Er hat ja keine Schizophrenie..
Hat er gar keine psychiatrische Diagnose? Psychotische Symptome sind das definitiv. Könnte sein, dass er dir einfach nie davon erzählt hat, da das ja ein großes Stigma darstellt.
Welche Diagnosen kennst du, ob nun psychisch oder körperlich? Manchmal können psychotische Symptome auch von anderen Erkrankungen, Medikamenten oder organischen Ursachen herrühren. Das kann nur ein Facharzt, wie Psychiater oder Neurologe, ausschließen.
Nimmt er bestimmte Drogen ein oder trinkt viel Alkohol? Hat er rheumatische Beschwerden? Drogenpsychose wäre auch eine eigene Kategorie.
Schizophrenie wäre, wenn kein Auslöser da ist und die Psychose immer wieder zurückkommt. Ansonsten gibt es auch bipolare Störung und Borderline, die bei manchen Betroffenen auch mit psychotischen Symptomen einhergehen.
heute hatte er wieder starke Schmerzen war mies drauf.hat sich zum 5.mal ein neues handy eigerichtet was man innerhalb von 60 sek.gehäckt hat

darf auch nicht dazu sagen...keiner versteht ihn, musste mich echt heute mal zurück ziehen
Schmerzen können real von Rheuma oder anderem kommen, oder auch in einer Akutphase können Körperhalluzinationen auftreten oder psychosomatische Schmerzen durch Verspannungen etwa. Vielleicht nimmt er Antidepressiva ein, die unter Umständen auch psychotische Symptome hervorrufen, aber im schizophrenen Kontext richtig angewendet auch helfen können. Hat er Antidepressiva oder eine Depression?
Wichtig wäre, wenn du alle seine Medikamente mal aufschreibst, oder ob er Therapien beim Heilpraktiker und so schon mal erwogen hat.
Du hast auch von heftigeren Symptomen geschrieben. Bei einer Schizophrenie kannst du ihn vielleicht anders überzeugen, indem er solche Situationen wie geglaubtes Hacking mit Videoaufnahme oder Screenshots aufzeichnet. Es ist schon etwas ungewöhnlich, innerhalb von 60 sek gehackt zu werden. Solche Dinge sollte er mit Video aufzeichnen, da man so später sieht, dass es sich um Halluzinationen gehandelt hat, also wenn die eigene Wahrnehmung einem einen Streich spielt. Konzentration ist in solchen Phasen schlecht und da schleicht sich dann auch psychotische Wahrnehmung, die sehr realitätsecht sein kann, mit ein.
Kann trotzdem real sein, aber Videobeweis ist da für einen selbst und Außenstehende wichtig, um zumindest diese Einsicht zu haben.
Ansonsten meintest du ja, dass er heftige Stimmen hat und so was auch psychotische Symptomatik ist. Zumindest hat er psychotische Symptome, die schon länger anhalten und diese treten auch so in Schüben auf.
Ist er aggressiv und reizbarer oder extrem gestresst? Logisches Denken kann herabgesetzt sein und man wird eher fantasievoller und kreativer.
Ohne ärztliche Abklärung seiner Symptome kann man nichts ausschließen. Normalerweise tritt Schizophrenie viel früher auf, also könnte er diese Diagnose einfach verweigert und Medikamente abgelehnt haben. Es muss von ihm auch das Interesse da sein, diese Symptome abzuklären.
Das mit dem Schlafen passt auch dazu, dass er Antipsychotika oder andere sedierende Medikamente zum Schlafen bedarfsweise einnimmt.
Falls er Angst hat vor Antipsychotika und diese Medikamente bereits kennt, dann kann es eben eine Ablehnung der Diagnose und Medikamente sein, da fehlende Erkrankungseinsicht da schon wie ein Symptom der Erkrankung ist. Betroffene lehnen häufig Therapien ab, auch weil die Antipsychotika häufig zu erheblichen Motivationseinbrüchen führen, also einerseits helfen, aber bei manchen Wirkstoffen die Nebenwirkungen gravierend sind.
Heute gibt es mit Aripiprazol etwa gut verträgliche Antipsychotika, die man leichter annehmen kann. Wenn dein Freund Anfang/Mitte 20 wie bei Schizophrenie häufig erst erkrankt ist, dann hatte man damals auch weniger verträgliche Antipsychotika, wo für manche das Leben mit der Krankheit angenehmer empfunden wird als mit den Medikamentn.
Du kannst ihm die Broschüre gern ausdrucken. Da sind auch Naturheilmittel wie Sulforaphan (Brokkoli-Extrakt) dabei und die Psychopharmaka sind in dieser Anwendung auch sehr mild und werden nur selten benötigt. Also, wenn er keine Drogenpsychose hat und andere Auslöser ausgeschlossen sind, dann könnte ihm diese Broschüre eine sehr sanfte und effektive Behandlung ermöglichen, bei der er beruflich und bei anderen Dingen keine Einschränkungen befürchten muss. Bupropion ist ein NDRI-Antidepressivum und Hauptwirkstoff, das Antipsychotikum wird dabei nur selten benötigt. Im Grunde unterstützt Bupropion den natürlichen Heilungsprozess.
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/
Klingt komplizierter, als es ist. Da das keine Standardtherapie ist, haben er und sein Arzt da eine gegenseitige Zustimmungsmöglichkeit, da sich der Psychiater dann die Broschüre auch erst genauer anschauen muss, um die Rahmenbedingungen zu verstehen.
Bupropion hilft auch zur Nikotinentwöhnung. Da viele Betroffene auch rauchen, ist das nützlich und die Therapie ist vergleichsweise Gewichtsneutral oder kann beim Abnehmen helfen.
Einfach mal ausdrucken, mit ihm darüber reden, was er meint, und mit ihm reden, die Symptome bei einem Facharzt abklären zu lassen. Dann hat er die Broschüre in der Hinterhand, wenn er therapeutisch oder mit den Medikamenten unzufrieden ist oder kann direkt darauf ansprechen, es damit zu probieren, da Aripiprazol ohnehin ein verträglicher Standardwirkstoff ist, der bei psychotischen Symptomen recht gut wirkt.
Hier eine Verträglichkeitsübersicht der Antipsychotika:
https://schizophrenie-forum.com/psy...hotika_nebenwirkungen_referenz_2026-pdf.2772/
Diese zeigt atypische Antipsychotika, die in der Regel eingesetzt werden. Meist eine Monotherapie eines Antipsychotikums, Aripiprazol findest du dort auch, was vom Verträglichkeitsprofil gut ist.