Welcher Arbeit geht ihr nach? Habt ihr eine Stelle bei der ihr euch "outen" konntet?
Ich bin 2011 mit 23 Jahren erkrankt, war danach 4 Jahre arbeitslos und arbeite seit 2015 Vollzeit.
Zur Zeit 35h/Woche als Arbeiter und sogar in Wechselschicht. Ich hasse es, aber ich brauche das Geld,
ich habe Schulden und wollte immer trotz Erkrankung ein normales Leben. Was aber nur beim Thema Arbeit, vielleicht
geklappt hat. Ich würde gerne nicht mehr arbeiten, aber der sozialpsychiatrische Dienst meinte, ich bekomme keine EM-Rente.
Verständlich, weil man kann ja nicht plötzlich dastehen und sagen es geht nicht mehr. Ich bin jetzt 38 und werde auch irgendwann mal erben,
dann wandere ich sowieso aus. Ich nehme auch seit Jahren, mehr oder weniger keine Medis mehr. Wenn ich Spielregeln beachte, dann klappt das gut. Besonders im Sommer muss ich aufpassen, weil ausreichend Schlaf, ist das A und O.
Vielleicht bin ich ein Musterknabe, aber trotzdem hat die Krankheit alles genommen. Ich bin sehr unzufrieden. Wäre das schön gewesen, damals das Studium beendet zu haben oder wenigstens eine anständige Ausbildung. Dann wäre ich wahrscheinlich auch nicht einsamer Dauersingle geworden.
Naja, ich wollte eben, dass mein Leben nicht schon mit 25 vorbei ist und zu Hause hocken auf Staatskosten. Diese Reha hätte ich damals nicht abbrechen sollen, dann hätte ich es vielleicht noch weiter gebracht. Trotzdem ist alles sehr dürftig.
Ich bin auch 38 und als ich damals Risperidon hatte war Arbeit wie die Hölle auf Erden. Ich bin auch seit 2011 erkrankt, passt also ganz gut.
Du hast mit der Arbeit sicher wenig Zeit für Forum und so, aber ich kann dir ganz klar empfehlen die Medikamente und Einnahmeform zu ändern, damit dir die Arbeit wieder Spaß macht und die gesundheitlichen Erfolge auch sich fortsetzen.
Hier die
2-Seitige Kurzfassung in PDF, die mit einer Intervalltherapie (in dem Fall Aripiprazol) und dem notwendigen Bupropion funktioniert.
Die anderen Wirkstoffe wie Trimipramin-Tropfen sind zur Schlafförderung in dem Fall wichtig, weil Bupropion zwar sehr effektiv wirkt aber eher in den phasen ohne Antipsychotikum wach macht. Man muss da dann etwas flexibler sein. Du solltest dann aber auch mehr Zeit für dich finden, da auch generell weniger Schlaf notwendig ist und das Arbeiten viel angenehmer sein sollte.
Einfach beidseitig ausdrucken und schauen ob dein Psychiater dich bei so einer Umstellung oder danhingehend etwas unterstützt.
Ich hab EM-Rente bekommen wobei es glaube ich Beruflich und alles sehr unterschiedlich sein kann. Bei mir standen etwa Negativsymptome im Mittelpunkt und die Prognosen warern düster. Deswegen musste ich auch selbst suchen nach Wirkstoffen und Therapiemöglichkeiten.
35 Stunden ist schon sehr viel. Vielleicht wäre auch für dich eine Teilerwerbsminderungsrente angezeigt, weil das schon eine Frechheit ist von einem Betroffenen soviel abzuverlangen, wo dir dann auch der Finanzielle ausgleich fehlt und andere Karriere machen und mehr Geld bekommen.
Bei mir hat man bei der psychischen Reha glaube ich soweit die Arbeitsunfähigkeit attestiert, aber ich finde das ehrlich eine Frechheit und glaube schon das wenn du den Psychiater im Zweifel wechselst vielleicht sich auch andere möglichkeiten auftun können was die EM-Rente angeht.
Es kommt auf dem Beruf an, ich denke einerseits hängt es sehr ab ob man Negativsymptome hat, aber auch Büroarbeiten fand ich persönlich einfacher. Gut bei Psychose können die Hirnregionen auch unterschiedlich betroffen sein, vielleicht deswegen auch unterschiedliche Entscheidungen. Da du mehr schalf brauchst fände ich 25 Stunden für das Geld was du für 35 Stunden bekommst eher gerechtfertigt um halbwegs gleichgestellt zu sein.
Medikamentös kannst du dir mit der Behandlungsform die ich entwickelt habe zumindest ein viel leichteres Leben trotz der schweren Erkrankung machen, dann kann sich nach und nach auch der Berufliche Erfolg einstellen. Zumindest solltest du dir das anschauen oder mal testen.
Welche Antipsychotika und andere Medikamente hast du und was hast du bereits ausprobiert?