Maggi du hast da was falsch verstanden, in der einschleichphase war ich sexuell sehr aktiv weil das bei abilify so ist und dann irgendwann hatte ich einen drogenähnlichen Zustand, was vom abilify kam. Vielleicht wars ja eine Wechselwirkung mit anderen Neuroleptika aber das weiß ich nicht.
Dieser drogenähnliche Zustand ist wie gesagt ein Zeichen, dass es akut wirksam ist. Also ein positives Signal, dass es wirkt. Dies hört nach 1–2 Wochen wieder auf, wenn die Symptome ganz abgeklungen sind. Angst, die du vorher beschrieben hast, empfinde ich als ungewöhnlich und könnte darauf hindeuten, dass man bei dir direkt mit 15 mg angefangen hat, statt 5mg (was häufig ausreicht)
Hast du vor der Einschleichphase des Abilify das vorherige Medikament vielleicht schon längere Zeit abgesetzt und warst in der Phase, wo sich bei dir eine Absetzpsychose angekündigt hat, als du Abilify verordnet bekommen hast?
Aripiprazol ist sexuell weniger stark dämpfend als andere Antipsychotika und kann womöglich kurzzeitig zu Beginn der Einnahme etwas anregend sein, bis die Psychose abgeklungen ist. Da du Drogenwirkung hattest, warst du da noch in der Wirkphase, also noch in der Psychose, wo erhöhte Libido auch so möglich ist.
Du würdest ja bei Einnahme, von Aripiprazol parallel dazu Risperidon oder Amisulprid nehmen, also sollten diese die Libido auch so deutlich reduzieren. Aripiprazol-Monotherpaie wäre leichte sexuelle Anregung möglich neben der parallelen Dämpfung, da könnte man ein SSRI-Antidepressivum ergänzen, was die Libido auch reduziert. In deinem Fall hast du ja schon dämpfend Risperidon oder Amisulprid. Risperidon + Abilify oder Amisulprid + Abilify sollten normal die leichte Anregung und Libidosteigerung vom Abilify locker abfangen.
SSRI Antidepressiva sind mild, gut kombinierbar und kann man wie Citalopram immer noch ergänzen, wenn die Libido gesteigert ist, was ja auch unangenehm sein kann.
Du kannst ja berichten, falls du Abilify ergänzt, ob das bei der parallelen Medikation auch so ist.
Abilify kann zu Beginn der Einnahme (1–2 Wochen bis Psychose abgeklungen ist) auf jeden Fall dieses leichte "Dorgengefühl" machen, was dann wieder aufhört.
Da vorher ja eine Psychose meist sich angekündigt hat, ist einfach sehr viel Dopamin im System, was erstmal heruntergedämpft, werden muss. In der Phase ist die Libido erhöht, also durch die Psychose selbst und womöglich regt das Aripiprazol bis es voll wirkt, etwas an. Sex oder Selbstbefriedigung kann ja wie eine Beruhigung in dieser noch angespannten Phase sein.
Nach 2–3 Wochen sollte das Drogengefühl komplett weg sein, also dieses Gefühl ist wirklich wie ein Indikator, dass es wirkt.
Erhöhte Libido sehe ich eher so, dass sich durch den unbehandelten psychotischen Schub vorher viel Dopaminüberschuss gebildet hat und es eben ein paar Wochen dauert, bis das herunter gedämpft ist.
Da Aripiprazol Partialagonist ist, wird Dopamin mittel aktiviert und gleichzeitig stark gedämpft. Zu Beginn der Einnahme könnte es sein, dass diese aktivierende Wirkung etwas überwiegt bis die Wirkung voll da ist und sich dadurch die damalige Libidosteierung bei dir miterklärt.
Hattest du damals parallel dazu ein anderes Antipsychotikum?
Wurdest du damals umgestellt oder hast vorher die Antipsychotika schon längere Zeit abgesetzt?
Warst du kurz vor oder in einem psychotischen Schub und hast dann kurz vor Rückfall Aripiprazol(Monotherpaie) bekommen?
Wie lange hast du Aripiprazol eingenommen und kannst du dich an die Dosis erinnern? Vielleicht hast du ja die Packung noch zu Hause oder einen Arztbrief von damals?
Vielleicht sollte ich das abilify nochmal ausprobieren, weil diese Nebenwirkungen die ich hatte die gibts irgendwie bei abilify nicht
Ich würde es an deiner Stelle nochmal probieren (max. 5 mg Aripiprazol in Kombi mit Risperidon oder Amisulprid). Die Tropfenform wäre zu Beginn(müsste 1 mg pro Tropfen oder so sein) vielleicht besser, um langsam auf 5 mg (kleinste Tablettendosis) zu steigern.
Drogenwirkung ist erwünscht am Anfang, aber kann auch diesmal ausbleiben, da du ja bereits stark antipsychotisch therapiert bist und somit dieser Effekt eher gering ausfallen sollte.
Deine damaligen Angstsymptome sehe ich als eher ungewöhnlich und könnten darauf hindeuten, dass du zu hochdosiert wurdest.
Hattest du damals Akathisie (Sitzunruhe) oder Unruhe vom Abilify bekommen? Das deutet auf Überdosierung hin, da über 80 % D2 Rezeptorblockade Akathisie auftritt. Ist aber im klinischen Alltag eher "normal", da man ja die Medikamente häufig übermäßig hoch dosiert. Zeit ist ein wesentlicher Faktor, da Blockaden über 80 % wenig nutzen bringen und es teils auch paradoxe Nebenwirkungen(Psychotisch Symptome) bei zu hohen Dosierungen gibt.
Probiers nochmal aus, wenn du die Möglichkeit hast.