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Intervalltherapie mit Bupropion
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Mein Psychiater hat mir Bupropion verschrieben endlich. Aber hab jetzt Angst dass ich das nicht vertrage oder sogar psychotisch werden könnte!

RamzyStudio

Well-known member
Morgen werde ich Bupropion probieren... ich hab so Angst dass das nicht so meins wird.

Meine jetzige Medikation ist also:
100mg Quetiapin unretardiert abends
200mg Amisulprid + 150mg Bupropion früh

Was denkt ihr? Werde ich darauf endlich ein gutes Leben führen können oder werde ich mich stark unwohl fühlen?
Ich bin zurzeit mega stabil, habe keine Positivsymptome nur Negativ- und Kognitivsymptome wegen damals in meiner Kindheit ADHS = Leichte Aufmerksamkeitsstörung.

Drückt mir die Daumen und betet für mich 😭
 
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@RamzyStudio
Da habe ich im Juli dich über PN nachgefragt und du meintest, es nur wenige Tage eingenommen zu haben!?

Kannst du bitte mal erklären, wann und wie lange du es tatsächlich eingenommen hast und warum du es abgesetzt hast.

Hast du davon psychotische Symptome bekommen?

Vielleicht kannst du bitte, das hier mal richtigstellen und zeitlich etwas einordnen?!
 
@Maggi | Ich habe Bupropion insgesamt etwa 3 Wochen lang eingenommen. An sich war die Wirkung positiv, aber die Kombination aus Amisulprid (200 mg), Bupropion (150 mg) und meiner starken Nikotinsucht hat bei mir ein extremes Gefühl von emotionaler Kälte, Gefühllosigkeit und ein „roboterhaftes“ Funktionieren ausgelöst. Auch der Belohnungseffekt durch Nikotin war komplett weg.

Für mich erklärt sich das biochemisch so:
  • Amisulprid blockiert die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn recht starr.
  • Bupropion versucht gleichzeitig, Dopamin und Noradrenalin zu steigern (und blockiert zusätzlich Nikotin-Rezeptoren).
Die beiden Medikamente haben also gegeneinander gearbeitet – das System wollte hochfahren, war aber blockiert. Das Ganze liegt jetzt etwa ein Jahr zurück (wobei ich Bupropion aus Verzweiflung an einzelnen Tagen nochmal genommen habe).

Meine Frage/Überlegung dazu: Macht die Kombination aus Abilify + Bupropion nicht deutlich mehr Sinn? Da Abilify als partieller Agonist das Dopaminsystem flexibler reguliert und nicht starr abriegelt, müssten sich die beiden Wirkstoffe doch wesentlich besser ergänzen. Wie siehst du das?
 
Also ich hab jetzt zig mal versucht Abilify zu nehmen und darauf klar zu kommen, aber ich wechsle ständig zwischen 200mg Amisulprid und 5mg Abilify... glaub mein Gehirn geht grad im Bach unter.
 
Meine Frage/Überlegung dazu: Macht die Kombination aus Abilify + Bupropion nicht deutlich mehr Sinn? Da Abilify als partieller Agonist das Dopaminsystem flexibler reguliert und nicht starr abriegelt, müssten sich die beiden Wirkstoffe doch wesentlich besser ergänzen. Wie siehst du das?
Ich bin da gerade an der Arbeit da es wirklich kompliziert an der Stelle wir.
Antagonismus bedeutet erstmal präsynaptische ebenso wie postsynaptisch D2-Blockade. Präsynaptisch bedeutet es das mehr Dopamin in den synaptischen Spalt ausgeschüttet wird, welches postsynaptisch aber wieder blockiert wird. => Das ist Antagonismus kein Partialagonismus.

Da Amisulprid von den Antagonisten im niedrigen Dosisbereich (50-100mg) ein Spezialfall ist überwiegt in der Dosis die präsynaptische Autorezeptorblockade.
=> präsynaptische D2-Hemmung > postsynaptische D2-Hemmung.

Bupropion wirkt über DAT-Hemmung und steigert im Grunde indem es den Recyclingausgang aus den Synaptischen Spalt in die nächste Zelle blockiert, ähnlich wie Antagonisten das Dopamin im synaptischen Spalt!

Damit addiert sich die Wirksamkeit des Antagonisten sogar!

