der Arzt meinte heute er wird jetzt doch wieder auf Clozapin eingestellt. Er ist so dermasen Therapie Restistenz, Es bringt halt nix. Gefällt mir zwar nicht wirklich weil er halt dann dauerhaft wieder recht müde sein wird aber bevor er nie wieder aus der Psychose raus kommt..
Wenn er Aripiprazol freiwillig probieren möchte, dann wäre das doch einen Versuch wert, statt dass man ihn zum Clozapin zwingt!? Clozapin macht extreme Gewichtszunahme und kann schwerwiegende Komplikationen machen. Ich finde, man sollte vorher alles probiert haben.
Aripiprazol wirkt von 5–30 mg. Ich finde, Freiwilligkeit ist wichtig, und dass dein Freund Clozapin verweigert, ist objektiv begründbar, auch wenn manche Patienten damit gut klarkommen. 10kg in 3 Monaten zuzunehmen, ist beim Clozapin keine Seltenheit, also man kann da extrem zunehmen, was es nur für manche Patienten einsetzbar macht.
Echte Therapieresistenz (TRS) bedeutet, dass man die antipsychotischen Wirkstoffe, auch Aripiprazol erst einmal probiert hat, da man auf einzelne Wirkstoffe auch Pseudoresistenzen haben kann.
Ich finde, man könnte ihm mindestens Aripiprazol geben, um zu schauen, ob es wirkt. Wenn es allein zu schwach ist, kann man Clozapin in kleinerer, moderater Dosis hinzufügen. Da Aripiprazol + Clozapin von der Evidenz mit die beste Kombi bei TRS ist und damit hohe Clozapindosieurungen vermieden werden können.
1. Erst einmal Aripiprazol in 5–10 mg Dosis die ersten Wochen (bis 30mg theoretisch steigerbar).
2. Dann kann Bupropion in kleinster Dosis (150 mg) ergänzt werden, welches aber den Spiegel von Aripiprazol verdoppeln kann. CYP2D6-Hemmung von Bupropion ist also zu beachten, da es ein Abbauweg vom Aripiprazol ist.
Alternativ:
3. Erst wenn Aripiprazol (ca. 5–10 mg) + Bupropion (150 mg) keine ausreichende Wirkung haben, würde ich Aripiprazol + Clozapin in seinem Fall für geeignet befinden. Häufig verträglicher als Clozapin-Monotherapie, da durch Aripiprazol das Clozapin geringer dosiert werden kann.
Bupropion reduziert die Neigung zu Impulsivität über NET, da präfrontales Dopamin angehoben wird. Bei Schizophrenie ist präfrontal zu wenig Dopaminaktivität und dort ist die Modulation über NET zentral. Über den Noradrenalin-Transporter wird auch Dopamin abgebaut, durch die Hemmung kann präfrontal schwaches Dopamin angehoben werden. Das verbessert Selbstkontrolle, hilft sehr bei Agitiertheit und innerer Unruhe.
Bupropion wirkt auch auf DAT, was in für Positivsymptome relevanteren Regionen greift. Auch da wird schwaches Dopamin angehoben, ohne bereits zu starke Dopaminsignale zu verstärken, da dort dann präsynaptische Autorezeptoren herunterregeln. Das Antipsychotikum, also Aripiprazol fängt Dopaminspitzen ohnehin sicher ab. Bupropion reduziert über NET- und DAT-Hemmung Negativsymptome und auch Positivsymptome, was in kombi mit Aripiprazol, an die Wirkung von Clozapin herankommen könnte.
Aripiprazol wirkt auch antidepressiv sehr gut, also wäre er da in wenigen Tagen auch antidepressiv besser drauf. Das würde sehr zur Freiwilligkeit der Medikamenteneinnahme beitragen.