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Restsymptome

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Ich wollte fragen, ob bei euch noch Symptome übrig sind auch wenn Medikamente genommen werden. Ich bin im Moment seit 1,5 Wochen nochmal in der Tagesklinik. Bei der Visite am Mittwoch hat der Oberarzt mich gefragt, ob ich mich schon gut eingewöhnt hätte. Ich habe ihm dann erzählt dass der Kontakt mit anderen für mich sehr belastend ist weil ich wenn ich mich mit anderen unterhalte zuhause eine Verbindung zu diesen Menschen spüre und die dann dadurch fühlen können wie es mir geht und wissen was ich denke. Deshalb rede ich mit keinem. Außerdem denke ich manchmal dass ich z.b. am Sonntag sterben werde und meinen Tod durch meine Gedanken auslöse. Der Arzt hat dann gesagt dass ich zusätzlich morgens noch 100mg Quetiapin nehmen soll und das Duloxetin soll ich absetzen. Nur zur Info ich bin eigentlich wegen starken Konzentrationsstörungen in die Tagesklinik gekommen.
Ich nehme eigentlich abends 600mg Quetiapin retard und morgens 30mg Duloxetin. Damit ging es mir eigentlich wirklich gut. Nur die Konzentration ist halt sehr schlecht aber dafür sollte das Duloxetin sein und das hat auch ein bisschen geholfen. Ich hab dann später die Stationsärztin gefragt ob ich bitte das Duloxetin behalten könnte weil mir das morgens einen kleinen Auftrieb gibt und die Konzentration ein bisschen besser ist. Sie hat dann gesagt dass der Oberarzt meine Ängste für psychotisch hält und dass da die 100mg Quetiapin zusätzlich morgens besser wären. Sie hat aber dann trotzdem veranlasst dass ich doch das Duloxetin morgens weiter nehmen kann. Ich habe allerdings das Quetiapin morgens noch nicht genommen. Ich hatte immer so große Probleme mit der Schilddrüse und mit meinem Magen wegen der Medikamente weil ich nichts vertragen hab. Jetzt ist mein Magen endlich mal seit ein paar Wochen ruhig da soll ich jetzt noch 100 mg zusätzlich nehmen. Ich kann mich einfach nicht dazu durchringen wegen dem Magen und der Schilddrüse da es mir gut geht wenn ich mit niemandem spreche. Ich habe auch privat keine sozialen Kontakte mehr. Also ich finde auch dass mich das einschränkt wenn ich mit niemandem sprechen kann und manchmal diese Angst an irgendeinem Tag zu sterben aufgrund meiner Gedanken habe. Ich würde die 100 mg auch wirklich gerne nehmen aber ich will endlich mal Ruhe haben mit der Schilddrüse und dem Magen. Das ist immer schlimm.
Ich habe schon Olanzapin, abilify, ziprasidon, reagila und Risperidon genommen. Keins hat so gut gewirkt wie das Quetiapin komischerweise.
Die Angst an irgendeinem Tag zu sterben ist auch lange nicht mehr so schlimm wie früher. Da habe ich z.b. Autofahrten, Zugfahrten Spaziergänge vermieden bzw abgesagt und mich nur Zuhause aufgehalten damit mir nichts passiert. Heute habe ich zwar Angst, aber ich mache trotzdem alles.
Habt ihr eventuell auch noch Symptome die nicht ganz weg sind und lebt damit? Danke schonmal
 
