15 jähriges Mädchen mit Symptomen
Sie hatte bereits Suizidgedanken und ich sehe tatsächlich Handlungsbedarf. Meiner Tochter geht es zunehmend schlechter.
Deine Tochter braucht Antipsychotika, und zwar schnell dass die Symptome verschwinden. Abilify darf auch bei Jugendlichen verschrieben werden.
@jeyjey
Ich sehe das genauso wie Orangejuice, da es sich zumindest sehr nach psychotischen Symptomen anhört und man dann normal ein Antipsychotikum braucht.
Gibt nur wenige verträgliche Antipsychotika, darunter ist im Grunde nur Bupropion für Kinder zugelassen:
Kurzantwort:
- Cariprazin (Reagila®) ist nur für Erwachsene mit Schizophrenie zugelassen, nicht für Kinder/Jugendliche.
- Aripiprazol (Abilify®) ist ab 15 Jahren für Schizophrenie und ab 13 Jahren für manische Episoden bei Bipolar-I-Störung zugelassen.
- Ziprasidon ist ab 10–17 Jahren für akute manische oder gemischte Episoden bei Bipolarstörung zugelassen, nicht für Schizophrenie bei Minderjährigen.
Risiko ist eben, dass sie Risperidon oder Paliperidon angeboten bekommt (diverse Markennahmen wie Xeplion usw.), was die kognitiven Leistungen deiner Tochter zerstören würde und auch so kein besonders verträgliches Medikament ist.
Bleiben dann nur die oberen drei Wirkstoffe übrig.
Bei Kindern können auch Halluzinationen vorübergehend auftreten und sie scheint nach deiner Erzählung hauptsächlich Halluzinationen zu haben. Da wäre die Frage, ob es von selbst weggeht und wie lange das schon da ist und wie kurz oder lang die Symptome anhalten?
Sind irgendwelche wahnhaften Überzeugungen vorhanden?
Von der Diagnostik her wäre ein guter Neurologe oder Psychiater/in angebracht, also dass ihr da zuerst Facharzttermine macht oder ein Kliniktermin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Symptome einer Schizophrenie müssen normal um die 1-6 Monate durchgehend vorhanden sein:
Kurzantwort: Für die Diagnose einer Schizophrenie müssen die Symptome mindestens einen Monat deutlich vorhanden sein (ICD‑10) und der Gesamtverlauf mindestens sechs Monate beeinträchtigt sein (DSM‑5). Halluzinationen allein reichen nicht aus – es müssen weitere Symptome wie Wahnvorstellungen, Denkstörungen, katatone Symptome oder negative Symptome vorliegen. Bei Kindern wird zu Antipsychotika gegriffen, wenn die Symptome anhaltend schwer, mit deutlicher Beeinträchtigung und Leidensdruck auftreten und psychosoziale Maßnahmen nicht ausreichen.
Bei ihr wären mit den Depressionen oder Suizidgedanken, auch den schlechteren Leistungen in der Schule die Negativsymptomatik bereits gegeben. Halluzinationen hast du auch beschrieben. Fehlen eher Wahnvorstellungen, Denkstörungen oder Ich-Störungen?
Im Grunde
@jeyjey ist wichtig, dass du als Mutter die Symptome deiner Tochter beim Arzt auch ansprichst, da ADHS und solche Tests da nur bedingt zielführend sind und fraglich ist, ob da überhaupt Halluzinationen abgefragt werden?
Im Grunde bekommt man bei Schizophrenie Aufmerksamkeitsprobleme, auch Reizbarkeit, also impulsives Verhalten ist möglich, was Ähnlichkeiten zu ADHS hat, aber es trotzdem eher Richtung Psychose geht.
Es wäre eine Zwischenlösung vermutlich das Beste für deine Tochter.
Wenn die akuten Symptome wie Halluzinationen weiterhin da sind und über Monate hinweg persistieren, dann wird sie wohl Antipsychotika benötigen, wobei Aripiprazol 5mg , die kleinste Tablettenform von der antipsychotischen Wirkung häufig ausreichend ist.
Das Problem und die Chance mit den Antipsychotika ist Folgendes:
- Antidepressiva sind bei den Suizidgedanken deiner Tochter vermutlich unwirksam und bei akuten psychotischen Symptomen wie Halluzinationen kontraproduktiv, von daher ist das
Aripiprazol als Antipsychotikum mit sehr guter antidepressiver Wirkung
erstmal ideal.
=> dies könnte deine Tochter für Wochen und einige Monate als Monotherapie einnehmen, um eine Grundstabilität wiederherzustellen.
Langfristig wäre trotzdem eine Therapie in Richtung AHDS-Behandlung wichtig, wobei sich da statt das starke Methylphenidat(ADHS-Mittel) das schwächere Bupropion (NDRI Antidepressivum)
wie in der Empfehlung von mir anbietet.
Da solltest du zumindest, wenn deine Tochter in Therapie ist und ein Antipsychotikum wie Aripiprazol braucht, hier im Forum bleiben, damit sie später dieses Antipsychotikum wieder absetzen oder in wie in der Empfehlung nur noch in geringer Intervalltherapie benötigt wird.
=> Das könntest du nach einer Diagnosestellung und eventueller antipsychotischer Therapie dir anschauen, da es keine Standardtherapie ist. Grund: Viele Betroffene sind auf längere Sicht mit den Antipsychotika eben unzufrieden, da Positivsymptome zwar besser werden, aber Negativsymptome wie Motivationslosigkeit und kognitive Einschränkungen trotzdem weiterbestehen können.
Ob sie eine medikamentöse Therapie mit solchen stark eingreifenden Wirkstoffen braucht, ist fragwürdig. Trotzdem: Aripiprazol löst das Suizidale verlässlich anders als Antidepressiva und ADHS-Mittel, von daher wäre das aufgrund der Halluzinationen und ihrer bestehenden Negativsymptomatik 1. Wahl.
Aktuell kann ich dir für deine Tochter etwas sehr Mildes empfehlen, was sie zusätzlich zu deinen unterstützenden psychologischen Maßnahmen einnehmen kann.
Das wäre
Lithium-Orotat in Low-Dosis.
Lithium ist eines der wenigen anti-suizidalen Medikamente und wirkt neuroprotektiv.
Das lässt sich in flüssiger Lithium-Orotat Form bei Amazon bestellen und könnte sie erstmal in Dosierungen um 10–20 mg am Tag einnehmen. Das wäre im Grunde wie Nahrungsergänzung, da Lithium therapeutisch in viel höheren Dosierungen eingesetzt wird und auch so natürlich in Trinkwasser vorkommt.
Vielleicht hilft ja das schon und hätte anderweitig trotzdem etwas Placeboeffekt.