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🧠 Warum kritische Einordnung wichtig ist

Der Einsatz von KI und Studienwissen in der Psychiatrie wirft wichtige Fragen auf: Wie praxisnah sind Forschungsdaten? Welche Rolle spielen Industriebias? Und warum ist es entscheidend, aus realen Behandlungserfahrungen zu lernen?

🧠↗ KI, Studienbias & Praxisrealität in der Psychiatrie ← Warum unabhängige Bewertung, Praxisabgleich und Lernfähigkeit entscheidend sind

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KI in der Psychiatrie: Warum Lernen aus Praxisdaten unverzichtbar ist

KI in der Psychiatrie: Warum Lernen aus Praxisdaten unverzichtbar ist


Die Diskussion um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin nimmt zunehmend Fahrt auf. Besonders in der Psychiatrie werden KI‑gestützte Systeme als mögliche Unterstützung bei Diagnostik, Therapieplanung und Wirkstoffauswahl diskutiert. Technisch ist vieles davon bereits möglich – ethisch und strukturell stehen wir jedoch noch am Anfang.

Gerade in der Psychiatrie ist Vorsicht geboten. Denn hier bestehen seit Jahrzehnten starke industriegetriebene Verzerrungen, die sich nicht allein durch formale Studienqualität auflösen lassen.


Industriebias und selektive Evidenz


Ein Großteil der Forschungsdaten zu psychiatrischen Medikamenten liegt bei großen Pharmaherstellern. Diese Datenbasis ist:
  • häufig selektiv veröffentlicht
  • teilweise marketinggetrieben aufbereitet
  • selten vollständig praxisnah überprüft

Negative Ergebnisse, Langzeitfolgen oder Subgruppen mit ungünstigen Verläufen werden nicht immer angemessen berücksichtigt. Ohne systematischen Praxisabgleich können solche Studien als Marketinginstrumente wirken – und bestehende Bias weiter verstärken.


Warum Praxisdaten unverzichtbar sind


Psychiatrische Behandlungen wirken nicht im Labor, sondern im Alltag realer Menschen. Gerade hier zeigen sich:
  • kognitive Verschlechterungen
  • paradoxe Wirkungen
  • Langzeitnebenwirkungen
  • individuelle Unterschiede, die Studien nicht abbilden

Ohne die Möglichkeit, Patientendaten anonymisiert zur Überprüfung bestehender Studienergebnisse zu nutzen, bleibt ein entscheidender Teil der Realität unsichtbar.

Praxisdaten ermöglichen es, auch kleinere Nebenwirkungskomplikationen, Wechselwirkungen oder schleichende Therapiefehler zu erkennen – Aspekte, die in kontrollierten Studien oft untergehen oder statistisch überhöht bzw. unterschätzt werden. Dadurch können wirksame Therapien vorschnell ausgeschlossen oder problematische Behandlungen zu lange fortgeführt werden.

KI‑Systeme, die ausschließlich auf formell „sauberen“, aber praxisfernen Daten arbeiten, laufen Gefahr, theoretisch korrekt zu funktionieren – und praktisch zu scheitern.


Das Problem des Nicht‑Lernens


Wenn KI‑Systeme zwar analysieren dürfen, aber nicht aus Fehlern lernen, entsteht ein gefährlicher Zustand:
  • schädliche Muster werden erkannt, aber nicht systematisch ausgewertet
  • Fehlannahmen bleiben bestehen
  • dieselben Fehler wiederholen sich

In der Psychiatrie ist dieses Risiko besonders hoch, da Kunst‑ und Behandlungsfehler oft schwer nachweisbar und kaum einklagbar sind. Das Missbrauchspotential steigt, wenn Systeme auf einer bewusst dünn gehaltenen Datenlage arbeiten und reale Schäden nicht rückgekoppelt werden dürfen.

Ein lernfähiges System müsste sich selbst korrigieren können, statt starren Leitlinien oder Ja/Nein‑Schemata zu folgen. Es müsste individuelle Rückmeldungen, reale Verläufe und Patientendaten berücksichtigen und diese kontrolliert in seine Bewertung einbeziehen.


Patientendaten als Erfahrungsinput – nicht als Rohstoff


Viele Forschende, Wissenschaftler und Professoren arbeiten bereits mit KI‑Systemen, etwa beim Auswerten von Studien oder beim Schreiben umfangreicher Forschungsberichte. Hier liegt ein großes Potential:

Patientendaten können als Erfahrungsinput dienen, um theoretische Modelle mit realen Verläufen abzugleichen. So lassen sich:

  • sich bestätigende Muster und Erfolgsdaten erkennen
  • medizinische Durchbrüche besser einordnen
  • problematische Hypothesen frühzeitig hinterfragen

KI kann dabei helfen, reale Erfahrungen mit bestehenden Studien zu vergleichen und Forschenden Rückmeldungen zu geben, wo Annahmen nicht mit der Praxis übereinstimmen. Aus diesem wechselseitigen Lernen entstehen neue Sichtweisen.


