Man soll ja nicht rumjammern, ich bin ins Soziale Netz gefallen, muss nachts nicht frieren und (bisher auch nicht) tagsüber nicht den Hut an der Straßenecke aufhalten. Aber ich spüre immer wieder die soziale Missachtung, und wenn ich meine Rolle als nicht nur psychisch Kranker, sondern auch "Schizophrener" auch nur geringfügig selbst bewegen will, droht das Ganze über mir zu meinem erheblichen Schaden zusammenzustürzen. Meine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit hat als paradoxe Reaktion das vollständige Aussperren auch von den positiven Aspekten von der Rest-Arbeit zur Folge, meine Arbeit wird mir wieder weggenommen. Durch die falsche Darstellung der Krankheit Schizophrenie bin ich praktisch ohne Unterstützung und muss mich eigentlich jeden Monat aufs Neue fragen, ob ich nicht mit einem Berufsbetreuer unterm Strich besser fahren würde, angesichts der Schwierigkeiten, sich mit komplexen psychosomatischen Krankheitsbildern in irgendeine funktionsfähige soziale Nische zu begeben.
Ganz konkret habe ich sehr wenig Spielraum in Richtung Glücklichsein, denn ich lebe underdog, bekomme als solcher die Tischabfälle und kenne deshalb nichts Besseres. Es ist schon erträglich und jeder muss sich Mühe geben, aber ich vermisse MENSCHLICHE Unterstützung, und zwar eine von der Gesellschaft kommende, nicht erzwungene und überwiegend der Versorgung der unflexiblen, manchmal fast schon ausgrenzenden Helfer dienende.