Meine Grundmedikation ist 800 mg Quetiapin ,400 mg Amilsuprid und 30 mg Mirtazapin.
Anscheinend hast du zu viele Medikamente, die bereits Tagsüber sehr stark sedieren, wobei Mirtazapin ein Tetrazyklikum ist, welche wie Trizyklikum in Verbindung mit Antipsychotika nochmal deutlich stärker sedieren können und man da teils um den Faktor 2–4 kleinere Dosierungen braucht.
Für Schlafstörungen würden an sich 2–7 mg Mirtazapin bei Schlafstörungen allgemein ausreichen, was also mit dem Faktor 2 immer noch viel sein kann. 30 mg macht da womöglich übermäßig sediert bzw. einen Überhang über den Tag, dass sich kein Schlaf / Tag Rhythmus mehr einstellen kann. Mirtazapin würde ich von daher dir in Tropfenform vorschlagen, mit 15 mg/ml gibt es das, dann wärst du bei etwa 3–10 Tropfen für den Dosisbereich.
Dazu kommt, dass Quetiapin auch sedierend und schlaffördernd ist. Das könntest du entweder abends in unretardierter Form einnehmen, oder in einer retardierten Form verteilt morgens und abends in unretardierter Form. Da es da anscheinend Lieferengpässe bei der retardieren Form gibt, würde ich dir da eher vorschlagen Abends unretardiert.
Da 800 mg Quetiapin immer noch sehr viel, also Maximaldosis ist und Amisulprid mit 400 mg auch bei akuten Psychosen wirkt, würde ich das Quetiapin mindestens halbieren, da es ab 250 mg antipsychotisch wirkt und du womöglich nur die sedierende Wirkung davon brauchst.
Du könntest da also Amisulprid 400 mg morgens nehmen, was den D2 Rezeptor(Hauptwirkung) gut belegt, worin Quetiapin an sich auch so zu schwach wäre. Quetiapin dann abends eingenommen, mit 250 mg statt 800 mg für ein paar Tage Wochen probieren, ob das ausreicht von der antipsychotischen Zusatzwirkung. Quetiapin deckt dabei andere Rezeptoren ab, die für Therapieresistenz wichtig sein können. Mirtazapin dann für die schlafanstoßende Wirkung 2–10 Tropfen, sodass du gut ein und durchschlafen kannst und morgens noch gut aus dem Bett kommst. Wobei es auch ohne Mirtazapin funktionieren kann.
So als ein paar Dinge, die recht einfach umsetzbar sind, damit sich das mit dem Schlaf wieder einpendelt und was auch bei einer Therapieresistenz ausreichen könnte/sollte, wonach es bei dir klingt.
Du könntest das mit deinem Psychiater möglichst bald besprechen, ob das probeweise möglich wäre.
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Beim Amisulprid sind 400 mg eher eine Akutdosis, später für die Erhaltungstherapie sind da auch häufig kleinere Dosierungen um 200 mg ausreichend.
https://psychiatrie-verlag.de/wp-content/uploads/2019/07/Aderhold_Neuroleptika_minimal_2014.pdf
Auf Seite 7 findest du dort die Dosisbereiche der einzelnen Antipsychotika.