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Ich habe ab und zu noch Restsymptome trotz Medikament (Reagila), die so aussehen, dass ich flüchtige Wahngedanken bekomme, wie dass versteckte Botschaften für mich in Musik oder Fernsehserien sind, aber ich kann damit gut leben, weil ich zum größten Teil in der Realität verankert bin und aus diesen flüchtigen Gedanken dann kein ganzes Wahnkonstrukt wird. Ich habe mit meinem Psychiater noch nicht darüber gesprochen, weil ich mir vorstellen kann, dass dann gleich die Dosis der Neuroleptika erhöht werden sollte, was ich für sinnlos halte so lange die Restsymptome mich nicht belasten. Wenn ich Symptome habe, versuche ich meistens mit dem aufzuhören, was ich gerade mache und mich mit etwas anderem zu beschäftigen, weil ich mit meiner Therapeutin auch erarbeitet habe, dass Wahn ensteht, wenn man sich zu sehr auf eine Sache fokussiert.
An deiner Stelle würde ich abwägen, als wie belastend du deine Restsymptome empfindest und danach entscheiden, ob du die 100mg zusätzlich nimmst oder nicht. Deine körperliche Gesundheit ist auch wichtig und wenn die unter den Medikamnten leidet, kann ich deine Hemmungen verstehen.
Bekommst du in der Tagesklinik auch Therapie? Vielleicht kann man ja therapeutisch was gegen deine Ängste unternehmen. So lange du dein Verhalten nicht mehr auf deine Ängste anpasst, würde ich es wahrscheinlich eher damit versuchen, als gleich das Medikament zu erhöhen.
 
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Hallo, ich war 2018-2019 3-4 mal in der geschlossenen Psychiatrie über jeweils 4-6 Monate mit der Diagnose paranoide Schizophrenie. Bis letztes Jahr im Februar war ich komplett arbeitslos / nicht arbeitsfähig und arbeite seit 2021 so 20 Stunden / Woche. Ich habe die Zeit genutzt um mein Leben / Alltag komplett zu verändern. Mehr soziale Kontakte und Hobbies die mich zwar nicht glücklich machen, aber die einen positiven Einfluss auf meine Psyche haben. Ich habe so ziemlich alles in der Zeit ausprobiert was andere Menschen als Hobbies machen. Von wöchentlichen Gesprächsrunden mit Fremden bis hin zum Fallschirmspringen (Tandemsprung) oder Reisen und Übernachtungen in Thailand zur Entspannung.
Ich habe seit meinem ersten Klinikaufenthalt Anfang 2018 keine Medikamente zur Behandlung mehr eingenommen. Und bin seit diesem Jahr fast wieder vollständigen befreit von Negativsymptomen.
Ich höre keine Stimmen / bildliche - gedankliche Halluzination mehr oder nehme auch keine Versuche der "Fremdsteuerung" mehr war.
Inzwischen habe ich auch wieder genug Energie um die eigenen Arbeits- und Haushaltspflichten alleine auf die Reihe zu bekommen. Ich kann auch wieder Emotionen wahrnehmen und über lustige Videos oder lustige Witze lachen. - Ich konnte zum Beispiel über einige Episoden von Amazon - Primes LOL so stark lachen, das mir die Tränen gekommen sind (die letzten 2-3 Episoden einer Season sind meistens die besten).
Die einzigen Symptome die bei mir dauerhaft geblieben sind, sind folgende:
Psychische Muskelschmerzen / Körperschmerzen und Verspannungen wegen zu hoher Erschöpfung durch zu viel Arbeit oder wegen zu langen sozialen Gesprächen. Manchmal ein sehr hohes Schlafbedürfnis. Meistens auch wegen zu hoher Erschöpfung.

Den besten Tipp den ich geben kann ist: Wenn man merkt das man akut psychotisch ist, sollte man die Reize durch die Umwelt am besten maximal reduzieren. Ansonsten hilft es das eigene Gehirn durch alltägliche Aufgaben beschäftigt zu halten um zu alter Stärke zurückzukehren. Man kann sehr schwer in eine andere Realität abdriften während man die Wäsche zusammenlegt und dabei Musik hört oder während man konzentriert ein Modellflugzeug zusammenbaut oder ein Bild malt.

Vielleicht hilft dieser Beitrag auch denen unter euch die interessiert daran sind die Nebenwirkungen der eigenen Erkrankung von den Medikamenten Nebenwirkungen zu trennen.
 
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