Mein Ratschlag wäre auch wenn Bupropion ein Retardmedikament ist es von 150mg auf 75mg zu teilen. Da müsste man mal schauen ob es für solche Medikamente einen Medikamenteiler gibt, da die Bupropionretardtabletten schon Steinhart sind.

Mein 2. Ratschlag wäre parallel dazu Amisulprid erstmal im Bereich auf 150mg bzw. 100mg zu reduzieren, damit die postsynaptische Autorezeptorblockade noch da ist, aber Bupropion+Amisulprid zusammen ich sage mal den präsynaptischen Dopamindruck im Synaptischen Spalt aufbauen. Andere Antagonisten würden das ebenso wie Amisulprid machen, nur unter 100mg könnten sich beim Amisulprid die Verhältnisse ändern.

Tipp
1. Erstmal mit 75mg Bupropion + 200mg Amisulprid anfangen.
2. Anschließend Amisulprid auf 150mg reduzieren und Bupropion auf 150mg erhöhen.

Dann würde ich an deiner stelle schauen wieweit du stabil mit Amisulprid runterkommst und im Gegenzug Bupropion hochdosieren, da dies die antipsychotische Wirksamkeit verstärkt (man ging ja lange Zeit vom Gegenteil aus).
Bupropion kann ohne Antipsychotikum welche die postsynaptische Blockade macht eben den tonischen Dopaminanstieg kaum bändigen, da es im Grunde nur phasische Spitzen abfängt und an sich dazu auch eher unbelegte präsynaptische Autorezeptoren braucht, welche dann die Dopaminausschüttung an VMAT2 herunterregulieren.

Antagonisten blockieren diese präsynaptische Dopaminbremse, somit hat Bupropion dort kaum Regulationsmöglichkeit durch körpereigenes Dopamin mehr, welches es im synaptischen Spalt anstaut.

Tipp2
Also auch da würde ich dir eher intuitiv sagen es mit einer Intervalltherapie zu probieren indem du Amisulprid einfach absetzt und stattdessen eine Intervalltherapie mit dem Amisulprid probierst. Damit bleiben präsynaptische D2 Rezeptoren frei, die dann über körpereigenes Dopamin was über DAT-Hemmung angestaut wird zur Autorezeptorwirkung und damit bremse an VMAT2 wirkt.

Im Grunde hebeln Antagonisten diese Bremse aus und ein Teil der regulierenden Wirkung vom Bupropion fällt weg.

Bei mir hat Bupropion mit Aripiprazol also dem Partialagonisten in den Intervallphasen ohne Antipsychotikum am besten gewirkt.

Ich kann dir die frage ob Amisulprid besser oder schlechter als Aripiprazol ist aktuell kaum beantworten und ob man das auf Antagonisten und Partialagonisten verallgemeinern kann.
Mir hatte eine Betroffene über E-Mail mal geschrieben die 25mg Paliperidon-Depot (4-wöchtig) nimmt und zusätzlich Bupropion und Lithium hat. Sie ist damit sehr zufrieden und hat damit seit über 10 Jahren keinen Rückfall mehr gehabt. Klingt also etwas wie bei mir, aber da funktioniert es bei kontinuierlicher Einnahme mit einem Antagonisten, wobei die Paliperidon-Dosis mit 25mg im Monat schon wirklich unterkante ist. Mir hat meine Psychiaterin damals gar kein 25mg Xeplion verordnet, da sie meinte das es da zu schwach wäre. 5mg Aripiprazol habe ich hingegen einige Monate später nach dem Absetzen vom Xeplion bekommen.

Ich will damit sagen das Bupropion die Wirkung des Antipsychotikums verstärkt, da Paliperidon keine CYP2D6 Wechselwirkung hat, welche bei manchen Wirkstoffen zu einer Spiegeländerung durch Bupropioneinnahme führt. Beim Amisulprid ist es exakt wie beim Paliperidon, da es renal ausgeschieden wird. Damit sollte in der Theorie der Amisulpridspiegel ähnlich wie Paliperidon durch Bupropion unverändert bleiben.

@RamzyStudio
Meine Annahme ist von daher das du die antipsychotisch verstärkende Wirkung von Amisulprid + Bupropion womöglich unterschätzt und aus Angst eher davon abgesehen hast Amisulprid parallel zu reduzieren.
Von daher mein Ratschlag 75mg + 200mg Amisulprid. => dann 75mg + 150mg Amisuprid => dann 150mg Bupropion + 100-150mg Amisulprid.

