Kennt das jemand - Bösartigkeit auf Psychose?
Das kommt, wenn man bei google "chronischer Verlauf Schizophrenie" eingibt:
"Bei der chronischen Schizophrenie überwiegt die Einschränkung bestimmter Funktionen und Emotionalität. Sie äußert sich durch sozialen Rückzug, abnehmende (Freizeit)Interessen, Verarmung des Sprechens, Mangel an Gefühlen, Antriebsstörungen und Vernachlässigung des Äußeren."
Und auf Wikipedia findet man folgendes:
"Demnach können zwei Verlaufsformen unterschieden werden. Ein Drittel der Patienten zeigt einfache Verlaufsformen, die jeweils in eine chronische Schizophrenie münden. Zwei Drittel der Patienten zeigen wellenförmige Verläufe. Dieses Drittel zeigt eine grobe Zweiteilung in eine Gruppe mit Heilung und eine Gruppe, deren Erkrankung in einem leichten chronischen Zustand endet."
Ich finde das sollte man sich auch mal vor Augen halten. Ich hab mich bisher kaum damit beschäftigt, aber es trifft einfach 1:1 auf mich zu. Gerade die Symptome die übrig bleiben im Langzeitverlauf, wie auf google geschrieben. Je weiter das fortschreitet, desto seltener hat man auch akute Psychosen, sondern es stellt sich vor allem ein durch Negativsymptome geprägtes Krankheitsbild ein. Das kann ich so auch unterschreiben. Meine Psychosen wurden mit jeder Episode weniger "magisch". Man könnte auch fast meinen, ich hab jede Art von Wahn mal durchgemacht, und bin jetzt ziemlich geerdet, mein Gehirn hat kaum noch die Möglichkeit etwas neues vorzugaukeln, weil ich sämtliche klassische Wahnideen schon kenne.
Jetzt kommt halt bei mir langsam das Zeitalter der Chronifizierung. Ich habe in Zahlen Null Freunde und Null soziale Kontakte ausser den verpflichtenden, wie Arbeit oder Arzt. Ich habe auch kein allzu großes Interesse mehr an meiner Familie. Ich hab eine ausgeprägte Verarmung des Sprechens - ich seh die Notwendigkeit zu kommunizieren gar nicht mehr. Und so weiter.
Natürlich ist das nicht gut, und Warnglocken könnten da schon an gehen. Aber was sollte es bringen? Ich kann hoffen, dass irgendwelche Therapieformen etwas positives bewirken, aber seien wir mal ehrlich, mehr als basteln und malen macht man mit uns in der Klinik auch nicht. So what? Ich glaube nicht, dass ich den Verlauf irgendwie aufhalten kann. Und durch meine relative Emotionslosigkeit ist es mir auch egal. Ich fühle mich leer, aber ich fühle mich auch gut. Ich hatte abgefahrene Zeiten und ein sehr spannendes Leben. Jetzt ist die Luft halt raus, aus mir und meinen Psychosen, soll nicht heißen, dass keine mehr kommt, aber auch das glaube ich nicht.
Was sollte ich deiner Meinung nach gegen die Chronifizierung unternehmen, Maggi?