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War das schon psychotisch?

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Wie einige hier wissen reduziere ich seit letztes Jahr September meine Medikamente. Nehme aktuell 0.65mg Olanzapin.

Heute hatte ich eine Situation in meinem Praktikum, die mich sehr an meiner Wahrnehmung der Realität zweifeln lässt.
Ich führe Bewerbungsgespräche und stelle neue Mitarbeiter ein. Die Bewerbungsgespräche finden Online per Cam statt. Die Bezahlung des Jobs den ich vermittel ist gering.
Ich hatte ein Vorstellungsgespräch mit einer völlig überqualifizierten Dame aus dem juristischen Bereich.
Vieles war einfach komisch in dem Gespräch:
1. sie hat sich ständig selbst wiedersprochen
2. sie hat nicht ehrlich auf meine Fragen geantwortet
3. sie ist völlig überqualifiziert
4. sie schien nicht wirklich zu wissen, was sie machen will in Zukunft und schien wie auf der Flucht.
5. Sie hatte in dem Videocall nicht ihren wirklichen Hintergrund freigegeben sondern so ein greenscreen Bild drüber gelegt.
6. Ihr Charakter ist sehr unüblich für jemanden der sich bei uns bewirbt.


Mein Gehirn hat dann zusammengesponnen, dass sie eine Wirtschaftsprüferin ist und sich undercover bewirbt, um unser Unternehmen hochzunehmen.
Aber das ist völlig unrealistisch.

Ich zweifle jetzt extrem an mir selbst. Ist das noch gesundes Misstrauen oder war das schon psychotisch. Das hat echt meinen Kopf gesprengt grad.
 
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Ich würde nicht sagen, dass dein Misstrauen psychotisch ist, du fühlst dich ja nicht persönlich verfolgt und spinnst dir eine vollkommen an den Haaren herbeigezogene Geschichte zusammen, sondern hast einfach merkwürdige Dinge bei diesem Gespräch beobachtet und dir die plausibelste Erklärung gesucht. Das klingt für mich vollkommen normal und nicht ungesund.

Es gibt aber auch eine einfachere Erklärung, manche Leute sind bei Bewerbungsgesprächen einfach sehr nervös, sodass sie erst mal komisch und gehetzt rüberkommen. Das kann auch ein Grund sein, warum sie sich auf Jobs bewirbt, für die sie überqualifiziert ist, weil es im zwischenmenschlichen Bereich hapert und sie keinen guten Eindruck hinterlässt im Gespräch und so die Jobs für die sie fachlich qualifiziert wäre nicht bekommt. Das mit dem Greenscreen ist wirklich merkwürdig, aber auch hier würde ich erst mal vermuten, dass es ihr einfach unangenehm ist, einen Fremden ihre Wohnung im Hintergrund sehen zu lassen. Aber das ist alles nur Spekulation.

Nur weil du auf eine andere Erklärung gekommen bist, heißt das noch nicht, dass du psychotisch bist. Du drückst dich ja auch noch sehr klar aus und schilderst hier alles und fragst nach Hilfe, das würde meiner Erfahrung nach jemand der akut ist gar nicht so hinbekommen. Und selbst wenn du mal Restsymptome hast, heißt das nicht gleich, dass du wieder in eine ausgewachsene Psychose abrutschst. Ich habe auch ab und zu noch wahnähnliche (ähnlich weil mir mein Psychiater erklärt hat so lange man es als wahnhaft erkennt, ist man nicht im Wahn) Gedanken, ohne dabei vollkommen den Bezug zur Realität zu verlieren.
 
