Welche Erfahrungen habt ihr beim Reduzieren von Neuroleptika gemacht? Ich bin frustriert!
Es ist einfach Training. Meditation könnte vielleicht helfen. Aber wird ja für Psychotiker nicht empfohlen. Ich habe einfach über Jahre gelernt Gedanken zu stoppen und "wegzuschieben". Vielleicht hilft dem ein oder anderen erstmal die eigenen Gedanken zu beobachten und bei einem Gedanken, den man nicht denken will laut Stop zu sagen.
Es gibt ja auch Menschen die konkret die Richtung ihrer Gedanken steuern können oder absichtlich gezielt Gedanken auslösen können. Andere haben gar keine innere Stimme sondern denken bspw in Bildern oder abstrakt.
So ist jeder Mensch anders. Ich kann empfehlen solche Dinge mit einem Therapeuten zu trainieren. Das hat mir sehr geholfen.
Bei mir unterscheide ich eben auch zwischen den Gefühlen und dem Bewusstsein (und dann ist da noch der Geist und die Seele). Gefühle wie Trauer oder Wut habe ich auf einer Bewusstseinsebene. Sobald aber das gesamte Bewusstsein, also die Gesamtheit meiner Wahrnehmung irgendwie instabil oder leicht psychotisch wird. (Ähnlich wie auf lsd) Dann kann ich dieses Bewusstsein wieder beruhigen.
Dabei helfen Entspannungsübungen wie Progressive Muskelentspannung oder einfach von 10 rückwärts zählen und langsam atmen, aber auch Visualisierung hat mir sehr geholfen. Also einzelne Bewusstseinsteile vor dem inneren Auge mit Farben assoszieren und diese dann in Bewegung zu bringen.
Manchmal hilft es bspw einen Schmerz oder eine innere Wunde anzuschauen und dann einfach die Hand aufzulegen und Liebe und Wärme fließen zu lassen. Sodass die seelische Wunde heilen kann.
Das klingt alles schon arg esoterisch oder spirituell (generell kann gott bei solchen Dingen auch gut helfen) aber das Problem ist einfach, dass dies alles Dinge sind für die es schwierig ist Worte zu finden und bei denen man halt einfach ausprobieren muss, wie man mit seinem eigenen Inneren umgehen kann.
Warum ich in einer Krise bin? Ich komme aus 10 Jahren Ehe. Habe meine Jugendliebe geheiratet und wir waren füreinander alles durch das Erwachsenenleben. Sie kannte mich und meine Krankheit besser als ich mich selbst und sie war auch mein größter emotionaler Support. Aber sie hat mich einfach von heute auf morgen sitzen lassen und hat jetzt etwas anderes mit ihrem Leben vor. Das tut richtig weh. Ich war vorher schon suizidal, aber das ist wirklich eine neue Dimension von Schmerz. Aber es ist jetzt auch schon eine Weile her und ich habe das gröbste überstanden.