Was meinst du dazu?

Da du weniger Emotionen seit Bupropion hast, spricht das für eine verstärkte Wirkung vom durchs Bupropion.

Ich kann ja mal schauen wie man Bupropion teilen kann.
 
Also ich hab jetzt zig mal versucht Abilify zu nehmen und darauf klar zu kommen, aber ich wechsle ständig zwischen 200mg Amisulprid und 5mg Abilify... glaub mein Gehirn geht grad im Bach unter.
Ich würde erstmal beim Amisulprid bleiben. Kenne eine Betroffene die hat bei 50mg Amisulprid das Bupropion in 150 oder 300mg und von keinen solchen Beschwerden wie du sie hast berichtet. Zusätzlich hat sie Sertralin und auch Lithium.

Mein Tipp wäre also wirklich erstmal beim Amisulprid zu bleiben und entweder direkt auf 100mg Amisulprid + 150mg Bupropion zu gehen.
Intervalltherapie zu versuchen nur Bupropion in Phasen von Wochen bis Monaten ohne Amisurlprid. Bupropion stabilisiert enorm, nur kann es auf Dauer die Stresskaskade ohne dem Antipsychotikum kaum lösen, also tonisches Dopamin steigt an was durch Bupropion funktionell stabilisiert wird, aber überschreitet nach Monaten ohne Antipsychotikum irgendwann trotzdem Grenzen.

Ich war normal ohne Bupropion und nach absetzen von Aripiprazol aufgrund der vorherigen Minimaleinnahme vom Aripiprazol nur ca. 4 Wochen stabil und das eher schlecht als recht. Negativsymptome wurden in den ersten 2 Wochen besser, dann war der Kipppunkt schon da und nach 4 Wochen wurde der Stress quälend.

Mit Bupropion könnte ich Aripiprazol für 6 Monate zu beginn ohne Probleme superstabil funktionieren. Die Negativsymptome besserten sich über die ganzen 6 Monate, erst dann wurde es wieder zu viel Stress mit verstärkten Schlafstörungen. Leichte Schlafstörungen die Bupropion ansonsten beim Einschlafen macht musste ich da zuvor mit Trimipramin-Tropfen behandeln, erst bei stärkeren Schlafstörungen(später trotz Trimipramin-Tropfen) merkte ich dann auch Frühwarnsymptome und musste das Antipsychotikum Aripiprazol einnehmen (Intervalleinnahme für nur 2-3 Woche)

Antipsychotika reduzieren das tonische Dopamin also sehr abrupt und stark. Es dauert bis dieses wieder ansteigt, nur gibt es ja auch Patienten mit dopaminerger Supersensibilität die vielleicht anders als bei mir keine solche Stabilität haben das man das Antipsychotikum für Tage oder Wochen absetze kann. Das müsstest du eben schauen.
Mit Bupropion in dem fall als antipsychotischen Stabilisator sollte es bedeutend leichter sein und die therapeutischen Fortschritte beziehen sich im Grunde auch darauf, dass man unter höherer tonischer Grundaktivität mit Bupropion noch stabil bleibt (deutlich weniger Negativsymptome). Dazu muss aber tonisch erstmal ausreichend Dopamin da sein, weshalb die Intervalleinnahme für manche gut ist.

Bei Amisulprid könnte das aber mit einer Minimaleinnahme besser funktionieren, wie bei den 25mg Paliperidon-Depot. Ob Intervall oder konstante Einnahme des Antipsychotikums in dem Fall besser ist, dafür hab ich bisher keine Erfahrungen gesehen beim Amisulprid etwa. Beim Aripiprazol fehlt mir das auch, da ich selbst fast nur Intervalleinnahme hatte und da wirklich starke Effekte bei den Negativsymptomen und auch weniger Positivsymptomen hatte.

@RamzyStudio
vielleicht kannst du da schauen welcher Weg für dich passt und da bitte auch Rückmeldungen bringen.

