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Psychose & Schizophrenie Forum ❤️

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Mein zweites Ich

Britta5

Member
Ich war schon einmal hier im Forum. Ich habe Stimmen gehört , die aus der Wand kamen. Es war wie ein Gewirr, keine deutlichen Stimmen , fast so was wie ein Unterhaltunskonzert. 2018 sind meine Eltern kurz hintereinander verstorben. Ich versuchte, alles ruhig hinzunehmen. Der Geist meiner Mutter ist seitdem in mir, ich habe dieselbe Handschrift wie sie, sie ist mit 37 Jahren schizophren geworden . Ich selbst lebe allein, habe eine liebe Freundin, die sich am Wochenende um mich kümmert , sonst hat sie nur Zeit für ihren Sohn. Ich bin gern allein, habe mich sehr zurückgezogen, gehe Menschen aus dem Weg, die meisten wollen nichts Gutes, bin nah am Wasser gebaut, Weine wegen Kleinigkeiten, das war früher nicht so. Vor meinem Nachbarn verstecke ich mich, der will meine Bäume um schneiden, ich habe mehrere auf meinem Grundstück stehen. Im meinem Heimatort gehe ich nur sehr ungern im Supermarkt einkaufen, da die Leute mich so seltsam anschauen oder anlächeln. Da pendle ich lieber aus. Die Menschen gehen mir aus dem Weg, und wenn, dann haben sie eine gezwungene, nicht gewollte und daher nur kurze und keine vertiefende Konversation mit mir. Manchmal jagen mir tausend Gedanken durch den Kopf, zum Teil sehr weltfremde..Ich habe Angst, dass ich eine Psychose entwickle , kennt jemand ähnliches? Gibt es ein Mittel dagegen? Wenn ja, welches? Bin sehr sehr dankbar für Antworten. LG
 
Ich kenne diese Angst. Mir hilft Struktur und Entspannung und vor allem das rechtzeitige Gespräch mit mir vertrauten Menschen und dem Psychiater (oder Arzt, Therapeut). Ich schreibe mir jeden Tag meine Stimmung und innere Unruhe etc. auf und achte auf Veränderungen. Ich habe einen Notfallplan entwickelt, der enthält, auf was ich bei mir achten muss und welche Schritte ich einleite, wenn es überhand nimmt. Dank der Medikamente und regelmäßiger Vorstellung beim Psychiater und meiner Therapeutin läuft es ganz gut.
 
Ich halte mir vor Augen was geschehen ist als ich im Wahn war. Damit es nicht wieder passiert. Ich achte auf meine Frühwarnzeichen und bin alle 2 Wochen beim Therapeuten. Ich sage mir auch dass ich gerne Hilfe annehme und bin in einer Genesungsgruppe. Ich halte Kontakt zu Freunden.
 
Jein, ich bin langsam in den Wahn reingeschliddert. Was dann zu Auffälligkeiten geführt hat. Man braucht halt einen gewissen medikamentösen Schutz. Und auch was spontan an Übel passiert ist halte ich mir vor Augen.(ich habe Menschen geschlagen). Ich habe auch etwas Angst dass mir das wieder passieren könnte, versuche mich aber davon zu distanzieren. Es ist nicht ganz so einfach, aber ich glaube dass es hilft sich die Konsequenzen vor Augen zu führen. Dass man daraus lernen kann. Hilfe anzunehmen ist auch wichtig.
 
Ich war in der Forensik. Ich habe trotz Medikamenten geschlagen. Darum bekomme ich derzeit sehr viele Medikamente. Die Situaton ist sehr ungemütlich für mich. Ich werde diese Medikamente nach der Bewährung wieder senken. Darum sage ich mir immer dass Schlagen keine Lösung ist. Ich hoffe einfach dass es dann gut geht. Frühwarnzeichen sind wichtige Wegweiser. Etwa wenn ich mich mit Freunden streite. Die perfekte Sicherheit gibt es nicht, oder nur zu dem Preis antriebslos da zu sitzen, weil die Medikamente einen lahm legen.
 
