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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Unruhe innerlich und in den Beinen

Miau1993

Member
Hallo meine Lieben,

nach 10 Jahren habe ich Quetiapin mit Hilfe von Ziprasidon ausgeschlichen. Ziprasidon hat zwar gut geholfen, leider bekam ich von dem Medikament jedoch einen starken Juckreiz musste es absetzen und kam in die Klinik.

Neue Einstellung auf Cariprazin. Am Anfang habe ich noch nicht viel gemerkt aber zu Hause habe ich eine starke Akathisie in den Beinen bemerkt. Abends war es am Schlimmsten und auch diese Nacht muss ich wieder um 5 uhr aufstehen, weil ich es nicht aushalte. Hat irgendwer Tipps für mich? Die Neurologin hat mir Dociton verschrieben. Das habe ich auch wochenlang genommen ohne Effekt und dann wieder abgesetzt.

Andernfalls bleibt mir nur die Umstellung auf ein anderes Medikament.

Danke im Voraus für eure Antworten!
 
Es gibt ein Krankheitsbild, das heißt Restless Legs. Eventuell leidest du daran, dann könnte es sein, dass es für dich kein geeignetes Medikament (einen Versuch mit Olanzapin 5 bis 7,5 mg/Tag würde ich noch machen) gibt. Die beiden Alternativen wären KarXT und Pimavanserin, wenn du nicht auf's Quetiapin zurückgehen willst. Eventuell noch Melperon oder Pipamperon, aber die beiden kommen wahrscheinlich nicht an Clozapin, das ich dir weder empfehlen noch davon abraten darf, heran.

Das sind nur meine Gedanken, im Vordergrund steht im Moment bei dir die Abklärung der neurologischen RL-Diagnose.
 
Xanomelin Trospiumchlorid und Pimavanserin/Nuplazid sind in Deutschland nicht verkehrsfähig, weil die Zulassung oder der Vertrieb fehlen. Du befindest dich vor der Wahl, ein neurologisches Restless Legs Medi zusätzlich oder geeignete Neuroleptika ohne das RL-Mittel einzunehmen. Ersteres erscheint mir eher unlogisch zu sein, aber ich kann mich auch irren.
 
Ich bin mir sicher, dass es eine Nebenwirkung vom Cariprazin ist, denn ich hatte früher nie Probleme damit. Die Frage ist: Kann ich etwas zusätzlich einnehmen, was das behebt oder wäre ein Medikamentenwechsel sinnvoller?
 
Beim Reagila® würde ich kein z. B. Biperiden einnehmen, eher zunächst einmal Aripiprazol 10mg mit einer N2 oder N1 Packungsgröße ausprobieren. Das Cariprazin/Reagila wirkt stärker antagonistisch am DA D2-Rezeptor im Striatum als das Aripiprazol, beide sind Partialagonisten. Als Notanker würde ich 2 bis 2,25 mg Cariprazin am Tag auswählen und damit die neurologische Abklärung abwarten.
 
Bei Reagila ist die Akatisie wohl am staerksten. Ich hatte es zum Glueck kaum. War davor aber schon Abilify gewohnt. Bei quetiapin und olanzapin kommt es im
Vergleich deutlich weniger zur Akatisie. Soweit ich weiss gibt es nicht viel Moeglichkeiten das medikamentös zu behandeln. Das fruehe Aufwachen hatte/habe ich zeitweise immernoch. Da hilft dann zusaetzlich Pimpamperon zur Nacht. Auch hilft mir das bei Unruhe. Das ist aber sehr individuell. Du solltest nochmals mit deinem Arzt reden.
 
