Schizophrenie oder dissoziative Identitätsstörung?

Dass trotz Medikamenten noch Restsymptome bestehen, heißt noch nicht automatisch, dass es sich nicht um eine psychotische Störung handelt. Die Medikamente sind leider kein Allheilmittel und manche Menschen sind auch "therapieresistent" was die Medikamente betrifft, das heißt die Symptome verbessern sich bei Einnahme nicht oder nur wenig. Vielleicht hat man dann auch noch nicht das richtige Medikament gefunden oder eben die Ursache der Störung noch nicht verarbeitet. Ich glaube nicht daran, dass Psychosen nur an einem Dopaminüberschuss liegen und laut meiner Therapeutin spielt Trauma auf jeden Fall auch bei Psychosen eine Rolle, eben die Biographie des Patienten. Psychosen können auch bei allen möglichen anderen Traumafolgestörungen auftreten als bei einer Schizophrenie und ich glaube auch bei Schizophrenie spielt es eine Rolle, was die/der Betroffene erlebt hat.

Nur weil Symptome lange persistieren, muss es sich nicht automatisch um etwas anderes handeln. Das Problem sehe ich eher darin, dass man mit einer Schizophrenie Diagnose nur sehr schwer einen Therapieplatz bekommt, weil viele sich damit nicht auskennen und man lange der Meinung war Therapie bei Schizophrenie verschlimmert Symptome. Ist natürlich völliger Schwachsinn, aber bei altmodischen Therapeuten kann man darauf immer noch stoßen. Vorurteile spielen sicher auch eine Rolle und dann, dass viele durch Tabletten so stark sediert sind, dass eine Therapie gar nicht möglich ist.

Prinzipiell würde ich aber sagen Trauma und Schizophrenie schließt sich keineswegs aus und das Vorhandensein von Trauma deutet nicht automatisch auf eine Fehldiagnose hin.