Intervalleinnahme ist eben der Vorteil das präsynaptische Autorezeptoren unbelegt bleiben, da kein Antipsychotikum diese belegt. Da Aripiprazol eine lange Halbwertszeit hat könnte der verzögerte Wirkabfall auch eine Rolle spielen.
Durch mehr freie Autorezeptoren kann kann das angestaute echte Dopamin präsynaptisch über die Autorezeptoren als Sensor die VMAT2 Dopaminausschüttung herunterregeln. Das wäre in dieser Perspektive fast wie wenn man aus dem Amisulprid einen Partialagonisten macht, da freie Rezeptoren dann diese intrinische Aktivität erzeugen die Aripiprazol macht indem es Dopamin imitiert.
Bupropion ermöglicht echte Dopaminwirkung an den präsynaptischen Brems(Auto)-Rezeptoren und Aripiprazol macht das künstlich indem Partialagonisten echtes Dopamin an den präsynaptischen Rezeptoren imitieren und damit VMAT2 herunterdrosseln statt aktivieren.

Das ist also schon weit über dem was Lehrbücher abbilden und eine ich sage mal komplizierte Sache.
Im Grunde macht aber DAT-Hemmung ähnliches wie präsynaptische D2 Hemmung was alle Antipsychotika machen. Also es wird kontraintuitiv mehr Dopamin in den Synaptischen Spalt eingebracht über VMAT2, welche erst dann postsynaptisch durch die D2 Hemmung der Empfangsrezeptoren, dann vom Signal her beendet wird.

Der höhere Druck oder Anstauung von Dopamin im Synaptischen Spalt könnte theoretisch den Enzymabbau über COMT verbessern und dieser Abbau scheidet das Dopamin im Grunde komplett aus. Das könnte im Grunde einer der Hauptgrunde für die Antipsychotische Wirkung sein, da DAT das Dopamin lediglich wiederverwertet, also es im Kreislauf bleibt, aber wenn mehr Dopamin im Synaptischen Spalt druck auf COMT-Enzymabbau macht, das dieses tonische Dopamin dann wie bei einen Aderlass abgeführt wird.

Bupropion kann zwar keinen tonischen Dopaminabbau, aber die Stauwirkung ist ähnlich jener was präsynaptisch bei Antagonisten stattfindet. Ohne Antipsychotikum würde der Postsynaptische Sicherheitsgurt fehlen der diese Signalübertragung an sich reduziert.

Für dich kann das bedeuten, das du ebenso mit 50mg Amisulprid noch eine verlässliche Wirkung hast, wenn du parallel 150mg Bupropion nimmst.
Nur ist das eben eine theoretisch hochspekulative Ebene, die du nur mit echten realen Praxiserfahrungen nachvollziehen, korrigieren, belegen oder widerlegen kannst. Da sind wir also an Fachlichen Grenzen wo Praxis anhand echter Betroffenenerfahrung wie deine(ungefiltert, da Wirkung selbst subjektiv ist) bestimmt was Theoretisch richtig sein könnte.

Du wirst viel bessere Negativsymptome haben, da du tonisch Praktisch mit mehr Dopamin stabil sein kannst. Dafür musst du aber eben auch die Dopaminbremse lösen entweder durch Reduktion von Amisulprid oder Intervalleinnahme (Beides kann Vor- und Nachteile haben).
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich hab jetzt zig mal versucht Abilify zu nehmen und darauf klar zu kommen, aber ich wechsle ständig zwischen 200mg Amisulprid und 5mg Abilify... glaub mein Gehirn geht grad im Bach unter.
Bleib beim Amisulprid und versuch es reduziert.
Bupropion erstmal teilen auf 75mg. Amisulprid auch eher im Bereich von 100-150 aber da muss Bupropion parallel dazu vorliegen.
Dann Bupropion steigern auf 150mg und schauen ob es mit 100mg Amisulprid funktioniert.

Erst dann eventuell Intervalleinnahme testen.

Nur kann es mit Intervalltherapie auch viel besser sein, also die Bupropion von seiner an sich antipsychotischen Wirksamkeit womöglich erst dann richtig greifen, weil präsynaptische Autorezeptoren frei sind, also Bupropion die Dopaminfreigabe dann bereits an VMAT2 herunterdrosselt mit echten bereits im synaptischen Spalt informell verbraucht vorliegenden Dopamin. Damit kommt also weniger neue Information durch frisches Dopamin rein.

Antipsychotika hingegen überfluten den Spalt mit neuen Dopamin und bremsen hinterher postsynaptisch was in der nächsten Zelle an den Rezeptoren ankommt.

