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Diese neuartige Wirkstoffkombination ermöglicht ein relativ normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese Wirkstoffkombination auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung erheblich verbessern kann und auch die Positivsymptome reduziert.

Perspektivlosigkeit mit der unbefristeten EMR

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Hallo zusammen,

bin mit 21 Jahren an einer paranoiden Psychose erkrankt und mit 25 Jahren befristet berentet worden weil ich damals eine RPK Maßnahme abgebrochen habe. Nun bin ich 38 und unbefristet berentet. Ich galt als teilerwerbsgemindert aber aufgrund des verschlossenen Arbeitsmarktes habe ich eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Ich habe alles probiert Rehas beruflich und medizinisch, war bei Vorstellungsgesprächen, habe auf 450 Euro Basis gearbeitet, eine neue Ausbildung angefangen (bloß die falsche). Nun stehe ich wieder mal da wie der Ochs am Berg. Wohne wieder bei den Eltern im alten Kinderzimmer und fühle mich schlecht. Ich hab auch keine Lust mehr zum Psychiater zu gehen. Nun war ich beim Hausarzt und hab um eine psychosomatische Reha gebeten. Die Krankenkasse meinte, das die Chancen für eine Bewilligung nicht gut stehen.

Habt ihr auch schon mit Perspektivlosigkeit zu kämpfen gehabt und wart ihr auch schon in der ähnliche Situation? Was hat euch geholfen um wieder einen Aufschwung zu erleben?

Liebe Grüße

Verschizo
 
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Wohne wieder bei den Eltern im alten Kinderzimmer und fühle mich schlecht. Ich hab auch keine Lust mehr zum Psychiater zu gehen.
Ja, ich hatte mit Perspektivlosigkeit zu kämpfen. Vor einem Dazuverdienst habe ich mit Hilfe von ambulant betreutem Wohnen und Hauswirtschaft über Pflegegrad 2 eine neue Wohnung gesucht und nun auch gefunden. Das war schwer als psychisch Kranke, aber hat letztendlich funktioniert. Ich bin gerade mitten im Umzug. Ein Zuverdienst zur Rente kann sich dann möglicherweise auch noch ergeben, denn die Hilfen nehme ich ja bei meinem Umzug mit. Meine Psychiaterin ist ein Goldstück, aber sehr kritisch. Meine sonstigen Helferinnen und Geschwister haben mich stets darin bestärkt, dass ich eine eigene Wohnung haben kann.
 
TS
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Hallo Mutante,

ich hatte auch eine Wohnung und war davor auch schon 2 mal in betreuten WGs aber da fühlte ich mich gar nicht wohl. Die Wohnung, die ich hatte war eine kleine in einem Apartment Haus von Vonovia(bekannt aus den Medien). Schreckliche Zustände und Nebenkostennachzahlungen. Du hast Recht, als psychisch Beeinträchtigen(r) ist es sehr schwierig eine zumutbare Wohnung zu bekommen.
Komme eigentlich ganz gut zurecht, nur vereinsame ich gern und weiß die meiste Zeit nichts mit mir anzufangen weil ich ständig im Denkmodus bin. Einen Vertrauenswürdigen Psychiater-in zu finden ist schwierig. Es wird nur an den Medikamenten was verändert aber sonst helfen die einem ja auch nicht wirklich - im Gegenteil - sie nehmen einem noch mehr das Selbstvertrauen in dem sie meinen man kann dies und das nicht mehr und legen einem noch mehr Steine in den Weg. Ich hab nach 15 Jahren psychiatrischer Behandlung, diese Gespräche satt und bin es satt mit Medis vollgestopft zu werden wenn es einem schlecht geht. Das macht die Situation ja auch nicht besser.
 
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Komme eigentlich ganz gut zurecht, nur vereinsame ich gern und weiß die meiste Zeit nichts mit mir anzufangen weil ich ständig im Denkmodus bin.
Ich denke natürlich auch ständig, aber ich habe nachbarschaftliche, familiäre und Profikontakte. Ich bin nicht der einsamste Mensch der Welt, weil ich Hilfe suche und annehmen kann.
 
TS
V
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Das freut mich. Wie alt bist du wenn ich fragen darf? Seit wie viel Jahren leidest du unter der Erkrankung? Zur Zeit habe ich nur familiäre Kontakte und einen Hund. Aber ich schaue auch in die Zukunft und bin mir bewusst, dass meine Eltern irgendwann nicht mehr da sein werden. Ich muss mich wieder von ihnen lösen. Das tut nicht gut wieder Kind zu sein. Eingefahrene Verhaltensmuster beiderseits.
 
