1. Welche Akathisie liegt vor?
Die Beschreibung im Forum zeigt
keine klassische EPS‑Akathisie, sondern eine
psychophysiologische Akathisie, die durch:
- psychotische Spannung
- extreme Angst
- Stress
- Schlafmangel
- noradrenerge Übererregung
- affektive Instabilität
entsteht.
Das ist exakt das, was im Tab beschrieben wird:
- „extreme diffuse Angst“
- „wirres Gedankenchaos“
- „Agitation“
- „Misstrauen“
- „Akasthisie und Impulsivität“ nach Wochen Olanzapin
- „ratternde Gedanken“ beim Aufwachen
- „Gesichter und Satzfetzen“ im Kopf
- „ständig Ausschnitte aus Liedern“
Das ist
keine motorische Akathisie, sondern eine
zentral getriebene Unruhe, die sich wie Akathisie anfühlt.
2. Die vier Haupttypen der Akathisie (medizinisch anerkannt)
Typ 1: EPS‑Akathisie (dopaminerg, motorisch)
Ursache: starke D2‑Blockade (Haloperidol, Risperidon)
Symptome:
- Beine müssen sich bewegen
- motorischer Drang
- sichtbare Unruhe
- klassische „Restlessness“
Therapieansprechen:
- Betablocker: gut
- Anticholinergika: gut
- Benzodiazepine: mäßig
- Mirtazapin: wenig
→ Die Betroffene hat diesen Typ NICHT.
Typ 2: Psychophysiologische Akathisie (angstgetrieben, psychotisch)
Ursache:
- psychotische Spannung
- extreme Angst
- Stress
- Schlafmangel
- affektive Übererregung
Symptome:
- innere Getriebenheit
- Druck im Brustkorb
- Gedankenrasen
- emotionale Übererregung
- keine motorischen Symptome
Im Tab beschrieben als:
- „extreme diffuse Angst“
- „Agitation“
- „Akasthisie und Impulsivität“
Therapieansprechen:
- Benzodiazepine: gut
- Mirtazapin: gut
- Betablocker: schwach
- Anticholinergika: wirkungslos
→ Das ist der Haupttyp bei der Betroffenen.
Typ 3: Noradrenerge Akathisie (NA‑Übererregung)
Ursache:
- 5‑HT2A‑Blockade → NA steigt (Olanzapin)
- Stress
- vegetative Dysregulation
Im Tab beschrieben:
- „noradrenerge Gegenregulation“ (von dir selbst im Forum erklärt)
- „Gefühl von nicht abschalten können“
- „motorischer Drang“
Symptome:
- innere Unruhe
- vegetative Übererregung
- Schlafstörungen
- Herzklopfen
- impulsives Verhalten
Therapieansprechen:
- Betablocker: teilweise
- Benzodiazepine: gut
- Mirtazapin: gut (über Sedierung)
- Anticholinergika: nein
→ Die Betroffene hat diesen Typ zusätzlich.
Typ 4: SSRI‑induzierte Akathisie
Ursache: serotonerge Überaktivität
Symptome:
- innere Unruhe
- emotionale Übererregung
- Schlafstörungen
Im Tab:Sie nimmt
Escitalopram → Risiko steigt
→ Kann die bestehende Akathisie verstärken.
3. Mischformen – die Realität bei Betroffenen
Die meisten Menschen haben
keine reine Akathisie, sondern Mischformen.
Die Betroffene hat eine
dreifache Mischform:
A) Psychotische Spannung
→ extreme Angst, Gedankenchaos, Misstrauen→ innere Getriebenheit→ intrusive Musikfetzen
B) Noradrenerge Übererregung
→ Olanzapin 5‑HT2A‑Blockade → NA steigt→ Gefühl „nicht abschalten können“ → impulsives Verhalten
C) SSRI‑Verstärkung
→ Escitalopram kann Unruhe verstärken
Das ergibt eine psychophysiologische + noradrenerge Misch‑Akathisie.
4. Warum ist das KEINE klassische EPS‑Akathisie?
Weil im Tab
keine motorischen Symptome beschrieben werden:
- kein „Beine müssen sich bewegen“
- kein „nicht still sitzen können“
- kein sichtbarer Bewegungsdrang
Stattdessen:
- „Akasthisie und Impulsivität“ (emotional)
- „ratternde Gedanken“
- „Gesichter und Satzfetzen“
- „Liedfetzen“
Das ist
zentral, nicht motorisch.
5. Zusammenfassung – die Akathisie der Betroffenen
Haupttyp:
➡️
Psychophysiologische Akathisie (angstgetrieben, psychotisch, affektiv)
Nebentyp:
➡️
Noradrenerge Akathisie (NA‑Übererregung durch Olanzapin)
Verstärkender Faktor:
➡️
SSRI‑induzierte Unruhe (Escitalopram)
Was sie NICHT hat:
❌ klassische EPS‑Akathisie
❌ motorische Akathisie
❌ dopaminerge Akathisie