Also ich hab jetzt zig mal versucht Abilify zu nehmen und darauf klar zu kommen, aber ich wechsle ständig zwischen 200mg Amisulprid und 5mg Abilify... glaub mein Gehirn geht grad im Bach unter.
Ich würde erstmal beim Amisulprid bleiben. Kenne eine Betroffene die hat bei 50mg Amisulprid das Bupropion in 150 oder 300mg und von keinen solchen Beschwerden wie du sie hast berichtet. Zusätzlich hat sie Sertralin und auch Lithium.
Mein Tipp wäre also wirklich erstmal beim Amisulprid zu bleiben und entweder direkt auf 100mg Amisulprid + 150mg Bupropion zu gehen.
Intervalltherapie zu versuchen nur Bupropion in Phasen von Wochen bis Monaten ohne Amisurlprid. Bupropion stabilisiert enorm, nur kann es auf Dauer die Stresskaskade ohne dem Antipsychotikum kaum lösen, also tonisches Dopamin steigt an was durch Bupropion funktionell stabilisiert wird, aber überschreitet nach Monaten ohne Antipsychotikum irgendwann trotzdem Grenzen.
Ich war normal ohne Bupropion und nach absetzen von Aripiprazol aufgrund der vorherigen Minimaleinnahme vom Aripiprazol nur ca. 4 Wochen stabil und das eher schlecht als recht. Negativsymptome wurden in den ersten 2 Wochen besser, dann war der Kipppunkt schon da und nach 4 Wochen wurde der Stress quälend.
Mit Bupropion könnte ich Aripiprazol für 6 Monate zu beginn ohne Probleme superstabil funktionieren. Die Negativsymptome besserten sich über die ganzen 6 Monate, erst dann wurde es wieder zu viel Stress mit verstärkten Schlafstörungen. Leichte Schlafstörungen die Bupropion ansonsten beim Einschlafen macht musste ich da zuvor mit Trimipramin-Tropfen behandeln, erst bei stärkeren Schlafstörungen(später trotz Trimipramin-Tropfen) merkte ich dann auch Frühwarnsymptome und musste das Antipsychotikum Aripiprazol einnehmen (Intervalleinnahme für nur 2-3 Woche)
Antipsychotika reduzieren das tonische Dopamin also sehr abrupt und stark. Es dauert bis dieses wieder ansteigt, nur gibt es ja auch Patienten mit dopaminerger Supersensibilität die vielleicht anders als bei mir keine solche Stabilität haben das man das Antipsychotikum für Tage oder Wochen absetze kann. Das müsstest du eben schauen.
Mit Bupropion in dem fall als antipsychotischen Stabilisator sollte es bedeutend leichter sein und die therapeutischen Fortschritte beziehen sich im Grunde auch darauf, dass man unter höherer tonischer Grundaktivität mit Bupropion noch stabil bleibt (deutlich weniger Negativsymptome). Dazu muss aber tonisch erstmal ausreichend Dopamin da sein, weshalb die Intervalleinnahme für manche gut ist.
Bei Amisulprid könnte das aber mit einer Minimaleinnahme besser funktionieren, wie bei den 25mg Paliperidon-Depot. Ob Intervall oder konstante Einnahme des Antipsychotikums in dem Fall besser ist, dafür hab ich bisher keine Erfahrungen gesehen beim Amisulprid etwa. Beim Aripiprazol fehlt mir das auch, da ich selbst fast nur Intervalleinnahme hatte und da wirklich starke Effekte bei den Negativsymptomen und auch weniger Positivsymptomen hatte.
@RamzyStudio
vielleicht kannst du da schauen welcher Weg für dich passt und da bitte auch Rückmeldungen bringen.
Intervalleinnahme ist eben der Vorteil das präsynaptische Autorezeptoren unbelegt bleiben, da kein Antipsychotikum diese belegt. Da Aripiprazol eine lange Halbwertszeit hat könnte der verzögerte Wirkabfall auch eine Rolle spielen.
Durch mehr freie Autorezeptoren kann kann das angestaute echte Dopamin präsynaptisch über die Autorezeptoren als Sensor die VMAT2 Dopaminausschüttung herunterregeln. Das wäre in dieser Perspektive fast wie wenn man aus dem Amisulprid einen Partialagonisten macht, da freie Rezeptoren dann diese intrinische Aktivität erzeugen die Aripiprazol macht indem es Dopamin imitiert.
Bupropion ermöglicht echte Dopaminwirkung an den präsynaptischen Brems(Auto)-Rezeptoren und Aripiprazol macht das künstlich indem Partialagonisten echtes Dopamin an den präsynaptischen Rezeptoren imitieren und damit VMAT2 herunterdrosseln statt aktivieren.
Das ist also schon weit über dem was Lehrbücher abbilden und eine ich sage mal komplizierte Sache.
Im Grunde macht aber DAT-Hemmung ähnliches wie präsynaptische D2 Hemmung was alle Antipsychotika machen. Also es wird kontraintuitiv mehr Dopamin in den Synaptischen Spalt eingebracht über VMAT2, welche erst dann postsynaptisch durch die D2 Hemmung der Empfangsrezeptoren, dann vom Signal her beendet wird.
Der höhere Druck oder Anstauung von Dopamin im Synaptischen Spalt könnte theoretisch den Enzymabbau über COMT verbessern und dieser Abbau scheidet das Dopamin im Grunde komplett aus. Das könnte im Grunde einer der Hauptgrunde für die Antipsychotische Wirkung sein, da DAT das Dopamin lediglich wiederverwertet, also es im Kreislauf bleibt, aber wenn mehr Dopamin im Synaptischen Spalt druck auf COMT-Enzymabbau macht, das dieses tonische Dopamin dann wie bei einen Aderlass abgeführt wird.
Bupropion kann zwar keinen tonischen Dopaminabbau, aber die Stauwirkung ist ähnlich jener was präsynaptisch bei Antagonisten stattfindet. Ohne Antipsychotikum würde der Postsynaptische Sicherheitsgurt fehlen der diese Signalübertragung an sich reduziert.
Für dich kann das bedeuten, das du ebenso mit 50mg Amisulprid noch eine verlässliche Wirkung hast, wenn du parallel 150mg Bupropion nimmst.
Nur ist das eben eine theoretisch hochspekulative Ebene, die du nur mit echten realen Praxiserfahrungen nachvollziehen, korrigieren, belegen oder widerlegen kannst. Da sind wir also an Fachlichen Grenzen wo Praxis anhand echter Betroffenenerfahrung wie deine(ungefiltert, da Wirkung selbst subjektiv ist) bestimmt was Theoretisch richtig sein könnte.
Du wirst viel bessere Negativsymptome haben, da du tonisch Praktisch mit mehr Dopamin stabil sein kannst. Dafür musst du aber eben auch die Dopaminbremse lösen entweder durch Reduktion von Amisulprid oder Intervalleinnahme (Beides kann Vor- und Nachteile haben).