@Miau1993
Du könntest einfach Vitamin B6 einnehmen, das gibt es hochdosiert in 100mg, solltest du aber in Rücksprache mit deiner Neurologin einnehmen. Bei Akathisie wird es laut S3 Leitlinien mit 1200mg angewendet.
B6 ist für die Neurotransmittersynthese wichtig, man braucht an sich nur wenige mg am Tag, aber das hat sich bei Akathisie als Wirkungsvoll erwiesen. Dein Betablocker Dociton sollte auch helfen, wobei du hier eine kleine Auswahl findest was bei Akathisie hilft:
Welche Arzneimittel eignen sich bei Antipsychotika-induzierter Akathisie? - Pharmakotherapie

Wenn man sehr lange ohne Antipsychotikum war, dann können die extreme innere Unruhe und Spannungszustände die durch die ohne antipsychotika sich aufbaut, zu einer vorübergehenden Akathisie beitragen. Etwa weil sich diese Unruhe direkt in Akathise (Sitzunruhe) verschieben kann, sobald man ein Antipsychotika einnimmt und D-Rezeprtoren blockiert sind.

Du hast mehrere Möglichkeiten ohne auf das Cariprazin verzichten zu müssen.

Einfach:
- Vitamin B6 zusätzlich unter ärztlicher Kontrolle einnehmen, da man bei so hohen Dosierungen mit peripherer Neuropathie rechnen muss und nach Wochen auf 50-100mg reduzieren kann für längerfristige Ergänzung. Auch da periphere Neuropathie beachten, was sich wie Ameisenlauf oder Taubheit in den Fingern anfühlen kann.

Zeit geben:
- Cariprazin muss erstmal die ganzen Spannungszustände im körper abbauen. Meist treten sogar bei mittleren Dosierungen weniger Akathisie auf als bei niediger Dosis. Welche Dosis nimmst du und seit wann genau? Hat der Betablocker bezüglich der Akathisie etwas linderung verschafft.

Dosis:
Anders als Aripiprazol ist wo Akathisie bei Dosierungen ab 10mg stärker auftritt, ist bei Cariprazin meines wissens ein eher mittlere Dosis ideal. Kleine und hohe Dosierungen führen da gehäuft zu Akathisie

Falls immer noch Akathise auftritt:
Vorübergehend bis die Akathisie weg ist ausreichend Quetiapin statt Cariprazin einnehmen. Mit Quetiapin so erstmal die inneren Spannungszustände abbauen und dann Cariprazin neu ansetzen, da die Spannungszustände also eine Ursache für die Akathisie wegfällt.
https://schizophrenie-forum.com/psy...hotika_nebenwirkungen_referenz_2026-pdf.2772/

Wie lange warst du vor Cariprazin ohne Antipsychotikum oder hattest du vorher direkt ein anderes?

Alternativ:
Aripiprazol macht etwas weniger Akathisie als Cariprazin.

Gibt sonst wie du im oberen Link siehst noch andere möglichkeiten als ergänzungen.
Vitamin B6 ist eben so oder so wichtig, ebenso wie Magnesium da diese häufig bei Betroffenen schon so mangeln.
 
Ich habe Quetiapin 10 Jahre lang eingenommen und damit 40 kg Übergewicht aufgebaut. Auch das Ausschleichen war die Hölle. Daher kommt es nicht mehr in Frage.

Ich nehme Cariprazin 1,5 mg. Also die niedrigste antipsychotische Dosierung.

Dociton hat mir leider kaum geholfen. Daher habe ich es wieder abgesetzt.
Ich würde gerne Vitamin B6 ausprobieren. Es wird allerdings von so einer hohen Dosis abgeraten, da das zu Nervenschäden führen kann. Aber das ist für mich im Moment kein Zustand. Der Leidensdruck ist hoch.
 
Ein Wechsel ist sinnvoll wenn die Akathisie stark ist und nicht innerhalb 2-4 Wochen besser wird und wenn SChlaf, Alltag oder Stimmung massiv beeinschränkt sind und eine Dosisanpassung auch nicht wirkt.
Aripiprazol hat ähnliches Akathisierisiko wie Cariprazin (10-25% der Patienten). Brexpiprazol nur leicht weniger.
Olanzapin sehr selten Akathisie aber metabolisch belastend. Risperidon, Quetiapin seltener Akathisie.
Nicht so einfach, wenn du mit Quetiapin so stark zugenommen hast. Da wird Olanzapin auch nicht besser sein metabolisch. Vlt. legt sich die Akathisie wieder.
 
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