Oje du Armer. Ich wünsche dir dass du wieder ganz gesund wirst oder nimmer so viele Medikamente brauchst. Du hast Recht, möglichst früh Hilfe suchen ist am besten, wenn der Kopf eigene wege geht. Denn dann sollte es nicht ganz schlimm kommen, glaube ich
 
Ja, man sollte immer offen für Hilfe sein. Auch dass ich jetzt so viel nehme ist ja nicht böse gemeint. Mein Therapeut will jetzt mit mir an meinem Trauma arbeiten. Ich hatte es nie so wirklich aufgearbeitet. Immer kam was dazwischen oder ich dachte ich mache das alleine. Therapie machen ist auch eine gute Prophylaxe.
 
War jetzt noch spazieren, da kam wieder dieser Sprechzwang, mich Menschen an meinen Gedanken teilhaben zu lassen und doch irgendwie in Halbdunkel versteckt bleiben, es ist so ein euphorisches Gefühl, kennt das jemand von euch? LG!!
 
Euphorie kenne ich. Das ist sozusagen mein Heimatgefühl. Das andere habe ich nicht verstanden. Wie meinst du mich anderen Menschen an meinen Gedanken teilhaben lassen aber im halbdunkel bleiben?
 
Ich habe Angst und schäme mich WG. Meiner Gedanken und dass ich sie laut sagen muss. Es ist aber wie so ein Prickeln, eine Blase die irgendwann platzt
 
Hm, klingt schräg. Vielleicht will da etwas herauskommen, du hast das Bedürfnis dich mitzuteilen. Hast du dir schon einmal in Ruhe darübr Gedanken gemacht was da aus dir herauskommen will? Vielleicht ist es auch eine Zwangsstörung. Ich hatte den Zwang Menschen Kaffee ins Gesicht zu schütten. Habs natürlich nie gemacht.
 
Ja, es ist auch schräg, was ich laut raus sagen will es ergibt natürlich keinen Sinn, es sind einfach Dinge, wie der Preis, den die Kassiererin im Supermarkt verlangt, oder in die Bücherei zu gehen. Das kann ausser mir niemand verstehen, und das macht mir Angst, dass es ein permanenter Zwang wird
 
Ach so, verstehe. Dann wäre es vielleicht gut sich zu beruhigen und den Zwang irgendwie zu übergehen. So ja, das denke ich gerade und dann irgendwie vorüberziehen lassen bis es weg ist. Mir hilft freundlich sein, also einfach der Kassiererin freundlich zulächeln, so ganz ernst gemeint. Freundlichkeit kann Berge versetzen.
 
Nee ich habs etwas anders gemeint, aber ist auch egal, vlt hilft die Zeit und der Liebe Gott und Satan übersieht mich einfach. Und Morgen geht's wieder besser. Hoffentlich wirds nicht intensiver. Vielen Dank für die Zeit, die ihr mir gewidmet habt ❤️❤️❤️
 
@Britta5
hast du bereits mit einem Facharzt gesprochen und hast du Antipsychotika zuhause oder nimmst du überhaupt welche ein?
Es klingt sehr akut und das kann wirklich zum Problem werden wenn du zur Gefahr für Dich und andere wirst.

Wichtig ist das du einen zeinahen Termin machst oder direkt zum Psychiater dich fahren lässt. Du kannst auch den Notruf 112 wählen da das bei dir wirklich schon gefährlich ist!

Wenn du ein Antipsychotium zuhause hast, bitte nehm das ein. Hast du diese abgesetzt schon länger oder nimmt du diese ein? Es kann auch trotz Antipsychotika zu psychotischen Durchbrüchen kommen, da dosiserhöhung und bitte Notruf wählen. Keinesfalls einen Teufel irgendwie angreifen wollen, da du in alles und jedem so etwas sehen kannst und das jemand völlig unschuldiges sein kann, wenn du dich irgendwie diesem zu stellen versuchst.

Antipsychotika kurz zum dämpfen ist aktuell sehr wichtig, du hast später immer noch viele Möglichkeiten eine besser verträgliche antipsychotische Strategie zu finden, falls dir die bisherigen Antipsychotika wenig zugesagt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist schon seltsam, das vertraute Menschen einem als Feind erscheinen können, obwohl sie das garnicht sind

Die ganze Welt kann einen liebgewonnen haben und dennoch verkennt man das in dem Moment

Für eine Heilung muss man das selbst erkennen können

Lass dir Zeit
 
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