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Ich empfehle dir, bei der Telefonseelsorge anzurufen oder per mail Kontakt aufzunehmen. Die können deine Probleme und ein weiteres Vorgehen mit dir besprechen.
 
TS
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Hab ich auch schon probiert. Das hat mir nichts gebracht im Endeffekt aber danke
 
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Ich äußer mich auch mal. Hab derzeit ziemlich mit Negativsympthomen zu kämpfen, macht sich Tag für Tag 'ne Platte wie man aus der Scheiße kommt und im Freundeskreis bekommt man zu hören "Geh mir nicht auf den Nerv" - zieht einen natürlich nochmal ein ganzes Stück runter. Der Arbeitgeber kann mich höchstwahrscheinlich nicht länger tragen aufgrund meiner Leistungsfähigkeit. Bin am überlegen ein Studium anzugreifen, da es keinen wirklichen Ausbildungsberuf gibt, der mich interessieren könnte. Da ich aber massiv mit finanziellen Problemen kämpfe, ist ein Studium eben dann doch keine Option. Denke auch über berufliche Reha nach, weiß aber auch nicht so Recht wohin damit. Partnerin sucht man auch vergebens und man ist Tag für Tag auf sich alleine gestellt.

Is schon bitter, wenn man nicht weiß wohin mit sich. Soviel zu meiner Perspektive. Ein Leben ohne Medikamente wäre so erstrebenswert.

Letztens bin ich jedoch auf eine Gemeinde gestoßen, die mich zum Bibel lesen eingeladen hatte sowie der Teilnahme am Gottesdienst. Eine evangelische Freigemeinde. Bin da sehr froh drum, ist nicht jedermans Sache, aber wenn man ein wenig Bezug zu hat, kann das einem vielleicht doch ein wenig helfen.

Alles Gute für dich Verschizo ! Ich fühle mit dir, auch wenn deine Situation ziemlich verheerend scheint, gibt es immer einen Ausweg. Ich glaub an dich.!
 
TS
V
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Hallo sille_neuneins,

danke für deinen Beitrag. Ein kleines Trostpflaster, dass es anderen auch so geht. Ich hatte früher auch überlegt noch ein Studium zu machen aber da ich schon in der Fachhochschulreife mit der Erkrankung zu kämpfen hatte, hab ich es gelassen.

Ich hab auch Unterhaltsschulden wegen meiner Tochter obwohl ich sowieso weniger Geld als ein Hartz4 Empfänger habe. Wenn man kein Geld hat holen sie es sich trotzdem. Echt mies.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass die Negativsymptomatik von der zu langen Neuroleptika Einnahme kommt. Mit irgendwas müsste man die Rezeptoren mal wieder stimulieren. Die sind total abgestumpft!;-)

Freut mich, dass du in einer Gemeinde etwas Halt gefunden hast. Für mich wäre das glaub ich nichts. Bin eher ein Einzelkämpfer aber das ist kräftezehrend auf Dauer und geht schon einige Jahre so. Hab auch schon bessere Zeiten und ich hoffe dass ich auch wieder Mal den Gipfel erklimmen über die Wolken und den Nebel.

Danke ich versuche mein Bestes. Auch alles gute für dich! Kopf hoch auch wenn der Hals dreckig ist!
 