Völlig andere Wirkweise die sich gegenseitig blockieren aber in der Sache zum Großteil von der Wirksamkeit eher verstärken sollte.
Metastudien wie English el. zeigen klar das Bupropion bei paralleler Antipsychotikaeinnahme keine psychotischen Rückfälle hat. Die Intervalltherapie kann besser sein, aber Bupropion sollte als kein Absetzmedikament missverstanden werden. Es sollte die Stabilitätsphase ohne Antipsychotikum wesentlich verlängern, damit du kognitiv und von Negativsymptomen her extreme funktionelle Verbesserungen machen kannst, was mittelfristig dir die Resilienz gibt unter einem höheren dopaminergen Grundtonus (tonisches Dopamin), stabil zu funktionieren.
Im Grunde braucht Bupropion ausreichend phasisches Dopamin und freie präsynaptische Autorezeptoren um diese praktisch zu trainieren. Es bringt phasisch im synaptischen Spalt das Dopamin zeitlich früher an Maximalanschlag, also das System wo VMAT2 von der Ausschüttung auch indirekt von den Autorezeptoren heruntergeregelt wird, hat mehr Zeit frühzeitig auf Stress und Dopaminspitzen zu regieren. Damit werden die Phasen kürzer und dafür breiter von den Regionen die im Gehirn auf Maximum kommen. Salienzspitzen verteilen sich von meiner Theorie her dann auch breiter, was die antipsychotische Wirkung von Bupropion ausmacht, aber im Grunde diese Intervalltherapie und freie präsynaptische D2 Rezeptoren Bedarf.
Ansonsten hilft Bupropion eher nur über NET(dort wird Dopamin über NET abgebaut da kein DAT vorhanden) indem es präfrontales Dopamin anhebt und ausgleicht.

Die striatale antipsychotische Wirkung von Bupropion erfolgt über DAT und erfordert im Grunde ausreichend freie präsynaptische Autorezeptoren. Deswegen ist vermultlich die Wirkung bei Negativsymptomen von Bupropion gut belegt (über NET wirksam) aber über DAT-Hemmung sind die Effekte weniger greifbar und werden vermutlich meist dann dem Antipsychotikum zugeschrieben, da man das in Studien auch schwer bei Addon-Use trennen kann. Ganz ohne vorherige Dopaminhemmung oder von einen instabilen Ausgangszustand wäre Bupropion eben zu schwach sein um diese Kaskadenwirkung einer Psychose aufzuhalten.
Von daher kann die Intervalltherapie des Antipsychotikums am geeignetsten sein, oder eben eine sehr reduzierte Einnahme des Antipsychotikums.

@RamzyStudio
Meinst du das Stimmen oder Symptome sich bei dir durch Bupropion verschlechtert oder verbessert haben, so subjektiv. Die Emotionslosigkeit könnte eben durch die verstärkte antipsychotische Wirkung zurückzuführen sein.

Vielleicht also erstmal mit Amisulprid versuchen und bewusst dieses reduzieren bzw. Bupropion mit einer kleineren Dosis ansetzen?
Gibt leider nur 150mg in Deutschland meines Wissens.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Maggi

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Mühe, die du dir gemacht hast, mir die ganzen neurochemischen Zusammenhänge zu erklären.

Ich finde deine Überlegungen zur Kombination von Amisulprid und Bupropion durchaus interessant, besonders was die präsynaptischen Autorezeptoren und die möglichen Auswirkungen auf die Negativsymptomatik betrifft.

Ich werde mir deine Vorschläge auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen und mich noch etwas intensiver damit beschäftigen. Gerade die Idee, bei Amisulprid zu bleiben und die Kombination mit Bupropion genauer zu betrachten, ist für mich ein interessanter Ansatz.

Da mir meine psychische Stabilität sehr wichtig ist, möchte ich mögliche Anpassungen aber gut abwägen und vorher mit meinem Psychiater besprechen.

Jedenfalls danke ich dir für deine Zeit, deine ausführlichen Erklärungen und dafür, dass du deine persönlichen Erfahrungen mit mir teilst. Ich weiß das zu schätzen! :)
 
Ich werde wsl. 150mg Amisulprid und 150mg Bupropion einen Versuch geben. Ich nehme ja zusätzlich noch die 100mg Quetiapin, die aber kaum einen anti-psychotischen Effekt hat.
 
