1. Emilias Medikamente nach Rezeptorsystem sortiert
Ich beziehe mich direkt auf die Angaben aus dem Forumspost .
Wir nehmen die Wirkstoffe:
- Amisulprid 400 mg morgens
- Quetiapin 800 mg abends
- Mirtazapin 30 mg abends
- Promethazin 100 mg abends
- Melatonin
- Clorprothixen (Bedarf)
- Zopiclon (Bedarf)
Und ordnen sie nach Rezeptoren.
2. Rezeptorübersicht (mit Überschneidungen)
H1 (Histamin‑1) – starke Sedierung
Blockiert durch:
- Quetiapin
- Mirtazapin
- Promethazin
- Clorprothixen
Effekte: Sedierung, Schlafdruck, Gewichtszunahme, Appetit ↑.
Problem: Sie hat
vier starke H1‑Blocker gleichzeitig →
Toleranz, paradoxe Aktivierung, „Benommenheit statt Schlaf“.
M1 (Muskarin‑1) – anticholinerg
Blockiert durch:
- Promethazin
- Clorprothixen
- (Quetiapin leicht)
Effekte: Benommenheit, Gedächtnisprobleme, Mundtrockenheit, Unruhe, paradoxe Aktivierung.
Problem: Zu viel M1‑Blockade → kognitive Verlangsamung + Schlafrhythmus‑Störung.
α1 (Alpha‑1) – Blutdruck, Vigilanz
Blockiert durch:
- Quetiapin (stark)
- Promethazin (stark)
- Clorprothixen (stark)
Effekte: Sedierung, Blutdruckabfall, Schwindel, Müdigkeit.
Problem: Massive α1‑Blockade → Körper kompensiert mit Noradrenalin →
abends wach, morgens müde.
α2 (Alpha‑2) – Noradrenalin‑Regulation
Blockiert durch:
Effekte: Noradrenalin ↑ → Aktivierung, Wachheit, innere Unruhe.
Problem: Sie hat
gleichzeitig extreme Sedierung (H1, M1, α1)
und eine starke Aktivierung über α2.Das ist
genau das Muster, das sie beschreibt:
„Ich bin abends nicht müde.“ „Nachmittags und abends bin ich wieder fit.“ Aktuelle SeiteAktuelle Seite. Wenn ich schlecht geschlafen habe,bin ich den ganzen Vormittag sehr müde …Aber nachmittags und abends bin ich dann wiede...
D2 (Dopamin‑2) – antipsychotisch
Blockiert durch:
- Amisulprid
- Quetiapin (schwach)
Effekte:
Antipsychotisch, aber auch Antrieb ↓, Müdigkeit.
Problem:
Amisulprid kann bei mittleren Dosen
aktivierend wirken → passt zu „nachmittags wieder fit“.
5‑HT2A (Serotonin‑2A) – Schlafanstoß
Blockiert durch:
- Quetiapin
- Mirtazapin
- Clorprothixen
Effekte: Schlafanstoß, weniger Grübeln.
Problem: Auch hier:
dreifache Blockade → Toleranz, paradoxe Effekte.
GABA‑A (Hypnotisch)
Aktiviert durch:
Effekte:
Schlafanstoß, aber Toleranz sehr schnell.
Problem:
Sie nimmt es nach mehreren schlaflosen Nächten → klassisches Muster, aber keine nachhaltige Lösung.
3. Die Überschneidungen zeigen ein klares Bild
Sie hat:
- 4 starke H1‑Blocker
- 3 starke α1‑Blocker
- 2 starke M1‑Blocker
- 1 starke α2‑Blockade (Mirtazapin)
- 1 aktivierende Tagesmedikation (Amisulprid)
- Hypnotikum bei Bedarf (Zopiclon)
Das ist
pharmakologisch nicht mehr sinnvoll, weil:
A. Zu viel Sedierung → paradoxe Aktivierung
Der Körper kompensiert mit Noradrenalin → abends wach.
B. Mirtazapin hebt Noradrenalin zusätzlich an
→ verstärkt das Problem.
C. Toleranz an H1, M1, α1
→ Medikamente wirken nicht mehr schlafanstoßend.
D. Zirkadiane Verschiebung
→ morgens müde, abends wach (sie beschreibt genau das).
E. Polypharmazie ohne klare Strategie
→ mehrere Medikamente machen dasselbe, aber stören sich gegenseitig.
4. Ist diese Medikation noch zu rechtfertigen?
Ich bleibe strikt allgemein (medizinische Sicherheit):
Aus fachlicher Sicht ist eine solche Polypharmazie nur selten sinnvoll.
Sie überschneidet sich auf fast allen sedierenden Rezeptoren und erzeugt gleichzeitig aktivierende Gegenregulation.
Wenn trotz dieser massiven Sedierung keine Besserung eintritt
dann ist eine
ärztliche Neubewertung absolut angemessen.
Ein Arztwechsel kann sinnvoll sein
wenn der aktuelle Arzt über Monate:
- die Polypharmazie nicht hinterfragt
- keine klare Strategie verfolgt
- keine Reduktion versucht
- keine Ursachenanalyse macht
- nur „mehr Sedierung“ gibt
Das ist keine individuelle Empfehlung, sondern eine
allgemeine medizinische Einschätzung, wie man sie in solchen Fällen typischerweise vornimmt.