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Nun bin ich 38 und unbefristet berentet. Ich galt als teilerwerbsgemindert aber aufgrund des verschlossenen Arbeitsmarktes habe ich eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Ich habe alles probiert Rehas beruflich und medizinisch, war bei Vorstellungsgesprächen, habe auf 450 Euro Basis gearbeitet, eine neue Ausbildung angefangen (bloß die falsche). Nun stehe ich wieder mal da wie der Ochs am Berg.
Die volle Erwerbsminderungsrente ist ja an sich schon ein Segen. Kommt natürlich auch darauf an, wie hoch, aber du darfst ja bis zu 525€ dazuverdienen, alles was darüber geht, führt eben zu Abzügen bei der Rente, aber wäre ebenso eine Perspektive, die man hat, wenn man arbeiten möchte/kann und darauf angewiesen ist.
Das mit der Reha, da würde ich mir keine so großen Hoffnungen machen, weil das an deiner gesundheitlichen Situation wenig ändert, also das wäre eher etwas, wenn du dich wirklich besser fühlst und dir mehr zumuten kannst.
Im Grunde solltest du schauen, dass du einen 450 oder 525€ Job machst, was ja zu deiner Rente dazukommt und wo eben eine zeitliche Entlastung hast.
Der Aufschwung hängt von deiner gesundheitlichen Situation ab, du könntest beispielsweise Ehrenämter oder andere soziale Tätigkeiten ausprobieren, um da mehr Tagesstruktur zu bekommen, zu den 525€ möglichen dazuverdienst. Das Geld ohne EM-Rente wirst du bei der Erkrankung anderweitig nur schwer verdienen, auch wenn du vielleicht ein paar Hundert Euro weniger hast. Wichtig ist zu akzeptieren, dass man diese Erkrankung hat und wo die eigenen Grenzen sind.
Hier im Forum findest du außerdem noch eine Medikamenteempfehlung, die ich nahezu jeden Betroffene/n nur zu Herzen legen kann auszuprobieren, denn damit kann man effektiv Negativsymptome behandel, was ansonsten bei den Standardtherapien eher irrelevant ist. Negativsymptome schränken extrem ein und damit lässt sich eben kaum ein Job auf dem normalen Arbeitsmarkt machen. Die Besonderheit ist da das Bupropion(SNDRI Antidepressivum) und das so das Neuroleptikum(Aripiprazol) in Intervallen eingenommen werden kann und man sich langsam von diesem Neuroleptikum so entwöhnt.
Da sind ein paar Dinge zu beachten und zusätzliche ergänzende Wirkstoffe sinnvoll, von daher rate ich dir das zumindest mal dir anzuschauen und in Absprache mit deinem behandelnden Arzt/Ärztin zu testen.
Ich hätte ohne diese Zusammenstellung nie zu einem halbwegs normalen Leben zurückgefunden. Bin zwar noch EM-berentet, aber sonst kann ich mein Leben genießen und hab da meinen Weg gefunden. Muss eben keine berufliche Laufbahn sein und so eine Rente gibt den Freiraum den zumindest ein Teil der Betroffenen braucht.
Sei also froh und vermutlich wird dir die Rente eh auf Lebenszeit gewährt. Anderweitig stellt dir da keiner ein Bein in den Weg, wenn du mehr arbeiten möchtest, also das wäre schon möglich auch über die 525€ hinaus zusätzlich zu verdienen, aber man muss eben damit rechnen das man dann vielleicht neu begutachtet wird und so. Also das ist meine Einschätzung, aber bin auch Betroffener und gehe da von meinen Erfahrungen und das was ich so bisher mitbekommen habe aus. Bin übrigens knapp 35, also ähnlich wie bei dir.
Interessieren würden mich deine Symptome und ob du Stimmen oder so hattest. Stimmen hatte ich persönlich keine. Diese Medikamentekombi von mir ist definitiv eine Perspektive, da wirst du, wenn es dir besser geht/gehen sollte eben ganz neue Perspektiven für dich sehen.
 
TS
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Hallo Maggi,

auch dir danke ich für deinen Beitrag. Ich hab schon so viel mit Medis rumprobiert dass ich da eigentlich keine Lust mehr drauf habe weil das einen wieder zurückschmeißen kann und wieder Symptome zurückkommen und man sich schlecht fühlt aber ich werde mir deinen Vorschlag gerne mal anschauen und drüber nachdenken. Jeder verträgt ja die Wirkstoffe anders.

Ich höre dialogisierende Stimmen von bekannten Personen, die sich über meine Psychose und mein Leben unterhalten. Desweiteren merke ich sofort wenn jemand auf der Straße über mich redet. Ich nehme zu viel wahr. Ohne Medis würde ich eine Gedankenflut im Kopf haben. Die Gedanken würden sich überschlagen und ich wüsste gar nicht mehr wo vorne und hinten ist. Paranoia hatte ich auch. Ich höre auch Gedanken von Leuten. Das klingt krass aber das ist real. Das nennt man auch Bewusstseinserweiterung!
Ich nehme 2mg Risperidon morgens und 2mg abends zum schlafen.

Ich gebe dir Recht, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen schon seine Vorteile hat aber es hat auch den Nachteil daß man sich darauf ausruhen kann und die Motivation und soziale Kontakte darunter leiden müssen. Man grenzt sich automatisch ab von der Arbeitswelt. Zu einem gescheiten Minijob fehlt mir die berufliche Qualifikation. Ich bin Geselle im Straßenbauhandwerk. Da gibt es weder Minijobs noch Teilzeitjobs. Ich könnte schon arbeiten wenn ich eine passende Stelle, die mich nicht unter- oder überfordert, finden würde. Aber die Arbeitswelt ist leider was ganz anderes wie ein Schizophrener sich das vielleicht wünschen würde. Der Lebenslauf ist völlig ruiniert! Und der zählt was hier in Deutschland.

Aripiprazol hab ich schon ausprobiert. Davon bin ich nur zapplig geworden und konnte gar nicht mehr still sitzen.
 
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