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Klingt schon nach eine Art von Verfolgungswahn, ich kenne das von mir auch.
Punkt 5 ist etwas übertrieben, weil das ja kein Problem sein sollte und Privat ist.
Mein Gehirn hat dann zusammengesponnen, dass sie eine Wirtschaftsprüferin ist und sich undercover bewirbt, um unser Unternehmen hochzunehmen.
Aber das ist völlig unrealistisch.
Was macht dein Unternehmen so? Wenn es da nichts zu verbergen gibt, ist dieser Gedanke schon psychotisch, ansonsten ein durchaus berechtigter Gedankengang.
2. sie hat nicht ehrlich auf meine Fragen geantwortet
Woher weißt du, ob sie unehrlich ist?
1. sie hat sich ständig selbst wiedersprochen
Kann sein, dass du wegen der Psychose da viel zu kleinlich bist. Manche Wiedersprüche ergeben sich, wenn man keine eindeutige Meinung hat.
3. sie ist völlig überqualifiziert
Würde mir auch zu denken geben. Ergibt sich die Frage, warum sie sich dann bewirbt oder sie vielleicht mehrere Jobs gleichzeitig aufgrund einer finanziellen Notlage macht. (eine Erklärung)
 
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Ich vermute, dass es schon in die psychotische Richtung geht. Vor allem aber denke ich, dass du durchs Reduzieren an sich auch gestresst bist. Ich kenne das von mir selbst, nachdem ich damals das 1. Mal abgesetzt hatte. Ich war ständig auf der Hut vor Symptomen, was mega nervig war. Und ich hatte eben keine Lust mehr auf Amisulprid, weil ich davon so drastisch zugenommen habe, jetzt mit Risperidon bin ich zufrieden.

Warum reduzierst du?
 
TS
Kuehnibert
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Danke für die Antworten. Ich beobachte das weiter. Bin mir auch noch nicht sicher obs psychotisch war oer gesundes Misstrauen. Werde ich wahrscheinlich nie herausfinden.

Ich reduziere weil ich wieder wie damals ohne Tabletten leben will. Ich möchte auf 0 runter und langfristig mit dem Thema Psychose abschließen können. Solange ich Tabletten nehme geht das nicht.
Dann haben die Tabletten noch Nebenwirkungen: Gewichtzunahme und längeres Schlafbedürfnis.
Außerdem passt sich das Gehirn langfristig den Medikamenten an: Medikamente blockieren Dopamin, Gehirn produziert in der Folge mehr Dopaminrezeptoren und auch mehr Dopamin. Langfristig gesehen ist ein Rückfall genau so wahrscheinlich wie bei jemanden der reduziert hat. Nur der Rückfall kommt später. Der Unterschied ist, dass derjenige, der wenig Medikamente nimmt dann einfach erhöhen kann. Bei dem der schon Tabletten nimmt gestaltet sich das schwerer.
Ich würde mich auch einfach viel freier fühlen ohne Tabletten.
 
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@Kuehnibert fühle dich in der Sache :) wünsche dir viel Erfolg beim absetzen. Falls du sowas wie nen Rückfall erleidest, oder eine Situation wie oben beschrieben, war das bei mir so zb dass ich dann stark dran gedacht hatte wieder die Dosis zu steigern um keinen Rückfall zu erleiden. Hab dann aber einfach Zähne zusammen gebissen und gemerkt dass es nur eine kurze Phase war. War ca. 1 Jahr ohne Tabletten, paar Mal für paar Minuten oder Std war ich in nem Wahn. Also Verfolgungswahn usw. Aber halt nur paar Mal in der ganzen Zeit, das ist nicht so tragisch gewesen.

Hab mich dummerweise auch selbst getriggert, indem ich nachm BND gegoogelt hatte xD direkt danach damit verbunden ob ich auf deren Schirm gelandet bin und beobachtet gefühlt, glaube selbst normale würden da so denken, kp.

Mach dir nicht so nen Kopf, wenn mir jemand merkwürdig kommen würde würde ich auch Gedanken haben was der wohl wirklich will, wenn die Person zumal nicht ehrlich rüber kommt.

Wünsche dir viel Erfolg mit dem absetzen und auch allgemein dass du erfolgreich bist :)
 
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@Kuehnibert
Was du schilderst, ist bei mir Normalität. Ich nehme KEIN Gespräch mehr anders wahr. ABER solange ich nicht darauf reagier, ist es dann mein Problem?

Mir hilft dann gedanklich der Satz: "Ich kann es nicht ändern, ich war höflich, ich habe das gemacht, was von mir verlangt wurde. Ich habe die Regeln nicht gemacht. Wenn das nicht reicht, muss man mir das sagen."

Aber mach Dir nicht zu viele Gedanken, Menschen sind kompliziert.
 
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