Aktuelles

Willkommen im Psychose und Schizophrenie Forum

Dieses Forum richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.

Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, Informationen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.

Pharmakologische Strategien
➝ 2‑seitige Praxisübersicht: PDF-Druckversion
Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese: Schizophrenie als Signal‑Rausch‑Störung

➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.

Willkommen im
Psychose & Schizophrenie - Forum

Medizinisch fundierte Informationen zu Orientierung, Medikation und Therapie.

Für Betroffene, Angehörige sowie fachlich Interessierte.

Chat und Komfortfunktionen für angemeldete User.

Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Grafische Übersicht: Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese

➝💙 Schizophrenie für Angehörige – einfach, respektvoll und verständlich erklärt

Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.

Mein von paranoider Schizophrenie Betroffener Freund, zeigt keine Krankheitseinsicht und bindet mich in sein Konstrukt ein

Syl94

New member
Hallo,
ich schreibe hier, weil ich einen großen Gesprächsbedarf habe, da ich innerlich gefühlt vor Schmerz platze.
Ich und mein Freund sind/waren knapp 13 Jahre zusammen. Nun hat er schluss gemacht, weil er der Meinung ist, ich wäre in seinem Verschwörungskonstrukt involviert. Zwischendurch ist er immer mal wieder daraus aufgewacht und sagte, er dass er mir glaubt, dass ich ihn liebe und nichts gemacht habe.
Nun ist er seit einigen Wochen dauerhaft in seinem Überzeugungszustand. Ich kann ihm nicht mehr erklären, dass ich nie irgendwas gegen ihn getan hätte und ich ihn über alles liebe. Er zeigt keinerlei Krankheitseinsicht und glaubt felsenfest daran, dass alle seine Probleme im Außen liegen.
Vor knapp 2 Jahren war er noch an dem Punkt, sich Hilfe zu holen. Hat sogar das ein oder andere Medikament ausprobiert. Allerdings hat er diese aufgrund von Nebenwirkungen schnell abgesetzt und gemeint: "siehst du, ich habe das nicht, weil sonst die Medikamente mir geholfen hätten". Ihm zu erklären, dass man Medis länger einnehmen muss, damit diese helfen, brachten bei ihm keinen Erfolg.
Er hat den Kontakt zu jedem abgebrochen. Ich war die letzte Person, die noch vor Kurzem vertrauenswürdig war. Noch Anfang September waren wir zusammen im Urlaub und haben Pläne fürs nächste Jahr geschmiedet. Er hat sich sogar auf die Klinik gefreut, die ihm bevorstand. Nach ein paar Stunden musste ich ihn von der Klinik wieder abholen, da er der Meinung war, dass alle dort gegen ihn bezahlt gewesen sind. Er musste sozusagen flüchten.
Vor 2 Wochen hat er mir gegenüber merkwürdige Gesten (Dtohgebärden) gezeigt, sodass ich dies als Anlass genommen habe, ihn vielleicht durch die Polizei zwangseinweisen zu lassen. Er war nicht aggressiv, somit konnte nichts gemacht werden. Nun herrscht erstmal Kontaktverbot und ich bin gerade dabei durchzudrehen. Mir geht's mit jedem Tag schlechter, wo ich ihn nicht sehen darf.
Mir ist bewusst dass ich selbst in die Klinik muss und das tue ich auch.
Habe nur Angst, dass in der Zeit meiner Abwesenheit er ne Wohnung findet und verschwindet. Er sagte auch, dass ich nicht wissen darf, wo er hinzieht und das er komplett aus meinem Leben verschwinden will in der Hoffnung der angebliche Betrug würde Dan enden.
Ich brauche ganz dringend Hilfe, weil ich so verzweifelt bin. Niemand kann helfen und er will sich in sein eigenes Verderben stürzen. Er sagt zwar, dass er sich dann irgendwo ein neues Leben aufbauen will, aber ich bezweifle dass er das kann, da er äußerst krank ist. Ich habe Angst, dass er die Trennung ernst meint. Ich kann es nicht wirklich sagen, da es keinen normalen gesunden Grund dafür gibt. Die Bindung zu ihm ist sehr tief und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.
Er fragte mich auch ständig, warum ich ihm nicht einfach die Wahrheit sage. Dabei habe ich immer die Wahrheit gesagt. Das glaubt er mir nicht mehr, kann aber nicht logisch begründen, welche Beweise er für meine angebliche Lügen hätten. Ich liebe ihn über alles und habe immer im Gegenteil agiert, wie er es jetzt von mir behauptet. Ich bin unglaublich verbittert und wenn ich daran denke Dassel vielleicht irgendwann eine andere Freundin findet, zerreißt mir das Herz. Auf der anderen Seite habe ich große Angst, dass er sich irgendwann ganz alleine ohne jeglichen Kontakt etwas antun könnte.
Was soll ich jetzt tun?
Ich bin regelrecht verbittert
 
