Helfen als Angehöriger
Hall liebe Carminski,
ich habe die Tendenz zur Schizophrenie und komme eigentlich ganz gut damit zurecht. Freundin habe ich keine. Möglicherweise liegt das daran, dass wenn ich über meine Tendenz berichte, in der Frau mir gegenüber Mauern bis ins Weltall hoch sich aufbauen. Die Unkenntnis über Schizophrenie ist noch sehr groß in der Bevölkerung. Das heißt nicht, dass ich keine Freunde habe. Die habe ich und ich bin fest dort integriert, wo ich wohne. Ich habe halt keine Partnerin.
Leider habe ich noch nicht die Frau kennengelernt, die zu mir hält. Naja vielleicht kommt sie ja noch und ich muss nur noch ein wenig warten.
Jetzt aber zu dir bzw. zu den Medikamenten, die ganz wichtig sind bei einer Psyochose. Ich nehme seit ca. 25 Jahren Amilsuprid (600 mg) und seit ca. 1,5 Jahren Cannabidiol (Epidyolex, 1000 mg) und ich komme sehr gut damit klar. Ich bin nicht müde und kann konzentriert arbeiten, nur wenn ich mich zum Schlafen ins Bett lege, habe ich ein restless legs syndrom. Dagegen nehme ich noch Pramipexol und Tramadol. Ich habe eine unbefristete Stelle und bin von Beruf Ingenieur (das ist wirklich kein Witz und stimmt). Ich habe zwei Studien erfolgreich absolviert.
Wenn sich die Freunde von früher nicht mehr sehen lassen, dann sollte man auf sie pfeifen. Es sind dann einfach keine echten Freunde. Deine Schwester sollte versuchen neue Freunde zu gewinnen. Das geht nicht sofort und braucht seine Zeit. Sie sollte Geduld haben. Das Leben ist jedoch sehr schön und es geht halt mal nur langsam aufwärts. Aber es kann aufwärts gehen und das Leben hält für dich und deine Schwester noch viele schöne Erlebnisse bereit. Ich wünsche euch beiden viel Kraft, Geduld und Beharrlichkeit.
Liebe Grüße und Gottes Segen,
Survivor