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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Bupropion erhöhen?

Nugma

Member
Hallo!

Ich nehme derzeit: 150mg Clozapin, 5mg Risperidon und 150mg Bupropion.
Ich bin recht gut eingestellt und kann auch ab und zu ein paar Bier trinken, ohne dass ich psychotische Symptome bekomme.
Aber ich bin oft etwas "gedämpft", bzw. wenn ich wenig schlafe, bin ich sehr müde.

Kann mir in diesem Fall eine Erhöhung auf 300mg Bupropion etwas bringen, oder wäre eine Änderung meiner Medis sinnvoll?
Ich möchte mir einen Input von Euch holen.

Danke schon mal!

Gruß
Nugma
 
Seit wann nimmst du Bupropion zusätzlich ein und was hat sich seitdem verändert?

Normalerweise hebt Bupropion wegen CYP2D6-Hemmung den Wirkspiegel vom Risperidon (+aktiver Metabolit) um etwa 30 %, weshalb ich da auf 4 oder 3mg reduzieren würde.
Auf 300mg Bupropion erhöhen sollte schon etwas bringen, wobei das Risperidon 3mg vermutlich dann angemessener ist. Bupropion steigert über CYP2D6 den Risperidonspiegel sehr stark, gleichzeitig wird weniger Risperidon ins stärker wirksame Paliperidon (65% der Wirkung) umgewandelt. Deswegen die etwa 30 % (Gesamtsteigerung), die du durchs Reduzieren des Risperidons ausgleichen solltest.

Bupropion sollte dir zusätzlich einen antipsychotischen Schutz geben und wirkt besser, wenn du die Antipsychotika auch so etwas reduzierst.

Clozapin sediert, wie du in der Nebenwirkungs-Vergleichstabelle sehen kannst, sehr stark. Deswegen würde ich nach Reduktion vom Risperidon auf 3mg und Dosissteigerung von Bupropion auf 30 mg, das Clozapin in 25mg Schritten über Monate auf 100 oder 75mg reduzieren.

Im Grunde hat Bupropion selbst antipsychotische Zusatzeffekte und sollte dir von daher insgesamt eine Reduktion der Antipsychotika möglich machen. Gleichzeitig greift die Wirkung des Bupropions bei Negativsymptomen dann besser.

Risperidon kann also relativ direkt auf 4 und dann auf 3mg reduziert werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier findest du die Dosisbänder fürs Clozapin, welches bei Therapieresistenz eingesetzt wird:
Clozapin (Rohdaten)
Durch das Bupropion sollte dir das Niedrigdosisband von Clozapin von daher leichter möglich sein. Da du zusätzlich Risperidon hast, würde ich da dann 50–100 mg Clozapin für eine leichte Modulation als vorläufige Zieldosis sehen. Die D2-Belegung ist beim Clozapin irrelevant.

Klinische Einordnung für Clozapin​

BandNominelle Dosis mg/TagErwartete striatale D2‑BelegungZielsetzung / Kommentar
Niedrig50–150 mg5–30 %modulativ; ggf. bei sehr empfindlichen Patient:innen oder als niedrige Erhaltung nach Stabilisierung. Zielbereich bei Add-on Gebrauch mit einem weiterem Antipsychotikum.
Standarderhaltung150–300 mg15–40 %häufige Erhaltungsdosis; viele Patient:innen stabil bei 200–300 mg.
Therapeutischer Bereich300–500 mg25–50 %verstärkte klinische Wirkung bei manchen Patient:innen; Monitoring erforderlich.


Hier findest du die Dosisbänder fürs Risperidon:
Risperidon (Rohdaten)

📊 Risperidon – Dosisbereiche mit Striataler & Extrastriataler D2‑Belegung

BereichDosis (mg)Striatal D2‑Belegung (%)Extrastriatal D2‑Belegung (%)Klinische Bedeutung
Sensible Patienten0,25–0,7525–50 %20–45 %Für sehr empfindliche Patienten; minimale Wirkung, geringes EPS‑Risiko, aber oft nicht ausreichend bei Akutpsychose
Meist ausreichende Erhaltungsdosierung1–255–70 %45–65 %Gute Balance zwischen Wirkung und Nebenwirkungen; häufig ausreichend für Langzeittherapie
Optimale Akutdosierung3–470–78 %62–75 %Hohe antipsychotische Wirkung, akzeptables Nebenwirkungsprofil; typischer Bereich für akute Episoden
Maximal empfohlener Akutdosisbereich (Reserve)678–85 %75–85 %Kurzfristige Reserve bei schwerer Symptomatik; erhöhtes EPS‑ und Prolaktinrisiko, Monitoring erforderlich

