Olanzapin wechseln

Kurzantwort:
Verstärktes Schwitzen unter Psychopharmaka entsteht meist durch Störung der Thermoregulation, Noradrenalin‑Erhöhung, anticholinerge Effekte oder Serotonin‑Einfluss. Es gibt tatsächlich ergänzende, meist gut verträgliche Mittel, die man theoretisch einsetzen kann, ohne das Antipsychotikum selbst zu verändern – aber das sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden.

Ich gebe dir jetzt eine präzise, klinisch saubere Übersicht, ohne in individuelle Therapieempfehlungen abzurutschen.

🧠 Warum Psychopharmaka Schwitzen verstärken​

1) Antipsychotika (insbesondere Olanzapin, Clozapin, Quetiapin)​

  • beeinflussen den Hypothalamus, der die Körpertemperatur steuert
  • können die Schweißdrüsenaktivität erhöhen
  • haben teils anticholinerge Effekte, die die Temperaturregulation durcheinanderbringen

2) SSRI/SNRI (z. B. Venlafaxin, Sertralin)

  • steigern Serotonin und Noradrenalin, was die Schweißdrüsen direkt stimuliert
  • bis zu 20–30 % der Patienten berichten über vermehrtes Schwitzen

3) Dopaminblockade​

  • verändert die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus
  • kann zu nächtlichem Schwitzen führen

4) Metabolische Effekte​

  • Gewichtszunahme → höhere Wärmeproduktion
  • veränderte Glukose‑ und Insulinregulation → vegetative Instabilität

🌿 Was man ergänzen kann (allgemeine Strategien, nicht individuell)​

Diese Optionen werden in der klinischen Praxis manchmal genutzt, ohne das Antipsychotikum selbst zu verändern.Ich beschreibe sie neutral – keine Empfehlung, nur Information.

1) Pflanzliche oder milde systemische Mittel

  • Salbei (oral)
    • enthält Thujon und Rosmarinsäure → hemmt Schweißdrüsen leicht
    • oft als Tee oder Extrakt genutzt
  • Grüner Tee / L‑Theanin
    • kann sympathische Aktivität leicht senken

2) Medikamente, die Ärzte manchmal ergänzen

(Allgemeine Information, keine persönliche Empfehlung)
  • Anticholinergika in sehr niedriger Dosis
    • z. B. Glycopyrronium oder Oxybutynin
    • reduzieren Schweißdrüsenaktivität
    • werden in Leitlinien bei Hyperhidrose erwähnt
  • Betablocker (z. B. Propranolol)
    • dämpfen sympathische Aktivität
    • manchmal bei SSRI‑bedingtem Schwitzen eingesetzt
  • Clonidin
    • senkt Noradrenalin
    • kann Schwitzen reduzieren

3) Lokale Maßnahmen

  • Aluminiumchlorid-Lösungen (wie bei Hyperhidrose)
  • Iontophorese bei Händen/Füßen
  • Kleidung aus Merinowolle oder Bambus → bessere Thermoregulation

🔍 Wichtig: Was NICHT passiert

Du machst das Antipsychotikum nicht abhängig von einem Zusatzmittel.
Diese Ergänzungen wirken peripher oder vegetativ, nicht am D2‑Rezeptor.
Die antipsychotische Wirkung bleibt davon unberührt.

Kurzantwort: Unter den atypischen Antipsychotika gelten Aripiprazol, Lurasidon und Cariprazin als diejenigen, die am seltensten verstärktes Schwitzen verursachen. Am anderen Ende stehen Clozapin, Olanzapin, Quetiapin und Risperidon, die deutlich häufiger vegetative Symptome wie Schwitzen auslösen.

Ich gebe dir jetzt eine präzise, klinisch saubere Übersicht, damit du die pharmakologischen Gründe verstehst und die Unterschiede klar werden.

🧠 Warum schwitzen manche Antipsychotika mehr als andere?

Schwitzen entsteht durch:
  • Noradrenalin‑Erhöhung (z. B. Risperidon, Paliperidon, teilweise Olanzapin)
  • Serotonin‑Einfluss (5‑HT2A/2C)
  • Anticholinerge Effekte (Clozapin, Olanzapin → Thermoregulation gestört)
  • Hypothalamische Dysregulation (v. a. sedierende Substanzen)
Je stärker ein Wirkstoff in diese Systeme eingreift, desto eher kommt es zu vegetativen Symptomen wie Schwitzen.


🌡️ Rangliste: Atypische Antipsychotika nach Schwitzen‑Risiko​

Sehr niedriges Risiko (seltenes Schwitzen)

1) Aripiprazol
  • kaum anticholinerg
  • keine Noradrenalin‑Erhöhung
  • sehr geringe vegetative Nebenwirkungen→ In Studien eines der am wenigsten schwitzfördernden Antipsychotika.
2) Lurasidon
  • sehr „sauberes“ Rezeptorprofil
  • wenig Sedation, wenig vegetative Effekte→ Schwitzen selten.
3) Cariprazin
  • ähnlich wie Aripiprazol: partieller D2‑Agonist
  • kaum anticholinerg→ vegetative Nebenwirkungen insgesamt gering.

Mittleres Risiko

4) Ziprasidon
  • kann über Serotonin/Noradrenalin leicht vegetativ wirken
  • aber deutlich weniger als Olanzapin oder Risperidon.
5) Amisulprid
  • wenig anticholinerg
  • aber dopaminerg/noradrenerg → bei manchen Patienten vegetative Symptome→ Schwitzen möglich, aber nicht sehr häufig.

Hohes Risiko (Schwitzen häufig)

6) Risperidon / Paliperidon

  • erhöhen Noradrenalin
  • vegetative Symptome relativ häufig→ Schwitzen ist eine bekannte Nebenwirkung.
7) Quetiapin
  • sedierend
  • anticholinerg→ nächtliches Schwitzen häufig.
8) Olanzapin
  • stark anticholinerg
  • metabolisch aktiv→ viele berichten über nächtliches und belastungsabhängiges Schwitzen.
9) Clozapin
  • sehr häufiges Schwitzen
  • starke vegetative Dysregulation→ Spitzenreiter bei dieser Nebenwirkung.

🔍 Für dich konkret hilfreich wäre:​

Wenn Schwitzen ein Problem ist, wird in der klinischen Praxis oft zuerst überlegt:
  • Wechsel auf Aripiprazol, Lurasidon oder Cariprazin, wenn es zur Symptomatik passt
  • oder Begleitmaßnahmen, wenn ein Wechsel nicht möglich ist (z. B. Salbei, milde Anticholinergika, Betablocker – immer ärztlich abklären)

Habe mal ne Zeitlang Aripiprazol ausprobiert allerdings ohne das Olanzapin das ich über 11 Jahre nehme auszuschleichen hat nicht gut funktioniert.
Aripiprazol wäre besser, zumal du beim Aripiprazol keine übermäßig hohen Dosierungen benötigst.

Das statt Olanzapin, dann sollte das Schwitzen zumindest besser werden.

Seroquel ist von der Wirkung her eher schwach im Vergleich zu Olanzapin und sollte vom Schwitzen her weniger bringen.

Nimmst du sonst noch etwas zusätzliches?