Forum, dass sie nach 4 Jahren an Wirkung verlieren. Ich hoffe, dass dies nicht der Fall ist.
 
Kann ich bei mir fast alles verneinen.

"Sich regen bringt Segen!", "Arbeit schändet nicht!" - ich habe nichts von meiner Arbeit in der WfbM, finde aber sonst nichts und bin mir daher sicher, dass die Gesellschaft mich einfach total abstürzen lässt, wenn ich mich dieser Art "Zwangsarbeit" selbstständig entziehe.

Lebenswert ist mein Leben auch, soweit haben sie mich noch nicht gebracht, dass ich in meinem Alter "depressiv" über einen freiwilligen Tod nachdenke.

Ohne Reduktion der Medikamentendosis oder immer noch auf Clozapin, das sie mir einmal nahegelegt (und stationär eingeschlichen) haben, hätte ich wahrscheinlich gar nicht bis heute durchgehalten. Zumindest nicht mit meinem Gesundheitsstatus.

Glaubt nicht alles, was die Ärzte euch immer nahelegen oder erzählen!
1.: sie bezahlen es ja nicht, und die Gesellschaft hat darauf ja auch keinen Bock,
2.: DU bist der Herr über deinen Körper und folglich auch über deine Gesundheit, diese wird nicht durch irgendwelche (!) "Wunderpillen" wiederhergestellt.
 
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