Zwischen striataler D2-Belegung von 60–80 % findet im Grunde ein Großteil der antipsychotischen Wirkung statt. Dein 5mg Risperidon sind also schon recht viel und dort dann 30% Gesamtsteigerung durchs Bupropion sind relativ viel, da 5mg dann wie 7 mg Risperidon wirken.

Angesichts dessen sind 3–4 mg immer noch viel. Längerfristiges Ziel für dich würde ich 1–2 mg Risperidon sehen.

Vorher Bupropion 300, Risperidon 3mg (realistische Reduktion, die anhand des durch Bupropion höheren Spiegels möglich ist) und 50–100 mg Clozapin.
Im Grunde würde dann effektiv nur Clozapin reduziert, da das die meiste Müdigkeit macht und Bupropion einen Teil der antipsychotischen Wirkung übernehmen kann.
 
Ich nehme das Bupropion (150mg) seit ca. 5 Monaten. Bemerkt habe ich eine etwas bessere Konzentration und mehr Antrieb - aber angenehm, nicht hyperaktiv.

Wenn ich Bupropion auf 300mg erhöhen würde, kann es dann sein, dass wieder Frühwarnsymptome (Einschlafschwierigkeiten, Stimmen, Ruhelosigkeit, usw.) auftreten?
 
Was ich auch noch bemerkt habe, ist, dass meine Symptome stark zurückgehen und ich psychisch sehr stabil bin - also wirklich sehr.
Das Bupropion tut mir bestimmt auch sehr gut...
Hab schon viel NL ausprobiert, aber die aktuelle Dosis (150mg Clozapin, 5mg Risperidon, 150mg Bupropion) ist schon sehr effektiv...
 
Wenn ich Bupropion auf 300mg erhöhen würde, kann es dann sein, dass wieder Frühwarnsymptome (Einschlafschwierigkeiten, Stimmen, Ruhelosigkeit, usw.) auftreten?
Die antipsychotische Wirksamkeit sollte eher steigen, aber Einschlafstörungen sind möglich. Vor allem Miktionsstörungen (Blasenschwäche) oder eventuell das Obstipationsrisiko könnten steigen. Angesichts dessen wäre ein SSRI-Antidepressivum (Citalopram, Escitalopram oder Sertralin) bei Dosissteigerung des Bupropions zur Hand zu haben schon wichtig. Bupropion wirkt auf NET und DAT, die übliche SERT-Wirkung von Antidepressiva fehlt. Angesichts dessen ist der Ausgleich manchmal nützlich und kann man sich auch so bei Nebenwirkungen wie Obstipation zunutze machen.

Symptome wie Stimmen sollten im Idealfall durch mehr Bupropion weniger werden, das gilt es zu beobachten.

Risperidon würde ich wie zuvor erwähnt deutlich reduzieren, weil nach "Fest" für gewöhnlich "Ab" kommt, also wenn man eine Schraube anzieht, im übertragenen Sinne. 2 bis 3mg als Zielgröße.

Tabelle: Risperidon Tabletten unter CYP2D6‑Blockade (rein pharmakologisch)

Nominale DosisEffektive Wirkung
1 mg~1.5–2 mg
2 mg~3–4 mg
3 mg~4.5–6 mg
4 mg~6–8 mg
6 mg~9–12 mg

