Amisulprid 150 mg genommen wegen depressionen zu schnell abgesetzt, jetzt geht es mir sehr sehr schlecht, Hilfe

Hallo Siri,
ich gehe gern auf deine Punkte ein und versuche, Missverständnisse zu klären, damit du eine gute Grundlage für das Gespräch in der Klinik hast.


1. „Mein ganzer PFC hat kein Dopamin mehr.“

Wie kommst du zu dieser Annahme?
Das ist wichtig zu klären, denn man kann Dopamin im präfrontalen Cortex (PFC) nicht direkt messen. Symptome wie innere Unruhe, Reizbarkeit, emotionale Instabilität oder Blockaden können zwar präfrontale Beschwerden sein, aber sie zeigen keinen eindeutigen Dopaminmangel an.

Falls du das aus Symptomen ableitest, wäre es hilfreich, wenn du beschreibst:
So kann man besser einschätzen, was dahintersteckt.


2. „Es wirkt ja präsynaptisch, also Dopaminausschüttend.“

Das ist ein häufiges Missverständnis.

Amisulprid wirkt je nach Dosis unterschiedlich:
Du warst vorher bei 150 mg, also im antipsychotischen Bereich.
Die D2‑Blockade greift dort sofort, nicht erst „später“.


Die Angst, dass Amisulprid bei Wiedereinnahme „Dopamin ausschüttet“, trifft auf deine Dosis nicht zu.

Amisulprid (Rohdaten)


3. „Ich habe sicher eine Dopaminsupersensitivität.“

Supersensitivität bedeutet:
Sie bedeutet nicht, dass die Wiedereinnahme eine Psychose auslöst.

Das Risiko liegt eher darin, dass du dich bereits in einem Schub befindest und die Symptome schwer einzuschätzen sind.
Deshalb ist die Klinik der richtige Ort – dort kann man engmaschig beobachten, wie du reagierst.


4. „Wie kriege ich das am besten hin?“

Das kann nur die Klinik entscheiden.
Wichtig ist:
Die Wiedereinnahme von Amisulprid ist nicht gefährlich, aber der Zustand, den du beschreibst, sollte ärztlich begleitet werden.


5. „Wirkt es auch wieder wie vorher?“

Das kann man nicht garantieren
.Manchmal wirkt ein Medikament nach einem Rückfall:
Das ist normal und kein Zeichen von „Schuld“ oder „Fehlern“.
Die Klinik kann testen, ob Amisulprid bei dir erneut zuverlässig wirkt.


6. „Anfangs super, später Angst und Unruhe.“

Hier wäre wichtig zu klären, ob du den Umschlag während der Einnahme oder nach dem Absetzen meinst.Beides kommt vor, aber die Mechanismen sind unterschiedlich.

Falls du den Umschlag nach dem Absetzen meinst (was bei dir zeitlich eher passt):

Angst und innere Unruhe können nach einigen Wochen ohne Amisulprid als Frühwarnsymptome auftreten.
Sie sind oft ein Zeichen dafür, dass die Stabilität langsam nachlässt, auch wenn es aktuell noch keine Akathisie ist.

Beim Neueinstellen eines Antipsychotikums kann diese Art von Unruhe sich manchmal in Akathisie (Sitzunruhe) umwandeln.In der Klinik wird das aber engmaschig beobachtet, und man bekommt bei Bedarf etwas dagegen — das ist dort Routine.

Falls du den Umschlag während der Einnahme meinst:

Dann wäre es gut, wenn du kurz beschreibst, wie genau du das erlebt hast.
Der Verlauf ist nämlich ein anderer, und es hilft zu verstehen, ob es:
gewesen sein könnte.


Kannst du kurz sagen, welche der beiden Varianten du meinst?



7. „Gibt es ein Begleitmedikament, das den Umschlag verhindert?“

Es gibt Medikamente, die präfrontale Stabilität verbessern können.
Ein Beispiel ist Bupropion, weil es:
Das ist kein Ersatz für ein Antipsychotikum, aber kann helfen, dass:
Ob das bei dir sinnvoll ist, muss die Klinik entscheiden.
Im Forum gibt es gute Erfahrungen damit in Kombination mit Aripiprazol – ob es mit Amisulprid genauso funktioniert, hängt davon ab, wie gut Amisulprid bei dir erneut greift.

Intervalltherapie mit Bupropion - praxisnahe Kurzfassung


8. Zusammenfassung für dich