In erster Linie brauchst du jetzt mal Hilfe, damit du den eventuellen Trennungsschmerz verarbeiten kannst ohne durchzudrehen.
Als mein Vater damals starb ( nach 40 Jahren Ehe) weinte meine Mutter so sehr, dass sie von ihrem Hausarzt ein Antidepressiva verschrieben bekam. Vielleicht wäre das auch etwas für dich.

Was deinen Freund betrifft, würde ich den sozialpsychiatrischen Dienst anrufen, wie du vorgehen kannst, falls er weiterhin Medikamente verweigert.

Dir wünsche ich viel Kraft.
 
Was deinen Freund betrifft, würde ich den sozialpsychiatrischen Dienst anrufen, wie du vorgehen kannst, falls er weiterhin Medikamente verweigert.
Eigentlich können sie da nichts machen. Das Beste wäre es freilich, wenn er sie stärker akzeptieren würde, und das auch in der ambulanten Situation.


Mir ist bewusst dass ich selbst in die Klinik muss und das tue ich auch.
Das würde ich nicht tun. Er wird nicht zu dir kommen, sondern sich eher von dir und deinen Vorschlägen entfernen.

Ich freue mich, dass einmal seit langem einen einfühlsamen Beitrag geschrieben hat. Eifersuchtswahn ist für die beschuldigte Person schwer zu ertragen, mein Verständnis!
 
Ich habe schon mehrmals den sozialpsychiatrischen Dienst gerufen. Die konnten nichts dazu sagen. Nur dass die nichts ändern können und er selbst zur Erkenntnis kommen muss. Aber wie denn, wenn er nicht zurechnungsfähig ist. Er ist gar nicht in der Lage, das zu erkennen. Und ich werte die Trennung nicht als gültig, da er das grundlos und ohne klaren Verstand getan hat
 
Der sozialpsychiatrische Dienst bietet zumindest Beratung, Unterstützung und Kriseninterventionen für psychisch Erkrankte und deren Angehörige an, jedenfalls in unserer Stadt.
Komisch dass sie bei dir nichts machen konnten.
 
Die haben mich schon beraten. Mir sagten sie zumindest, dass ich mir Hilfe suchen soll, da sie dringenderen Bedarf bei mir sehen. Ich eskaliere jedes Mal vor Verzweiflung.
Sie haben auch meinem Freund fragen gestellt und versucht ihm ein klein wenig Einsicht beizubringen, ohne Erfolg.
Für mich ist das keine echte Hilfe, weil er in seinem Wahn im Stich gelassen wird.
Ich weiß, dass du durch Gesetze auch den Personen die Hände gebunden sind aber es kann nicht sein, dass man absolut rein gar nichts machen kann. Es heißt doch immer, es gibt immer eine Lösung. Dann hab ich mit dieser Situation den Beweis, dass diese Aussage nicht stimmt. Noch vor Jahren hat er zu mir gesagt, dass es Angst hat mir zu misstrauen. Ab da gingen bei mir alle Alarmglocken an und ich kämpfte für ihn wie eine Verrückte...meine Hoffnung ist zwar schon fast ganz verschwunden,aber ich bete, dass er sich erneut Hilfe suchen wird und es endlich annehmen kann. Viellricht passiert das erst, wenn er ganz am Boden ist
 
Wenn er was anstellt...also beispielsweise "Ladendiebstahl" könnte es durchaus passieren, dass dadurch eine "Zwangseinweisung" resultiert...aber es ist sehr schwer - ich war auch in der Situation die dein Freund gerade erlebt. Ich hatte aber zu dem Zeitpunkt schon das "Glück" einer rechtlichen Betreuung, die wurde dann aktiv. Aber das wäre in deinem Fall ja erst mal der zweite Schritt. Die Erkrankung ist ein definitiv massives Problem - du hast mein volles Mitgefühl.
 