📊 Risperidon – Dosisbereiche mit Depot‑Äquivalenten​

BereichOrale Dosis (mg/Tag)Striatal D2‑Belegung (%)Extrastriatal D2‑Belegung (%)Depot‑Äquivalent (Risperidon Consta®)Klinische Bedeutung
Sensible Patienten0,25–0,7525–50 %20–45 %kein Depot verfügbar (zu niedrig)Für sehr empfindliche Patienten; nur oral möglich
Meist ausreichende Erhaltungsdosierung1–255–70 %45–65 %25 mg alle 2 Wochen ≈ 2 mg oralGute Balance zwischen Wirkung und Nebenwirkungen
Optimale Akutdosierung3–470–78 %62–75 %37,5 mg alle 2 Wochen ≈ 3–4 mg oralHohe antipsychotische Wirkung, akzeptables Nebenwirkungsprofil
Risperidon (Rohdaten)
Das bedeutet, dass üblicherweise 1–2 mg Risperidon für die Erhaltung ausreichend sind. Durchs Bupropion hättest du bei 1mg Risperidon schon effektiv die Wirkung von 1,5–2 mg.

2mg Risperidon entsprechen durch das zusätzliche Bupropion also 3–4 mg Risperidon, was immer noch einiges ist. Wäre schon wichtig und ratsam, da zu reduzieren.


Klinische Einordnung für Leitlinie (Dosisbänder)​

BandNominelle Dosis mg/TagErwartete striatale D2‑BelegungZielsetzung / Kommentar
Niedrig50–150 mg5–30 %modulativ; ggf. bei sehr empfindlichen Patient:innen oder als niedrige Erhaltung nach Stabilisierung. Zielbereich bei Add-on Gebrauch mit einem weiterem Antipsychotikum.
Standarderhaltung150–300 mg15–40 %häufige Erhaltungsdosis; viele Patient:innen stabil bei 200–300 mg.
Clozapin (Rohdaten)

Das gedämpfte Gefühl sollte auch vom Clozapin kommen. Da du keine Monotherapie hast (nur Clozapin), sollte eine modulierende Dosis von 50–100 mg vielleicht schon ausreichen und kann trotzdem noch sehr effektiv sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Nugma
Vielleicht solltest du wegen der CYP2D6-Interaktion vom Bupropion statt Risperidon (oral) das Paliperidon (Depot) erwägen.

Da Risperidon – was 35% der Gesamtwirkung ausmacht – selbst um 100–200 % ansteigt und das über CYP2D6 umgewandelte Risperidon = Paliperidon 65% der Wirkung ausmacht und sinkt.

Du würdest mit 100mg Paliperidon-Depot (4-wöchig) dann 3mg Risperidon ersetzen.
Paliperidon (Rohdaten)

Die fehlenden 2 mg Risperidon kannst du dann mit 1mg Risperidon (oral) ersetzen.


5mg Risperidon (ohne Bupropion)
entspricht: 1 mg Risperidon (mit Bupropion = 1,5–2 mg RIS) + 100 mg Paliperidon-Depot (=3 mg RIS)

– Vielleicht @Nugma solltest du erst das umstellen, also 1mg Risperidon und 100mg Paliperidon-Depot.
– Clozapin auf 75mg reduzieren.
– Bupropion auf 300mg erhöhen.

Später kannst du schrittweise das Paliperidon-Depot bis auf 25mg reduzieren oder ganz absetzen und hast immer noch 1 mg Risperidon, welches aufgrund des Bupropions wie 1,5–2 mg Risperidon wirkt.
 
@Nugma:
Das Problem ist, dass Risperidon ab 3 mg (empfohlene maximale Erhaltung) verstärkt zu dopaminerger Supersensitivität führen kann.
https://schizophrenie-forum.com/psychose/lexikon/risperidon-rohdaten/#-risperidon-dosis-d2-belegung-klinische-zone

Du nimmst 5 mg, die so effektiv wie 10 mg wirken, also deutlich zu viel. Das erklärt die gute antipsychotische Wirkung, aber das Risiko ist sehr hoch.

Du solltest also auf jeden Fall zunächst zügig auf 2–3 mg Risperidon heruntergehen. Währenddessen kannst du auch auf 300mg Bupropion steigern.

Selbst 1,5mg Risperidon können theoretisch die Wirkung von 3mg Risperidon machen.
 
Also Spritze werd ich nicht machen, weil ich nicht monatlich zum Doc gehen möchte und ich damit nicht flexibel bin, wenn mal eine Änderung ansteht.
Ich hab in 4 Wochen einen Termin beim NA, da werd ich mal eine Risperidon-Reduzierung ansprechen...
 
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