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Grund zur Hoffnung: Intervalltherapie mit Bupropion

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Behandlungskonzept, welches mit Bupropion (Antidepressivum und Nikotinentwöhnung) eine stabilere Reduktion des Antipsychotikums ermöglicht. Das dämpfende Antipsychotikum wird dabei nur selten und bedarfsgerecht benötigt.


Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:

“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz

Vertiefung & Hintergründe:

🔗 PRAXIS-GUIDE – für das Arztgespräch

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Geschmacksinn/Abilify/Aripiprazol

DMA

Well-known member
Kann Aripiprazol den Geschmacksinn verringern?
Die KI meint ja, das kann sein.

Ich hab immer wieder den Eindruck, dass mir das Essen vorher besser geschmeckt hat.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
 
als ich Clozapin nahm hab ich voll in mich hineingefressen. War in 2 Minuten mit dem Mittagessen fertig
 
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Mein Geruchssinn hat nachgelassen, ob das am Aripiprazol lag weiß ich nicht. Mit dem Geruchssinn vermutlich auch der Geschmackssinn. Bisher dachte ich das liegt am älter werden.
 
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Reaktionen: DMA
Kann Aripiprazol den Geschmacksinn verringern?
Die KI meint ja, das kann sein.

Ich hab immer wieder den Eindruck, dass mir das Essen vorher besser geschmeckt hat.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bei 5mg habe ich für meinen Teil nix dergleichen feststellen können.

Nimmst du nur Aripiprazol oder noch weitere Wirkstoffe?

@DMA welche Dosierung nimmst du ein? Bei 15mg Aripiprazol sind 80-90% der D2-Rezeptoren blockiert. Bei Antagonisten zieht man ab 80% bereits eine Grenze.

Vielleicht nimmst du einfach eine zu hohe Dosis ein?
 
Ich nehme schon seit Jahren 5mg Aripiprazol und habe eine Rotznase als Nebenwirkung. Deshalb komme ich darauf, dass auch mein Geschmacksinn beeinträchtigt ist.
 
Ich nehme schon seit Jahren 5mg Aripiprazol und habe eine Rotznase als Nebenwirkung. Deshalb komme ich darauf, dass auch mein Geschmacksinn beeinträchtigt ist.
Ansonsten nimmst du überhaupt nix parallel? Ich höre davon zumindest zum ersten Mal.
Rotznase finde ich auch eher ungewöhnlich, da ich unter dem Antipsychotikum selten krank war.

Ich kenne aber etwas anderes. Wenn ich Aripiprazol abgesetzt habe und während vorheriger leichter Akutsymptomatik neu angesetzt habe, da hatte ich während der Akutwirkung einen anderen Geschmackssinn. Zigarettenrauch hat anders geschmeckt und Wasser hat süß geschmeckt. Das war im Grunde der Psychose + Akutwirkung vom Aripiprazol geschuldet.

Nur eine mögliche Einschätzung: Möglicherweise @DMA sind die 5mg dieser Grenzbereich und du solltest mal 7,5mg (halbe 15mg) statt 5mg probieren, ob sich am Geschmackssinn etwas verändert.
Angenommen 5mg ist bei dir nur minimal zu schwach und du kommst dadurch in einen solchen Bereich.

Hast du mit deinem Psychiater schonmal darüber geredet und auch andere Wirkstoffe in betrachte gezogen? Andere Möglichkeit wäre eventuell mal Cariprazin im Vergleich für ein paar Wochen statt dem Aripiprazol testen und schauen ob Rotznase oder Geschmack besser wird?

Oder was ich dir so empfehlen würde bei 5mg Aripiprazol bleiben und zusätzlich Bupropion testen. Bupropion hebt den Aripiprazol-spiegel etwas an und hilft dopaminerger Supersensitivität entgegenzuwirken. Mit Bupropion könntest du später sogar schrittweise Aripiprazol von 5mg in 1 - 1,5 mg Schritten weiter reduzieren. Erst wirken die 5mg wie 7,5-10mg unter Bupropionzugabe und dann gibt es heute bereits 1mg und 2,5mg Tabletten Aripiprazol mit denen du die 5 auf 3,5mg (1-2,5mg) reduzieren kannst und später auf 2,5mg und in 1mg Schritten.

Vielleicht wäre das etwas für dich?

Desweiteren würde ich dir zusätzlich mal Vitamin B6 50-100mg empfehlen für ein paar Monate oder Dauerhaft zu ergänzen. Die ersten 3 Wochen wären auch 600mg möglich. B6 ist für die Neurotransmittersynthese wichtig, das Plus B-Komplex, Vitamin C (Antioxidant auch bei Erkältungen) und Magnesium würde ich dir ergänzend vorschlagen.
 
