Aber es ist echt komisch weil man doch als Mensch einige unbewusste Sachen mitbekommt wenn man stimmen zu anderen sendet.
Wenn du das von dir Erinnerte jetzt einmal näher analysierst, wirst du feststellen, dass es sich mit "Gedankenlautwerden" deckt. Dabei hast du den (nicht realitätsentsprechenden, auch nicht wirklich selbst geglaubten, darauf kommt es nicht an) Eindruck, dass deine Gedanken von anderen gelesen werden oder in ihrem Wortlaut oder ihrer Bedeutung in andere eingespeist werden können. Das ist eine Befürchtung ("paranoid" in umgekehrte Richtung, also es wird nichts bei dir hinzugefügt (akustische oder sonstige Halluzinationen), sondern bei anderen) der "Gedankenausbreitung". Ich vermute aber auch, dass du das hast, weil du in einem Umfeld mit vielen psychotisch dekompensierten, vielleicht medikamentös zusätzlich schlecht eingestellten Menschen sein musst und dann deine Beobachtungen auf dich überträgst. So etwa in dem Stil "ich hatte das doch auch schon mal". Deshalb glaubst du auch, dass es ein esoterisches Phänomen ist, das man dann irgendwie wissenschaftlich erforschen könnte ("wie gebe ich vorher Signale, so dass die Gedankenübertragung oder das Gedankenlesen stattfindet"). Ich würde davon ausgehen, dass die Antipsychotika einschließlich Cariprazin diese Symptome ausreichend runterdämpfen und dass eine niedrige Standarddosis (keine speziell angepasste oder individuell hypothetisierte) dafür ausreicht. Ich bin natürlich kein Arzt, aber die Ärzte sagen oft das Gegenteil und deshalb habe ich glaube ich Recht.
Ich denke, wenn das Cariprazin als Generikum erhältlich sein wird, werden es weitaus mehr Patienten verschrieben bekommen, nicht nur als Testballon, sondern auch dauerhaft als Ersatz für das vorherige Medikament. Leider müsste man sich Brexpiprazol auf eigene Kosten beschaffen (Vorauskasse bei einer Apotheke, die es aus dem Ausland bestellt inklusive eventuelle Zollgebühren), da es für GKV-Versicherte nicht erstattungsfähig geworden ist. Man kann aber auch über Cariprazin als Ersatz nachdenken, nur dass der Arzt dazu überredet werden muss, da die Indikation "primäre Negativsymptomatik" Grundlage der Zulassung (besonderer Zusatznutzen) gewesen ist. Bei mir persönlich funktioniert Aripiprazol, ich nehme aber eine geringe Dosis (0,75 mg/Tag) Cariprazin zusätzlich dazu ein (hat sich jetzt so eingependelt). Aber wenn dann mit dem Generikum die Preise erstmal runtergehen, ist es der Krankenkasse wurst, ob der Arzt Cariprazin oder etwas anderes verschreibt. Dann beginnt die Komödie vermutlich mit dem Xanomelin Trospiumchlorid / KarXT, denn da wird a) erst einmal die Zulassung für Alzheimer-Betroffene erfolgen, und das sind die meisten Patienten aus "unserer" Gruppe gar nicht, b) der Preis wird wieder niedriger sein als in den USA, aber dafür wird vermutlich wieder ein Zusatz zum Einsatz verbindlich werden, etwa "kognitive Einschränkungen im Zusammenhang mit der Schizophrenie" oder "EPS bei anderen Medikamenten außer Clozapin". Also am besten jetzt schon zugreifen und wenn man es besser als die 2nd gen AP's verträgt Aripiprazol auswählen, oder aber den Behandler bitten, das Cariprazin aufzuschreiben. Noch besser wäre natürlich der Weg einer Intervalltherapie, die bei Bedarf Negativsymptome und/oder Depressionen abdeckt, aber wie oben bereits geschrieben, ich bin kein Arzt und lehne daher die Haftung für diesen persönlichen Patientenweg (nicht mehr von mir gesehen, also muss ich das) ab. Ich habe selbst aber mittelprächtig positive Absetzerfahrungen, nur dass ich jetzt a) nicht anfange, das allen anderen ans Herz zu legen, auch nicht als Versuch bei ihnen selber, b) ich das nicht wiederhole, weil ich inzwischen reifer geworden bin und bei einer niedrigen Dosis der ausgewählten Antipsychotika stehenbleiben möchte, schließlich auch einmal KarXT ausprobieren möchte. Man darf aber Antidepressiva auch bei Schizophrenie einnehmen, nur muss es zum jeweiligen Beschwerdebild passen, dann aber ist es kein Problem, so zumindest habe ich die letzten drei Leitlinien, abrufbar bei der DGPPN, verstanden. Wenn es dann nur mit dem Antidepressivum geht, auch gut. Es ist halt immer die Frage der Diagnose bzw. (ICD-11) des Verlaufs mit dem Krankheitsbild, ein Absetzen wird nicht auf jeden Patienten (und vor allem nicht zu jeder Zeit) passen. Aber die Psychiatrie macht schon abhängig, und das hat sicher auch System. Mehr sage ich dazu jedoch nicht, da ich sonst in die "Antipsychiatrie" abschweife, diese ist in ihren Möglichkeiten für die Patienten und typischerweise auch etwas in ihrem Blick begrenzt, und sie hat ein schlaues Geschwisterchen, die "Psychologie" bzw. deren Patientensicht, welche die Psychiatrie oft
auch (ausreichend) kritisiert.