Bupropion 300mg zum Amisulprid
Hallo ich nehme seit 4 Wochen 150mg elontril und seit 6 Tagen schon 300mg ich weiß nicht was ich von dem Medikament halten soll ich spüre das meine Augen wacher sind die ersten Tage Unruhe was etwas besser ist das war’s auch schon keine antidepressive Wirkung bisjetzt emotionale Abstumpfung ist gleich geblieben Antrieb auch so gut wie garnicht besser frage mich ob sich da noch was verändert oder ob ich meine Zeit verschwende nehme zusätzlich 200mg amisulprid
Vielleicht solltest du das Amisulprid etwas reduzieren, etwa auf 150 mg, und bei stabilem Verlauf ein paar Wochen später schauen – falls keine Schlafstörungen da sind –, ob 100 mg Amisulprid möglich sind.
Dass Bupropion wach macht, ist ein gutes Zeichen für die Wirksamkeit. Das Problem ist, dass die Antipsychotika die Wirkung des Bupropions abschwächen oder aufheben können. Amisulprid eignet sich nur begrenzt in Kombination mit Bupropion, da es präsynaptische Autorezeptoren hemmt. Unter 100 mg soll Amisulprid eher aktivierend sein. Bupropion benötigt im Grunde diese präsynaptischen Autorezeptoren zur Regulation. Insofern ist die Hemmung, die Amisulprid macht, eher kontraproduktiv.
Präsynaptische D2-Autorezeptoren erkennen, wenn viel Dopamin im synaptischen Spalt ist, und regulieren dann automatisch die Dopaminfreigabe herunter. Amisulprid hemmt diese wichtige regulierende Funktion.
Bupropion reichert über DAT-Hemmung das Dopamin im synaptischen Spalt an und soll schwache Dopaminsignale verstärken. Dort, wo bereits viel Dopamin ist, sollen die präsynaptischen Autorezeptoren verhindern, dass mehr Dopamin in den synaptischen Spalt kommt, was aber Amisulprid durch die Hemmung der Autorezeptoren unterdrückt. Somit verliert Bupropion in gewisser Hinsicht seinen regulierenden Effekt im Striatum.
Aktuell nimmst du 200 mg was praktisch die Wirkung des Bupropions überdeckt und durch die parallele Hemmung der Autorezeptoren die positiven Effekte des Bupropions zumindest begrenzt werden.
Meine ganz klare Empfehlung für dich
@Canx02 :
Du solltest nach einem Rezept für Lurasidon fragen, was ein
sehr gut verträgliches Antipsychotikum ist. Es wäre ein Antagonist, wenn du Partialagonisten wie Aripiprazol oder Cariprazin schon hattest, die an sich auch sehr gut verträglich sind und sich eignen?
Hab erst kürzlich gehört, dass man Lurasidon auch in Deutschland bekommt. Es gibt eine EMA Zulassung und es wird von den Kassen laut dem was KI sagt übernommen, nur findet keine aktive Vermarktung statt, also die wenigsten Psychiater werden es bereit verordnet haben.
Bupropion eignet sich in Kombination mit Lurasidon, da dies keine präsynaptischen Autorezeptoren blockiert.
Anderweitig wäre statt Amisulprid, entweder Cariprazin oder Aripiprazol möglich. Aripiprazol nur in 5 oder 7,5mg Dosis, da Bupropion den Wirkstoffspiegel aufgrund der CYP2D6-Hemmung bei dem Wirkstoff verdoppeln kann.
Das wären drei echt gute Möglichkeiten, da du schon allein den Wechsel auf Lurasidon oder einen der Partialagonisten als deutlichen Verträglichkeitsvorteil wahrnehmen solltest.
Manche haben Akathisie bei den Partialagonisten, was mit die einzige limitierende Nebenwirkung ist.
Welche Wirkstoffe hattest du schon außer Amisulprid?
Bupropion würde ich beibehalten oder während Umstellung des Antipsychotikums auf 150mg reduzieren.