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Im Forum findet man eine neuartige medikament√∂se Behandlungsoption f√ľr Psychose, welche bei Negativsymptomen wirksam ist und ein relativ normales Leben trotz der Erkrankung erm√∂glicht. Psychose / Schizophrenie kann auch der Anfang von einem besseren Lebenskapitel sein und es gibt auch viele Chancen, die damit er√∂ffnet werden.

Orangejuice

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16 Juli 2023
Beiträge
335
Hallo liebes Forum,

Mich w√ľrde interessieren wie ihr mit sozialen √Ąngsten umgeht, oder ob ihr diese besiegt habt. Ich war vor meiner Psychose ein sehr geselliger Mensch, war st√§ndig auf Partys oder Festivals. Seit der Psychose habe ich massive soziale √Ąngste entwickelt. Habe Angst aufzufallen, was falsch zu machen, meine H√§nde zittern schnell. Heute muss ich auf einem Geburtstag zum Kaffee und selbst das macht mich nerv√∂s. Wie sind eure Erfahrungen, habt ihr Tipps ? Wird das irgendwann besser ?
Liebe Gr√ľ√üe
 
Hab auch soziale ängste die nich extremer sind seit der Schizophrenie aber was willse machen einfach nich feiern gehen oder so
 
Wird das irgendwann besser ?

Es kann passieren, dass das Leben sich pl√∂tzlich zur anderen Seite umschlagen kann. Vielleicht vom sehr geselligen Menschen zum Gr√ľbler, der sich gleich zur√ľckzieht, weil er f√ľrchtet, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Soll der Gr√ľbler aber an einer Gesellschaft teilnehmen, wie es sonst √ľblich ist, dann versagen ihm die Kr√§fte. Warum? Weil ein Pol in ihm umgeschlagen ist. Ist der Umschlag mit der Psychose gekommen?

Mittlerweile ist ja einiges an Zeit vorbeigezogen. Wie sieht's denn heute aus?
 
ich hab Probleme schwere Entscheidungen zu treffen wo man viel Hirnschmalz braucht.
 
ich hab Probleme schwere Entscheidungen zu treffen wo man viel Hirnschmalz braucht.
Ist mit der Erkrankung vielleicht in der Anfangsphase eh sehr schwierig richtige Entscheidungen zu treffen. Also eventuell da Unterst√ľtzung suchen, bis das mit der Erkrankung oder Medikamenten besser eingestellt ist. Viele Dinge brauchen auch Zeit. Mir haben die Medikamenteumstellungen eben viel geholfen und die Erfahrung, die man auch in der instabilen Zeit sammelt, kann sp√§ter f√ľr einen wertvoll sein. Ist aber eben gut etwas strenger mit sich selbst zu sein und eben bei schwierigen Entscheidungen andere aus Umfeld und Familie, die einen eher einsch√§tzen k√∂nnen und da vielleicht etwas ausbremsen, mit einzubeziehen.

Hirnschmalz ist immer relativ, also kommt drauf an, was das f√ľr Entscheidungen sind, wie dir das liegt und ob du eben ohne Fehler funktionierst. Ich hab damals mit CNC auf HSC-Fr√§smaschinen programmiert am PC, war mehr oder weniger technisches Zeichnen / Konstruieren, nur eben, dass die 3D-Teile aus Metall produziert werden mussten und ich die Fr√§sstrategien / Abl√§ufe dann erstellen musste.
Da kann man auch Fehler machen, was bei 500.000 Euro teuren Fr√§smaschinen, die sehr schnell arbeiten, ein Problem w√§re. Da gab es Vericut, ein spezielles Programm wo alles vorher nochmal auf Kollisionen simuliert wird, wo eben Schraubstock und Fr√§smaschine ins 3D mit umgewandelt wurde, damit man eben jede ungew√ľnschte Ber√ľhrung der Fr√§sz√§hne auch erkennt, bzw. einen Crash schon vorher.

