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📘 C.4 Absetzphasen als Hochstresszustände

Maggi

Administrator


📘 Absetzphasen als Hochstresszustände

Vulnerabilität, Supersensibilisierung und die Bedeutung begleiteter Reduktion

🔹 Kurzüberblick​

Bei Schizophrenie bleibt die neurobiologische Vulnerabilität auch nach Symptomrückgang bestehen.
Absetz‑ und Reduktionsphasen sind daher keine neutralen Zustände, sondern Phasen erhöhter Instabilität, in denen Schutzmechanismen reduziert werden, während krankheitsrelevante Prozesse fortbestehen.

Dieser Artikel beschreibt:
  • warum Absetzphasen häufig eskalieren,
  • welche Rolle Supersensibilisierung spielt,
  • warum Reduktion und Absetzen unterschieden werden müssen,
  • und weshalb begleitete Absetzversuche für Autonomie und Therapiebindung zentral sind.


1️⃣ Fortbestehende Grunderkrankung ≠ akute Symptomatik​

Symptomfreiheit bedeutet nicht Krankheitsfreiheit.
Auch in stabilen Phasen bestehen häufig:
  • erhöhte Stresssensitivität
  • veränderte dopaminerge Regulation
  • reduzierte präfrontale Kontrolle
➡️ Absetzen entfernt Schutz, nicht die Vulnerabilität.


2️⃣ Absetzphasen als kumulative Hochstresszustände​

Absetzphasen sind gekennzeichnet durch:
  • zunehmende Stressachsenaktivierung
  • schrittweise Rückkehr dopaminerger Dynamik
  • wachsende Reizoffenheit
  • Gedankenbeschleunigung und innere Unruhe
Diese Prozesse verlaufen:
  • langsam
  • kumulativ
  • oft unabhängig von der Halbwertszeit einzelner Substanzen
➡️ Rückfälle sind daher häufig zeitverzögert, nicht abrupt.


3️⃣ Supersensibilisierung als Langzeitrisiko​

Langfristige antipsychotische Behandlung kann zu:
  • Rezeptor‑Supersensibilisierung
  • erhöhter Rückfallanfälligkeit beim Absetzen
  • veränderter Symptomcharakteristik
führen.

➡️ Ziel ist daher nicht maximale Dämpfung, sondern die kleinst notwendige wirksame Dosis, um Supersensibilisierung möglichst gering zu halten.

Diese Überlegung betrifft Reduktion, nicht unkontrolliertes Absetzen.


4️⃣ Reduktion ≠ Absetzen​

Ein zentraler Unterschied:
  • Reduktion zielt auf Nebenwirkungsminimierung und Langzeitverträglichkeit
  • Absetzen bedeutet vollständigen Wegfall eines Schutzfaktors
Sehr niedrige Restdosierungen können:
  • Nebenwirkungen nur begrenzt reduzieren
  • gleichzeitig weiterhin Rezeptorbindung aufrechterhalten

➡️ Deshalb ist Reduktion allein kein Garant für Stabilität, aber ein wichtiger Schritt zur Schadensbegrenzung.


5️⃣ Absetzversuche als Ausdruck von Autonomie​

Der Wunsch, Medikamente abzusetzen, ist kein Therapieversagen, sondern Ausdruck von:
  • Autonomie
  • Selbstwirksamkeit
  • dem Bedürfnis nach Erfahrung und Kontrolle
Kurzzeitige, begleitete Absetzversuche können:
  • Einsicht fördern
  • Frühwarnzeichen schärfen
  • Vertrauen in die therapeutische Beziehung stärken
➡️ Entscheidend ist Begleitung, nicht Verhinderung.

Unbegleitete Absetzversuche erhöhen dagegen das Risiko von:
  • Therapieabbrüchen
  • unkontrollierter Eskalation
  • verspäteter Rückmeldung bei Verschlechterung


6️⃣ Rolle modulierender Mechanismen in Absetzphasen​

Modulierende Mechanismen können in Absetzphasen:
  • Reizbarkeit und Agitiertheit abmildern
  • kognitive Integration unterstützen
  • emotionale Eskalation dämpfen
  • Eskalationskaskaden zeitlich verzögern
Diese Effekte:
  • ersetzen keine antipsychotische Akutwirkung
  • verhindern keinen Rückfall
  • können aber Zeit und Stabilität gewinnen
➡️ Zeit ist entscheidend für Verarbeitung, Einsicht und Gegensteuerung.


7️⃣ Intervall‑Stabilisierung als Krankheitsmodell​

Aus neurobiologischer Sicht ist plausibel, dass:
  • zeitlich begrenzte Stabilisierung
  • Eskalationsprozesse zurücksetzen kann
  • modulierende Mechanismen danach wieder wirksam werden
➡️ Das beschreibt kein Therapieschema, sondern eine dynamische Krankheitslogik, in der absolute Medikamentenfreiheit kein zwingendes Ziel sein muss.


🔹 Fazit​

  • Absetzphasen sind Hochstresszustände bei fortbestehender Vulnerabilität
  • Supersensibilisierung macht vollständiges Absetzen risikoreich
  • Reduktion auf die kleinst wirksame Dosis ist sinnvoll
  • Absetzversuche sind Ausdruck von Autonomie, nicht Illoyalität
  • Begleitung schützt vor Therapieabbrüchen
  • Modulierende Mechanismen können Eskalation verzögern, nicht verhindern
➡️ Nicht das Absetzen ist das größte Risiko – sondern das Absetzen ohne Beziehung.


🔗 Einordnung im Block C​

 
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