habe gerade wieder was Neues. Angst davor was ich träume, Angst vor meinen eigenen Gedanken, Angst vor Menschen im Fernsehen etc.. was ist das? Ist das ein Absetzsymptom? Wie komme ich denn an Maggi dran. Das Problem ist, mein pfc nimmt kein Dopamin mehr an, da er durch das Amisulprid total überreizt war. Ich denke, alle Rezeptoren sind downreguliert. Habe alle anderen Neuroleptika nicht vertragen. Erholt sich mein pfc wieder?
@Siri1976
Du hast wahrscheinlich
Schizophrenie Simplex ohne das du dir sorgen machen musst. Das ist eine Psychose mit Negativsymptomatik aber ohne die üblichen Positivsymptome.
Symptome, Diagnose & Therapie für Schizophrenia simplex
Amisulprid ist bei "primär negative Zustände" zugelassen, also vermutlich hast du da schon eine Verdachtsdiagnose, weshalb man es bei dir einsetzt.
Du hast also im Grunde ähnliche Absetzprobleme wie ich und andere Betroffene sie haben oder gehabt haben, ohne Positivsymptome.
Es ist bei einer Schizophrenie und bei so einem klassischen Absetzversuch völlig normal das der "PFC" wegbricht, also du meinst vermutlich das logische Denken, Konzentration, also das du so funktionierst wie du es gerne hättest.
Wenn du Antipsychotika absetzt, dann beginnt das schleichend, da der psychische Stress langsam aber stetig zunimmt und irgendwann etwa nach den 3-4 Monaten du langsam an die Grenzen kommst, wo der PFC wegbricht und du durch die Psychose auch schlagartig Kontrollverlust erleiden kannst. Es kann sein, dass du immer mehr Innere Unruhe hast und auch Reizbarkeit, also du auf Stress sehr empfindlich reagierst, was bereits passiert bevor du richtig akut bist. Im Akutfall ist das Risiko hoch, dass du für dich und andere eine Gefahr bist was man vorher schwer abschätzen kann, du merkst ja selbst wie du Kognitiv einbrichst und dann ist es nur eine kleine Unachtsamkeit im Straßenverkehr oder in anderen Bereichen wo man funktionieren Muss und man wird wenn es ganz blöd läuft nimmer glücklich.
Meines Wissens nach blockieren 100 mg Amisulprid zu 70 % die Rezeptoren. Wenn du 150 mg einnimmst, sollten die Rezeptoren vollständig blockiert sein.
Weiteres frage bitte deinen Arzt der hat studiert und kriegt ne Menge Geld für seine Arbeit.
Ich bin hier nur ein Mitbetroffener und antworte aus meiner jahrelangen Erfahrung ehrenamtlich sozusagen.
Vor einer Psychose ist niemand gefeit, auch wenn die Rezeptoren zu 100 % blockiert sind. Aber die Psychosen werden kleiner und treten kürzer auf. Aber man ist weitgehend geschützter als ohne Medikamente.
@Mutzi
Deine Behauptungen sind an der Stelle extrem übertrieben und falsch, was zu Angst vor einnahme und irreführung beiträgt, deswegen bitte ich dich zum Amisulprid die Rohdaten anhand von Primärstudien dir anzuschauen. Die falschen Stellen in deinem Zitat habe ich unterstichen und stelle ich richtig.