Mir tut es auch sehr leid, dass du das erleben musst.
Vielleicht ist eine Gruppe für Angehörige von Psychoseerfahrenen auch eine Möglichkeit, zum Austausch, und um sich gegenseitig zu stützen.
Es besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass er wieder zu sich kommt.
Ich wünsche dir Halt in deiner Nähe und viel Kraft.Du bist nicht allein.
 
Das ist eine gute Idee mit der Gruppe.
Was ich mir wünsche, ist Hoffnung.
Hoffnung, dass damit jetzt nicht alles vorbei sein muss.
Ich werde bis zuletzt hoffen, dass er zu sich kommt und erkennt, dass ich nicht böse bin. Ich versuche bis dahin, mir selbst helfen zu lassen, um das Gefühl der Zerissenheit besser zu ertragen.
Vielen Dank an alle für die teils bestärkenden Antworten!
Da es hier auch einige Leute gibt, die selbst betroffen sind und mir positiven Zuspruch geben, ist das ein Zeichen für mich, dass es auch wieder besser werden kann. Vielen Dank nochmal 🙏
 
Du hast nur begrenzt Einfluss auf deinen Partner: Du kannst ihn lieben, ruhig mit ihm sprechen, Informationen geben und Hilfe anbieten, aber du kannst nicht erzwingen, dass er seine Krankheit einsieht oder Behandlung annimmt. Entscheidend ist, wie du selbst damit umgehst, welche Haltung du einnimmst und welche Grenzen du setzt.

Versuche, ihm mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen und konkrete Unterstützung anzubieten (z.B. Arzttermine vorschlagen, Begleitung anbieten). Gleichzeitig achtest du darauf, deine eigene seelische und körperliche Gesundheit zu schützen und dir im Zweifel selbst Hilfe zu holen. Mach dir bewusst, dass du nicht für seine ganze Entwicklung verantwortlich bist, sondern nur für dein eigenes Verhalten.

Wenn die Situation gefährlich wird oder er sich oder andere bedroht, ist es deine Aufgabe, professionelle Hilfe bzw. einen Notdienst einzuschalten, auch wenn er das im Moment nicht einsieht.
 
