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nachträgliche Integration psychotischen Erlebens

Molvi Zhyell

Active member
Hallo Wesen,

Ich merke dass ich ganz schön zutun habe mit dem Verstehen und der Integration des psychotischem Erlebens im Nachhinein.
Also, ich finde es auf der einen Seite faszinierend, wie das Gehirn/der Geist derartige Phänomene komponiert. Das sind ja häufig, Wahrnehmungen/Überzeugungen/Ideen/Zustände auf die man sonst niemals kommen würde.
Ich frage mich, wie entsteht das; immer so völlig neuartige Phänomene, für die mir oftmals die Worte fehlen, da es sie "eigentlich garnicht gibt", und dennoch so real in dem Moment des Erlebens.

Auf der Anderen Seite finde ich es auch im Nachhinein einfach nur verstörend.

Also ich meine damit nicht die wissenschaftliche Sicht bezüglich Dopamin etc. sondern das feinere Netz dass sich spinnt aus etwas was doch irgendwie schon in uns vorhanden sein muss. Psychosen sind ja ein wahnsinnsspektrum, bei jedem Menschen anders und einzigartig. Warum ist es bei mir so und bei Dir so? Ich würde das gerne tiefer ergründen warum bei mir genau diese Wahrnehmungen und Erlebungen zutage kamen.

Mein Denkvermögen lässt das nochnicht voll und ganz zu deswegen wollte ich hier mal den Raum dafür aufmachen, vielleicht hat ja eine oder einer sich auch schon Gedanken darüber gemacht
 
Mich hat das Thema auch lange beschäftigt,ich glaube ,die Lage ist so kompliziert .dass unsere Wahrnehmung und aktuelles Wissen daran scheitern wird das zu fassen
 
Jemand gesundes nimmt die Welt vermutlich gefiltert wahr und folgt intuitiv vorgefertigten Sichtweisen oder hat ein stabiles Persönlichkeitsgefüge.
In der Psychose oder im Wahn sind die Filter offen, man nimmt alles viel intensiver wahr und zieht dann auch völlig andere Zusammenhänge, dazu kommt der starke Selbstbezug, weil man die Dinge ja anhand der eigenen Erfahrungen einordnet.

Vermutlich gibt es so etwas wie eine gemeinsame Gefühlsebene, anhand der man, wenn man gesund ist, Dinge intuitiv einordnet oder in ein bestimmtes Persönlichkeitsgefüge eingebunden ist. Wie wenn man etwa einer Glaubensgemeinschaft angehört, die ähnliche Erfahrungen haben.

Bei der Psychose verliert man da den Bezug und nimmt die Welt anders wahr. Dazu kommen Schübe und Medikamente, welche die Wahrnehmung wieder gerade rücken.
 
@Molvi Zhyell
Ich glaube, dass ein Teil dieses psychotischen Erlebens real ist, als ob die eigenen Gedanken auf der Welt eine Form annehmen könnten oder wir indirekt telepathisch mit der Welt und diesen Dingen in Verbindung stehen.

Teils ist dieser Selbstbezug, den man herstellt auch völlig sinnfrei und lässt sich folglich kaum einordnen. Dadurch wird man aber erst aufmerksam auf diese Art gefühlte Realitäten. Es gibt da auch das Wort "Synchronizität". Teils sind diese Abläufe, die man auf sich selbst bezieht, wie synchron mit der Realität, die natürlich in sich viel komplexer ist und meistens eher nichts damit zu tun haben.

Vielleicht steckt ein Fünkchen Wahrheit dahinter.

Möchtest du auf so etwas hinaus?
 
@Maggi meinst du damit dass wir mit etwas höherem in Verbindung stehen und quasi Ausführende sind von verschiedenen Informationen die über diese Verbindung reinkommen? so in etwa hab ich das auch schonmal empfunden. Vielleicht ist ja doch was dran an dem Erleben, wenn man sich wie von etwas Höherem gesteuert fühlt und Eingebungen hat...

Das mit der Synchronizität habe ich auch erlebt. So viele Begebenheiten die ich in ihrer Art wie sie ineinander greifen und zusammenhängen nicht mehr als Zufall begreifen kann/konnte.

Mit der Aussage dass die Filter in der Psychose alle so offen sind und der starke Selbstbezug, dass sich daraus evtl einige Symptome selbst kreieren, damit kann ich auch was anfangen.

mit meinem Eingangspost meinte ich aber auch auf der Ebene von warum entstehen bei mir gerade diese Symptome und bei jemand anderem wirkt sich die Psychose ganz anders. Aber auch auf der zeitlichen Ebene, bei meiner ersten Psychose hatte ich nochmal andere Symptome. In der Frühphase eine ganz starke reizoffenheit/geräuschempfindlichkeit, dann zum Beispiel rasende Gedanken, Zeitaufrisse und sehr spezielle Halluzinationen. Was dann in der zweiten zum Beispiel anders war war das starke Verbindungs- und Bedeutungserleben ...

Mist ich merke gerade dass ich nicht detaillierter schreiben kann, ist es doch sowieso schon eine Überwindung hier überhaupt zu schreiben, ich denke irgendwie immernoch dass alle möglichen Leute hier mitlesen und mich identifizieren.

Zu allem Übel fällt mir das Denken schwer.

Deshalb belass ichs dabei und freue mich wenn dennoch jemand noch seinen Senf dazugibt.
 
Mist ich merke gerade dass ich nicht detaillierter schreiben kann, ist es doch sowieso schon eine Überwindung hier überhaupt zu schreiben, ich denke irgendwie immernoch dass alle möglichen Leute hier mitlesen und mich identifizieren.
Ich glaub, das hat vielleicht andere Gründe. Ich kenne das auch, dass es manchmal schwerfällt über bestimmte Themen zu schreiben, eventuell erstmal die Gedanken ordnen und später dann nochmal probieren.
 
Meine Schwierigkeiten hier wahrheitsgemäß und detailliert über mich zu erzählen rührt tatsächlich daher, dass ich an der Anonymität im Internet zweifle und glaube dass es Menschen gibt die mir womöglich hinterherschnüffeln.

Mir kam heute noch ein anderer Gedanke dazu, evtl entstehen Symptome der Psychose innerlich ähnlich wie ein Traum entsteht. Ohne mitreden der Vernunft, irgendwo aufgeschnapptes, vielleicht auch tiefere Ängste oder Sehnsüchte werden vermischt mit hinterher kaum nachvollziehbaren Komponenten.
 
Also eine Art verarbeitungsversuch. In der Psychose arbeitet es ja ganz schön viel in einem, so nehme ich das jedenfalls wahr. Auch als heilungsversuch kann ichs mir erdenken. Aber vielleicht ist das ein extra Thema. Ich glaube tatsächlich dass die Psychose heilungspotenzial über andere Leiden hat. Habs selbst erlebt, wie ein großes Jahrzehnte überdauerndes Problem von mir nach der Psychose wirklich deutlich milder war..
 

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