Medizinische Irrläufe frühzeitig erkennen


Ebenso wichtig ist die andere Seite:

Unwissen, Fehlinterpretationen, Behandlungsfehler, falsche oder unzureichende Arbeitshypothesen sowie Wechselwirkungen und Komplikationen lassen sich durch aggregierte Praxisdaten oft früher erkennen als durch klassische Studien.

KI kann aus anonymisierten Erfahrungsdaten Muster ableiten, um:
  • riskante Therapien zu kennzeichnen
  • problematische Kombinationen sichtbar zu machen
  • frühzeitig vor gefährlichen Nebenwirkungen zu warnen

Gerade bei Millionen möglicher Wirkstoff‑ und Therapiekombinationen ist diese Form der Mustererkennung in der Praxis kaum anders leistbar.


Datenqualität, Manipulationsschutz und Objektivierung


Patientendaten, die an reale Accounts und Betroffene geknüpft sind, sind vergleichsweise manipulationsresistent. Große Sprachmodelle unterliegen strengeren Aufsichten und können Fakes, Bots oder missbräuchliche Eingriffe besser erkennen als offene Foren oder unstrukturierte Online‑Daten.

Gleichzeitig bleibt klar: Patientenerfahrungen sind subjektiv. Hier können strukturierte Arztbriefe helfen, Verläufe zeitlich einzuordnen, Veränderungen sichtbar zu machen und subjektive Eindrücke zu objektivieren. Für die Wissenschaft ist diese Kombination aus Erfahrung und Dokumentation besonders wertvoll.


Unabhängigkeit als Voraussetzung


Eine verantwortungsvolle Nutzung von KI in der Psychiatrie setzt voraus:
  • klare Trennung von industriebetriebener Forschung
  • transparente, unabhängige Bewertung bestehender Studien
  • die Möglichkeit, Praxisdaten als Korrektiv zu nutzen
  • strenge Datenschutzmechanismen mit echter Kontrolle und Widerrufbarkeit

KI sollte hier nicht neue Wahrheiten produzieren, sondern helfen, bestehende Annahmen kritisch zu überprüfen – unabhängig von wirtschaftlichen Interessen.



Warum diese Diskussion wichtig ist


Wenn man Fehler übersieht, weil man nicht aus ihnen lernen will, wiederholt man sie.
Gerade in einem sensiblen Bereich wie der Psychiatrie darf technischer Fortschritt nicht dazu führen, strukturelle Probleme zu verschleiern oder zu verstärken.

Dieses Forum versteht sich als Ort, an dem Erfahrung, Wissenschaft und kritische Reflexion zusammenkommen. Die Frage, wie KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann – und wo ihre Grenzen liegen müssen – betrifft uns alle.



Dieser Diskussionsbeitrag ist mit Unterstützung von KI entstanden.


💬 Diskussion ausdrücklich erwünscht:
Wie seht ihr den Einsatz von KI in der Psychiatrie?
Wo liegen Chancen – und wo klare Risiken?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Psychiatrie wird KI Fragen stellen, damit eine genaue Diagnose erscheint. Die Diagnose wird präzise ausfallen, wenn die Symptome des Patienten per KI eingegeben werden.

Nachteil:

Der Psychiater muss dann nicht mehr viel denken. Er verdient sein Geld im Schlaf sozusagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es müsste ein ki system nur für die medizin eingeführt werden mit systematischer datenaufnahme. Das wirklich verantwortungsvoll genutzt wird. Mit z.b einer Patienten id oä. In der muss die Datenaufnahme reversibel eingetragen werden können, sodass daten auch korregiert werden können. Ansonsten besteht die gefahr dass Daten zu leicht eingetragen und beeinflusst werden was zu einer verzerrung der Ergenisse führt. Wenn jeder zugang zu diesem system hätte hätten wir das gleiche problem wie beim internet. Dass nämlich jeder seine Meinung einbringen kann und schnell häufige meinungen als fakt dargestellt werden. Z.b wenn corona in den mittelpunkt vieler psychosen rückt weil es grad in aller munde ist führt das eventuell zu fehlern in der ki. Ein Arzt könnte meinungen und echte symptome filtern. Trotzdem birgt ein ki system für die medizin auch chancen weil man die daten die eventuell ohne namen großflächig gesammelt werden wissenschaftlich auswerten kann. Evt mit der einwilligung des patienten und einer unabhängigen patientenakte. Vorraussetzung dafür wäre ein industrie unabhängiges system. Wie das genau aussehen kann weiß ich nicht. Auf keinenfall sollten namen oder persönliche daten in solchen ki systemen auftauchen.
 
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