Amisulprid (Rohdaten)
Amisulprid – Rohdaten aus Primärstudien (klarer Abgleich)
| Dosis (mg/Tag) | Striatale D2‑Belegung (Racloprid) | Extrastriatale D2‑Belegung (FLB‑457/Fallypride) | Quelle / Ableitung |
|---|
| 50 | 25–35 % | 35–45 % | Gründer 2003 (Racloprid extrapoliert), FLB‑457 Kurve |
| 75 | 35–45 % | 47–57% | interpoliert |
| 100 | 50–60 % | 60–70 % | Gründer 2003 (beide Tracer) |
| 150 | 55–65 % | 65–75 % | interpoliert |
| 200 | 60–70 % | 70–80 % | Gründer 2003 (FLB‑457), Nordström 1998 (Racloprid) |
| 250 | 65–72 % | 72–82% | interpoliert |
| 300 | 70–75 % | 75–85 % | Vernaleken 2004 |
| 400 | 75–80 % | 80–90 % | Vernaleken 2004 |
| 500 | 78–82 % | 82–90% | interpoliert |
| 600 | 80–85 % | 85–95 % | extrapoliert aus Emax‑Modell (Vernaleken) |
| 800 | 85–88 % | 85–90 % | Plateau, Gründer/Vernaleken |

Kernaussagen
- Extrastriatal > striatal bei allen Dosierungen → erklärt frühe Prolaktinsteigerungen und emotionale Abflachung.
- Sensible Patienten (50–75 mg): striatal 25–45 %, extrastriatal 35–57 % → sehr gute Verträglichkeit.
- Erhaltung (100–200 mg): striatal 50–70 %, extrastriatal 60–80 % → optimaler Bereich, erste Nebenwirkungen möglich.
- Akut (250–400 mg): striatal 65–80 %, extrastriatal 72–90 % → starke Wirkung, aber Risiko für kognitive Nebenwirkungen ↑.
- Reserve (500–600 mg): Plateau, extrastriatal >80 % → deutliche Nebenwirkungen, nur bei dokumentiertem Nichtansprechen.
- Maximal (800 mg): 85–90 % → klinisch kaum sinnvoll, da Nebenwirkungen überwiegen.
Wichtig:
- Extrastriatale Blockade steigt schneller als striatale.
- Ab >75–80 % cortical → Risiko für emotionale Abflachung, Prolaktinanstieg.
- Das erklärt, warum 200–300 mg oft optimal sind.
Die Dopamin D2 Blockade im Striatum ist für Schizophrenie relevant. Bei üblichen Antipsychotika beginnt die antipsychotische Wirkung bei 60% und wird im Akutfall meist vorübergehend auf bis zu 80% gesteigert. Darüber können verstärkt auch toxische Effekte auftreten und das sind dann meist die Fälle von Supersensivität die über die Jahre immer mehr Antipsychoitka brauchen und Dosierungen von 400 oder 800mg haben.
Somit ist auch bei
@Siri1976 die Angst vor Supersensivität unbegründet, sondern bei ihr geht es um die Tolleranzwirkung und generell das Gefühl von den Antipsychotika abhängig zu sein, da dieser Schritt von minimalen Dosierungen auf 0 schwierig bis unmöglich ist.
Richtig ist für dich
@Mutzi dass du die linke Spalte also "Striatale D2‑Belegung (Racloprid)" dir ansehen musst und da hast du mit 100mg eine Besetzung von 50-60% striatale Rezeptorbelegung. Passt also zu den ab 60% D2 Blockade sprechen manche Betroffene auf Amisulprid an, was bei Siri aber auch erst bei 70% oder mehr sein kann was dann 200-400mg Amisulprid wären, vor allem wenn man bereits in einem Schub ist, kann man ja kurzzeitig mehr brauchen und ein Risiko für Pseudoresistenzen gibt es ja auch.
100% D2 Blockade ist also bei 150mg vollig daneben gegriffen da es etwa 55-60% ist. Also Amisulprid kann ab 100 oder 150mg anschlagen. wobei wenn man vorher in einer Akutphase war eher 250-400mg sinnvoll sind. Hinterher kann man wie bei dir auf 100 oder 150mg langsam reduzieren, da diese kleinste Dosis individuell ist.
100 - 150 mg Amisulprid sind eine gute Dosierung. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Nur Mut! Nimm sie halt wieder ein. Dann geht es dir bald wieder besser.
Sobald sie aus der Akutphase aktuell draußen ist, dann ist das eine gute Zieldosis. Vorher sollte sie zur sicherheit eher 200-250mg für eine kurze Zeit nehmen bis sie halbwegs stabilisiert ist, damit diese sicher anschlagen.