Hallo,
ich schreibe hier, weil ich einen großen Gesprächsbedarf habe, da ich innerlich gefühlt vor Schmerz platze.
Ich und mein Freund sind/waren knapp 13 Jahre zusammen. Nun hat er schluss gemacht, weil er der Meinung ist, ich wäre in seinem Verschwörungskonstrukt involviert. Zwischendurch ist er immer mal wieder daraus aufgewacht und sagte, er dass er mir glaubt, dass ich ihn liebe und nichts gemacht habe.
Nun ist er seit einigen Wochen dauerhaft in seinem Überzeugungszustand. Ich kann ihm nicht mehr erklären, dass ich nie irgendwas gegen ihn getan hätte und ich ihn über alles liebe. Er zeigt keinerlei Krankheitseinsicht und glaubt felsenfest daran, dass alle seine Probleme im Außen liegen.
Vor knapp 2 Jahren war er noch an dem Punkt, sich Hilfe zu holen. Hat sogar das ein oder andere Medikament ausprobiert. Allerdings hat er diese aufgrund von Nebenwirkungen schnell abgesetzt und gemeint: "siehst du, ich habe das nicht, weil sonst die Medikamente mir geholfen hätten". Ihm zu erklären, dass man Medis länger einnehmen muss, damit diese helfen, brachten bei ihm keinen Erfolg.
Er hat den Kontakt zu jedem abgebrochen. Ich war die letzte Person, die noch vor Kurzem vertrauenswürdig war. Noch Anfang September waren wir zusammen im Urlaub und haben Pläne fürs nächste Jahr geschmiedet. Er hat sich sogar auf die Klinik gefreut, die ihm bevorstand. Nach ein paar Stunden musste ich ihn von der Klinik wieder abholen, da er der Meinung war, dass alle dort gegen ihn bezahlt gewesen sind. Er musste sozusagen flüchten.
Vor 2 Wochen hat er mir gegenüber merkwürdige Gesten (Dtohgebärden) gezeigt, sodass ich dies als Anlass genommen habe, ihn vielleicht durch die Polizei zwangseinweisen zu lassen. Er war nicht aggressiv, somit konnte nichts gemacht werden. Nun herrscht erstmal Kontaktverbot und ich bin gerade dabei durchzudrehen. Mir geht's mit jedem Tag schlechter, wo ich ihn nicht sehen darf.
Mir ist bewusst dass ich selbst in die Klinik muss und das tue ich auch.
Habe nur Angst, dass in der Zeit meiner Abwesenheit er ne Wohnung findet und verschwindet. Er sagte auch, dass ich nicht wissen darf, wo er hinzieht und das er komplett aus meinem Leben verschwinden will in der Hoffnung der angebliche Betrug würde Dan enden.
Ich brauche ganz dringend Hilfe, weil ich so verzweifelt bin. Niemand kann helfen und er will sich in sein eigenes Verderben stürzen. Er sagt zwar, dass er sich dann irgendwo ein neues Leben aufbauen will, aber ich bezweifle dass er das kann, da er äußerst krank ist. Ich habe Angst, dass er die Trennung ernst meint. Ich kann es nicht wirklich sagen, da es keinen normalen gesunden Grund dafür gibt. Die Bindung zu ihm ist sehr tief und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.
Er fragte mich auch ständig, warum ich ihm nicht einfach die Wahrheit sage. Dabei habe ich immer die Wahrheit gesagt. Das glaubt er mir nicht mehr, kann aber nicht logisch begründen, welche Beweise er für meine angebliche Lügen hätten. Ich liebe ihn über alles und habe immer im Gegenteil agiert, wie er es jetzt von mir behauptet. Ich bin unglaublich verbittert und wenn ich daran denke Dassel vielleicht irgendwann eine andere Freundin findet, zerreißt mir das Herz. Auf der anderen Seite habe ich große Angst, dass er sich irgendwann ganz alleine ohne jeglichen Kontakt etwas antun könnte.
Was soll ich jetzt tun?
Ich bin regelrecht verbittert
Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation... Ich kann das alles nachvollziehen 😔
Soll ich mich zurück ziehen... Ich bin total verletzt oder soll ich das aushalten?
 
Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation... Ich kann das alles nachvollziehen 😔
Soll ich mich zurück ziehen... Ich bin total verletzt oder soll ich das aushalten?
Ich würde in so einer Situation eher empfehlen, dass ihr gemeinsam einen Psychiater aufsucht und dann ähnlich wie bei einem Psychologen eure Situation besprecht, da es meistens am verständnis für die Erkrankung mangelt und dieses "du bist krank such dir Hilfe" immer etwas abwertendes ist.

Bei Schizophrenie muss auch das Umfeld einfühlsam sein, sonst wird das toxisch, ähnlich muss muss man als Betroffener aber auch ein mindestmaß an Einsicht haben und therapeutische Register ziehen. Dafür braucht es erstmal ein vertauensvolles Gespräch um das mit der Diagnose und aktuellen Probleme überhaupt zu klären, da auch der Psychiater erstmal schauen muss ob es Schizophren ist und der Freund ja auch das Gegenteil erzählen kann. Wenn ihr gemeinsam hingeht, kannst du auch die Dinge richtigstellen und seine Symptome mit erklären, falls er etwas verschweigt.
Deswegen kann der Psychiater keine Zwangseinweisung machen, aber ihr seit weiter.

Schwierig ist es wenn beide erkrankt sind wenn sich gegenseitig der schwarze Peter zugeschoben wird.

