Kennt das jemand - Bösartigkeit auf Psychose?
Moin,
ich hatte dieses Verhalten zunächst nur während der Psychose, dass ich misstrauisch gegenüber anderen war, denen nicht vertraut hab. Nur stumm genickt hab und so.
Aber ich hatte mittlerweile einige Psychosen, ich hab nicht mitgezählt, so mindestens 5 waren es aber. Und dann zuletzt eine Langzeitpsychose. Sprich ich hab meine Medikamente nicht mehr genommen, und bin 3 Jahre schräg gelaufen, war auch obdachlos in der Zeit. Das perfide an der Krankheit, ist ja eben, dass man nicht merkt, dass man schräg läuft... bzw. krank ist. Als ich dann aus einem zufälligen Anlass wieder angefangen hab meine Medikamente zu nehmen, und meine ganze Lebenssituation sich verbessert hat, hab ich erst erkannt, dass ich die 3 Jahre latent psychotisch war.
Naja, und jetzt, nach zahlreichen Krisen und der Langzeitgeschichte, bin ich vollkommen in mich gekehrt. Aber auch sehr glücklich damit. Also ich bin zum ersten Mal in einem sehr glücklichen Status, seit dem Ausbruch der Schizophrenie. Ich war neulich nochmal in der Klinik, weil ich das Gefühl hatte, nochmal hin zu müssen, und beim Gespräch hab ich erwähnt, wie abgeneigt ich anderen Menschen gegenüber bin, dass ich auch vor allem negative Gedanken gegenüber anderen Menschen hab. Und die Psychologin hat gefragt, ob ich das denn ändern möchte. Und nachdem ich jetzt länger drüber nachgedacht hat, ist die Antwort Nein. Ich bin glücklich wie ich bin. Ein sehr verschrobener Typ, absoluter Einzelgänger, mit einer Abneigung gegenüber Menschen. Nach all den Jahren, der Hochs und Tiefs und auch der realen Enttäuschungen mit Menschen, bin ich jetzt wirklich happy mit meiner Art. Ich bin so dieser typischer Nerd, der viel zu Hause hängt, bastelt, zeichnet und malt, mal ein Buch liest, sich mit Videospielen beschäftigt. Und für all diese Sachen brauche ich keine anderen Menschen. Man könnte meinen, ich hätte mich endlich gefunden.
Wenn man das jetzt krankheitsbildmäßig betrachten würden, würde ich sagen, dass es mit jeder Psychose "schlimmer" geworden ist. Dieser soziale Rückzug und das Ablehnen von Menschen. Für mich ist halt in Ordnung, von außen betrachtet halt einfach eine fortgeschrittene Schizophrenie.
Ich bin auch nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ich bin voll berentet, gehe eine Stunde am Tag auf einem Bauerhof helfen, ungern, aber so hab ich immerhin um die tausend Tacken im Monat für mich insgesamt. Ich will auch garnicht mehr auf den ersten Arbeitsmarkt.
GdB wurde bei mir beim ersten Mal 40 Prozent bewilligt, aber das war vor x Jahren und ich hab keinen weiteren Antrag gemacht wegen Verschlechterung. Einzig der Museumseintritt würde mir was bringen, aber ich hasse Behördengänge. Irgendwann mach ich das sicher auch mal.
Ich kann natürlich nicht sagen, ob bei jedem eine Schizophrenie so verläuft, bei mir ist es halt tatsächlich ein Verlauf wie aus dem Lehrbuch. Vielleicht fragst du dich auch selbst, ob du überhaupt so sein willst. Und wenn das nicht der Fall ist, dann arbeite aktiv dagegen. Sonst glaub ich halt, dass es irgendwann fast zu spät ist.
Achja, ich glaube auch, dass das alles Ergebnis von PTBS und Langzeit PTBS der Psychosen ist. Einmal halt die Paranoia, und andererseits diese extremen Erlebnisse immer, die wie ein Schock nachwirken. Ich glaub nicht, dass es sich bei mir nochmal ändert. Achte gut auf dich, wenn du nicht willst, dass das passiert.