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Derealisation plötzlich durch Bupropion verschwunden?

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Hallo, ich nehme seit ungefähr 1 Woche das Medikament Bupropion ein. An den restlichen Medikamenten wurde nichts geändert.
Ich leide seit über 3 Jahren an starker derealisation. Alles sieht 2 Dimensional aus, nicht echt, verzerrt, als würde ich unter einer Glasglocke sitzen.
Es war bei mir sehr stark ausgeprägt, und gesetern plötzlich da war ich im Park. Auf einmal merke ich wie meine Sicht sich normalisiert hat und mein bewusstseins sich leicht richtung normalität verändert hat. Ich bin da erstmal nicht drauf klar gekommen, weil ich komplett vergessen habe wie die normale wahrnehmung ist. Das schlimme war bei mir ebenfalls das ich während der derealisation keine Erinnerung hatte wie es normal aussieht. Jetzt weiß ich nicht ob das vom Bupropion kam? Kann das sein das ein Dopaminmangel oder eher eine Depression die Wahrnehmung so verzerrt hat. Ich habe da lange drüber nachgedacht, ich würde mich über antworten freuen.
 
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Ich hab ähnliche Erfahrung mit einem anderen Antidepressivum (Agomelatin) gemacht. Kurze Zeit nach der Einnahme sind sowohl meine Derealisationserscheinungen wie auch einige sehr störende Zwangsgedanken verschwunden. Wie und warum weiß ich nicht, aber es ist seit der Einnahme so geblieben. LG
 
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@Subrim,
es kann wie du beschreibst ein Dopaminmangel sein der zur Derealisation führt. Negativsymptome hängen auch sehr mit einem Mangel an Dopamin zusammen.
Da man in der Regel nur Dopaminblocker also Neuroleptika bekommt, vergrößert sich dieses Problem meistens noch.
Bei einer Psychose ist in bestimmten Gehirnarealen zu viel Dopamin und im präfrontalen Cortex etwa eher ein Mangel.

Ich habe grade mal geschaut bezüglich dem Agomelatin:
Agomelatin wirkt gleichzeitig auch als kompetitiver Antagonist an Serotoninrezeptoren (5-HT2C und 5-HT2B) und erhöht die Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin speziell im präfrontalen Cortex. In Studien besserte Agomelatin die depressive Kernsymptomatik und normalisierte den zirkadianen Rhythmus.

Bupropion hat eine Wirkung auf Dopamin und Noradrenalin im Verhältnis 1:2
Könnte theoretisch auch mit der Noradrenalinwirkung oder beiden Dopamin und Noradrenalin zusammenhängen.
Wie nimmst du derzeit das Bupropion ein, welche Dosis und nimmst du zusätzlich noch ein Neuroleptikum(regelmäßig oder unregelmäßig/Intervalltherapie)?
Hört sich auf jeden Fall sehr gut an und ich da @Pflegefall ähnliche Erfahrungen mit Agomelatin gemacht hat, spricht das dafür das es vom Bupropion kommt, da Agomelatin unter Anderem auch auf Noradrenalin und Dopamin wirkt.

Wie sehr hat es sich gebessert bis heute?
Falls Bupropion Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen oder Verstofung machen sollte, wäre zusätzlich Citalopram wichtig, weil das die Serotoninwirkung ergänzt und solche (unangenehme) Nebenwirkungen aufhebt.
 
TS
S
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@Maggi

Also ich nehme:
Haloperidol 1mg
Quetiapin 150mg
Valproat 500 und 750 abends ein
Duloxetin 45mg
Bupropion 150mg

Die derealisation ist übrings wieder gekommen, weiß nicht wieso. Aber es tat mal gut die Welt nach 3 Jahren mal wieder real zu erleben.
 
Administrator
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Haloperidol ist normal nur als Akutmedikament in der Klinik geeignet, weil es schwere Nebenwirkungen machen kann.
Das würde ich dir empfehlen abzusetzen.
Haloperidol + Quatiapin könntest du durch Aripirpazol 5-10mg(morgens eingenommen) ersetzen.

Eventuell löst das schon einige Probleme.
Valproat dient normal als Stimmungsstabilisator, was in dem Fall das Bupropion übernimmt, das könntest du von daher absetzen.
Duloxetin SSNRI wirkt auf Noradrenalin und Serotonin, wobei die Noradrenalinwirkung bereits das Bupropion macht, das solltest du durch ein SSRI ersetzen, welches nur auf Serotonin wirkt. Am besten Citalopram (ca.20mg).
Wenn du das umgestellt hast, kannst du die Bupropiondosis erhöhen auf 300-450mg , falls Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Miktionasstörungen(schwache Blase) auftreten, sollte das Citalopram erhöht werden, wobei hier das Maximum bei etwa 40-60mg liegt. Selbst nehme ich 80mg Citalopram und 600mg Bupropion am Tag, was beides überhalb des Maximums ist. Letztendlich muss man das vorsichtig eindosieren und regelmäßig das Blut bzw. Medikamentespiegel kontrollieren, wenn man oberhalb des Maximums ist bietet sich das an.
Dann wirkt das Bupropion besser, wenn das auf ca.300-450mg gesteigert wird und das Aripiprazol statt den beiden anderen Neuroleptika einnimmt. Durch die beiden Antidepressiva Bupropion+Citalopram lässt sich das Aripiprazol in Intervallen einnehmen, also zeitweise absetzen und dann nur 1-2 Wochen am Stück bis die Symptome abgeklungen sind einnehmen. Das begünstigt auch die Wirkung des Bupropions.
Wenn die Derealisation mit den Negativsymptomen zusammenhängen oder einen Dopaminmangel, dann sollte das besser werden.
Überhaupt ist es positiv, dass du kurzzeitig da eine Verbesserung hattest, was zeigt, dass es noch heilbar ist oder sein kann.
 
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@Subrim grade das Haloperidol ist gefährlich(klassisches typisches NL). Aripiprazol wirkt auch sehr effektiv und ist ein gut verträgliches Atypikum.
Kein Fan von Valproat bin ich nicht, darauf lässt sich eben mithilfe der Antidepressiva vermutlich verzichten, das hat auch etwas mit der Noradrenalinwirkung zu tun, wenn etwa Stimmungsschwankungen auftreten, da helfen solche Antidepressiva wie etwa das Duloxetin oder Bupropion.
Die Wirkung der Antidepressiva wird zum Teil von den Neuroleptika abgeschwächt, von daher bietet sich später eine Intervalltherapie des Aripiprazols an, wofür es aber weniger vorgesehen ist, das klappt auch nur wenn du gleichzeitig diese Antidepressiva einnimmst und etwas deine Symptome kennst um rechtzeitig Bedarf(des Neuroleptikums) einnehmen zu können. Aripiprazol wirkt dabei sehr schnell und eignet sich von daher sehr gut. Von der Wirkung gegen Wahn müsste es an die Wirkung typischer NLs wie Haldol herankommen.
 
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