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Die KI sagt dazu Folgendes:

Ja, von Aripiprazol kann man eine dauerhaft laufende oder verstopfte Nase bekommen.
In klinischen Studien und medizinischen Fachberichten wird diese Nebenwirkung als Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung) aufgeführt. Schätzungen zufolge sind bis zu 10 % der Patientinnen und Patienten von solchen nasalen Beschwerden unter der Einnahme atypischer Neuroleptika betroffen.

Ansonsten nehme ich nichts Anderes und werde wohl auch nicht auf Cariprazin umstellen , da ich an die Nebenwirkungen gewöhnt bin und sie vergleichsweise gering sind.
 
Ansonsten nehme ich nichts Anderes und werde wohl auch nicht auf Cariprazin umstellen , da ich an die Nebenwirkungen gewöhnt bin und sie vergleichsweise gering sind.
Bupropion wäre da wirklich eine sehr niederschwellige Ergänzung, damit kann sich der Gesamtverlauf deutlich verbessern! Mit 5mg bist du praktisch bei der Idealdosis von Aripiprazol um Bupropion in kleinster 150 mg Dosis zu ergänzen.
Man, geht bei Aripiprazol von etwa 70% Dosissteigerung bei starken CYP2D6 Hemmern wie Bupropion aus, die FDA sagt man sollte bei starken CYP2D6 Hemmern die Aripiprazol-Dosis halbieren, also geht von 100% aus. Da es wenige dieser starken CYP2D6 hemmer gibt, kann es sein, dass man sich da direkt auf Bupropion bezieht.
Da du 5mg Aripiprazol hast würde ich, wenn du 150mg Bupropion ergänzen von einen Spiegelanstieg auf 7,5-10mg Dosisäquivalent ausgehen. Deswegen sollte der Arzt vor der Umstellung auf ergänzendes Bupropion auch TDM (Therapeutisches Drug Monitoring) machen um nach der Umstellung diesen Spiegelanstieg genau bestimmen und die Aripirpazol-Dosis dann auch exakt reduzieren zu können.

Vielleicht wäre das etwas für dich? Ich kann dir das vom Herzen empfehlen, weil bei mir sich, seit ich mit Bupropion begonnen habe mein Verlauf stetig verbessert hat. Vor allem weil eine stabile Reduktion und in meinem Fall diese Intervalltherapie des Antipsychotikums möglich wurde, sind die Negativsymptome praktisch auf Kurz und Lang komplett verschwunden.

Von deiner Ausgangslage ist Bupropion (NDRI-Antidepressivum) als kein Aufwand.

Nur falls Miktionsstörungen auftreten, wäre Escitalopram (SSRI-Antidepressivum) als SERT-Ausgleich zum Bupropion zweckmäßig. Beide Antidepressiva egänzen sich ideal und sind für sich genommen sehr Nebenwirkugnsarm. Bupropion wirkt eben nur auf NET und DAT, die klassische SERT-Komponente üblicher Antidepressiva fehlt. NET-Hemmung fördert den Sympathikus was den Muskeltonus erhöht und bei hohen Bupopion-Dosierungen zu Miktionsstörungen (Blasenverkrampfungen) und Obstipationsbeschwerden führen kann. SERT-Hemmung fördert den Parasympathikus, was wiederum zur Muskelentspannung beiträgt und diese vegetive Muskelverkrampfungen die Bupropion machen kann aufhebt.
Escitalopram wirkt sehr selektiv auf SERT und Bupropion sehr selektiv auf NET und DAT, von daher greift die Wirkung Nebenwirkungsverringernd ineinander. Praktisch solltest du kombiniert so nahezu keine Nebenwirkungen haben. Escitalopram 5mg wäre eine kleine Dosis, die ausreicht und 150mg die Startdosis Bupropion die du Monate später durchs prophylaktische Escitalopram leichter auf 300mg erhöhen kannst.

Im Gunde funktioniert Bupropion auch ohne Escitalopram und das Escitalopram kann später ergänzt werden, nur ist es gut es vorher mit dem Psychiater abzuklären, damit du hinterher Escitalopram bekommst, statt das Bupropion abgesetzt wird.
Hier das hilft diese Eckpunkte und den Nutzen von Bupropion, dem Escitalopram und auch dem Vitamin B6 zu klären:
Praxis-Guide
(mit diesem Hintergrundwissen und etwa einer unterschriebenen Broschüre (S.2-4) wäre dein Arzt rechtlich abgesichert und du kannst später auf die benötigten Wirkstoffe zurückgreifen, wenn du dich für eine dann durch Bupropion mögliche Reduktion vom Aripiprazol oder für eine Intervalltherapie entscheiden solltest!)

Meinst du das wäre etwas?

Ist weniger aufwendig als es klingt. Da Psychiater die rechtlich Abgesichert sind dich da eher unterstützen ist die unterschriebene Broschüre auch so wichtig, selbst wenn du nur die für dich passenden Teile davon umsetzt.
 
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