Behandlung sollte freiwillig sein und wenn man diese Medikamente nehmen muss und dann völlig gedämpft herumläuft, dann kommt es auf Dinge wie Verträglcihkeit der Wirkstoffe an, worauf manchmal erst zuletzt geachtet wird. Wenn es nur eine "leichte Schizophrenie" ist und man sich ohne Medikamente fängt, ist das vielleicht besser als sich von schlechten Therapien abhängig zu machen, die einen das nehmen was man noch hat.

@Lisa75 hast du mal versucht zusammen mit deinem Freund einen Psychiater aufzusuchen, also direkt mit ins Arztgespräch zu gehen und das deinen Freund anzbieten? Es geht euch beiden etwas an und damit hättet ihr dann einen Psychiater der eure Situation hinterfragt und keine Bauchgefühldiagnosen die man sich bei Beziehungsproblemen vielleicht gegenseitig anhängt damit der jeweils andere Tabletten einnehmen soll.

Grade wenn der jeweils andere leidet, ist immer auch die psychologische Frage da, inwieweit du auch wenn er krank ist ihm gegenüber dich anders verhalten kannst. Andersherum was von ihm kommt und von der Erkankung. Das kann ein Arzt eher beurteilen der eure beiden geschichten hört, statt das du ihm zum Psychiater schickst und "recht" bekommst. Für Betroffene ist das sehr real, ähnlich wie wenn ihr selbst betroffen seit, es andersherum für euch sehr real wäre und euer Freund an allem Schuld ist.
Dieses mit dem Finger zeigen ist das Problem und mal einen gemeinsamen Psychiatertermin zu machen wo du duch mit reinsetzt und überhaupt die Diagnose geklärt wird, wäre ein Anfang. Bei Schizophrenie zweifeln Betroffene ja auch selbst an ihrer Diagnose.
 
Zuletzt bearbeitet:
Leute, vergesst Zwangseinweisung solange nicht eine akute (Selbst-)Gefährdung vorliegt oder die Person im Wahn "hängengeblieben" ist, das bedeutet, dass sie wie in einer Art Trance ist und ständig nur noch vor sich den Wahn hinbrabbelt oder komplett passiv ist. So sagte man es mir von Seiten der Polizei, die täglich damit zu tun haben. Für alle anderen (und das sind weit über 90%) bewirkt es oft sogar das Gegenteil, die sind nach ein paar Stunden, spätestens jedoch am nächsten Tag wieder zuhause und dann ist ihr Misstrauen bestätigt und verstärkt.

Und Syl... die Wahnkomponenten, die länger als ein Jahr andauern, gehen möglicherweise auch unter Medikamenten nicht mehr weg. So sagte man es mir in der Klinik. In diesem Fall würde das bedeuten, dass das Misstrauen dir gegenüber bleiben könnte. Für mich wäre die Situation im Moment tatsächlich leichter, wenn meine Frau das Interesse an der Familie durch den Wahn verloren hätte. Ich merke, dass bei Ihr weiterhin Wahnkomponenten vorhanden sind und sie will unbedingt in die Familie zurück. Meine Bedenken sind aber, dass der Wahn von ihr ein Stückweit unterdrückt wird und dieser wieder dominiert wenn sie zurück in der Familie ist und dann haben wir dasselbe Drama wie vor ihrem Klinikaufenthalt.
 
Leute, vergesst Zwangseinweisung solange nicht eine akute (Selbst-)Gefährdung vorliegt oder die Person im Wahn "hängengeblieben" ist, das bedeutet, dass sie wie in einer Art Trance ist und ständig nur noch vor sich den Wahn hinbrabbelt oder komplett passiv ist. So sagte man es mir von Seiten der Polizei, die täglich damit zu tun haben. Für alle anderen (und das sind weit über 90%) bewirkt es oft sogar das Gegenteil, die sind nach ein paar Stunden, spätestens jedoch am nächsten Tag wieder zuhause und dann ist ihr Misstrauen bestätigt und verstärkt.