@RamzyStudio
Letztendlich müsstest du erstmal selbst schauen welches Setting in deiner Situation die Beste wäre. Erst dann könnte man Erklärungen finden. Im Grunde haben Antipsychotika auf zellulärer Ebene einen breiten Wirkkomplex der ineinandergreift. Bupropion verbessert die Wirkweise von Antipsychotika eher als diese abzuschwächen.
Angst hat man nur wenn man kein Antipsychotikum nimmt also wenn mit oder ohne Bupropion das Dopamin tonisch ansteigt. Bupropion kann diesen tonischen Anstieg der teils sogar gut und wichtig ist stabilisieren und zu einen gewissen Grad eher dämpfen, wenn Autorezeptoren ohne oder mit wenig Antipsychotika frei sind, nur kann es anders als Antipsychotika keinen tonischen Anstieg herunterdämpfen.

Die Intervalleinnahme löst dieses Problem und könnte beim Amisulprid ebenso funktionieren.
Beim Aripiprazol ist der Übergang weil es selbst Autorezeptoren aktiviert und damit bremst womöglich weniger sprunghaft als beim Amisulprid wo Autorezeptoren praktisch funktionslos geschalten wurden und dann mit echten Dopamin oder Bupropion als Verstärker auf einmal funktionieren sollten.

- Bei antagonistischen Antipsychotika verkümmert dieses präsynaptische Bremssystem, es wird praktisch ausgehebelt, da D2 Prä- und Postsynaptisch gleichermaßen blockiert wird.

- Mit Partialagonisten bleibt es erhalten da der Wirkstoff selbst wie Dopamin die Bremse präsynaptisch zu einen Teil anzieht.

- Bupropion nutzt echtes Dopamin um die präsynaptische Autorezeptor-Bremse anzuziehen. Es trainiert diese Autorezeptoren die hochsensibel und untrainiert sind.

=> Amisulprid legt die präsynaptische Dopaminbremse lahm (Postsynaptische Dämpfung überwiegt und sichert ab)
=> Aripiprazol legt die präsynaptische Bremse nur teilweise lahm, da der Wirkstoff das Dopamin findet eine Rückkopplung also Bremswirkung bei VMAT2 statt.
=> Bupropion nutzt die Bremse mit natürlichen Dopamin indem es dieses informell verbrauchte Dopamin im synaptischen Spalt anstaut und damit Autorezeptoren aktiviert die zum herunterregeln von VMAT2 aufrufen. VMAT2 bringt neues Dopamin und damit neue Informationen ein.
Bupropion ermöglicht das die Bremswirkung also früher stattfindet und verbessert damit auch die Signalqualität. Dopamin bleibt etwas länger im Spalt.



Psychose bedeutet VMAT2 ist ungebremst und selbst die Autorezeptoren haben keinen Einfluss mehr, da VMAT2 der getriebene ist.
Sagen wir das Versandlager(Zelle bzw. Neuron) ist von den Rohstoffen her voll und die Pakete müssen dringend heraus.

Antipsychotika blockieren zwar präsynaptische Autorezeptoren, nur ist diese Bremswirkung bereits unwirksam im Akutfall.
Postsynaptisch findet die antipsychotische Wirkung statt, da das Signal beendet oder nur teilweise durchkommt.

DAT-Hemmung hemmt einerseits und führt zu einen Rückstau, gleichzeitig liefert es weniger verbrauchtes Dopamin in die Zelle als Rohstoff zurück. Es dauert also länger bis das Versandlager voll ist und VMAT2 auch entgegen der Autorezeptoranweisung ausliefert.

DAT wirkt also beidseitig günstig, nur ändert es wenig am vorhanden Dopamin, also an der Tonischen Gesamtaktivität.

Dafür ist der Enzymabbau über MAO und COMT relevanter. Mein Eindruck ist, das Antipsychotika selbst wie Bupropion mit der DAT-Hemmung einen Anstau von Dopamin im synaptischen Spalt bewirken. Wenn man dann über das Maximum kommt, dann setzt der Enzymabbau über COMT verstärkt ein und vom Gesamtkreislauf wird Dopamin entnommen. Etwa wenn man 8 Liter Blut im Körper hat was bei einer Psychose unaufhörlich ansteigt. Antipsychotika verteilt das Blut so, das es an den Abbaustellen verstärkt abgebaut wird.
DAT-Hemmung ist funktionell also ähnlich, nur ersetzt es noch keine postsynaptische Dopaminblockade was das instabile Dopaminsignal als Informationsdruck der weiter Stress machen würde beendet.

Das ist eher ein vorübergehendes theoretisches Model was versucht die Lücke zu schließen, aber in der Sache anders sein kann.
 
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