Was ich damit sagen will ist, dass man manchmal geeignete Hilfsmittel und Unterst√ľtzung sich suchen muss und sollte. Auch Gesunde machen Fehler, nur ist das mit der Erkrankung zeitweise schwierig und man sollte vielleicht grunds√§tzlich keine schweren Entscheidungen treffen, von denen f√ľr einen selbst oder andere gewisse Risiken ausgehen. Beruflich muss man da eben schauen, was sich mit der Erkrankung (zum jeweiligen Zeitpunkt) vertr√§gt. Kann nat√ľrlich alles besser werden, bei mir etwa war das mit den Medikamenten eben ein langer Weg, wobei der Hirnschmalz zum Gro√üteil zur√ľckgekommen ist, was aber bei mir sehr abh√§ngig von den Medikamenten ist.

Trotzdem hat sich bei mir alles von Grund auf geändert.
 
Hallo liebes Forum,

Mich w√ľrde interessieren wie ihr mit sozialen √Ąngsten umgeht, oder ob ihr diese besiegt habt. Ich war vor meiner Psychose ein sehr geselliger Mensch, war st√§ndig auf Partys oder Festivals. Seit der Psychose habe ich massive soziale √Ąngste entwickelt. Habe Angst aufzufallen, was falsch zu machen, meine H√§nde zittern schnell. Heute muss ich auf einem Geburtstag zum Kaffee und selbst das macht mich nerv√∂s. Wie sind eure Erfahrungen, habt ihr Tipps ? Wird das irgendwann besser ?
Liebe Gr√ľ√üe
Vieles h√§ngt ja vom aktuellen Zustand und den Medikamenten ab. Meine sozialen √Ąngste wurden beim Aripiprazol besser, anscheinend hat mich das etwas offener gemacht als vorher das Risperidon, trotzdem gab es Situationen wo ich auch mit Aripiprazol gewisse √Ąngste hatte oder mich sehr zur√ľckgehalten habe.
Ob zu sehr gesellig zu sein das Bessere ist, ist auch fraglich, eventuell zeigt die Erkrankung manchmal auch das Gegenst√ľck der eigenen Pers√∂nlichkeit auf, Dinge, die man vielleicht an sich vernachl√§ssigt hat. Man kann es beispielsweise ja auch mit Partys und Festivals √ľbertreiben.

Da Medikamente und die Erkrankung einen ver√§ndern und einschr√§nken k√∂nnen, ist es schwer zu sagen, ob diese sozialen √Ąngste vielleicht begr√ľndet sind, weil auch hohe Anspr√ľche unter Gesunden gestellt werden, die man als Betroffene/r vielleicht kaum oder erst wenn es einem besser geht (was Jahre dauern kann) erf√ľllen kann. Habe eben gemerkt, dass man vieles im Leben √§ndern kann, also auch an eigenen Interessen und Hobbys, was dann die Genesung oder das Selbstwertgef√ľhl verbessert. Auch wenn es schwierig oder schwieriger als bei jemanden Gesunden und eine Sisyphusarbeit am Anfang sein kann, so kann sich vieles, wenn man sich M√ľhe gibt, eben sp√§ter auch auszahlen.
Viele Dinge brauchen auch einfach Zeit und Geduld, man sollte, aber wenn man merkt, dass sich nichts ändert am Gesundheitszustand auch immer bereit sein etwas an sich oder an der Therapie zu ändern, um quasi auch die Situation zu verändern und zu sehen, was einem guttut.

Vielleicht passt das ja etwas ins Thema.
 
Ich komme tats√§chlich nur mit √ľben und Medikamenten mit meiner sozialen Phobie zurecht. Kann mit neuen Situationen nur schwer umgehen und brauche was das mich abf√§ngt. Gro√üe gruppen oder gar feste sind f√ľr mich absolut zu viel kann nur im Einzel Gespr√§ch irgendwie zurecht kommen. Mein gro√ües Problem ist das mein hirn in solchen Situationen Reiz√ľberflutet ist und mein denken etwas gest√∂rt ist. Vieles was ich normalerweise sagen will funktioniert nicht und ich gerate ins stocken. :-(
 
das mit der Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen kommt auf jeden Fall von den Medikamenten.
Hast du auch Unruhe in den Beinen @Maggi ? bekommen ja manche von Abilify.
 
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