Und Syl... die Wahnkomponenten, die länger als ein Jahr andauern, gehen möglicherweise auch unter Medikamenten nicht mehr weg. So sagte man es mir in der Klinik. In diesem Fall würde das bedeuten, dass das Misstrauen dir gegenüber bleiben könnte. Für mich wäre die Situation im Moment tatsächlich leichter, wenn meine Frau das Interesse an der Familie durch den Wahn verloren hätte. Ich merke, dass bei Ihr weiterhin Wahnkomponenten vorhanden sind und sie will unbedingt in die Familie zurück. Meine Bedenken sind aber, dass der Wahn von ihr ein Stückweit unterdrückt wird und dieser wieder dominiert wenn sie zurück in der Familie ist und dann haben wir dasselbe Drama wie vor ihrem Klinikaufenthalt.
Vielleicht solltest du erstmal mit ihr über die komplette Situation reden, auch das sie mit dir offen über ihre Medikamente sprechen sollte, also du solltest ihr nix vorschreiben, aber wenn es bei ihr schlimmer wird, damit sie dir vielleicht etwas schriftliches gibt, das du keinen Rückzug von ihr dann akzeptierst, sondern etwa der Medikamenteschrank zentral ist und wenn sie etwas umstellt oder absetzt sie dir jede Veränderung sagt, damit du ihr bei Verschlechterung auch ohne vermutung "du nimmst keine Medikamente ein", dann direkt sagen kannst, das du diese Symptomatik bei ihr merkst, da Angehörigen das vorher auffällt, wo man als Betroffener zwar merkt in eine Art Wahn zu sein, aber Angehörige und du als ideale Bezugsperson sollten ohne medizinische Zwänge darüber sprechen können.

Die Medizin hat auf Schizophrenie teils schlechtere Antworten als die Betroffenen die früh absetzen und damit andere Risiken reduzieren. Deine Frau wird da auch erst ein Gefühl für die Medikamente bekommen müssen und es muss keine Dauereinnahme zwingend sein. Wenn sie erstmal nur bei einem Schub oder wenn ihr merkt das es schlimmer wird, sie zur Antipsychotikaeinnahme bereit ist und sich da reinschauen lässt, dann ist das viel wert. Dann kannst du auch ihr vielleicht beratend helfen. Im Forum die Intervalltherapie mit Bupropion kann ein fast normales Leben trotz leichter Restsymptome ermöglichen, die durch den positiven Verlauf immer weniger werden.

Das mit dem Wahn stimmt, es ist mit und ohne Medikamente da, also sagen wir es so, die Betroffenen müssen sich selbst finden und ihren Weg. Sie muss das im Wahn erlebte irgendwie verarbeiten und lernen das vieles davon kranke und negative Erfahrungen sind, aber ihr langfristig helfen mit Wahnhaften Symptomen umzugehen und Resilenz aufzubauen, damit zumindest weniger Antipsychotika nötig sind, da man Strategien hat diese realen Ängste abzubauen, indem man versteht was im Kopf alles daneben läuft.
Also sie muss ihre Erkrankung verstehen und Medikamente und der richtige Einsatz wie in der Intervallthrapie kann das beschleunigen und sie vor schlimmeren bewahren, da die Medizin mit den Antipsychotika häufig schon teilweise schadet, da auch ein wirtschaftlich Ökonomischer Druck in der Psychiatrie sich schon schädlich breitgemacht hat. Das Depotspritzenzeug war mal gut gedacht, aber heute verlängert man damit nur noch Patente von Altwirkstoffen die viele Nebenwirkungen haben und kein Gesunder freiwillig in diesen Dosierungen einnehmen würde.
Da sieht man wo einzelne Pharmakonzerne uns hinführen und wie das rechtlich abgesichert ist. Beispielsweise gibt es bei Tablettenwirkstoffen fast schon Preisdumping und bei Generika. Depotspritzen auf Altwirkstoffen haben 20 Jahre Patente und können auch ohne Zusatznutzen eingeführt werden.
Andere moderne Wirkstoffe da meint man kein Geld zu haben, obwohl diese immer noch viel günstiger als diese Depotspritzen wäre, aber die Pharmahersteller die Märkte kontrollieren.
Also mir zeigt das wie beschämend die medizinische Kultur teilweise geworden ist obwohl viele Ärzte etwas anderes vorleben, gibt es auch jene die an diesen ökonomischen Interessen teilnehmen und dann bekommt eben jeder von der 1000€ Monatsspritze seinen Teil, nur der Betroffene auf den Altmedikament zahlt die Zeche.

