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📘 E.2 – D2‑Rezeptoren: Striatale Salienz & Fehlgewichtung

Maggi

Administrator


📘 D2‑Rezeptoren: Striatale Salienz & Fehlgewichtung

Block E – Dopaminerge Rezeptorlogik

🧠 Kernidee​

D2‑Rezeptoren sind der Salienz‑Schalter des Gehirns.
Sie entscheiden nicht was wahr ist, sondern was Bedeutung bekommt.
Bei Psychosen ist nicht „zu viel Dopamin“ das Problem, sondern eine Fehlgewichtung von Salienz – neutrale Reize werden als bedeutsam erlebt, wĂ€hrend Kontext und Kontrolle fehlen.


⚙ Neurobiologische Rolle der D2‑Rezeptoren​

D2‑Rezeptoren sind vor allem im Striatum (dorsal & ventral) lokalisiert und modulieren:
  • Reiz‑Bedeutung (Salienz)
  • Handlungsselektion
  • Motivation & Erwartung
  • Lernsignale (Belohnung / Vorhersagefehler)

Sie wirken ĂŒberwiegend Gi‑gekoppelt und regulieren die Signal‑zu‑Rausch‑Balance dopaminerger AktivitĂ€t.


🔁 Salienz statt Inhalt​

Ein zentraler Punkt von E.2:
D2 entscheidet nicht ĂŒber Inhalte – sondern ĂŒber Gewichtung.

Das bedeutet:
  • Ein Gedanke wird nicht „falsch“, sondern zu wichtig
  • Ein GerĂ€usch wird nicht „halluziniert“, sondern ĂŒberbewertet
  • Ein Zufall wird nicht erfunden, sondern bedeutungsvoll erlebt


📈 D2‑ÜberaktivitĂ€t: Fehlgewichtung​

Bei erhöhter D2‑Empfindlichkeit oder ‑AktivitĂ€t:
  • neutrale Reize wirken bedeutsam
  • ZufĂ€lle erscheinen intentionell
  • Gedanken erhalten ĂŒbermĂ€ĂŸige Gewissheit
  • Wahnideen werden stabilisiert

Diese Prozesse laufen prĂ€reflexiv ab – sie sind nicht willentlich korrigierbar.


📉 D2‑UnteraktivitĂ€t: Motivationsverlust​

Umgekehrt fĂŒhrt reduzierte D2‑AktivitĂ€t zu:
  • Antriebslosigkeit
  • Anhedonie
  • verminderter Zielgerichtetheit
  • emotionaler Abflachung

Das erklĂ€rt, warum D2‑Blockade zwar Positivsymptome reduziert, aber Negativsymptome verstĂ€rken kann.


🔗 Verbindung zu Stress (Block D)​

Stress verstĂ€rkt D2‑Fehlgewichtung auf mehreren Ebenen:
  • adrenerge Eskalation (α1/ÎČ) erhöht dopaminerge ReaktivitĂ€t
  • prĂ€frontale Kontrolle (D1) sinkt
  • limbische Salienz gewinnt Übergewicht

âžĄïž Stress verschiebt die Balance zugunsten D2‑getriebener Bedeutung

Das erklÀrt, warum psychotische Symptome hÀufig stressabhÀngig eskalieren.


🔗 Verbindung zu D1 (E.1)​

D2‑Fehlgewichtung wird besonders problematisch, wenn:
  • D1‑Stabilisierung im PFC reduziert ist
  • Kontext‑ und ArbeitsgedĂ€chtnis fehlen
  • Reize nicht mehr relativiert werden können

âžĄïž D1 niedrig + D2 hoch = klassische Positivsymptomatik


⚠ Klinisch‑theoretische Einordnung​

  • D2‑ÜberaktivitĂ€t ist ein Kernbefund der Psychose
  • sie erklĂ€rt Wahn, Fehlinterpretationen und ReizĂŒbergewichtung
  • sie ist notwendig, aber nicht hinreichend fĂŒr Psychose

Psychose entsteht erst im Zusammenspiel mit:
  • prĂ€frontaler InstabilitĂ€t
  • Stress
  • fehlender Kontextintegration


🧠 Kurzfazit​

D2‑Rezeptoren steuern Salienz – nicht Wahrheit.
Bei Psychosen wird Bedeutung fehlgewichtet: Neutrales wird wichtig, Wichtiges ĂŒbermĂ€chtig.
E.2 erklĂ€rt damit den inhaltlichen Kern psychotischer Symptome, eingebettet in Stress‑ und Kontrollmechanismen.


🔗 Querverweise​




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