Drogenpsychose ohne Drogen?
Danke sehr für eure Antworten.
Jetzt bin ich um so mehr der Meinung, eben keine Drogenpsychose haben.
Nach dem Entzug ging es mir richtig gut, ich hatte keinerlei Symptome mehr und habe in die Zukunft geblickt. Ich habe erst gejobbt, dann habe ich sogar an einer Abendschule angefangen meinen Schulabschluss nachzuholen. Ungefähr ab Mitte des Halbjahres ging es dann los. Das ist jetzt ca. 9 Monate her.
@Maggi
Das wesentliche, ich bin weiblich und 22.
Es ist jetzt tatsächlich völlig anders als die Drogenpsychose damals.
Bei der Drogenpsychose habe ich mich in meinem Zimmer verkrochen, ich "wusste" ich habe ein höheres Bewusstsein, ich kann grade in die Wohnungen meiner Freunde schauen und ich hörte und sah sie über mich reden. Es war völlig real, aber ich wusste, dass das von den Drogen kommt. Daher hab ich meine Sachen gepackt und bin etliche Kilometer weit weg zu einer nahen Verwandten gezogen, die mich glücklicherweise aufnahm. Hier war ich vorher noch nie, kannte keine Leute und hatte auch keinen Zugang zu Drogen. Die akute psychose kam insgesamt sehr schnell und sehr heftig.
Diesmal war das einzige was ich bewusst wahrgenommen habe die Angst rauszugehen. Ich hatte plötzlich Angst in der Klasse zu sitzen und hatte das Gefühl dass alle über mich tuscheln. Den Schulabschluss habe ich mit Mühe geschafft, aber danach war ich völlig drüber. Deshalb bin ich zum Arzt gegangen, da ich dachte, ich hätte eine Angststörung.
Jetzt nehme ich seit zwei Wochen Quetiapin. Diese zwei Wochen habe ich 150mg retardtabletten zum Abend genommen, habe heute aber eine Höhere Dosis verschrieben bekommen, da ich Mittags schon wieder psychotisch werde. Ab heute nehme ich Abends 200mg ret. Und bis zu 150mg zur Nacht, da soll ich selbst meine Dosis finden.
Ich war die erste Woche völlig euphorisch weil mein Kopf plötzlich so frei war. Mir fällt erst jetzt auf, was ich die ganze Zeit über hatte: Wahnvorstellungen (alle sind gegen mich und planen etwas gegen mich) Halluzinationen (jemand spricht mit mir, aber ich bin zu tief in meinen Gedanken gefangen so dass ich es nicht mitbekomme, und wenn mich die Stimme dann wachgerüttet hat und ich geschaut habe, hat eigentlich niemand mit mir gesprochen. Und ich hatte dauern das Gefühl es krabbeln Tiere Tiere meiner Haut und hab mir manchmal die Knöchel wund gekratzt). Völlige Reizüberflutung (ich konnte nicht mehr im Auto mitfahren, keine Unterhaltung führen wenn der TV lief, Menschen haben mich voll überfordert wegen den Bewegungen und Geräuschen usw)
Ich konnte manchmal keine ganzen Sätze bilden und habe eine Art Babylaute von mir gegeben, und aufgegeben zu sprechen in dem Moment.
Ich-Störung im Sinne von alles hat was mit mir zutun. Jemand war schlecht gelaunt -> meine Schuld. Jemand guckt schief -> hab ich was dummes gesagt? Und solche Sachen.
Und ich hab überall Botschaften für mich gesehen und gehört. Im Radio, im Internet usw.
Hat mich jemand etwas völlig normales gefragt, habe ich stundenlang über die Hintergedanken dieser Frage gerätselt, und welche Wirkung meine Antwort darauf hatte.
Das alles war mir zu keinem Zeitpunkt bewusst, bis ich die Tabletten genommen habe und es plötzlich weg ist.
Und erst jetzt grade beim Schreiben fällt mir auf, dass der Arzt mir vorschnell ins Wort gekommen ist, und ich das meiste davon gar nicht ansprechen konnte.