Das ist die Realität für viele Erkrankte, auch wenn es wahnhaft klingt. Genau deswegen glaube ich sind Betroffene so krank, weil diese einfach etwas früher als andere diese Probleme spüren und in sich diese Gespaltenheit haben. Man muss vieles verarbeiten und mit sich ausmachen, aber auch du solltest verstehen das sie keinen Job wie vorher machen kann oder extrem viel weniger Druck braucht. Selbst als Ärztin wenn ich das richtig in erinnerung habe, wäre Erwerbsminderungsrente oder Teilerwerbsminderung wichtig, damit sie in kein berufliches Schema gepresst wird wo ihr in so einer gesundheitlichen Situation auch Fehler passieren. Wichtiger ist das sie ihre gesundheitlichen Probleme löst und kein zusätzlicher Druck entsteht, weil das mit den Neuroleptika und Therapie wie von 100 auf 0 ist und manche Medikamente das Gehirn auch wirklich zeitweise kognitiv zu matsch machen. Ich kann mir kaum vorstellen das man in den ersten Jahren der Erkrankung den Ansprüchen eines solchen Berufs gerecht wird, da ich auch mit ca. 1,15 Ausbildung nach der Erstbehandlung in der Arbeit völlig am Ende war und selbst einfache Standardaufgaben fast unmöglich wurden.
Wenn man da beruflich Verantwortung für andere Menschen hat, dann bringt einen psychotische Selbstüberschätzung nix und selbst Angehörige können sich diese Leistungseinbrüche kaum vorstellen und das man da einen Job eher als Tagesstruktur oder etwas einfaches ohne hohe Verantwortung für eine berufliche Tagesstruktur ausreichen kann oder sie sich ja erstmal geistig an ihrer Erkrankung abarbeiten kann, aber mit Zeit für Familie und alles, damit da kein Stress entsteht. Wenn ihr beide Ärzte seite, dann ist das finanziell sicher einfacher tragbar, aber ich bezweifle das sie eine Standardtherapie bekommt, wo verantwortungsvoller Job, Kinder, Erkrankung und so zusammen bewältigbar sind. Einfacher Job mit Tagesstruktur hilft und wenn ihre ärztliche Tätigkeit eingeschränkt ist, dann kann sie ihren Beruf durch die Erwerbsminderung ja geistig zum Hobby machen.

Wichtig ist, das ihr einen Vertrauensvollen gemeinsamen Weg findt und da musst ebenso wie sie auch du die Erkrankung realistisch sehen, da sich alles um 180 Grad dreht in eine Situation wo man selbst mit Top Noten und Leistungen dann seiht wie schwer es weniger Begabe haben. Teilerwerbsminderung wäre das mindeste, wobei volle Erwerbsminderung mit maximal 2 Stunden am tag auch schon sehr viel sein kann. Es kommt auf den eigenen Verlauf an und ob der Job Fehler verzeit, bzw. ob Kollegen einen dann das machbare geben.
Diese Erkrankung kommt teils sehr schleichend und ebenso lange dauert die Heilung. Man bekommt gesundheitlich wenig geschenckt und ich musste auch für alles sehr hart kämpfen. Heute werde ich als gesund wahrgenommen, aber es ist innerlich wie Dauerstress, wo man sich auf seine eigene Art abarbeitet.
Da ist es dann schon viel wenn man mal mit Freunden und Familie einen glücklichen Ausflug machen kann und dann die Motivation aufbringt. Medikamente bzw Antipsychotika bauen den einen Stress ab, aber die Probleme die einen Umtreiben bleiben und kommen mit dem absetzen der Medikamente zurück.
Wahn und Halluzinationen hängen zusammen, also Betroffene sehen realitätsecht teils andere Gespräche oder haben Optiken wo Schriftzüge und so ändern, weil das Gehirn so gemacht ist sich dann etwas zusammenzufantasieren. Medikamente können einen von einem Wahn herausziehen, also das man erst beispielsweise beim Absetzen den Wahn merkt und dann hinterher nach medikamentöser Stabilisierung kann man das hinterfragen ober im Idealfall langsam zu lernen wie sehr man sich selbst trauen kann und darf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben